Die neue Rolle von Informationssicherheit beim Gaming

Wer sich in den letzten drei Jahrzehnten mit der Gaming-Welt befasst hat, der wird die langsame Transformation einer kleinen Nischenbranche in einen ganzen Wirtschaftssektor beobachtet haben. Hat das ganze noch ganz unschuldig mit simplen, zweidimensionalen Spielen angefangen, sind heute die sogenannten AAA Titel oft aufwendiger und kostspieliger als die aktuellen Filmspektakel aus Hollywood. Auch die Gamer selbst sind ernster geworden, und neben unzähligen Streamern und YouTube Gamern investieren selbst große Fußballvereine mittlerweile in eSports. Durch die globale Vernetzung des Internets, und die breitflächige Verfügbarkeit von schnelleren Verbindungen findet zudem heute ein großer Teil der Games online statt. Anstelle wie früher auf eine einzelne Plattform gebunden zu sein, sind außerdem viele Titel mittlerweile auf verschiedenen Geräten spielbar. Kurzum sind Games einfach nicht mehr das, was sie mehr waren – ganz besonders nicht im Bereich Daten- und Informationssicherheit. Wer sich für Gaming interessiert, sollte sich auch der Risiken bewusst sein, wenn es um die Cyber Security und Privatsphäre geht.

Online Gaming und seine Tücken
Die Möglichkeit online zu spielen, ist ohne Frage eine der größten Innovationen, die im letzten Jahrzehnt die Games Branche auf den Kopf gestellt hat. Anstelle immer gleiche Level zu zocken, machten die Online Lobbies von Spielen wie Counter Strike und Warcraft um die Jahrtausendwende neue Dimensionen möglich. Plötzlich bekamen Gamer und Gamerinnen nicht nur die Möglichkeit, mit ihren Freunden am anderen Ende der Stadt zu spielen, sondern mit anderen Menschen aus der ganzen Welt. Mittlerweile gibt es unzählige Geschichten von langjährigen Freundschaften über mehrere Kontinente, und sogar von Liebesgeschichten die in Onlinespielen entstanden sind. Leider gibt es aber auch eine Menge Anekdoten und Daten, die darauf schließen lassen, dass sich nicht nur Engel in diesen digitalen Welten rumtreiben. Neben unangenehmen Interaktionen mit Trollen können die offenen Kommunikationskanäle zwischen Spielern auch ein immenses Risiko für die Datensicherheit darstellen. Besonders bei jüngeren Kindern, die Zugang zu den Computern oder persönlichen Daten ihrer Eltern haben, kann dieses Risiko erheblich sein.



Die Tücken der Mikrotransaktionen
Besonders im mobile Gaming Bereich hat sich das Modell der Mikrotransaktionen mittlerweile fest etabliert. Im Wesentlichen funktionieren viele Spiele für mobile Geräte heute so, dass die Spiele erst einmal für Gamer gratis verfügbar gemacht werden, und erst bestimmte Objekte oder Boni kostenpflichtig werden. Bei einem Shooter können sich Spieler dann zum Beispiel umsonst anmelden und spielen, müssen aber einen kleinen Betrag zahlen, um an eine bestimmte Waffe zu kommen. Bei diesen sogenannten Mikrotransaktionen müssen zwangsläufig digitale Zahlungsmittel mit dem Spiel verbunden werden, was teilweise zu erheblichen Sicherheitsrisiken für die Nutzer führen kann.

Die Download-Falle

Einen wesentlichen Vorteil genießen Gamer am Computer gegenüber ihren Kollegen an der Konsole, denn sie haben ohne Frage eine sehr viel breitere Auswahl an Spielen. Konsolenhersteller wie Sony und Microsoft kontrollieren sehr genau, welche Spiele in ihren Shops angeboten werden, und Entwicklerstudios bezahlen den Herstellern dafür auch beachtliche Gebühren. Für Computerspieler hingegen existieren solche Kontrollinstanzen nicht, was einerseits eine viel größere Auswahl bedeutet, andererseits aber auch ein höheres Risiko für Trojaner und andere Viren birgt. Im Gegensatz zu Gamern an der Konsole müssen Zocker mit PCs ganz genau darauf achten, was sie herunterladen, und vor allem von wo.

Wie können sich Gamer besser schützen?
Ohne Frage ist das Thema Datensicherheit im Gaming seit der Pong-Ära ein wenig komplizierter geworden, doch das ist kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Wer gerne spielt, kann sich durch ein paar einfache Strategien effektiv gegen die häufigsten Probleme absichern.

– Sichere Quellen für Spiele, Patches und Expansionen

Diese Regel richtet sich vor allem an Gamer, die auf dem Computer spielen. Durch die große Verfügbarkeit von Spielen und Anbietern ist es oft ein wenig schwierig, die Übersicht zu behalten. Für Neulinge und alte Cracks zugleich empfiehlt es sich, Spiele nur von bekannten und vertrauenswürdigen Quellen zu beziehen. Besonders Seiten und Torrents mit gecrackten Spiele sind besonders anfällig für Viren, und können ein erhebliches Risiko darstellen.

– Einen VPN benutzen

Besonders in Onlinespielen treiben sich leider vermehrt auch Betrüger und Hacker aller Art herum, die aus Profit oder Spaß versuchen, an die Daten von anderen Nutzern zu kommen. Ein VPN, oder Virtual Private Network, ist ein wirksames Werkzeug für Gamer, um ihre Anonymität im Netz zu bewahren. Ein VPN verschleiert unter anderem die IP-Adresse seiner Nutzer, und macht es Hackern so schonmal ein ganzes Stück schwerer den wirklichen Standpunkt zu ermitteln.

– Keine Namen
Die sogenannten Screennames haben in der Kultur des Internets mit Grund schon eine lange Tradition: ein ausgedachter Name hilft nämlich nicht nur dabei, sich dem Spiel ein bisschen näher zu fühlen, sondern stärkt auch die Anonymität der Gamer. Klarnamen wie sie auf dem Personalausweis stehen, haben in Onlinespielen nichts zu suchen.