GameStop, ein Game-Laden, der hierzulande eher als „Saftladen“ bekannt ist, steht seit Anbeginn der aktuellen Konsolen-Gerneration schwer in der Krise. Gerade in den Zeiten der Covid-19-Pandemie entwickelt sich auch der Spielemarkt von physischen Inhalten auf den Kauf von digitalen Inhalten, die schnell und bequem über die Stores von Microsoft, Sony, Steam, Epic & Co. getätigt werden. Damit bleibt ein Geschäft in der Ladenstraße unberührt und kann keine Umsätze tätigen. Hier in Deutschland generieren Online-Händler wie Amazon, Otto, Media Markt & Co. am stärksten vom physischen Verkauf und GameStop ist da im Verhältnis nur ein Name – GameStop bietet auch den Online-Verkauf an, kann aber alleine bei den Preisen nur belächelt werden.

Mit den reinen digitalen Konsolen von Microsoft und Sony, Xbox Series S und PS5-Digital-Edition, wird es für den Gamer wohl keine Notwendigkeit mehr geben, Spiele sich bei GameStop zu kaufen. GameStop wird hier wohl ganz leer ausgehen und die Schlinge sich weiter zuziehen. Dem kommt, laut DOMO Capital, Microsoft zuvor und hat einen Vertrag mit GameStop abgeschlossen, der GameStop an allen digitalen Verkaufen beteiligt, die Inhalte in das Xbox-Ökosystem bringen.

Das ist so nicht neu und eigentlich nichts Besonderes, denn jede Webseite, Youtuber und Influencer werden heute schon am Gewinn beteiligt, wenn sie einfach generierte Links zu ihren Partnern veröffentlichen und User über diese Links einkaufen. Auch im freien Handel erhalten Händler eine Provision, wenn sie Produkte verkaufen. Das nennt sich Marktwirtschaft, denn sonst würde keiner etwas verkaufen wollen. Der Punkt, der hier entscheiden wird, ist der Preis den GameStop für digitale Inhalte wie Guthaben-Karten, Game-Pass-Abos und mehr verlangen wird. Das schlechteste Beispiel wird wohl sein, dass Kunden Guthaben im Wert von 50 Euro für 60 Euro kaufen müssten. Unvorstellbar aber bei GameStop wohl eine Selbstverständlichkeit, denn immerhin hat man in der Vergangenheit schon physische Spiele zum Preis der digitalen Spiele verkauft.

Was nun dieser Aufschrei bringen soll, verstehen wir nicht. Es kann sich nur um „Händchen halten“ handeln, damit Microsoft trotz Xbox Series S den Gamern das Gefühl zur Bindung von Kunden an GameStop vermitteln möchte. Es kann sich aber auch um exklusive Inhalte von Kollektionen drehen, die dann statt mit Disk mit einem Key ausgeliefert werden. Dazu müsste Microsoft aber erstmal exklusive Spiel bringen.

 

Yasmine Moreau
Account-Managerin und Redakteurin, liebt die Schweizer Alpen und deren Schokolade, zockt auch gerne hin und wieder mal