Kabellose Headsets haben in den letzten Jahren Gaming und Alltag revolutioniert. Mehr Bewegungsfreiheit, weniger Kabelsalat. Doch lohnt sich der Umstieg wirklich, oder sind mehr Bewegungsfreiheit und weniger Kabelsalat nur ein bequemer Luxus? Im Test haben wir uns das SteelSeries Arctis Nova Pro Wireless genauer angesehen und überprüft, ob es den hohen Erwartungen gerecht wird.
Lieferumfang und Verarbeitung
Alles was du brauchst und noch mehr

Bereits beim Öffnen der Verpackung des SteelSeries Arctis Nova Pro Wireless fällt auf, dass hier ein durchdachtes Gesamtpaket geliefert wird. Auf den ersten Blick erkennt man, dass es sich um ein Produkt aus dem oberen Preissegment handelt. Neben dem eigentlichen Headset findet sich die kabellose Basisstation mit OLED-Anzeige, die als zentrale Steuereinheit und gleichzeitige Ladestation für den Ersatzakku dient. Zusätzlich liegt ein Lithium-Ionen-Akku bei – zwei davon sind insgesamt im Lieferumfang enthalten. Der zweite Akku befindet sich bereits im Headset, sodass sich einer davon im Betrieb nutzen lässt, während der andere in der Station geladen wird. Das Headset ist mit zwei magnetisch befestigten Abdeckplatten an den Ohrmuscheln ausgestattet, hinter denen sich sowohl der wechselbare Akku als auch der USB-C-Anschluss zum Laden verbergen. So kann das Headset praktisch ohne Ladepausen verwendet werden. Für die Verbindung mit PC, Konsole oder anderen Geräten liegen zwei USB-C-auf-USB-A-Kabel bei, die ausreichend lang bemessen sind, um die Basisstation flexibel zu platzieren. Ebenso liegt ein 3,5-Millimeter-Klinkenkabel bei, falls man das Headset einmal kabelgebunden nutzen möchte. Ein abnehmbarer Popschutz für das ausziehbare Mikrofon sorgt dafür, dass die Stimme klar und frei von störenden Atemgeräuschen übertragen wird. Abgerundet wird das Zubehör durch einen dezenten Transportbeutel aus weichem Material, in dem sich das Headset mitsamt Zubehör sicher verstauen und bequem transportieren lässt. Eine gedruckte Bedienungsanleitung sowie die üblichen Produktinformationen sind ebenfalls beigelegt.

Das Headset wie auch die Basisstation machen einen hochwertigen Eindruck. Das Headset selbst wiegt etwa 330 Gramm, was es angenehm leicht für lange Nutzungssessions macht. Schon beim ersten Anfassen hinterlässt das SteelSeries Arctis Nova Pro Wireless einen wertigen Eindruck, der aus einer ausgewogenen Mischung von robustem Kunststoff und kühlen Metallelementen entsteht. Besonders stechen der flexible Kopfbügel aus Metall und die stabil gelagerten Ohrmuscheln hervor, die durch ihre weiche Kunstlederpolsterung nicht nur optisch edel wirken, sondern auch über längere Tragezeiten hinweg angenehm aufliegen. Die magnetisch befestigten Seitenplatten sitzen passgenau und lassen sich dennoch leicht lösen, um den Akku zu wechseln oder den USB-C-Anschluss freizulegen. Auch die kompakte Basisstation wirkt trotz ihres geringen Gewichts solide gefertigt. Das matte Gehäuse steht rutschfest, die Drehscheibe zur Steuerung läuft geschmeidig, und das OLED-Display ist klar ablesbar, ohne aufdringlich zu wirken. Alle Anschlüsse sind sauber eingefasst, die Spaltmaße unauffällig, und die gesamte Verarbeitung vermittelt den Eindruck eines Produkts, das auf Langlebigkeit ausgelegt ist. Zwar berichten einzelne Nutzer von Materialschwächen an den Scharnieren der Ohrmuscheln, in meinem Test jedoch zeigte sich keinerlei Spiel oder Knarzen – ein Zeichen für eine solide Fertigungsqualität. Insgesamt hinterlässt sowohl das Headset als auch die Basisstation den Eindruck, dass hier nicht nur auf Funktionalität, sondern auch auf wertige Haptik und präzise Verarbeitung geachtet wurde – ein Anspruch, der sich im täglichen Gebrauch bemerkbar macht. Auch der Tragekomfort lässt nichts zu wünschen übrig: Mit meinen recht großen Ohren hatte ich auch nach Stunden keine schmerzenden Druckstellen. Schwitzen durch das Kunstleder trat ebenfalls nicht merklich auf.

Technik und Bedienung
Beste Technik, einfach bedient

Im Inneren des Arctis Nova Pro Wireless arbeiten 40-mm-Neodym-Treiber, die im kabelgebundenen Betrieb einen beeindruckenden Frequenzbereich von 10 Hz bis 40 kHz abdecken und damit weit über das hinausgehen, was herkömmliche Gaming-Headsets leisten. Mit einer Impedanz von 38 Ohm und einer Empfindlichkeit von 93 dB SPL liefern sie ein sauberes, dynamisches Klangbild mit minimalen Verzerrungen. Im kabellosen Betrieb über 2,4 GHz sinkt der Frequenzbereich technisch bedingt auf rund 22 kHz, was in der Praxis jedoch kaum wahrnehmbar ist. Die geschlossene Bauweise der Hörmuscheln sorgt für solide passive Isolation, die in Kombination mit der aktiven Geräuschunterdrückung ein konzentriertes Spielerlebnis ermöglicht. Herzstück der Signalverarbeitung ist der GameDAC Gen 2 mit ESS Sabre 9218PQ40, der hochauflösendes 96 kHz/24-Bit-Audio mit einem erweiterten Frequenzgang von 5 Hz bis 40 kHz liefert. Mit einem Dynamikumfang von 111 dB spielt er die Stärken der Treiber voll aus und bringt sowohl leise Details als auch kraftvolle Effekte klar ans Ohr. Die aktive Geräuschunterdrückung arbeitet adaptiv und blendet Umgebungsgeräusche zuverlässig aus, während der Transparenzmodus bei Bedarf wichtige Außengeräusche durchlässt – nützlich im Familienhaushalt oder in belebten Umgebungen. Eine der cleversten Lösungen ist das Hot-Swap-Akkusystem: Zwei Akkus liegen bei, einer steckt im Headset, der andere lädt in der Basisstation, sodass sich mit einem Handgriff unterbrechungsfrei weiterhören oder -spielen lässt. Das System unterstützt gleichzeitige Dual-Verbindungen – etwa über das latenzarme 2,4-GHz-Signal fürs Spiel und zusätzlich Bluetooth für Anrufe oder Musik vom Smartphone.

Die Bedienung erfolgt direkt am Headset oder an der Basisstation. Am Headset selbst gibt es ein präzise laufendes Lautstärkerad, das auch zum Mixen von Game- und Chatsound dient. Dazu kommen eine Mikrofonstummschaltung mit deutlichem Einrasten und eine Bluetooth-Taste zum schnellen Koppeln oder Wechseln der Quelle. Beim Stummschalten signalisiert eine rote LED am Mikrofon den Status. Die Basisstation fungiert als Schaltzentrale mit scharfem OLED-Display und präzisem Drehregler für Lautstärke, Quellenauswahl, Equalizer-Presets und ANC-Einstellungen, ohne dass zwingend die Software gestartet werden muss. In der SteelSeries-Sonar-Software lassen sich Equalizer feinjustieren, Surround-Profile anpassen und Mikrofonfilter konfigurieren. Dank zweitem USB-C-Anschluss können sogar zwei Geräte gleichzeitig mit der Basisstation verbunden und per Knopfdruck gewechselt werden.

Klang- und Mikrofonqualität
Spielt locker bei den Großen mit
Das Arctis Nova Pro Wireless zeigt im Hörtest, dass es sich klanglich nicht hinter ausgewachsenen HiFi-Kopfhörern verstecken muss. Der Sound ist ausgewogen und zugleich druckvoll, mit knackigen, tief reichenden Bässen, die selbst im Subbass-Bereich sauber arbeiten. Die Mitten wirken klar voneinander getrennt und breit aufgestellt, was besonders bei Live-Aufnahmen wie Hotel California (Live on MTV) für einen beeindruckenden Bühnen-Effekt sorgt. Stimmen und Instrumente haben genügend Raum, während Details fein herausgearbeitet werden. Die Höhen sind präsent und liefern Brillanz, können aber je nach Quelle etwas dominant wirken, weshalb eine leichte Absenkung im EQ empfehlenswert ist. Selbst ohne Anpassung überzeugt das Headset mit Transparenz und Dynamik auf Studio-Niveau.
Die Mikrofonqualität ist funktional und für Voice-Chat, Videokonferenzen oder schnelle Sprachaufnahmen ausreichend, erreicht aber nicht das Niveau eines Astro A50 Gen5 oder MMX 200. Stimmen werden klar übertragen und Nebengeräusche gut gefiltert, dennoch fehlt Wärme und Volumen. Das Mikrofon klingt ohne Software-Hilfe flach und wenig überzeugend – wie man es leider von vielen Headsets kennt. Erst mit Sonar lassen sich Höhen abmildern, Mitten und Bass betonen und so ein angenehmerer Klang erzielen. Die Geräuschunterdrückung blendet Hintergrundlärm effektiv aus, ohne die Stimme stark zu verfälschen.

Fazit
Eines der Besten ohne Kabel

Das SteelSeries Arctis Nova Pro Wireless ist ein Premium-Headset, das sowohl in Verarbeitung als auch Funktionsumfang Maßstäbe setzt. Schon der Lieferumfang zeigt, dass hier an alles gedacht wurde. Von der cleveren Hot-Swap-Akku-Lösung bis zur soliden Basisstation mit OLED-Display.
Die Verarbeitung ist hochwertig, der Tragekomfort auch bei langen Sessions vorbildlich. Klanglich spielt das Headset in einer Liga, die der von guten Hifi-Kopfhörer entspricht. Kraftvolle, saubere Bässe, klare Mitten und detailreiche Höhen sorgen für ein immersives Hörerlebnis, das sowohl Musikliebhaber als auch Gamer anspricht. Die technische Ausstattung mit ESS Sabre DAC, adaptivem ANC, Dual-Wireless-Funktion und umfangreicher Software-Integration ist konkurrenzlos vielseitig. Bedienung und Alltagstauglichkeit sind hervorragend gelöst – egal ob direkt am Headset, an der Station oder per Software. Die Mikrofonqualität ist der einzige Punkt, bei dem sich das Gesamtbild nicht auf Spitzenniveau bewegt. Zwar ist die Sprachübertragung klar und Nebengeräusche werden gut gefiltert, doch ohne Software wirkt der Klang flach. Aktuell lohnt ein Blick auf Angebote, die den Preis zeitweise auf rund 249 Euro drücken. Perfekt für alle, die ein kabelloses High-End-Headset mit vielseitigen Features suchen. Insgesamt ist das Arctis Nova Pro Wireless eines der komplettesten Headsets am Markt. Es vereint exzellente Audioqualität, erstklassige Verarbeitung und durchdachte Technik in einem Paket, das sowohl ambitionierte Gamer als auch anspruchsvolle Musikfreunde überzeugen dürfte.
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