Bild: JBL & PE

Ein echter Game-Changer? JBL Quantum 650 Gaming-Headset mit Spatial Sound im Test  

Der US-amerikanische Audiospezialist JBL kann eine 80-jährige Erfolgsgeschichte vorweisen und hat sich seine Expertise vor allem im Lautsprecherbau erarbeitet. Das vor einigen  Jahren von Harman übernommene Unternehmen ist besonders für seine Boxen bekannt, bietet aber ein breites Sortiment an Hifi-Produkten, unter anderem  Soundbars, Party-Lautsprecher, Mikrofone, Plattenspieler und ein weitgefächertes Angebot an In-Ear- und Over-Ear-Kopfhörern. Aber genug der langen Vorrede: Wir möchten euch jetzt unseren Praxistest des aktuellen Modells JBL Quantum 650 präsentieren, das sich mit Wechselakku, starken 50mm-Treibern, Spatial Sound und flexiblem Wireless-Setup als hochwertiges Gaming-Headset für PC und Konsolen empfiehlt.

In verschiedenen Farben erhältlich

Lieferumfang & Ersteindruck

Als Testmodell erreichte uns die Variante in Weiß mit schicken lila und orangen Akzenten. Wer es weniger auffällig mag, kann auch auf ein schwarz-graues Modell zurückgreifen, bei dem das farblich abgesetzte Kopfband nicht so heraussticht. Übrigens ist das Quantum 650 das mittlere von insgesamt drei neuen Modellen der neuesten Generation, die vom Gelegenheitsspieler bis zum E-Sports-Profi alle Ansprüche abdecken sollen. Die Preise reichen von der Einstiegsklasse um 60 Euro bis zum High-End-Produkt für 350 Euro – das getestete Quantum 650 kostet ca. 150 Euro.

Reichhaltiges Zubehör

Was befindet sich alles in der Verpackung? Neben dem erfreulicherweise in einem weichen Fleece Beutel sicher und kratzfest verstauten Headset und einer Kurzanleitung, finden sich im Lieferumfang der 2,4 GHz-USB-Dongle, das abnehmbare Kardioid-Mikrofon mit Schaumstoff Pop-Schutz, der austauschbare Akku sowie ein knallbuntes USB-C-Kabel mit einer Länge von 150 cm. Das ist insofern eminent wichtig, da das Kabel nicht nur zum Laden, sondern auch zum Anschluss dient und so alternativ auch kabelgebunden – und damit quasi latenzfrei – gezockt werden kann.

Das Quantum 650 ist mit einem Gewicht von 330 Gramm nicht das Leichteste auf dem Markt, aber auch bei langen Sessions auf PC oder Konsole ist der Komfort dank Mesh-Konstruktion, bequemen Sitz und atmungsaktiven Stoff-Ohrpolstern hoch. Als Material wurde ausschließlich Kunststoff genutzt, Metallteile sucht man vergeblich. Das macht der Stabilität und Verwindungssteife aber keinen Abbruch und es ist nicht zu befürchten, dass auch nach ausgiebiger und langjähriger Nutzung bewegliche Teile ausleiern oder gar brechen werden. Optisch und haptisch kann das Gaming-Headset auf der ganzen Linie punkten und lässt auch in Sachen Ergonomie keine Kritik zu.

Nachhaltigkeit großgeschrieben – austauschbarer Akku

Ein dicker Pluspunkt ist der Wechselakku, der in der rechten Ohrmuschel Platz findet. Dazu wird das Seitenteil mit dem Logo einfach abgenommen und nach dem Einlegen dank Magnetverschluss wieder sicher verriegelt. Wenn mit der Zeit der Akku merklich an Leistung verlieren sollte, muss so nicht das ganze Headset ausgemustert werden. Im Gegensatz zu dem erheblich teureren Flaggschiff Quantum 950 liegt aber kein zweiter Akku bei. Bei einer durchschnittlichen Laufzeit von bis zu 45 Stunden ist das zu verschmerzen, aber wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich einen Ersatz zulegen, um im Spiel zu bleiben. Wenn die Ladung mal zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt zur Neige geht, kann man aber kurzfristig auch auf den Kabelbetrieb ausweichen.

Anschluss & App

An Anschlussoptionen mangelt es dem Mittelklasse-Quantum wahrlich nicht: Neben der Verbindung über 2,4 GHz, können Geräte auch via Bluetooth 5.3 gekoppelt werden. Unterstützt werden dabei die Profile Advanced Audio Distribution Profile (A2DP v1.4) sowie das Hands-Free-Profil HFP v1.8. Das bedeutet, es kann per Multipoint beispielsweise zusätzlich ein Smartphone gekoppelt werden, um Anrufe bequem beim Spielen oder Musikhören anzunehmen. Auch wenn bei unserem Test keine  störende Latenz über die Funkverbindung wahrnehmbar war, bietet das Quantum 650 noch einen Vorteil: Der Anschluss ist nicht nur drahtlos, sondern auch über ein USB-C-Kabel problemlos möglich. Bei der Direktverbindung werden mögliche Verzögerungen nahezu vollständig eliminiert – ein dicker Pluspunkt für Profi-E-Sportler (oder alle, die es noch werden wollen).  

gut zuerreichende Bedienelemente

Obwohl sich das Headset auch an PS5 oder Nintendo Switch dank voreingestelltem Spatial-Sound-Profil klanglich keine gravierenden Schwächen leistet, haben PC-Spieler mit der JBL-QuantumEngine-Software die Möglichkeit, über ein individuelles Klangtuning noch deutlich mehr herauszuholen. Direkt bei der ersten Verbindung wird die optionale – aber unbedingt empfehlenswerte – Installation der App angestoßen. Das Modell wird anstandslos erkannt, und über die angenehm aufgeräumte Oberfläche lassen sich Equalizer-Voreinstellungen, Raumsound, Mikrofon-Settings und die Funktionen der Bedienelemente am Kopfhörer leicht anpassen.

übersichtliche Software

Sound is Survival: Soundtest

Auch wenn der Begriff Immersion mittlerweile recht inflationär genutzt wird: Besser lässt sich der ungemein präzise Raumklang des Quantum 650 kaum beschreiben. Die starken 50-mm-Carbon-Treiber liefern nicht nur einen über den gesamten Frequenzbereich dynamischen Sound mit klarer Betonung druckvoller Bässe, sondern bringen zudem eine Fülle an Details in den Mitten und Höhen mit. Das kann besonders in kompetitiven Multiplayer-Spielen über Sieg oder Niederlage entscheiden, wenn sich jeder noch so leise Klang – etwa Schritte oder Nachladegeräusche – eindeutig verorten lässt. So schnell wird sich niemand mehr an euch heranschleichen.

Passend dazu kann auch das abnehmbare, unidirektionale 6-mm-Kardioid-Boom-Mikrofon von JBL überzeugen. Ausgestattet mit einer leistungsfähigen Geräuschunterdrückung sowie einer bequemen Einstellung des Chat-Mixes ist die überlebenswichtige Kommunikation mit eurem Team immer glasklar und weitgehend frei von Störgeräuschen aus der Umgebung. Die Ausrichtung auf Gaming steht klar im Fokus, aber das Quantum 650 gibt sich auch als klanglicher Allrounder keine Blöße: Beim Musikhören oder dem Ansehen von Filmen und Serien liefern die Carbon-Treiber direkt „out of the box“ ein angenehm ausgewogenes Klangbild mit präsenten Tieftönen, detailreichen Mitten und auch bei sehr hohen Lautstärken verzerrungsfreien Höhen.

Fazit

Qualitativ und klanglich voll überzeugendes Headset, das beim Gaming mit einer  präzisen Raumortung sowie einem hochwertigen Boom-Mikrofon glänzt – und sich auch als Allrounder beim Musikhören keine Schwächen leistet. 

Für ein Gaming-Headset im mittleren Preissegment liefert das JBL Quantum 650 ein nahezu rundes Gesamtpaket: hoher Tragekomfort, sehr gute Verarbeitungsqualität, starkem Akku sowie eine flexible Konnektivität inklusive USB?C?Direktanschluss. In Kombination mit der QuantumEngine-Software am PC und dem werkseitig stimmigen Spatial-Sound-Profil bekommt ihr ein Setup, das ohne langes Feintuning sofort überzeugt und sich bei Bedarf dennoch individuell anpassen lässt. Besonders gefällt die Nachhaltigkeit, bei der sich nicht nur Verschleißteile wie Ohrpolster, sondern auch der Akku austauschen lassen. Somit landet das schicke Headset noch jahrelang intensiver Nutzung nicht gleich im Elektroschrott, wenn der Akku mal den Geist aufgeben sollte. Wer ein vielseitiges Headset mit präzisem Raumklang, starkem Mikrofon und einem sinnvollen Wechselakku-Konzept sucht, findet hier einen äußerst empfehlenswerten Begleiter.

erhältlich bei amazon.de

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