Noch müssen sich die Spieler bis zum 19. September gedulden um das lang erwartete und kürzlich erst wieder verschobene Rollenspiel selbst erleben zu dürfen, ausgewählte Magazine konnten aber schon selbst an das kommende Meisterwerk des Entwicklers CD Projekt RED Hand anlegen und natürlich auch darüber berichten.

Man durfte 4 Stunden in das Spiel blicken und den Prolog spielen. Aber anfangen muss man natürlich, wie es sich für ein Rollenspiel gehört, mit der Charaktererstellung. Man spielt den Charakter „V“ aus der Ego-Perspektive der sich auf vielfältige Art individualisieren lässt, von Haut und Haarfarbe über Körperform oder Stimme, so könnte unser männlicher Charakter sogar über eine weibliche Stimme verfügen, wenn man das möchte. Aber es gibt natürlich noch viele andere Anpassungen, die hier aufzuzählen den Rahmen sprengen würde.

Cyberpunk 2077 ist ein Open-World-Rollenspiel für die erste Person, das in einer nicht allzu fernen Zukunft spielt, in der die Welt von Macht, Glamour und vor allem von kybernetischen Modifikationen lebt. RPGs haben normalerweise ein gewisses Maß an Anpassung, aber im Cyberpunk ist dies ein wesentliches Merkmal, um sich in den dunkelsten Ecken der Nachtstadt zurechtzufinden.

In der Anspiel Session konnte man sich für eine von drei Hintergrundgeschichten (Street Kid, Nomad oder Corpo) entscheiden die den Beginn von Vs Reise beeinflussen und ihr eine einzigartige Perspektive bieten, während sie mit den Bewohnern von Night City interagiert. Der unaufhörliche Reiz der kybernetischen Modifikationen ergreift einen bereits zu Beginn des Spiels, wird einem doch damit der Zugang und Aufstieg zum Beispiel zu mehr Hackerfähigkeiten, Kraft oder durch Verwendung von Cyberware den Körper von V mit aktiven Waffen auszustatten, angeboten denn
V benötigt jede Menge Hilfe, die sie für die Bewältigung der verschiedenen Bedrohungen der Nachtstadt auch benötigt. Die Stadt ist in Bezirke unterteilt, die jeweils unterschiedliche Stile und Fraktionen haben, von Verschwendern, die sich aus der Armut befreien wollen, über stilvolle anarchistische Straßenbanden bis hin zu korrupten, aber techniklastigen NPC`s.
Man trifft Charaktere aus allen Gesellschaftsschichten, wobei Dialog- und Quest-Entscheidungen darüber entscheiden, ob sie freundlich bleiben oder zu Feinden werden. Quests können in mehrere Richtungen abzweigen, und nicht immer ist Gewalt die Antwort.
Das Spiel lässt einen öfters innehalten, um das Gewicht jeder Antwort zu bedenken, aber einige Entscheidungen haben eine begrenzte Reaktionszeit, bei der das Bauchgefühl die Oberhand gewinnen kann.

Sobald ein Konflikt notwendig wird, bietet Cyberpunk mehrere Wege zum Sieg, abhängig von den gewählten Fähigkeiten. Rohe Gewalt ist immer eine Option. Die Steigerung der Körper- und Reflexfähigkeiten von V verwandelt sie in einen Panzer, der sich durch feindliche Begegnungen mit konventionellen Feuerwaffen, elektromagnetischen Superwaffen oder sogar Nahkampfwaffen wie Rohren oder Katanas durchschlägt.
Aber auch für die friedfertigeren Spieler gibt es die Möglichkeit voranzukommen, wenn man eher in die sogenannte Intelligenz- und Coolfähigkeiten investiert. Hier kann man eher der direkten Konfrontation aus dem Weg gehen, indem man zum Beispiel Kameras anzapft, um Räume zu überwachen oder Techniken zum Feinde ablenken einsetzt, indem man zum Beispiel die Granate des Gegners, die er bei sich trägt, zur Explosion bringt. In Verbindung mit größeren Gruppen ist sowas natürlich sehr effektiv.

Auf seiner Reise ist V aber nicht immer allein, man trifft am Anfang einen Dieb namens Jackie Welles, auch wenn das erste Aufeinandertreffen nicht freundschaftlich war, wird Jackie später zu V`s verbündetem und hilft in so manchen Quests. Aber auch die Mitverschwörer, vom schlagfertigen Netzläufer T-Bug bis zum ruchlosen, Zigarre rauchenden Dex Deshawn helfen V in Night City zurechtzukommen.

Apropo Night City, diese hat in der Anspielzeit auch einen sehr positiven Eindruck hinterlassen. Die Stadt fühlt sich einfach lebendig an und man möchte jede Menge Zeit in den engen Gassen, neonbeleuchteten Clubs und bedrohlichen Wolkenkratzer verbringen, um diese zu erkunden. Wenn man die Karte öffnet, sieht man ein 3D-Modell der Stadt, in der man aufgefordert wird, Treppen zu folgen oder Keller zu betreten, um neue Interaktionen zu entdecken. Die Stadtviertel sind mit einem ganz eigenen Flair gestaltet, von kitschigen Ledersofas bis hin zum schlanken Metall der oberen Etage. Jeder Raum ist eine Augenweide, jeder Bürger mit Zweck und Stil gestaltet.

Man kann abschließend sagen, dass der Mix aus erforschen, den unzähligen Anpassungsmöglichkeiten und Körpermodifikation verbunden mit dem Setting und der Story in der Welt von Cyberpunk 2077 ein wahres Erlebnis werden wird und man auf den 19. September nur gespannt sein darf.