Das taiwanesische Unternehmen Adata entwickelt vieles, was der PC oder Gaming User zu Hause gut gebrauchen kann. Seit Oktober letzten Jahres unter anderem auch das XPG Precog Gaming-Headset. Was es kann, oder auch nicht, bringt unser Test an das Tageslicht.

Headsets für uns Gamer gibt es fast wie Sand am Meer, wenn man aber in der Beschreibung Begriffe liest wie Hi-Fidelity Dual Treiber oder Hi-Res Audio, dann wird man doch neugierig und schaut sich ein Produkt näher an. So erging es uns auch beim XPG Precog, das im Vorfeld viel verspricht und mit diversen Features und Ausstattungen nicht geizt.

ADATA Technology Co. wurde im Mai 2001 von Simon Chen gegründet, der heute Vorstand und CEO des Unternehmens ist. ADATA hat es sich zum Ziel gesetzt, erstklassige Speicherlösungen anzubieten, die den digitalen Alltag der Kunden bereichern. Die Integrität und Professionalität des Unternehmens haben ADATA zur führenden Marke für Speicherprodukte, mit den meisten preisgekrönten Produktdesigns gemacht. Mit dem technischen Fachwissen seiner Mitarbeiter, modernen Produktionseinrichtungen und einem erstklassigen Kundenservice, ist ADATA heute in der Lage umfassende Speicherlösungen anzubieten. Darin inbegriffen sind DRAM-Module, USB-Sticks, Speicherkarten, SSD-Laufwerke und tragbare Festplatten. Die Gaming-Sparte kennzeichnet sich durch ihre XPG-Produkte aus.


Lieferumfang und Verarbeitung

Fast nichts zu bemängeln

Bereits das Auspacken des XPG Precog Headsets erhellte unsere Miene. Wo uns sonst unnötige Papp- oder sogar Plastikverpackung erwarten, finden wir hier eine Transporttasche vor, in der das Headset und viel Zubehör Platz findet. Um die Transporttasche herum ist eine, aus Pappe bestehende Ummantelung, auf der wir alle notwendigen Infos finden. Diese ist im Inneren ausgepolstert, um der Tragetasche ein wenig Schutz zu bieten. So befreien wir die Tasche nun von ihrer Verpackung und schauen uns an was Adata alles, neben dem Precoq Headset, in die Tasche gepackt hat. Um einiges vorweg zu nehmen: Es ist nicht gerade wenig.

Wir klappen die Tasche auf und erblicken als Erstes in der unteren Hälfte das Headset, das passformgerecht in seinem gepolsterten Bett ruht. In der oberen Hälfte der Tasche erwarten uns sauber getrennt, in kleinen Taschen folgende Dinge: das an- und natürlich absteckbare Mikrofon,  sowie ein Kabel mit Klinkenstecker, das eine einfache Kabelfernbedienung enthält. Zur Nutzung am PC verwendet man das USB-Kabel mit integrierter DSP-Soundkarte oder einer analogen Anbindung mit Klinkenstecker und Y-Adapter. Es wurde also an jegliche Möglichkeit gedacht dieses Headset an PC`s, Konsolen sowie Handys oder Tablets anzuschließen. Die Tragetasche selbst ist robust und wird per Reißverschluss geöffnet bzw. geschlossen. Das XPG Logo prangt zudem auf der Tasche, sowie dem Zipper des Reißverschlusses. Natürlich wollen wir nicht die (nur englischsprachige) Kurzanleitung, das Garantieheft, sowie ein Stickerbogen vergessen, die auch in der Tasche zu finden sind.
Was uns die Kurzanleitung leider verschwiegen hat, war der Hinweis auf XPG Epic auf der Webseite von XPG. Dies und mehr haben wir nur gesehen, als wir uns die Pappummantelung der Tasche mit seinen ganzen Hinweisen und Infos genauer angeschaut haben.

Als wir die Webseite unter http://www.xpg.com daraufhin besuchen ist XPG Epic eigentlich nicht mehr als ein FPS Shooter der uns die Soundqualitäten des Precoq „zeigen“ möchte, und wo geht das besser für ein Gaming Headset als beim Spielen? Eine nette Idee, wenn auch vom Gameplay nicht sonderlich fordernd, aber darum ging es ja auch nicht.
Viel interessanter und wichtiger war aber unser „Fund“ auf der Webseite. Unter den Spezifikationen des Headset gab es einen Hinweis auf einen Download für ein Firmware Update zur Qualitätssteigerung der Mikrofon-Kommunikation mit aktiviertem ENC (Umgebungsgeräuschverminderung) im USB Betrieb. Diese Info sollte eigentlich besser kommuniziert sein. Nicht jeder User besucht die Homepage des Herstellers und schaut nach den Spezifikationen seines Headsets, um dann durch Zufall auf ein Firmware Update zu stoßen, das doch wichtig sein kann.

Aber wir wollen nicht weiter darauf herumreiten und schauen uns nun das 362 Gramm „schwere“ Headset an. Uns bietet sich ein solides und auf den ersten Blick wuchtiges, aber gut verarbeitetes Headset dar. Beim Auf- und Absetzen entstehen keine unangenehmen Knirschgeräusche oder ähnliches. Die Over-Ear Ohrmuscheln umschließen unsere Ohren fest, aber nicht zu fest, sodass es unangenehm werden könnte. Die Außenseiten der Ohrmuscheln werden im Betrieb rot beleuchtet, dies kann auch deaktiviert werden, einen Wechsel auf andere Farben gibt es nicht. Dies ist aber auch gut so, da sich der rote Farbakzent überall am Headset wiedererkennen lässt. Deien es die roten Nähte am Bügel oder der rote XPG Schriftzug an der Außenseite der Ohrmuscheln. Als Werkstoff für das Precoq dominiert Kunststoff, selbst die Aufhängung der Ohrmuscheln gaukeln mit ihrer Metalloptik nur etwas vor, da sie auch aus Kunststoff bestehen. Der Kopfbügel hat zwei federnde Streben spendiert bekommen, das Kopfband an sich ist weich gepolstert. Die Ohrpolster aus Kunstleder lassen sich in einem Winkel von 90 Grad drehen und somit für einen Transport besser verstauen. Unter dem Kunstleder erwartet uns Memory-Schaum für einen angenehmen Tragekomfort.

An der linken Ohrmuschel finden wir alle wichtigen Anschlüsse wie der Klinkenanschluss für das Mikrofon, ein Klinkenanschluss zur analogen Anbindung des Headsets, sowie ein USB-Typ-C Anschluss. Wie schon weiter oben kurz angerissen unterstützt das Precoq „ENC“ (Environmental Noise Cancellation), aber nur im USB Betrieb. Bei ENC werden Umgebungs- bzw. Hintergrundgeräusche herausgefiltert.


Sound und Technik

Für jeden Etwas dabei

Wie schon angedeutet kann man das XPG Precog an viele Quellen anschließen, dies aber natürlich nicht immer mit dem vollen Umfang, welches das Headset eigentlich zu bieten hat. Fangen wir mal mit dem Komplettpaket an und das bekommt wohl nur der PC Gamer (oder auch nicht?). Hier schließen wir das Precoq natürlich per USB mit seiner integrierten DSP-Soundkarte an, denn nur hier haben wir die Auswahl der 3 verschiedenen Effekte. Diese wählen wir per Kabelfernbedienung aus. Mit „Music“ bekommen wir den Sound sozusagen 1 : 1 wieder gegeben. Gehen wir mit dem Regler auf den „7.1“ Punkt schaut das schon ganz anders aus. Hier wird der virtuelle Umgebungssound verstärkt, was die Spieler noch mehr das Geschehene erleben lässt.

Der letzte Auswahlpunkt nennt sich „FPS“ der eine voreingestellte Equalizer-Einstellung aktiviert und die Ortbarkeit, gerade in First Person Shootern, verbessern soll. Mit dieser Funktion werden wohl nur wirkliche FPS Online Spieler glücklich. Mir persönlich konnte ich der Einstellung nichts abgewinnen, da in dieser Einstellung der Klang zu viel an Kraft verliert. Um das ENC (Umgebungsgeräuschverminderung) zu aktivieren gibt es einen Schiebeschalter an der Seite. Auf der anderen Seite der Fernbedienung befindet sich ein weiterer Schiebeschalter um die Beleuchtung des Headsets an- und auszuschalten. Und zu guter Letzt gibt es noch ein Drehrad auf der Fernbedienung zur Steuerung der Lautstärke. Ein Druck auf das Drehrad aktiviert und deaktiviert das Mikrofon, ein Lämpchen unter dem Drehrad informiert Euch über den aktiven oder passiven Modus des Mikrofons. Apropos Mikrofon, hier erwartet uns ein Frequenzumfang von 20 Hz bis 20 kHz. Das abnehmbare Mikrofon mit angebrachten Popschutz hat uns in den Tests sehr gefallen. Unsere Stimme kam mit einer sehr guten Sprachqualität bei unserem Gegenüber an. Der Popschutz verrichtet auch eine gute Arbeit und hielt Störgeräusche sehr gut fern. Und solltet Ihr mal kalte Hände haben könnt ihr Euch an der Kabelfernbedienung wieder aufwärmen.

Nun sind wir eigentlich schon  etwas vorgeprescht, ohne auf die restlichen Anschlussmöglichkeiten einzugehen, aber das holen wir natürlich gerne nach. Wer das Precoq eher per Klinkenanschluss nutzen wird, bekommt eine einfachere Version der Kabelfernbedienung mitgeliefert. Hier kann man, ohne leuchtende Hinweis, das Mikrofon an der Oberseite der Fernbedienung per Schieberegler aktivieren bzw. deaktivieren, ein seitliches Drehrad bestimmt die Lautstärke des Headsets. Auch die Beleuchtung der Außenseite des Headsets bleibt bei Nutzung per Klinkenstecker deaktiviert.

Kabelfernbedienung mit integriertem DSP Soundkarte

Bleibt nur noch das Anschließen des Precoq an Handys oder Tablets per USB-C-Anschluss, dies haben wir einfach mal so getestet, denn das Kabel beinhaltet ja die Kabelfernbedienung inklusive der integrierten DSP-Soundkarte. Und siehe da, möchten wir Games oder Musik am Tablet oder am Handy inklusive der 3 Soundmodi genießen, ist dies auch uneingeschränkt möglich und mit uneingeschränkt meinen wir das auch so. Sogar das Ein- und Ausschalten der Beleuchtung am Headset ist möglich.

Nachdem wir uns von dieser positiven Überraschung erholt haben, kommen wir natürlich auf den wichtigsten Punkt zu sprechen, und das wäre der Sound. Über den positiven Mikrofonsound haben wir uns ja schon ausgelassen, aber wie steht es beim XPG Precog mit dem Hörerlebnis? Adata wirbt damit, dass es das weltweit erste Gaming-Headset mit dualen dynamischen elektrostatischen Treibern sei und die Tief- und Hochtöne besser voneinander trennt. Heißt also sie haben einen großen Frequenzumfang und eine hohe Impulstreue und dem können wir zustimmen. Der Frequenzgang wird mit 5 Hz bis 50.000 Hz angegeben und man kann mit Fug und Recht behaupten, dass Sie Ihre Arbeit gut gemacht haben. Der Musikgenuss ist ausgewogen, gibt die Höhen und Mitten gut aus und auch die Tiefen machen ordentlich Druck, wenn auch das ein oder andere Game vielleicht etwas mehr Bass vertragen könnte. Im 7.1. Modus macht der Musikgenuss weniger Spaß, denn hier wird doch eher ein Halleffekt hinzugefügt.

Für die technikaffinen User da draußen haben wir natürlich noch die Details zum Precog:

Spezifikationen des Headsets

Farbe Schwarz
Gewicht des Headsets 362g
Abmessungen (L x B x H) 69 x 237 x 198mm

Technische Informationen des Kopfhörers

Treiber Elektrostatische/dynamische Dualtreiber
Frequenzgang 5 Hz – 50,000 Hz
Impedanz 32Ω±15%
Empfindlichkeit 102 ± 3 dB/mW bei 1 kHz

Technische Informationen des Mikrofons

Geräuschreduzierende Technologie ENC (Environmental Noise Cancellation)
Richtung des Mikrofons Unidirektional
Frequenzgang des Mikrofons 20Hz – 20,000 Hz
Empfindlichkeit des Mikrofons -38db±1,5db

Allgemeine Informationen

Schnittstelle USB type C / 3,5mm
Audiomodi Musikmodus / Virtual-7.1-Modus / FPS-Modus
Beleuchtungseffekt Rote LED
Kabellänge des kabelgebundenen Type-C-Controllers 1,3m
Kabellänge des kabelgebundener Inline-Controllers, 3,5 mm 1,25m
Länge des Type-A-zu-C-Kabels 1,25m
Länge des Y-Kabelsplitters 1,36m

Fazit

ein tolles Allroundtalent

Adata präsentiert uns mit dem XPG Precoq ein Gaming Headset, das wir uneingeschränkt empfehlen können, wenn wir mal von dem nicht gerade unwichtigen Hinweis auf das Firmwareupdate absehen, auch wenn es „nur“ um die Geräuschunterdrückung (ENC) geht. Dass man die ganzen Soundmodi dank USB-C Kabel auch an mobilen Geräten nutzen kann, hat uns sehr erfreut, obwohl wir dies eigentlich nur nebenbei „erkannt“ und ausprobiert haben. Dank des abnehmbaren Mikrofons kann man das Headset auch als Kopfhörer für unterwegs benutzen, wenn auch die etwas wuchtige Erscheinung des Precog für diesen Anlass Geschmackssache ist. Das Gesamtpaket jedoch überzeugt, angefangen mit der Tragetasche in der alle Kabel dabei sind die man für den Einsatz an den diversen Endgeräten benötigt, bis hin zur guten Verarbeitung, der Auswahl der Soundmodi und dem guten Klang.  Dank der dualen dynamischen elektrostatischen Treibern, die man sonst in keinem Gaming Headset in dieser Preisklasse findet, bekommt man hier ein Gesamtpaket das einfach überzeugt.  „Chapeau“ Adata und Hut ab für dieses sehr gute Stück Technik.

 

XPG Precog Gaming-Headset mit Mikrofon Hi-Fidelity Dual Treiber 7.1 Virtual Surround Sound (XPG Precog), Einheitsgröße
60 Bewertungen
XPG Precog Gaming-Headset mit Mikrofon Hi-Fidelity Dual Treiber 7.1 Virtual Surround Sound (XPG Precog), Einheitsgröße
  • Hi-Fi-Dual-Treiber, dynamische und elektrostatische Treiber.
  • Inklusive USB-Typ-C-Steuerbox und 3. 5 mm Steuerbox
  • Ergonomische Ohrmuscheln und Memory-Schaum-Polster für maximalen Komfort.