Bild: Beyerdynamic & PE

Beyerdynamic M 70 Pro X – Broadcast-Mikrofon für Streaming und Podcasting im Test

Schaut man heute Streamern und Content Creators auf den verschiedenen Plattformen zu, fällt auf, dass meist ein spezielles Mikrofon dominiert. Dabei bietet der Markt viel mehr erstklassige Auswahl als man glaubt. Uns ist bei einigen Kollegen ein neues Mikrofon aus dem Hause Beyerdynamic aufgefallen und weil wir so neugierig sind, können wir es euch nun vorstellen. Bühne frei für das M 70 Pro X!

Lieferumfang und Verarbeitung

Für Profis und die, die es werden wollen

Schlicht, aber schick – Das Design des M 70 Pro X

Das M 70 Pro X wird uns in einem schwarzen Karton mit einer für Beyerdynamic charakteristischen orangen Banderole geliefert. Neben dem in eine praktische Neoprenhülle verpackten Mikrofon, findet sich noch einiges Zubehör. So gibt es eine Spinne aus hochfestem Kunststoff, um das Mikrofon entkoppelt zu montieren. Sie verfügt außerdem über ein Gelenk und einen Adapter von 3/8″ Innengewinde auf 5/8″ Außengewinde. Zusätzlich wird ein Popfilter samt Schwanenhals und Klemmhalterung mitgeliefert. Der ist zwar etwas sperrig, kann aber massiv zur Verringerung von störenden Plosivlauten, sogenannten „Pop-Geräuschen“ beitragen. Das Mikrofon steckt wohl geschützt in einer Neoprenhülle, die auch für eine spätere Aufbewahrung sinnvoll ist und das Mikrofon vor Beschädigungen schützt.

Die Verarbeitung des Mikrofons ist absolut hochwertig und für den professionellen Bereich ausgelegt. Das gefräste 185 mm lange Metallgehäuse in robustem aber zeitlosem Design und ist um die Kapsel herum und an der Oberseite geöffnet. Hier verdeckt ein Metallkorb, der mit Schaumstoff unterfüttert ist, den Blick auf den Druckgradientenempfänger. Die Unterseite des Mikrofongehäuses bietet den Blick auf den XLR-Anschluss und das Gewinde samt Schraubring für die Befestigung in der Spinne. Diese ist, wie schon angesprochen aus hochfestem Kunststoff, statt aus Metall. Die Verarbeitung ist allerdings sehr robust und durch die matt-raue Textur macht die Spinne einen sehr wertigen Eindruck. Der Popfilter ist im bekannten Studiodesign gehalten und hat einen Durchmesser von 15 Zentimetern. Hier ist ein feiner, zweilagiger Gaze-Stoff eingearbeitet, der die störenden Plosivlaute vermindert. Der knapp 30 Zentimeter lange Schwanenhals ist sehr biegsam, mit einer Klemmhalterung ausgestattet und ermöglicht eine gute Positionierung des Filters vor der Kapsel. Dennoch hätten wir uns einen moderneren, kompakten Filter – vielleicht zum Aufstecken gewünscht. Mittlerweile gibt es ja diverse schicke Alternativen. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Grundsätzlich macht das Mikrofon, mitsamt dem Zubehör, einen professionellen und sehr hochwertigen Eindruck.

Das Zubehör des M 70 Pro X

Montage und Technik

Kabel ran und los gehts!

Der Popfilter schützt vor Störgeräuschen

Die Montage des M 70 Pro X ist in wenigen Minuten erledigt. Wir empfehlen übrigens einen Schwenkarm, der eine sinnvolle Positionierung samt Befestigung am Schreibtisch ermöglicht. Dank des Adapters an der Spinne, können wir diese direkt an der Aufnahme am Schwenkarm anschrauben. Ist sie befestigt, können wir sie mit dem kleinen Gelenk samt Justierschraube noch etwas ausrichten. Das Mikrofon wird nun in die Spinne gesetzt und mit dem Schraubring befestigt. Jetzt noch das Kabel einstecken und schon ist das M 70 Pro X einsatzbereit. Beim Anschluss an ein Mischpult, welches natürlich notwendig ist, ist es zudem wichtig auf die richtigen Einstellungen zu achten. Da das M 70 Pro X ein dynamisches Mikrofon ist, benötigt es keine Phantomspeisung und so könnte eine solche Spannung das Mikrofon beschädigen.

Im M 70 Pro X steckt eine dynamische Kapsel, die in dem schon angesprochenen Druckgradientenverfahren und in Nierencharakteristik arbeitet. Die Kapsel ist aber, anders als beim M 90 Pro X, nach oben ausgerichtet und somit hat das Mikrofon eine für Broadcasting perfekte Einsprechausrichtung. Mit einem erweiterten Frequenzgang, der im Nahfeld von 25 bis 18.000 Hz und im Fernfeld von 40 bis 18.000 Hz überträgt, eignet sich das M 70 Pro X perfekt für alle Formen von Sprachaufnahmen. Hier stehen Broadcast-Anwendungen wie Radio, Podcast und Streaming im Vordergrund, aber auch für professionelle Gesangsaufnahmen ist das Mikrofon geeignet. Die Impedanz wird vom Hersteller mit 350 Ohm angegeben. Dank der elastischen Aufhängung werden Körperschallgeräusche minimiert. Der Anschluss erfolgt über einen dreipoligen XLR-Stecker, ein Schalter zum Muten des Mikrofons ist nicht verbaut.

Der Aufbau des Beyerdynamic M 70 Pro X

Der Sound

Präzise und natürlich

Der Sound des M 70 Pro X bietet uns einen runden und voluminösen Klangkörper, der in den Mitten sehr kraftvoll klingt und in den Höhen und im Bassbereich weniger kräftig, aber dafür sehr natürlich abbildet. Nach der Inbetriebnahme fällt sofort das geringe Eigenrauschen auf, welches auch bei höheren Gain-Stufen nicht auffällig ansteigt. Im Nahbereich erreicht man eine deutlichere Steigerung des Bassbereichs, was zu der typischen Radiostimme führt, die aber dennoch nicht zu kräftig dominiert. In einer normalen Sprechentfernung von 10 bis 20 Zentimetern sind die Sprachaufnahmen klanglich sehr neutral und natürlich. Das bietet eine perfekte Basis für Nachbearbeitung und Anpassungen im Live-Betrieb. Bei größeren Entfernungen wird das Klangbild dann üblicherweise sehr räumlich. So führt dann auch der nötige höhere Aufnahmepegel zu mehr Störgeräuschen. Der beiliegende Popfilter macht seine Sache gut, ist aber beim, Streamen unserer Meinung nach wegen seiner Größe eher hinderlich. Wer geübt in das Mikrofon spricht und eventuell einen Popschutz aus Schaumstoff wählt, wird damit mehr Freiheit genießen. Wir empfehlen für mehr Spielraum in der Lautstärke ein Mischpult oder Interface mit guten Mic-Verstärker oder gar einen Fethead Pre-Amp.

Frequenzkurven und Richtdiagramm des M 70 Pro X
Hier eine Testaufnahme mit dem M 70 Pro X

Fazit

Grandioser Sound für einen fairen Preis

In Sachen Verarbeitungsqualität und Materialauswahl konnte uns das M 70 Pro X schon beim Auspacken überzeugen. Das Design ist zweckmäßig und die schlanke Form, sowie die Einsprechrichtung, sind perfekt für Broadcasting geeignet. Das gefräste Metallgehäuse ist sauber verarbeitet und spricht für die professionelle Qualität. Zwar ist die Spinne aus Kunststoff, der hier verwendete ist allerdings sehr stabil und hochwertig wie alles andere auch. Bei einem Preis von sollte man das aber auch erwarten können. Das M 70 Pro X liefert einen exzellenten Klang, der in normaler Sprechentfernung, sehr neutral abbildet. Wir finden die stärkere Betonung auf die Mitten sehr gut. Immerhin hat man so eine perfekte Basis für eventuelle Nachbearbeitung oder nutzt direkt den EQ am Mischpult. Wir empfehlen allerdings einen guten Vorverstärker, damit man etwas Spielraum für die Aufnahmen hat. Plosivlaute kann man mit dem beiliegenden Popfilter gut verringern, auch wenn dieser viel Platz benötigt. Wir empfehlen das M 70 Pro X als ideales Mikrofon für Streaming und Sprachaufnahmen. Zudem bietet es eine schöne Konkurrenz zu bekannten anderen Marken. Mit einem Preis von 250 Euro ist es sogar bedeutend preiswerter als die Konkurrenz.

M 70 PRO X Dynamisches Broadcast-Mikrofon für Streaming und Podcasting mit XLR-Anschluss inkl. Pop-Filter und Mikrofonspinne …
8 Bewertungen
M 70 PRO X Dynamisches Broadcast-Mikrofon für Streaming und Podcasting mit XLR-Anschluss inkl. Pop-Filter und Mikrofonspinne …
  • Sprachoptimierter Broadcast-Sound mit abgestimmtem Nahbesprechungseffekt und erweitertem oberen Frequenzbereich
  • Flexible Einsatzmöglichkeiten, dank der Nieren-Richtcharakteristik und einfachem Handling - auch bei anspruchsvollen akustischen Umgebungen.
  • Robustes und Gewichtoptimiertes Design für die Verwendung an jedem Stativ oder Mikrofonarm.