Am 10. Juni 2020 erscheint F1 2020 von Codemasters – Wir sind über die Pisten gedonnert und haben es für euch getestet. 

Pünktlich zum Start  der Formel 1 in Spielberg, am vergangenen Wochenende, bringt uns Codemasters am kommenden Freitag das neue F1 2020 für die PlayStation 4, Xbox One und PC. Die Formel 1 selbst stand leider in Zeiten der Covid-19-Pandemie still und einige Strecken mussten auf den dröhnenden Lärm verzichten. Doch in F1 2020 können wir alle Strecken, des im letzten Jahr geplanten Formel 1 Kalenders, fahren. Mit dabei sind die zwei neuen Strecken in Hanoi, Vietnam und Zolder, Niederlande. Neben den frisch lackierten F1-Boliden und den Strecken gibt es in F1 2020 auch einen neuen Modus, der sich „My Team“ nennt. Hier können wir mit einem eigenen F1-Team an den Start gehen, was im Grunde einem Manager-Modus gleich kommt.

Endlich geht es wieder los – Wer wird 2020 Weltmeister? Du?

F1 2020 wird aktuell mit dem Patch 1.02 ausgeliefert, der, neben einer aktuellen Lackierung für das Williams-Team, weitere kleinere Verbesserungen mit sich bringt. Für unseren Test griffen wir zur PlayStation 4 Version, die auf der PS4-Pro, samt Samsung QLED-TV, Crucial SSD-Festplatte und einem Sennheiser GSP 670 Headset die Motoren aufheulen lässt.

eines der Boliden aus der M.S. Edition

Schon seit 10 Jahren kann Codemasters die Herzen der Formel 1 Fans mit ihren F1-Spielen erfreuen. In diesem Jahr gibt es zu Ehren des 7-maligen Weltmeisters Michael Schumacher sogar eine der Legende gewidmeten Special Edition, die neben den bekannten Formel-1-Wagen von Michael Schumacher noch weitere Nettigkeiten mit sich bringt. Natürlich kamen wir an dieser Edition nicht vorbei und konnten diese für unseren Test verwenden. Wir haben uns für die digitale Version aus dem PlayStation Store entschieden, da wir auch ein wenig die Hoffnung hegen, ein Upgrade für die PlayStation 5 im Herbst zu erhalten, dass nicht nur grafisch besser sein könnte. Der Download umfasst vorab 37,3 GB, plus weitere Daten für den Day-One-Patch.

Ersteindruck

mehr als nur ein weiterer Ableger

F1 2020 ist schnell heruntergeladen und startbereit. Doch diesmal greift Codemasters auf eine neue aber auch unbeliebte Art der Installation zurück. So können wir schon nach kurzer Zeit das Gaspedal durchdrücken, müssen aber mit einer Spiel-internen Installation vorlieb nehmen, die sich etwas in die Länge zieht. Diese Zeit kann aber sinnvoll genutzt werden, um sich mit der spürbar besseren Steuerung vertraut zu machen, sein Lenkrad zu kalibrieren oder gar einige Spieloptionen einzustellen. So stehen alle Wagen des Formel-Feldes bereit, die nur über den Albert Park in Australien bewegt werden können. Neueinsteiger aber auch langjährige Profis und Weltmeister sollten hier ihren Schwierigkeitsgrad finden, der sich wie in den Vorgängern in Einer-Schritten, zwischen 0 (sehr einfach) bis hin zu 110 (ultimativ) einstellen lässt. Gerne kann auch hier der eigene Wert von F1 2019 übernommen werden – Was wir vorab empfehlen.

Geduld ist auch eine Tugend, daher ist vorab nur Training angesagt.

So drehen wir unsere ersten Runden im Albert Park und eine Begeisterung macht sich breit, da hier einfach alles passt. Codemasters hat nicht nur einfach ein Update geliefert, sondern an vielen Punkten das Spiel kontinuierlich verbessert. Kopf-an-Kopf-Rennen, Rad-an-Rad, spannende Überholmmanöver, harte Zweikämpfe, spektakuläre Unfälle, das Safty-Car und vieles mehr. Formel 1 pur, wie wir sie lieben, auch wenn das Menü uns noch nicht alle Modi und Features offenbart. Die Installation des kompletten Spieles zieht sich leider, trotz verbauter SSD-Festplatte in unserer PlayStation 4 Pro.


Gameplay 

Racing & Management 

Mit Ferrari um Plätze kämpfen

Nachdem sich das Spiel komplett in seiner Installation auf unserer Festplatte entfaltet hat, erhalten wir im Hauptmenü auch einen genauen Überblick, was uns alles geboten wird. Neben der Formel 1 gibt es wieder die Formel 2, die später mit einem Update sogar die 2020er Saison erhalten wird. Als Spieler haben wir die freie Wahl, uns zwischen einem schnellen Rennen, einem Grand Prix-Wochenende, der bekannten Karriere, E-Sport-Events oder gar dem neuen „My Team Modi“. Codemasters hat das Menü deutlich ausgebaut, denn neben den Optionen und Spielmodi gibt es auch News rund um die Formel 1 – Selbst über Updates gibt es Informationen.

Fahrgefühl und Interaktionen

Eines muss man Codemaster lassen: Sie verstehen es zu gut, dem Spieler ein gutes Fahrgefühl zu vermitteln. Zu jeder Zeit wissen und spüren wir, wie sich unser Bolide auf der Strecke verhält, wie wir die Kurven gut ausreizen können und der Punkt zwischen dem „zu viel“ und „zu wenig“ beim Gas geben und anbremsen. So feilte Codemasters nicht nur an einer verbesserten Steuerung mit dem Lenkrad, auch Gamer am Dualshock-4-Controller können sich freuen. Das Menü in den Optionen eröffnet dem Gamer viele Einstellungen und lässt uns schon ein wenig auf den DualSense hoffen. So lassen sich selbst mit dem Controller die unterschiedlichen Eigenschaften beim Handling zwischen einem Williams und einem Ferrari spüren, was auch ein wenig zur Herausforderung wird. Wie gewohnt, können wir in den Optionen die Zuordnung der Knöpfe und Eingaben selber definieren und müssen nicht mit einer unliebsamen Einstellung vorlieb nehmen. Noch etwas die Totzonen und das Ansprechverhalten personalisieren und schon können wir besser und intensiver den Boliden durch die Kurven prügeln. Die verbesserte Steuerung lässt uns die Räder spüren, die nun über jeden Curb sich gleich bei uns im Kopf melden, das Gas uns zugleich mehr Blut durch die Adern pumpen lässt, während ein Bremsen unseren Herzschlag erhöht.

Es werden zahlreiche Ansichten geboten, TV ist neben Cockpit nur eine davon

Neben der bekannten Taste für das DRS bietet uns F1 2020 nun auch einen „Over-Take-Button“ mit dem wir beim Überholen noch etwas mehr Saft aus dem ERS herausholen können. Da schauten wir dann zu gerne in den neuen virtuellen Rückspiegel, um ein verdutztes Gesicht erkennen zu wollen. Unsere Kontrolle im Rennen erhalten wir weiterhin über das MFA-Menü im Spiel, dass wie alle anderen HUD-Informationen leicht optisch optimiert wurden. Selbst Jeff hängt wieder am Boxenfunk und möchte uns mit seinen Tipps tatkräftig zur Seite stehen – leider bleibt er ein wenig ein Plappermaul und kann, Gott-sei-Dank, im Menü eingeschränkt werden.

My Team – Fahrer und Manager zugleich

Wie schon angesprochen, finden wir erstmalig den „My Team-Modus“ im Spiel vor, der es uns ermöglicht mit einem eigenen Formel-1-Team in der Saison 2020 an den Start gehen zu können. Der Weg bis zum Rennstart in Australien ist von einer langen Vorbereitung geprägt, denn neben dem Erstellen eines Charakters, müssen wir nun auch ein Team auf die Beine stellen. Dazu brauchen wir Teamfarben, ein Logo, einen Namen für unser Team und natürlich einen Motor, den wir von unseren Sponsorengeldern finanzieren. Wir haben uns für Honda entschieden, schließlich tuckert ein Verstappen damit nicht im hinteren Feld herum. Klar, wir hätten auch Renault, Mercedes oder andere Marken wählen können, doch diese waren uns alle etwas zu teuer. Da wir in der Formel 1 auch als Team auftreten, brauchen wir noch einen zweiten Fahrer. Vettel wäre sicherlich ein Wunschkandidat, nachdem ihn Ferrari „gehen lassen“ hat, doch der kostet uns ein Schweinegeld und leisten können wir uns ihn noch nicht. So griffen wir in die unterste Schublade und schlossen einen Vertrag mit einem indischen Neuling, der zudem für einen Hungerlohn ins Lenkrad greift.

Im My-Team-Modus müssen wir uns um viele Dinge kümmern.

Wie schon in den Vorgängern gibt es auch weiterhin die Forschung und Entwicklung, damit unser nigelnagelneuer F1-Bolide eines Tages mit um den Titel fahren kann. Der Motor an sich ist gar nicht mal schlecht, doch die Aerodynamik und das Chassis benötigenm noch so manche s Upgrade – Von der Standfestigkeit wollen wir noch gar nicht reden! So starten wir mit unseren Entwicklungspunkten die ersten Updates, die uns eine erhoffte Verbesserung bringen sollen. Der Ablauf hat sich kaum verändert, auch wenn die Ausfallrate deutlich gestiegen ist. Da wir noch etwas Zeit bis zur Präsentation haben, können wir im Hauptquartier noch das eine oder andere Sponsor-Event starten, unseren zweiten Fahrer trainieren oder die Tage mit weiteren sinnvollen Aktionen füllen. Hier macht sich ein deutlicher Manager-Modus breit.


Grafik, Sound & Technik

Einmal Perfektionismus zum Ende der PS4 

F1 2020 präsentiert sich in einer wahren Grafikpracht, die mit vollen Frames ein flüssiges Gameplay ermöglicht. Es darf auch erwähnt werden, dass mehr die PlayStation 4 Pro nicht imstande zu leisten ist. Es ruckelt aber nicht in einer einzigen Kurve, es gibt keine Unschärfe oder gar Matsch. Keine aufbauenden Tekturen oder gar Lücken in der grafischen Darstellung. Stattdessen gibt es 4K und HDR, dass sogar mit einem Gamma-Wert im Menü angepasst werden kann. Es spiegelt, es reflektiert und rundet diesen Zirkus perfekt ab. Mehr können wir auf der PlayStation 4 Pro nun wirklich nicht erwarten. Da dürfen sich gerne andere Entwickler ein Beispiel nehmen!

Ein schönes Lichter-Meer

Beim Sound haut es einem nun wirklich den letzten Schmalz aus den Ohren, denn die Motoren dröhnen uns in das Trommelfell. Dabei klingt jeder Motorenhersteller anders und wir können alleine schon am Klang erkennen, welches Team sich von Hinten nähert. Je näher wir uns mit unserem Boliden einer Mauer nähern, umso intensiver haut es uns den Motorensound ins Hirn. Jeder Gangwechsel wird zu einem wahren Fest, während in der Boxengasse das Team die Schlagschrauber uns an die Schläfe hält. Egal ob wir jetzt das Sennheiser GSP 670 im Test verwendetet oder auf alle 5 Boxen im Heimkino zurückgriffen – Der Sound ist authentisch und vermittelt das wunderbare Gefühl mitten im Rennwagen zu sitzen. Da leisten auch die Wiederholungen ihr übriges, die eine Fernsehatmosphäre aufkommen lassen.

Es rattert und knattert in der Boxengasse

Dass Formel 1 2020 sich auf der PlayStation 4 Pro ihrem Ende einer erfolgreichen Konsolen-Generation nähert, verdeutlichen einmal mehr die Ladezeiten. Diese sind selbst mit einer verbauten SSD-Festplatte enorm lang und lassen uns eine gefühlte Ewigkeit auf einen schwarzen Bildschirm starren. Bei F1 2019 war das zwar auch schon ein kleines Manko, doch hier wird es nochmals umso deutlicher. Da fiebern wir sehnsüchtig den Ladezeiten der PlayStation 5 entgegen. Das kann aber soweit hingenommen werden, denn diese Ladezeiten zeigen sich eigentlich nur kurz vor einem Rennwochenende mit ihren unterschiedlichen Trainings, Qualifikationen oder vor einem Start des Rennens – Wir nehmen es mit Humor und bezeichnen es als Ruhe vor dem Sturm.


Umfang & Langzeitmotivation 

Mein Team zum Titel führen!

Das Angebot in F1 2020 darf gerne als reichlich geschmücktes Sahnestück bezeichnet werden. Hier ist für jeden etwas dabei, der die Formel 1 selber an Konsole oder PC erleben will. Ob nun ein schnelles Rennen als Appetit-Happen, ein komplettes Wochenende mit einer Distanz von 25 bis zu 100 Prozent, ein wenig im Multiplayer, um sich mit Gleichgesinnten messen oder mit einem Gefähreten auf der Couch – F1 2020 bringt den Split-Screen zurück!

It´s Hammer-Time!

Im Fokus von F1 2020 steht die eigene Karriere, um an Ende der Saison den begehrten Weltmeisterschafts-Titel einfahren zu können. So darf wieder die Karriere, des einst in F1 2019 gestarteten Modus, von der Formel 2 bis zum Ende der Formel 1 gewählt werden oder man baut sich sein eigenes Team auf, dass über 10 Jahre hinweg einen Manager braucht, der das Team erfolgreich macht. Gerade der neue „My Team“ Modus bietet eine unterhalsame Langzeitmotivation, eben nicht nur in die Rolle eines F1-Piloten schlüpfen zu können, sondern hier auch mal als „Napoleon“ Jean Todt auftreten zu können. Verhandlungen mit Sponsoren sind zwar nicht das i-Tüpfelchen, aber der Aufbau der gesamten „Firma“ schon. Klar, es hätte ruhig etwas mehr sein dürfen, denn an den Personalien für unser Team wurde gespart und nur der zweite Fahrer kann bestimmt werden – Da steht sogar für nur eine Million ein Mick Schumacher bereit. Ob wir mit ihm an den Erfolg seines Vaters anknüpfen können? Wir hätten uns noch ein wenig mehr um die Personalien in den weiteren Bereichen gekümmert, denn ein Adrian Newey oder ein Genie wie Ross Brown würde uns sicherlich schneller und besser einen Wagen entwickeln lassen. Was aber nicht ist, kann ja in F1 2021 noch werden.

Kampfspuren am Chassis

Schon immer: Wir fahren die virtuelle Formel 1 bei uns auf der Konsole seit Jahren im 100 Prozent-Modus. Volle Runden, volles Training und die Zeit verinnt wie im Flug. Da ist ein gutes Setup, das gerne aus F1 2019 übernommen werden kann, genauso wichtig wie die gut durchdachte Rennstategie. Wer hier neu einsteigt, findet im Netz zahlreiche Setups zu den einzelnen Strecken, wird aber spätestens im 3. Lauf in Hanoi sich auf sein eigenes Gefühl verlassen müssen. Diese Strecke ist absolut neu in der Formel 1. Da muss auch viel Zeit investiert werden, denn Zolder kennen wir aus anderen Rennspielen.

Mit einsetzendem Regen steigt die Herausforderung

F1 2020 bietet soviel Umfang und Motivation, dass wir damit nicht nur bis zur Next-Generation Gummi auf den Asphalt pressen können, sondern bis in das kommende Jahr. Da hoffen wir doch mal ganz stark, dass Codemasters nach dem Release schon fleißig an einem Upgrade für die PlayStation 5 und Xbox Series X sitzt, die uns mit Raytracing und haptischem Feedback des DualSense noch mehr, als wir uns vorstellen mögen, ziehen kann.


Fazit 

Das wirklich! beste Formel 1 Game aller Zeiten

Eigentlich glaubt man es kaum, dass Codemasters mit F1 2020 ein weiteres geniales Spiel gelungen ist, das uns die Formel 1 hautnah daheim in die Stube bringt. Hier gibt es soviele gut überlegte Verbesserungen, dass wir bestimmt einige in diesem Test vergessen haben. Hier passt einfach alles: Die Grafik ist Bombe, der Sound ist mal Mega-fett, das Gefühl selbst am Controller mehr als überzeugend und fähig, uns mitten im Boliden Platz nehmen zu lassen. Da können sich Fans und Gamer bei Codemasters, allen voran Lee Mather, wirklich bedanken, ein so perfektes Spiel zu bekommen, das es wohl im kommenden Jahr nur schwer zu toppen sein wird. Hier fühlen sich Neueinsteiger genauso wohl, wie erfahrene Profis. 

Was that too much? No! It is really true: F1 2020 is the best Formula 1 game ever – thank you.

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  • Fahre erstmals auf den brandneuen Strecken Zandvoort und Hanoi
Dieser Testbericht wurde auf einem HONOR MagicBook erstellt
Viktor Kaczmarek
Seit Anbeginn der Datasette von Computergames begeistert. Spielt alles was sich bewegt und für Atmosphäre sorgt. Nimmt gerne Peripherie unter die Lupe und auch auseinander, es bleiben immer Schrauben übrig. Germany 48.406558, 9.791973