Bild: EPOS & PE

Ein wahrer Princeps – Das neue EPOS H6Pro Open im Test

Mit dem heutigen Tag erweitert EPOS, die High-Performance-Audio-Spezialisten, ihr Portfolio an Headsets und bringen mit dem H6Pro den Nachfolger des beliebten und erfolgreichen GSP600 und GSP 500. Das H6Pro wird in einer offenen und einer geschlossenen Bauweise angeboten, welches zugleich in den Farben Sebring-Black, Ghost-White und Racing-Green verfügbar ist. Mit seinem 3,5 mm Klinkenstecker kann das H6Pro an einer Vielzahl von Geräten betrieben werden. Dazu gehören die PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One, Xbox Series X/S, Nintendo Switch, PC und Mac. Wir haben uns im Vorfeld das H6Pro Open auf die Ohren gesetzt und es für euch ausführlich getestet und mit der GSP600/ 500 Serie verglichen.

Warum offenen Bauweise?

Wir haben uns bei dem neuen H6Pro für die offene Akustik entschieden, welche im Gaming-Bereich eher etwas unpopulär vertreten ist. Warum?

Wer sich heute vor der Auswahl zum Kauf eines Headsets befindet, wird zu 95 Prozent Headsets mit geschlossener Bauweise vorfinden und hier spielt es keine Rolle, ob es nun ein Headset für 10 Euro oder gar 200 Euro ist. Die geschlossene Bauweise hat den entscheidenden Vorteil, dass ihr komplett abgeschottet von der Außenwelt euch dem Sound im Spiel hingeben könnt und das alles ohne jemanden noch zu belästigen – Hier spricht man auch von einer passiven Geräuschunterdrückung, damit der Sound im Headset nicht von Umgebungsgeräuschen gestört wird. Diese Bauweise ist gerade im E-Sport entscheidend, wenn E-Sportler in jubelnden Arenen um den Sieg kämpfen. Doch die Bauweise hat auch Nachteile, die sich in der hohen Wärmeentwicklung in den Ohrmuscheln zeigen oder in der Befangenheit des Klangs.

Die offene Bauweise bringt hingegen entscheidende Vorteile mit sich, die sich gerade in der Akustik offenbaren, während wir von einer passiven Geräuschunterdrückung absehen müssen. Durch die offene Bauweise liegt das Innenleben komplett frei und kann sich dadurch breiter entfalten, was wiederum einen räumlichen Effekt des Klangs erzeugt. Selbst die Wärmeentwicklung wird deutlich reduziert, da hier ein Hitzestau vermieden wird. Das Ohr und der Klang kann sprichwörtlich atmen. Die offene Bauweise wird sehr häufig im Hi-Fi-Sektor verwendet, da hier der Klang sich breiter entfalten kann. Das lässt sich mit am besten mit Lautsprechern vergleichen, die gerade dem Bass den Weg nach Außen öffnen und damit direkter und ehrlicher in Erscheinung treten können. Streamer und Youtuber sollten aber davon Abstand nehmen, da hier der Sound der Kopfhörer in einen ungewollten Effekt der Aufnahme treten kann.

Vergleich: offene und geschlossene Akustik

Ersteindruck & Komfort

Sportliche Leichtigkeit

Epos liefert das H6Pro in bekannter Manier aus und bettet das H6Pro sanft in Schaumstoff. Das erzielt, ähnlich wie beim H3 Headset, einen besonderen Effekt, der uns in den Premium-Sektor entführt. Wir spüren etwas Besonderes erstanden zu haben, was sich wohl eher im Bereich der edlen Uhren vorfinden lässt. Der erste Eindruck ist durchaus positiv, denn gerade die Lackierung im bekannten British-Racing-Green mit den Messingfarbenen Akzenten lässt uns den Hauch eines James Bond im neuen Aston Martin verspüren. Für uns ist die Racing-Green-Variante die Schönste und mit dieser Meinung stehen wir sicherlich nicht alleine da.

Gegenüber der bekannten GSP600-Serie ist das H6Pro nun deutlich schlanker gestaltet worden, was sich im dezenten Kopfbügel zeigt und deren Ansatz. Das H6Pro wirkt jünger, moderner und gemeinsam mit dem grazilen Mikrofonarm wird eine Form der Eleganz und Leichtigkeit geschaffen. Dieses Zusammenspiel von Design und Ästhetik lassen uns Komfort verspüren, der nur schwer zu toppen wird. Abgerundet wird alles durch ein abnehmbares Konsolen-Kabel, ein extra PC-Y-Kabel, austauschbare Ohrpolster in verschiedenen Variationen – Das H6Pro Open wird mit Stoffpolsterung ausgeliefert und das geschlossene H6Pro mit Stoff-Lederpolstern, um den entsprechenden Effekt der Bauweise zu unterstützen.

Abwandlung und optische Aufwertung mit braunen Ohrpolstern.

Beim H6Pro können ohne Probleme die bestehenden und erhältlichen GSA 6xx Ohrpolster der Headsets GSP 500/600 Serie verwendet werden. So macht das H6Pro in der Green-Racing-Variante, mit den Ohrpolstern GSA 601 – Brown, mehr her. Das ist nicht nur schicker, sondern auch etwas für Gamer, die Lederpolster bevorzugen. So können auch die kühlenden Ohrpolster GSA 601C ohne Probleme verwendet werden.

Mit der Einführung des H3 Hybrid brachte EPOS auch ein neues und nützliches Feature, welches sich in einer Form der Wandlung vom Headset zum Kopfhörer zeigte – Das Mikrofon lässt sich problemlos abnehmen. Dieses Feature wurde auch hier beim H6Pro eingebunden. Ein „einfach nach oben Klappen“, bekannt als Lift-to-Mute-Funktion, schaltet das Mikrofon stumm und in dieser Position öffnen wir die magnetische Verriegelung, um den kompletten Arm des Mikrofons entfernen zu können. Auch hier lässt sich der Anschluss mit dem beiliegenden Cover ansehnlich gestalten. Die Lautstärke wird in diesem Zug weiterhin auf der rechten Seite reguliert. Etwas größer, gegenüber dem H3, ist die Erreichbarkeit deutlich besser, auch wenn wir weiterhin das Stellrad der GSP-Serie vermissen.

Das EPOS H6Pro im direkten Vergleich zum GSP670

Für den optimalen und langanhaltenden Komfort springen die Ohrpolster ins Boot, die uns eher untypisch für ein Headset, weder oval noch rund, ins Auge springen, um unsere Ohren passgenau zu umschließen. Hier greift EPOS auf die jahrelange Erfahrung der Demant-Gruppe zurück, die seit mehr als 115 Jahren im Bereich Audio- und Hörgerätetechnologie tätigt ist. Das Tragen des EPOS H6Pro ist nun wesentlich mehr von Komfort geprägt, um auch über Stunden einen Zockerabend genießen zu können. Dabei bleibt auch das H6Pro eher sportlich straff wie ein Turnschuh damit wir Meile um Meile nicht nur über die Weiten der Schlachtfelder ziehen können.

Sound & Klangbild

Ein Wow-Effekt wie beim Momentum 3

Auf dem Gaming-Markt gibt es im Bereich der Headsets eigentlich nur zwei Kandidaten, die wir bisher immer als Referenz bei den Spielen hinzugezogen haben. Da wäre die GSP600-Serie und die eines weiteren großen, bekannten deutschen Herstellers aus Heilbronn. Hier konnte nur noch die Optik über den eigenen persönlichen Geschmack siegen, den klanglich lagen beide auf Augenhöhe wie ein Max und Lewis in der Formel 1. Mit dem H6Pro holte EPOS aber zum großen Rundumschlag aus und liefert uns im ersten Moment einen Sound, wie wir ihn bisher nur beim Sennheiser Momentum 3 erlebt haben. Ein Wow-Effekt offenbart sich, den wohl viele Gamer als „mega“ oder „geil“ bezeichnen würden. Das können wir natürlich nicht so oberflächlich stehen lassen.

Das H6Pro ist von viel Kraft und Volumen geprägt. Die Bässe sind sehr stark und intensiv in der Wahrnehmung, während die Höhen dennoch in allen Bereichen sehr klar und sauber das Trommelfell in Schwingungen versetzt. Es spielt damit keine Rolle mehr, ob nun der brummende Panzer in einem Battlefield und die heißumkämpften Schritte in die Ohren dröhnt, denn jetzt hören wir sogar anschleichende Indianer im hohen Gras. Kombiniert wird alles in einem breiten Spektrum von Höhen, Mitten und Tiefen. Selbst ein älteres Modern Warfare 2 wird zu einem wahren Kinospektakel, so ausgewogen kraftvoll ist das Klangbild. Selbstverständlich wird der 3D-Sound der PlayStation 5 auch ausgegeben. Auch wenn es schmerzt, unser heißgeliebtes GSP670 reicht bei weitem nicht an diesen Sound heran, da können wir die Regler in der EPOS Suite rauf und runter oder hin und her drehen. Bedenken wir zudem, dass das H6Pro in seinem Klangbild nicht verändert werden kann, ist es ein wahres Wunder auf unseren Ohren. Epos hat hier nicht einfach nur ein Update oder Upgrade zur GSP600-Serie vorgenommen, sondern der Soundmaschinerie einen komplett neuen Antrieb spendiert.

Die Farbkombination wirkt mehr als nur sportlich.

Durch die offene Bauweise entfaltet sich das Klangbild wesentlich breiter und erzeugt einen ehrlichen und natürlichen Raumklang. Dieser Effekt ist auch auf das zusätzliche Hören des rechten Sounds auf dem linken Ohr möglich, denn ganz abgeschottet sind wir vom anderen Ohr gegenüber einer geschlossenen Bauweise nicht. Hier wird dem Klang auch mehr Raum geboten, statt ihn in seinem Körper einzusperren und tanzen zu lassen.

abnehmbares Mikrofon

Ganz unvergessen, auch wenn abnehmbar, ist das Mikrofon natürlich in unserem Test nicht. Es bildet weiterhin den wichtigsten Faktor in der Kommunikation. Das Mikrofon des H6Pro wurde ebenfalls mit einem neuen Antrieb versehen, der sich in erster Instanz in einer höheren Empfindlichkeit zeigt und dennoch sehr sauber und klar bleibt. Sämtliche Umlaute, Zisch-Laute oder Buchstaben, die durch unsere Aussprache mehr als Lispeln in Erscheinung treten können, werden authentisch und rein wahrgenommen. Es spiegelt sich alles wie ein klarer Fluss tief in den Bergen wider. Klarheit, Reinheit ohne nur eine Verunreinigung hervorzubringen. Ein Vorteil der offen Akustik des Headsets ist, dass wir uns wie beim Monitoring immer noch selber hören und nicht in das Headset schreien müssen. Es tritt sogar den Kampf gegen eines der vielen Podcast-Mikrofone an, die von zahlreichen Hersteller schön und preisgünstig dem Gamer vor die Füße gelegt werden und geht siegreich als Platzhirsch von dannen. Ganz an ein hochwertiges Studio-Mikrofon im Hi-Fi-Bereich reicht es zwar nicht ran, aber im Gaming-Sektor ist das die neue Messlatte.

Fazit

Ein neuer König auf dem Headset-Thron

Mit dem H6Pro bringt Epos ein kabelgebundenes Headset auf den Markt, welches mit einem Preis von 179,- Euro in der audiophilen Oberklasse für jeden Gamer erschwinglich ist, um endlich auch in die unendlichen Weiten und Tiefen der klangvollen Welt der Spiele, Musik und Filme traumhaft eintauchen zu können. Hier liefert EPOS ein Headset ab, mit dem man den Thron als neuer „König der Headsets“ besteigt – Ein wahrer Princeps, ein erster unter Seinesgleichen. Es lässt sich sicherlich nur mutmaßen, dass Epos diese neue H6Pro-Serie ebenfalls in einer Hybrid-Variante bis hin zur Wireless-Version ausbauen wird. Das H6Pro ist aber jetzt schon unsere neue Referenz und unser Headset des Jahres 2021 – Wir empfehlen die offene Version, die bringt frischen Wind in eure Ohren.

Das EPOS H6Pro ist ab soft als Open und Closed im Amazon-Webshop von Epos für 179,- Euro verfügbar.

Viktor Kaczmarek
Seit Anbeginn der Datasette von Computergames begeistert. Spielt alles was sich bewegt und für Atmosphäre sorgt. Nimmt gerne Peripherie unter die Lupe und auch auseinander, es bleiben immer Schrauben übrig. Germany 48.406558, 9.791973