Bild: be quiet! & PE

be quiet! PURE LOOP 2 FX – AiO Wasserkühlung mit RGB-Update im Test

Der bekannte deutsche Hersteller beqiet! hat mit der neuen FX-Serie drei seiner beliebten Produkte ein Update mit RGB-Beleuchtung verpasst. Wir haben sie alle zum Test gebeten und so soll es im heutigen Bericht um die Pure Loop 2 FX gehen – eine AiO Wasserkühlung im beliebten 360er Format, die mit den neuen Light Wings Kühlern in den schönsten Farben erstrahlt. Wir packen aus, bauen ein und sagen euch, was ihr von der Kühlleistung erwarten könnt.

Lieferumfang und Verarbeitung

Wie erwartet hochwertig

Mit Licht und Hub – die neue Pure Loop 2 FX

Schon eine 240er AiO trägt im ersten Eindruck schon dick auf. Zumindest, wenn man den Karton samt Inhalt vor sich sieht. Das kann die neue alte 360er von be quiet! aber auch, wenn man den Trümmer von Karton erst einmal vor sich stehen hat. Die neue Alte ist die Pure Loop 2, die es nun im Relaunch mit einem RGB-Update gibt. Sie nennt sich Pure Loop 2 FX und ist nun mit den neuen Light Wings 120mm PWM-Lüftern ausgestattet. Das ist allerdings noch nicht alles, denn der Hersteller hat ausßerdem eine richtige PWM-Steuerung verbaut. Grundsätzlich hat sich also technisch nichts geändert. Dennoch hatten wir bisher nur Wasserkühlungen im 240er Format im Test, weswegen wir jetzt also ebenso gespannt sind, was diese 360er zu leisten mag. Im Karton befindet sich sehr dominant und kaum zu übersehen ein großer Radiator, der eine Gesamtlänge von 397 mm aufs Lineal bringt. „Waaaaas!? Das ist ja gar keine 360er AiO!“; hören wir den kleinen Mann im Ohr schreien! Doch, denn hier ist das Maß aller drei Lüfter ausschlaggebend, die übrigens neben dem Radiator Platz im Karton finden. Am Radiator hängt allerdings, fest mit ihm verbunden, die Pumpe samt Kühlkörper. Der Look des CPU-Blocks, mit der Abdeckung aus gebürstetem Aluminium, ist durchaus als edel zu bezeichnen. Die beiden textil-ummantelten Schläuche sind jeweils 40 mm lang und am Block mit beweglichen Flanschen befestigt. Am Radiator selbst sind sie starr befestigt. Merkwürdig ist nur, dass in den Schläuchen ein kleiner Kasten eingearbeitet ist, an den das Kabel für die Pumpensteuerung führt. Wir öffnen ihn und siehe da, dies ist die eigentliche Pumpe. Offensichtlich hat man also die Pumpeneinheit aus dem CPU-Block entfernt.

Der Lieferumfang der Pure Loop 2 FX bietet alles Nötige

Wir haben einmal nachgefragt und uns wurde dies bestätigt. Die Gründe liegen auf der Hand. Man kann so die Pumpe besser warten, falls die nötig ist und außerdem ist sie so perfekt entkoppelt, was dem Hause be quiet! also eindeutig am Herzen liegt. Die Light Wings Lüfter gibts übrigens in den Formaten 120 und 140 mm mit PWM-Steuerung, in einer High-Speed-Variante mit neun, oder in der normalen PWM-Version, mit sieben Lüfterblättern. Bei der Pure Loop 2 FX sind es drei 120 mm PWM-HighSpeed-Lüfter, die beiliegen. Neben Radiator und Lüftern findet sich natürlich noch eine Menge Montagematerial, welches be quiet! natürlich für AMD-, als auch für Intel-CPUs bereitstellt. Dabei reicht die Sockel-Kompatiblität von Intel 1700, 1200, 2066, 1150-52-55 und 2011(-3) und AMD für AM4 und AM5. Zusätzlich legt be quiet! der neuen Pure Loop 2 FX auch noch ein PWM-Hub bei, mit welchem wir die gesamte Lüftersteuerung unseres PCs zentral managen können. Meist ist die heute auch über moderne Mainboards möglich, als sinnvolle Dreingabe sehen wir dieses Zusatzgerät aber dennoch an. Wer lange Spaß mit seiner Wasserkühlung haben will, kann sie sogar selbst nachfüllen. Auch keine Normalistät bei einer AiO – be quiet! legt bei der Pure Loop 2 eine Flasche Kühlmittel, wahrscheinlich destilliertes Wasser, dazu.

Montage

Erfahrung erwünscht

Dank der RGB-Beleuchtung schaut die Pure Loop 2 FX super aus

Die Montage eine AiO Wasserkühlung ist nicht sehr aufwendig. Auch für Laien ist sie machbar, wenn es auch einiges zu beachten gilt. So ist es zumindest sinnvoll sich die gut bebilderte Anleitung, die be quiet! dazu liefert, genau durchzulesen. Hier wird jeder Montageschritt genau erklärt, wenn auch nicht immer direkt sehr eindeutig. Beim Anschluss und konfigurieren der Lüfter und der Pumpe hatten wir einige Probleme, welche wir aber lösen konnten. Dennoch gilt – Wer noch keine Erfahrungen mit Hardware-Einbau hat, sollte einen Profi darum bitten. Ansonsten geht der Einbau gut von der Hand. Unser Gehäuse – die bereits getestete be quiet! Dark Base Pro 900, bietet auf jeden Fall genug Platz, sodass wir sogar eine 420er AiO einbauen könnten. Vorerst müssen wir die Pure Loop 2 FX aber mit den Lüftern verbinden. Das ist dank des Befestigungsmaterials schnell mit einem Kreuzschraubendreher erledigt. Wichtig ist hierbei nur die Einbaurichtung zu beachten, damit die Kabel der Lüfter später verborgen sind. Auch die Montage am Mainboard muss vorbereitet werden, so bringen wir die für AMD-Prozessoren nötigen Klammern an der Backplate an und haben so die korrekte Aufnahme für den CPU-Block geschaffen. Mit dem verschiebbaren Mainboardtray des Gehäusese schaffen wir uns etwas Platz im Gehäuse und bringen die AiO an der Gehäuseoberseite an. Hierbei werden die Lüfter im Push-Betrieb arbeiten, also die Luft aus dem Gehäuse durch den Radiator drücken. Entscheiden wir uns für eine Montage in der Front, würden wir sie die Luft ansaugen lassen. Mit insgesamt 10 Schrauben ist die Pure Loop 2 FX schnell befestigt und so müssen wir nun nur noch den CPU-Block auf den Prozessor bringen. Dazu nutzen wir die beiliegende Wärmeleitpaste, bringen den Block direkt über der CPU in Ausrichtung und setzen direkt bei den Schrauben an. Damit sitzt er perfekt und wir müssen jetzt nur die Schrauben handfest anziehen. Einfacher gehts nicht. Die Lüfter können wir nun entweder in Reihenschaltung setzen oder besser mit dem beiliegenden Hub verbinden. Dieses lässt sich im Gehäuse gut verbauen und kann die Lüfter und Beleuchtung zentral steuern. Dazu schließen wir es an die Pins für RGB-Beleuchtung und PWM-Steuerung an unserem Mainboard an. Die Einstellungen nehmen wir allerdings final in unserem Bios vor, da wir festgestellt haben, dass es zu Komplikationen zwischen Softwaresteuerung und Bios-Setting bei MSI-Boards kommen kann. Es kann also etwas schwieriger werden, die richtigen Einstellungen für die Lüfter und die Pumpe zu finden. Wichtig ist jedoch, dass die Pumpe mit einer konstanten Drehzahl läuft.

Der Radiator und die neue Pumpe, entkoppelt an den Schläuchen

Die Kühlleistung und das Licht

Ein sinnvolles Upgrade

Die Kühlleistung der Pure Loop 2 FX hängt natürlich von ihrer Einbauart ab. Wird sie wie bei uns im Push-Betrieb genutzt, drückt sie schon erwärmte Luft oben aus dem Gehäuse. Darum bringen wir hier einem die vorher genutzte 240er AiO eines anderen Herstellers zum Vergleich ein. Wichtig ist aber nicht nur der die maximale Temperatur, sondern der Verlauf und vor allem die Zeit für die Abkühlung nach hoher Belastung der CPU. So erreicht die Pure Loop 2 FX im Vergleich zur alten AiO satte 11°C weniger im Idle-Betrieb. Wohlgemerkt bei denselben Umdrehungszahlen von 850 U/min. Im CPU-Stresstest kommen wir nicht ganz auf diesen enormen Wert, denn hier sind es nur knapp 5 °C, die wir im Unterschied erzielen. Dennoch ist es eine enorme Steigerung, wenn man bedenkt, dass wir hier noch einiges an Spielraum haben, was die Konfiguration der Lüfter angeht. Die Lautstärke ist bei der aktuell gesetzten Maximaldrehzahl von 2000 U/min auf einem erträglichen Niveau. Die Zeit, die die AiOs brauchen, um die CPU wieder auf Idle-Temperatur zu bringen, unterscheiden sich zudem enorm. So braucht die Pure Loop 2 FX dafür gerade einmal 22 Sekunden, während die alte 240er ganze 35 Sekunden benötigte. Hier lässt sich also ein deutlicher Unterschied festmachen, was aber natürlich auch schon denkbar war. Natürlich bietet eine größere Fläche mit zusätzlichem Lüfter eine bessere Kühlleistung.

Den deutlichsten Unterschied gab es bei der Kühlleistung im Idle-Modus

Auch auf die Beleuchtung der Pure Loop 2 FX wollen wir natürlich noch eingehen. Diese wird für alle drei Lüfter auch über den Hub geregelt und lässt sich bequem über die Software des Mainboards steuern. Da wir diese auch mit den vom Autor verwendeten Razer Produkten verbinden können, steht einem zueinander passenden Licht-Setup nichts im Weg. So macht die Kühlung also nicht nur einen guten Job in Sachen Performance, sondern fügt sich auch nahtlos in unsere Beleuchtung ein. Die Entscheidung, die beliebte AiO mit einem RGB-Update zu versehen, war also goldrichtig.

Fazit

Zugreifen! Klare Empfehlung!

be quiet! liefert wieder einmal ab. Natürlich haben wir das auch eigentlich nicht anders erwartet. Mit der Pure Loop 2 hat man ja im Grunde schon eine sehr performante Wasserkühlung, die man mit dem FX-Update nun noch weiter aufgewertet hat. Nicht nur, dass es mit den Light Wings nun auch eine RGB-Beleuchtung gibt, hat man mit dem beiliegenden Hub auch eine sinnvolle Möglichkeit geschaffen, Beleuchtung und Lüftersteuerung zentral zu lösen. Die Lüfter sind auf hohe Performance ausgerichtet und bieten mit neun Blättern und hoher Drehzahl genug Luftdruck für eine perfekte Kühlung. Diese brachte uns allein im Idle-Zustand locker 11°C weniger und kühlte die CPU, nach hoher Last, in kurzer Zeit wieder herunter. Die gesamte Verarbeitung ist hochwertig und dank des durchdachten Aufbaus, ist die Pure Loop 2 FX auch sinnvoll entkoppelt. Die Lüfter sind mit Gummimuffen versehen und auch die Pumpe wurde entkoppelt vom CPU-Block, an die Schläuche verlegt. Die Lautstärke bleibt allgemein auf einem niedrigen Niveau, da man mit kleineren Umdrehungszahlen arbeiten kann. Die Pure Loop 2 FX liefert nicht nur gute Performance in Sachen Kühlung, sondern sieht auch noch schick aus. Aktuell ist die AiO zu einem Einführungspreis von nur 124,90 Euro, und teilweise sogar günstiger verfügbar. Der Preis wird sich nach einiger Zeit dann bei etwa 155 Euro UVP einfinden. Wir finden, dass selbst das ein überaus preiswertes Angebot ist. Wir sprechen eine deutliche Empfehlung aus.