Bild: Activision & PE

CALL OF DUTY Black Ops 7 im Test – Ein radikaler Stilwechsel

Wir tauchen ein in die Welt von Call of Duty Black Ops 7, einem Titel, der in einem Jahr voller Hochkaräter seinen eigenen Weg sucht und findet. 

Die Erwartungen an den neuesten Ableger der langlebigen Shooter-Serie sind traditionell immens, besonders da große Konkurrenten wie Battlefield 6 auf einen realistischeren Kriegsschauplatz setzen. Genau hier wählt Treyarch einen radikalen Bruch: Statt sich in politischen Konflikten oder hyperrealistischen Schlachten zu verlieren, geht Black Ops 7 einen überraschenden Weg und dreht die Regler für eine absolut abegdrehte Action-Story auf Anschlag. 

Das Ergebnis ist ein Erlebnis, das uns von den ersten Sekunden an fasziniert und zugleich verwirrt hat.

Im Mittelpunkt steht David Mason, Sohn des legendären Black-Ops-Helden Alex Mason, der zusammen mit seinem JSOC-Team – dem Analysten Eric Samuels, dem „harten Knochen“ Mike Harper und der neuen Soldatin Leilani „50/50“ Tupuola – in ein futuristisches, im Jahr 2035 angesiedeltes Szenario geworfen wird.

Die erste Überraschung folgt schnell: Entgegen der Befürchtungen vieler Fans ist die Kampagne keine Wiederholung der Open-World-Missionen, die wir aus Modern Warfare III kannten. Zwar gibt es diese offeneren Level, die etwa ein Viertel der gesamten Missionen ausmachen, doch sie dienen hauptsächlich dazu, uns sanft in die Navigation des später freigeschalteten Endgame-Modus einzuführen. 

Es gibt kein übermäßiges Looten oder die Wiederholung alter abgenutzter Formeln. Der Großteil der Geschichte wird in den serientypischen, linearen Missionen erzählt, die uns in einzigartig gestaltete Schauplätze führen. Das ist ein kluger Schachzug, um die Spieler behutsam auf die neue Struktur des Spiels vorzubereiten.

Der wirkliche Schock kommt jedoch bereits zu Beginn des Spiels, der die ganze Geschichte auf den Kopf stellt. Wir sehen uns dem scheinbaren Comeback des ikonischen Bösewichts Menendez gegenüber. Doch Treyarch macht kurz und schmerzlos klar: Es ist alles ein Deepfake.

Die mysteriöse und technologisch überlegene Gruppierung namens Die Gilde, angeführt von CEO Emma Kagan, nutzt Menendez‘ Image, um Chaos zu stiften und eine neue chemische Waffe zu testen – eine toxische Substanz, die Menschen mit Angst belegt und sie kontrolliert. Ab diesem Moment verwandelt sich die Kampagne in eine Art abgedrehten Far-Cry-haften-Drogen-Trip.

Die Kampagne von Call of Duty Black Ops 7 ist der Resident Evil 7-Moment der Franchise, der konsequent darauf abzielt, sich von seinen Konkurrenten und zugleich von seinen Vorgängern zu distanzieren. Die Geschichte wagt sich weit weg von traditionellen Militärkonflikten und taucht stattdessen tief in eine Verschwörungsgeschichte ein, die von übernatürlichen, gar zombifizierten Elementen dominiert wird. 

Dank der chemischen Waffe kämpfen wir nicht gegen einfache Soldaten, sondern gegen Horden von Kreaturen, korrumpierte Monster und beeindruckende, riesige Bosse, die wir eher in einem Survival-Horror-Spiel erwarten würden.

Diese Ausrichtung, die das Spiel näher an Left 4 Dead oder genauer, an Resident Evil rückt, ist ein gewagter Schritt, der uns jedoch überraschend gut gefallen hat. Die gemeinsame psychotische Erfahrung unseres Squads, der durch die futuristische „C-Link“-Technologie bewusst miteinander verbunden ist, liefert eine bequeme Erklärung dafür, dass wir alle die gleichen Albtraum-Szenarien und Monster sehen. 

Diese Halluzinationen führen zu spektakulären und einzigartigen Set-Designs, die von Anfang bis Ende visuell beeindrucken. Besonders eine Mission namens Disruption, die auf einem Boot beginnt und uns in rasante Actionsequenzen nach Japan führt, bleibt uns dabei nachhaltig in Erinnerung. Die Set-Designs sind komplex, detailverliebt und wirklich gut durchdacht.

Obwohl die Kampagne stark auf Nostalgie setzt und tief in die Erzählungen von Black Ops 2 und 6 eintaucht, um einen neuen Startpunkt zu schaffen, ist das eigentliche Storytelling nicht ohne Schwächen. Charaktere wie die kybernetisch aufgerüstete Leilani, deren markantes Äußeres Großes verspricht, bleiben seltsam unscharf und bekommen wenig Raum, um ihre Hintergrundgeschichte oder ihre Stärken wirklich zu zeigen. Sie fühlt sich oft wie ein unterbelichteter Sidekick an.

Ein viel größeres Ärgernis ist jedoch das Design der Kampagne als durchweg kooperative Erfahrung. Das Fehlen von KI-Teammitgliedern, wenn wir alleine spielen, ist geradezu komisch. David Mason spricht dann über die Komms mit Teamkollegen, die physisch gar nicht vorhanden sind, was die Immersion in den Solo-Momenten empfindlich stört. Hinzu kommt, dass die Missionen, da sie online bleiben müssen, weder pausiert noch einfach verlassen werden können.

Wir erlebten in unseren Tests Situationen, in denen das Spiel aufgrund von Verbindungsproblemen neu startete und wir eine Mission komplett von vorne beginnen mussten – ein frustrierender Rückschlag in einem sonst so reibungslosen Erlebnis. Die gesamte Kampagne bietet in ihren elf Missionen plus Endgame etwa zehn Stunden Spielzeit im Solo-Modus, was für einen CoD-Titel ordentlich ist, aber die zwingende Online-Bindung ist ein klarer Nachteil.

Die Spielmechanik ist der Anker, der Black Ops 7 trotz aller erzählerischen Experimente fest in der Serie hält. Das Gunplay ist gewohnt süchtig machend, frenetisch und schnell. Es ist die Agilität, die den Unterschied macht. Neue Bewegungsmöglichkeiten wie riesige Sprünge, ein Tarnmantel, ein Greifhaken und sogar eine Teleportationsfähigkeit, die wir in den offeneren Arealen von Avalon einsetzen können, geben uns ein überlegenes Gefühl der Mobilität. Der Grappling Hook ist dabei besonders nützlich, um schnell große Distanzen zu überbrücken oder stylische Kills auszuführen.

Ein weiterer großer Wurf ist die vollständige Implementierung eines Third-Person-Modus. Wir können die Kamera jederzeit über die Schulterperspektive wechseln, was besonders in den offenen Arealen hilfreich ist. Während die First-Person-Ansicht äußerst immersiv und cineastisch ist, wirkt die Third-Person-Option leider nicht ganz so poliert. Wir haben gelegentlich Bugs und seltsame Bewegungsanimationen festgestellt, die zeigen, dass dieser Modus etwas weniger Entwicklungsfokus erhielt.

Der traditionelle Multiplayer bietet das, was wir erwarten: ein schnelles, bekanntes Gameplay, das uns bereits in der Beta mit seiner optimierten Agilität überzeugte, aber keine revolutionären Neuerungen mit sich bringt. Das Waffen- und Skin-Progression-System ist dabei nahtlos mit der Kampagne verbunden, sodass alles, was wir freischalten, modusübergreifend nutzbar ist.

Der Zombie-Modus ist in diesem Jahr besonders stark und zeigt, wie sehr sich die Entwickler auf das übernatürliche Element konzentriert haben. Er kehrt mit der klassischen Rundenstruktur zurück und bietet zum Start drei Hauptmodi: Standard, den kompakten Survival-Modus auf der Vandorn-Farm und das humorvolle Top-Down-Spektakel Dead Ops Arcade 4. 

Der Standard-Modus auf der großen Karte Cinza dos Condenados ist vollgepackt mit Zielen, Easter Eggs und sogar Fahrzeugen. Im Gegensatz zur Kampagne können wir hier im Solo-Spiel pausieren – ein großer Pluspunkt.

Die größte strukturelle Ergänzung ist jedoch der Endgame-Modus. Nachdem die Kampagne abgeschlossen ist, wird dieser PVE-Extraction-Shooter freigeschaltet. Bis zu 32 Spieler können in der offenen Welt von Avalon eingesetzt werden, um in einem 50-minütigen Zeitfenster Aufgaben zu erledigen, wie das Eskortieren eines D.A.W.G. (einem großen Roboterhund) oder das Einnehmen von Kommandozentralen. 

Das Spannendste ist das integrierte RPG-System, das uns bis zu Level 55 aufsteigen lässt. Mit jedem Level wählen wir zwischen zwei Verbesserungsoptionen für unseren Operator – von schnelleren Nachladezeiten bis hin zur regenerierenden Rüstung oder Munition. Der Clou: stirbt unser Operator, ist er permanent verloren. Die einzige Möglichkeit, den Fortschritt zu sichern, ist die Extraktion. Dieses Permadeath-System schafft eine ungeheure Anspannung. 

Treyarch hat bereits angekündigt, die Story in Zukunft durch diesen Modus weiterzuentwickeln und gigantische neue Feinde wie den Z-Rex oder massive Robotermechs einzuführen. Diese enorme Tiefe und der Reichtum an Inhalten sind bemerkenswert für einen Titel, der im Ein-Jahres-Zyklus entstanden ist.

Technisch gesehen liefert Call of Duty Black Ops 7 eine solide Vorstellung auf der PS5 ab. Das Spiel lief in unseren Tests einwandfrei und flüssig, was beweist, dass die Entwickler eine exzellente Optimierung für die Konsole geliefert haben. Obwohl das allgemeine visuelle Erscheinungsbild im direkten Vergleich zur Konkurrenz nicht revolutionär hervorsticht, überzeugt die technische Umsetzung dennoch auf ganzer Linie. 

Besonders die spektakulären Set-Designs und die aufwendig gestalteten, surrealen Halluzinationswelten sind visuelle Highlights, die wirklich gut umgesetzt wurden.

Akustisch gibt es nichts zu beanstanden. Die Soundkulisse ist tadellos, die Waffengeräusche sind wuchtig und der Soundtrack weiß zu überzeugen, wodurch das Spiel jederzeit ein Gefühl von einem Hollywood-Blockbuster vermittelt.

Dennoch plagen das Spiel auch in der siebten Iteration einige chronische Probleme, die wir aus der Serie kennen. Die Interfaces sind teils überladen und unübersichtlich. Kleinere Bugs und seltsame Bewegungen im unvollkommeneren Third-Person-Modus trüben das ansonsten saubere Erlebnis marginal.

Call of Duty Black Ops 7 ist ein ambitioniertes und in vielerlei Hinsicht gelungenes Spiel, das wir als eines der besten der letzten Zeit in der Serie einstufen. Durch die Abkehr von der traditionellen Kriegsführung zugunsten eines Koop-Shooters mit Horror- und Extraction-Elementen hat Treyarch einen unverkennbaren Weg eingeschlagen. 

Dieser Ansatz mag die Spielerschaft spalten, aber er bietet eine  actionreiche Alternative für all jene, die eine Pause von realistischen Kriegsszenarien suchen.

Die Kampagne mag erzählerische Schwächen haben und leidet unter der Abwesenheit von Bots im Solo-Modus sowie der erzwungenen Online-Pflicht, aber sie wird durch ihre atemberaubenden Set-Designs und das überzeugende, schnelle Gunplay mehr als wettgemacht. 

Die Hinzufügung des Endgame-Modus mit seinem spannungsgeladenen Permadeath-System und die Fülle des Zombie-Contents runden das Paket ab. Auf der PS5 liefert dieser Titel ein Erlebnis, das uns mit seinem Movement, seinen frischen Ideen und seinem Mut zur Veränderung in seinen Bann gezogen hat. Trotz kleinerer Mängel ist Call of Duty Black Ops 7 ein Fest für Fans, die bereit sind, die bekannten Pfade der Serie zu verlassen.

Call of Duty Black Ops 7 ist ab sofort für PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series S/X und Pc erhältlich.

Top-Angebot
Call of Duty: Black Ops 7 – PlayStation 5 (Exklusive Bonusinhalte von Amazon) Erfordert Inhalts-Download
  • Enthält eine Bonus-Visitenkarte – Amazon Exclusive (Die Visitenkarte ist ein digitales Bild, das neben deinem Benutzernamen in der Lobby angezeigt wird. Ein Code pro Kunde.)
  • Im legendären rundenbasierten Zombies-Modus von Treyarch gehen Realität und Albtraum nahtlos ineinander über. Das Team ist in der ausufernden, sich ständig verändernden Höllenlandschaft im Herzen des Dunkeläthers gefangen. Das ist nicht bloß ein Kampf ums Überleben – es ist ein Abstieg in den Abgrund des Wahnsinns.
  • In Call of Duty : Black Ops 7 führen Treyarch und Raven Software die Spieler:innen in das überwältigendste Black Ops aller Zeiten.
(*) Wir verwenden Affiliate-Links von bekannten Shops und Plattformen. Wenn ihr über diese Links einkauft, bekommen wir eine kleine Provision. Für euch kostet das keinen Cent mehr, aber ihr tut uns trotzdem einen Gefallen. Links können zudem auf Seiten verweisen, die für Personen unter 18 Jahren nicht geeignet sind.