Bild: Genesis

Gaming-Chair Genesis Nitro 800 im Test: Komfort zum Kampfpreis?

Vom einfachen No-Name-Bürostuhl bis zum ergonomisch perfekt angepassten Edel-Seat von bekannten Marken wie Razer, Recaro oder Noblechairs: An einer üppigen Auswahl an Gaming-Sitzmöbeln mangelt es auf dem Markt nun wirklich nicht. Auch die Marke Genesis bietet gleich eine ganze Reihe an Zocker-Stühlen an. Wer mit dem Namen noch nicht viel anfangen kann: Das Unternehmen aus Polen hat sich im E-Sport-Umfeld bereits einen Namen gemacht und tritt unter anderem auch als Sponsor von Gaming-Events sowie Dota-2- und CS:GO-Teams auf.

Aus der großen Produktpalette, die von Kopfhörern, Mikrofonen, Tastaturen und Mäusen bis zu PC-Komponenten, Schreibtischen und eben auch Gaming-Chairs alles umfasst, was ein Spieler brauchen kann, hatten wir uns bereits die Maus-/Tastatur-Kombi Zirkon XIII und Thor 404 genauer angeschaut – und waren begeistert. Diesmal haben wir es uns richtig bequem gemacht und den Gaming-Chair Genesis Nitro 800 auf Qualität, Komfort und Funktionalität ausgiebig getestet. Was ihr für rund 160 Euro (zum Zeitpunkt dieses Tests im Amazon Genesis-Shop) erwarten könnt, erfahrt ihr jetzt.

Technische Daten: Genesis Nitro 800

Material Polsterung:                    Stoff

Rollen:                                        Nylon mit CareGlide-Beschichtung

Rollengröße:                               60 mm

Empfohlene Körpergröße:           160 – 195 cm

Zulässiges Gesamtgewicht:         150 kg

Armlehnen:                                 4D

Kopfkissen:                                 Memory Foam

Sitzhöhe:                                    47 – 53 cm

Gaslift:                                        Klasse 4

Sitztiefe:                                     50 cm

Sitzbreite:                                   52 cm

Gewicht:                                     ca. 23 kg

Aufbau und Ersteindruck

Bevor es ans Testen geht, muss der Gaming-Chair natürlich zuerst montiert werden. Die Einzelteile kommen in einem erstaunlich kompakten Karton, der allerdings gut 30 kg auf die Waage bringt. Nicht nur aus diesem Grund solltet ihr euch am besten eine tatkräftige Hilfe besorgen, die beim Schleppen zum Aufbauort hilft. Auch der Zusammenbau ist zwar grundsätzlich allein möglich, aber es geht leichter und deutlich schneller, wenn ein paar helfende Hände mit anpacken – besonders, wenn es abschließend darum geht, die Rückenlehne mit der Sitzfläche auf den Gaslift zu wuchten.

Die Montage ist dabei erfreulich intuitiv gestaltet: Eine auf DIN A4 etwas arg klein gedruckte Aufbauanleitung, die sich in der Verpackung der Rückenlehne befindet, zeigt auf IKEA-Niveau, in welcher Reihenfolge die Einzelteile zusammengesteckt oder geschraubt werden. Das einzige benötigte Werkzeug liegt gleich dabei, ihr braucht also nicht erst auf die Suche nach einem passenden Vierkantschlüssel zu gehen. Man muss wirklich kein DIY-Profi sein, um den Nitro 800 in maximal einer halben Stunde aufzubauen. Und dabei ist schon die Zeit für das Auslegen von Decken (bloß keine Kratzer riskieren) und das akribische Auspacken und Bereitlegen der Teile eingerechnet.

Ein kleiner Tipp: Wenn euch die beiliegende Anleitung zu winzig sein sollte, kann sie auf der Produktseite im PDF-Format heruntergeladen und beispielsweise auf dem Smartphone angezeigt und entsprechend vergrößert werden. Der Ersteindruck nach getaner Arbeit ist äußerst positiv: Der mit etwas über 23 kg ordentlich schwere Gaming-Chair mit dem dezenten grau-blauen Stoffbezug und den schwarzen Memory-Foam-Kissen hebt sich von den teils kunterbunten Konkurrenzprodukten ab, und die eher klassische Form mit den beiden markanten „Ohren“ in Kopfhöhe wirkt gefällig, aber dabei nicht langweilig. Form und Farbe sind natürlich wie immer eine Geschmacksfrage. Wer es auffälliger möchte, schaut sich vielleicht eher den pinken Nitro 720 oder den TRIT 660 mit RGB-Beleuchtung aus dem Genesis-Sortiment an. Uns gefällt aber das optische Understatement.

Verarbeitungsqualität, Funktionen und Komfort

Optisch kann der Nitro 800 also schon mal überzeugen, und auch haptisch gibt es kaum etwas zu bemängeln: Der atmungsaktive und strapazierfähige Stoffbezug der Sitzfläche und Rückenlehne sorgt auch bei heißen Matches und hohen Außentemperaturen nicht für Schweißanfälle, das Kopfpolster sowie die ergonomische Lordosenstütze für den Rücken machen dank Memory Foam auch lange Gaming-Sessions nicht zu einer körperlichen Tortur. Die vielfach verstellbaren 4D-Armlehnen erlauben eine optimale Anpassung der Position der Arme und Hände zum Schreibtisch. 

Allerdings finden sich auch ein paar Details, die kritischer zu bewerten sind. Es ist eigentlich clever, dass sich das Kopfpolster per Magnetverschluss sicher platzieren lässt. Verzichtet man auf das Polster, sind die Magneten in der Kopflehne unangenehm zu spüren, wenn man den Kopf anlegt. Zudem ist die Polsterung im Vergleich zu einigen Konkurrenzprodukten im mittleren Preissegment spürbar straffer, was bei sehr langer Nutzung am Stück für manche Spieler unbequem sein kann. Aber das sind alles keine KO-Kriterien, die eine Empfehlung ausschließen würden, man sollte es nur vorab bedenken.

Technisch muss man beim Nitro 800 aber keineswegs Einschränkungen hinnehmen: Der stabile Multiblock bietet eine vollständige und vor allem unkomplizierte  Anpassung der Sitzposition mit Wippfunktion, individueller Verstellung und Arretierung der Rückenlehne im gewünschten Winkel, eine großzügige Höhenverstellung sowie eine Sitzfläche von 52 cm und erlaubt ein Gewicht von bis zu 150 kg. Damit eignet sich der Gaming-Chair für die breite Mehrheit aller Spieler und Spielerinnen. Die insgesamt mehr als nur solide Verarbeitung wird von den fünf 60mm Nylon-Rollen mit CareGlide-Beschichtung unterstrichen. Der Stuhl rollt auf unterschiedlichen Belägen wie Teppich, Fliesen, Laminat oder Vinyl butterweich, ohne dass Kratzer auf dem teuren Parkett zu befürchten wären.

Fazit

… und das zu einem Preis, der sich deutlich unter den vielen etablierten Marken bewegt. Im Praxistest haben besonders die einwandfreie Verarbeitung, die robuste  Bauweise sowie wichtige Funktionen wie Wippmechanik, großzügige Höhenverstellung, 4D-Armlehnen, der atmungsaktive Stoffbezug und das insgesamt dezente, aber schicke Design gefallen. Kleine Schwächen gibt es dennoch: Die vergleichsweise straffe Polsterung dürfte nicht jedem gefallen, und die spürbaren Magneten in der Kopfstütze ohne eingesetztes Kissen sind eine eher unnötige Komforteinbuße. Beides bleibt jedoch Jammern auf überschaubarem Niveau und fällt im Gesamtbild kaum ins Gewicht.

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... wenn es einen Stecker hat, dann wird es getestet. Spielt aktuell die meiste Zeit Destiny 2 auf PS5 oder Gunhed auf der guten alten PC Engine.