Mit Facebook Gaming steigt Mark Zuckerbergs Plattform ins Streaming-Geschäft ein. Mit der neuen App will Facebook seinen Platz am Game-Streaming-Markt sichern und Twitch, YouTube Gaming und Mixer Konkurrenz machen. Bisher wurde es in Südostasien und Lateinamerika getestet. Nun folgt die weltweite Veröffentlichung. Wie sich die Plattformen voneinander unterscheiden wird nun unten für Gaming-Fans diskutiert.

Twitch: der unangefochtene Führer im Video-Content-Markt

Twitch ist aktuell das populärste Live-Streaming-Portal überhaupt. Erfolgreich schafft es Social Media, Unterhaltung und Kreativität unter einem Hut zu bringen, ohne das Gaming aus dem Fokus zu nehmen. Ein interessanter Fakt ist, dass Twitch ursprünglich gegründet wurde, um dessen User eine Plattform anzubieten, in der sie die Möglichkeit hätten den eigenen Alltag zu veröffentlichen. Auf Initiative der streamenden Computerspieler entstand das heutige Twitch, bei dem alles sich mehr oder weniger um Gaming dreht.

Das Erfolgsgeheimnis von Twitch ist die dynamische Interaktion zwischen den Streamer und seinen Zuschauern bzw. Subs. Die Anzahl der Follower ist ein wichtiger Indikator für den Erfolg eines Gamers nicht nur bezüglich seiner Medienwirksamkeit, sondern auch hinsichtlich seines Einkommens. Bei mehr als 500 Subs bekommt der Streamer einen Anteil sowohl von der eingeblendeten Werbung als auch von der Summe der einzahlenden Zuschauer. Hat er erstmal den Durchbruch geschafft, ist eine treue Fangemeinde gesichert. Ein Gamer der regelmäßig live sendet, wird auch regelmäßig geschaut und unterstützt. Gern wird auch gemütlich untereinander geschwatzt oder heiß um ein brisantes Thema diskutiert. Letztes Jahr war nicht umsonst „Just Chatting“ die beliebteste Rubrik.

Twitch-User lieben genau diese Interaktion rund um das Thema Gaming. Im Schnitt produzieren Spieler monatlich über elf Millionen Videos, die von zig fachkundigen Subs live verfolgt werden. Weiterhin ruht sich Twitch nicht auf seinen Lorbeeren aus, sondern bleibt mit regelmäßigen Erneuerungen auf den neuesten Stand, was die Streaming-Plattform auf den Thron im Video-Content-Markt setzt.

Youtube Gaming: Pluspunkte durch vielfältige Inhalte

Aktuell ist YouTube Gaming der größte Rivale von Twitch. Seit 2015 wird es als extra Kanal von YouTube angeboten, welcher sich ausschließlich um das Thema Computer- und Videospiele dreht. Youtube Gaming ist das Metier für Beginner, die sich von der eingeschworenen Community im Twitch abschrecken lassen. Neuzugänge fassen hier leichter Fuß unter anderem auch, weil YouTube als Plattform neben Gaming-Freaks auch andere Zuschauer mit unterschiedlichen Interessen anlockt. Weiterhin triumphiert YouTube Gaming mit abwechslungsreicheren Angeboten, die von informativen Reviews bis hin zu Interviews mit bekannten Spielern den ganzen Gaming-Kosmos umfassen. Da hinkt Twitch, das nur Live-Streamings anbietet, deutlich hinterher.

Vorteilhaft auf YouTube ist zudem die Möglichkeit Inhalte nach dem eigenen Zeitplan anzuschauen. Die Twitch-Community orientiert sich nach dem Streaming-Plan des Gamers. Archiviert wird nur wenige Stunden. Hat der Sub die Live-Sendung verpasst, hat er oftmals einfach nur Pech gehabt, etwas was für YouTube-User ein No-Go ist.

Mixer: Microsofts Tür in die Gaming-Welt

Mixer ist die Streaming-Plattform von Microsoft, die 2016 von dem IT-Giganten aufgekauft wurde. Mixer ähnelt in seiner Funktionsweise Twitch, setzt dabei jedoch auf eine erhöhte Interaktivität zwischen Gamer und seine Abos. Realisiert wird dies durch die äußerst geringe Latenzzeit. Es wird Zuschauern erlaubt, Aktionen durchzuführen, die einen Stream beeinflussen können. Zusätzlich zu der Spendengabe, können sie voten, wetten oder an kleinen Spielen teilnehmen, die der Streamer extra für seine Follower kreiert. Je mehr Streamings ein Abo anschaut, desto mehr Erfahrungspunkte sammelt er ein. Als Folge davon erhält er mehr Eingriffsrechte.

Mixer überrascht zudem mit Multiplayer-Streaming. Bis zu vier Spieler können gleichzeitig senden, während die Zuschauer zwischen den einzelnen Streamern umschalten und das Spiel aus verschiedenen Perspektiven verfolgen können. Schließlich unterscheidet sich Mixer auch dadurch, dass Microsoft auf dem Portal vollkommen auf Werbung verzichtet.

Wie will Facebook Gaming punkten?

Der unangefochtene Führer des Video-Content-Markts im Bereich Gaming ist Twitch, der als Pionier der Branche eine feste Community aus erfolgreichen Streamern und treuen Subs besitzt. Der Hauptgrund für den Erfolg der Plattform ist die kontinuierliche Interaktion zwischen den Gamer und seiner Abos während einer Live-Sendung. Youtube Gaming ist vor allem für Einsteiger eine Alternative. Die vielfältigen Inhalte können unabhängig von Ort und Zeit von Gaming-Fans gemäß den eigenen Interessen abgerufen werden. Mixer geht bezüglich der Interaktivität zwischen Streamer und Zuschauer einen Schritt weiter und erlaubt Abos den direkten Eingriff in das Streaming-Geschehen. Nun will Facebook Gaming seinen Platz zwischen seinen Konkurrenten sichern, indem es sich inhaltlich auf Mobile Games konzentriert. Dabei verspricht es einfaches Handling auch für Einsteiger. Die Zukunft wird zeigen, ob Facebook mit Mobile Games auf das richtige Pferd gesetzt hat.

Yasmine Moreau
Account-Managerin und Redakteurin, liebt die Schweizer Alpen und deren Schokolade, zockt auch gerne hin und wieder mal