Videospiele waren lange Zeit eine reine Männerdomäne. Das Klischee des typischen Gamers war noch vor 10 Jahren ein pickliger Teenager, der sich überhaupt nicht traut, mit einem Mädchen zu sprechen. Natürlich hat es auch schon damals die ein oder andere Gamerin gegeben, aber sie war wohl eher die Ausnahme. Das Zielpublikum der meisten Spiele war eindeutig männlich. Daran hat sich in den letzten Jahren einiges geändert. Spätestens, seit Handy-Spiele aus dem App Store die Welt erobert haben, spielen Frauen fast genauso viel wie Männer. Aber natürlich sind die Geschmäcker immer noch ein wenig verschieden. Während die Spieler von Titeln Farmville oder Candy Crush überwiegend weiblich sind, haben umgekehrt Spiele wie FIFA oder Counter-Strike fast ausschließlich männliche Fans. Es gibt aber auch viele Spiele, die beiden Geschlechtern zusagen.

Allgemein lässt sich sagen, dass Männer und Frauen oft von unterschiedlichen Faktoren zum Spielen motiviert werden. So legen mehr Frauen darauf wert, Welten zu erkunden, alle sammelbaren Gegenstände zu finden oder sich auszudrücken, indem sie Dinge aufbauen oder individualisieren. Besonders viele Männer möchten das genaue Gegenteil: Sie möchten Dinge zum Explodieren bringen. Auch Wettbewerb ist für viele Männer ein wichtiger Faktor beim Spielen. Sie wollen sich mit anderen messen und als Sieger aus einem Wettbewerb hervorgehen. Spiele, die sowohl Männer als auch Frauen ansprechen, müssen einiger diese unterschiedlichen Faktoren aufweisen. Sie sollten das Spiel allerdings nicht dominieren, da sonst die Gefahr besteht, zu viele Spieler oder Spielerinnen abzuschrecken. Die sozialen Aspekte des Spielens sind beiden Geschlechtern ähnlich wichtig. Es ist daher wenig überraschend, wenn Frauen sich ungern mit Multiplayer-Spielen die Zeit vertreiben, wenn die männlichen Spieler dort ein feindseliges Klima gegenüber ihnen schaffen.

Große Unterschiede im Anteil der männlichen und weiblichen Gamer gibt es übrigens je nach Land. Während das Geschlechterverhältnis in Europa relativ ausgeglichen ist, sind die Karten in Asien oft ganz anders gemischt. In China und Südkorea stellen Männer unter den Gamern eine deutliche Mehrheit dar – in Japan liegen hingegen die Frauen an der Spitze.

Fantasy-MMOs

Auch wenn bei Fantasy-MMOs die Anzahl der männlichen Spieler knapp überwiegt: Sie ziehen auch zahlreiche Frauen in ihren Bann. Ein Grund hierfür dürfte sein, dass es im Gegensatz zu vielen anderen Spielen möglich ist, einen weiblichen Spielcharakter zu schaffen und nach Belieben zu individualisieren. Zunehmend bauen die Entwickler auch wichtige weibliche Charaktere in die Storyline ein. Das Gameplay voller Action und Kämpfe ist aber natürlich für Männer ebenso attraktiv.

Rollenspiele

Aber nicht nur MMO-Rollenspiele treffen den Geschmack von beiden Geschlechtern. Auch Single-Player Rollenspiele haben oft einen großen Anteil an weiblichen Fans. Vor allem vom Thema des Spiels hängt es ab, ob sich Frauen und Männer angesprochen fühlen. Und auch hier gilt: Fantasy ist bei beiden hoch im Kurs. Die Fangemeinde des Spiels Dragon Age: Inquisition war zum Beispiel fast genau zu Hälfte männlich und zur Hälfte weiblich. Irgendwas gibt es anscheinend an Elfen, Zwergen und Magiern, das über Geschlechtergrenzen fasziniert.

Casino-Games

Auch im Online Casino tummeln sich nicht nur Männer, sondern auch viele Damen. Die Mischung aus Glamour und Nervenkitzel regt eben ihre Fantasie ebenso an wie seine. Die Vielfalt innerhalb dieses Spielgenres ist groß und Online Slots haben spannende Funktionen, die jede Runde zum neuen Abenteuer machen. Bei Spielen wie Roulette oder Poker hingegen fühlen sich die Männer ein wenig wie James Bond – und die Frauen wie das Bond-Girl.

Sport-Games

Moment mal, gerade eben hieß es doch noch, dass Frauen kaum Sport-Titel spielen? Das stimmt zwar, aber nur wenn es um Games wie FIFA oder NBA geht. Spiele wie Wii Sports von Nintendo und andere bewegungsgesteuerte Spiele sind da hingegen eine ganz andere Sache. Schließlich geht es bei ihnen nicht darum, testosterongesteuerte Athleten über das Spielfeld zu bugsieren, sondern darum, Spaß zu haben und sich selbst fit zu halten. Das ist natürlich keine reine Männersache.

Yasmine Moreau
Account-Managerin und Redakteurin, liebt die Schweizer Alpen und deren Schokolade, zockt auch gerne hin und wieder mal