Wer auf der Suche nach einem hochwertigen Bluetooth-Kopfhörer ist, kommt an JBL kaum vorbei. Der Hersteller gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Namen im Audiobereich und hat sich sowohl mit Lautsprechern als auch mit Kopfhörern eine treue Fangemeinde aufgebaut. Mit dem JBL Tour One M3 möchte das Unternehmen nun erneut im Premiumsegment angreifen und stellt sich der Konkurrenz von Sony, Bose oder Sennheiser.
Für diesen Test musste sich der Tour One M3 in verschiedenen Alltagssituationen beweisen. Vom Musikhören auf dem Weg zur Arbeit über Serienabende auf dem Sofa bis hin zu Gaming-Sessions am PC sollte sich zeigen, ob JBLs neuer Over-Ear-Kopfhörer seinem Premiumanspruch gerecht wird. Gerade als Gamer stellt man heute längst nicht mehr nur Ansprüche an Headsets. Viele wünschen sich einen Kopfhörer, der unterwegs hervorragenden Klang liefert, beim Filmabend überzeugt und sich gleichzeitig für entspannte Gaming-Runden am Rechner eignet.
Mit einer UVP von rund 349 Euro gehört der Tour One M3 allerdings nicht zu den Schnäppchen. Umso wichtiger ist die Frage, ob JBL für diesen Preis tatsächlich ein Gesamtpaket liefert, das den hohen Erwartungen gerecht wird.
Erster Eindruck
Premium von Anfang an

Schon beim Auspacken macht der JBL Tour One M3 deutlich, in welcher Liga er spielen möchte. Die Verpackung wirkt hochwertig, ohne dabei überladen zu sein. JBL setzt auf eine moderne Präsentation und verzichtet weitgehend auf unnötigen Kunststoff. Stattdessen dominieren Karton und Papiermaterialien, was nicht nur einen aufgeräumten Eindruck hinterlässt, sondern auch dem Umweltgedanken entgegenkommt.
Der Lieferumfang fällt angenehm vollständig aus. Neben dem Kopfhörer selbst liegen ein stabiles Transportcase, ein USB-C-Ladekabel sowie ein Audiokabel für kabelgebundene Nutzung bei. Mehr braucht es im Alltag eigentlich nicht.
Nimmt man den Tour One M3 zum ersten Mal in die Hand, fällt sofort die gelungene Materialwahl auf. Die Mischung aus matten Oberflächen, sauber verarbeiteten Kunststoffen und den angenehm weichen Ohrpolstern vermittelt einen hochwertigen Eindruck. Zwar setzt JBL nicht auf Aluminiumgehäuse wie manche Konkurrenten, billig fühlt sich hier aber nichts an.
Verarbeitung, Tragekomfort und Alltagstauglichkeit
Im täglichen Einsatz sammelt der Tour One M3 schnell Pluspunkte. Die Verarbeitung bewegt sich auf einem hohen Niveau. Gelenke wirken stabil, die Mechanik läuft sauber und auch nach häufigem Zusammenklappen entstehen keine störenden Geräusche oder lockeren Stellen.
Besonders positiv fällt der Tragekomfort auf. JBL hat die Polster großzügig dimensioniert, sodass die Ohren angenehm umschlossen werden. Selbst nach mehreren Stunden Musikhören oder einer längeren Gaming-Session entsteht kaum Druck auf Kopf oder Ohren. Das vergleichsweise geringe Gewicht trägt seinen Teil dazu bei.
Die Bedienung erfolgt über eine Kombination aus Touchsteuerung und physischen Tasten. Nach kurzer Eingewöhnung funktioniert das erstaunlich zuverlässig. Titelwechsel, Lautstärkeanpassungen oder das Aktivieren des Noise Cancelling gelingen schnell und intuitiv. Praktisch ist auch die automatische Trageerkennung. Nimmt man den Kopfhörer ab, pausiert die Wiedergabe automatisch und setzt beim erneuten Aufsetzen fort.

Die JBL Headphones App als Schaltzentrale
Wie bei modernen Premium-Kopfhörern üblich, spielt auch beim Tour One M3 die Smartphone-App eine wichtige Rolle. Glücklicherweise gehört die JBL Headphones App zu den besseren Vertretern ihrer Art.
Die Benutzeroberfläche ist übersichtlich gestaltet und ermöglicht den Zugriff auf sämtliche wichtigen Funktionen. Besonders interessant ist der integrierte Equalizer. Zwar klingt der Tour One M3 bereits ab Werk sehr ausgewogen, wer jedoch etwas mehr Bass oder eine neutralere Abstimmung bevorzugt, kann den Klang problemlos an die eigenen Vorlieben anpassen.
Ebenfalls spannend ist die Personi-Fi-Funktion. Dabei analysiert die App das persönliche Hörvermögen und erstellt auf Wunsch ein individuelles Klangprofil. Das klingt zunächst wie ein Marketing-Gimmick, sorgt in der Praxis aber tatsächlich für hörbare Unterschiede. Auch das aktive Noise Cancelling lässt sich detailliert konfigurieren. Wer häufig unterwegs ist, kann die Intensität individuell anpassen oder den Transparenzmodus nutzen, um Umgebungsgeräusche bewusst wahrzunehmen.
Klangtest
Hier spielt der Tour One M3 seine Stärken aus
Letztlich entscheidet bei einem Kopfhörer vor allem eine Disziplin über Erfolg oder Misserfolg: der Klang. Und genau hier zeigt der JBL Tour One M3 eindrucksvoll, warum er im Premiumsegment antritt.
Die verbauten 40-Millimeter-Treiber liefern einen kraftvollen und gleichzeitig ausgewogenen Sound. Typisch JBL ist dabei der leicht betonte Bassbereich, der modernen Musikgenres ordentlich Druck verleiht. Elektronische Musik, Hip-Hop oder Rock profitieren von einem satten Fundament, ohne dabei überladen zu wirken.

Besonders gelungen ist jedoch die Balance. Während viele bassstarke Kopfhörer dazu neigen, Stimmen oder Instrumente zu überdecken, bleibt der Tour One M3 erstaunlich kontrolliert. Gesang wirkt klar und präsent, Instrumente lassen sich sauber voneinander unterscheiden und selbst komplexe Musikstücke behalten ihre Struktur.
Auch die Höhen überzeugen. Details werden fein herausgearbeitet, wodurch Musik insgesamt lebendig und offen wirkt. Becken, Streicher oder akustische Gitarren profitieren sichtbar von der guten Auflösung.
Für Gamer ist vor allem die räumliche Darstellung interessant. Natürlich ersetzt der Tour One M3 kein spezialisiertes Gaming-Headset mit virtuellem Surround-Sound oder besonders niedrigen Latenzen. Dennoch eignet sich der Kopfhörer überraschend gut für entspannte Gaming-Abende.
In Spielen wie Cyberpunk 2077, Clair Obscur: Expedition 33 oder The Witcher 3 entsteht eine angenehm breite Klangbühne. Soundtracks wirken imposant, Umgebungsgeräusche entfalten mehr Tiefe und Dialoge bleiben jederzeit verständlich. Gerade bei atmosphärischen Singleplayer-Titeln macht das Zuhören schlicht Spaß.
Auch beim Streaming von Filmen und Serien spielt der Tour One M3 seine Stärken aus. Explosionen besitzen Druck, Stimmen bleiben klar verständlich und die räumliche Darstellung sorgt für ein immersives Erlebnis.
Noise Cancelling und Akkulaufzeit
Ein Premium-Kopfhörer muss heute mehr können als nur gut klingen. Entsprechend wichtig ist die Qualität des aktiven Noise Cancelling.

Hier liefert JBL eine starke Vorstellung ab. Im Alltag werden monotone Geräusche wie Zugfahrten, Flugzeugtriebwerke oder Klimaanlagen effektiv ausgeblendet. Zwar erreicht das ANC nicht ganz das Referenzniveau der aktuell besten Bose-Modelle, bewegt sich aber auf einem sehr hohen Niveau.
Wer häufig reist oder in lauten Umgebungen arbeitet, wird den Unterschied schnell zu schätzen wissen. Musik wirkt konzentrierter, Podcasts verständlicher und selbst längere Reisen deutlich angenehmer.
Beeindruckend fällt zudem die Akkulaufzeit aus. Der Tour One M3 gehört zu den ausdauerndsten Kopfhörern seiner Klasse. Selbst bei regelmäßiger Nutzung mit aktiviertem Noise Cancelling sind mehrere Tage Laufzeit problemlos möglich. Wer viel unterwegs ist, muss sich über die nächste Steckdose kaum Gedanken machen.
Fazit
ein hervorragender Premium-Kopfhörer

Der JBL Tour One M3 hinterlässt im Test einen ausgezeichneten Eindruck. JBL hat einen Kopfhörer entwickelt, der nahezu alle wichtigen Disziplinen beherrscht. Verarbeitung, Tragekomfort, Akkulaufzeit und Noise Cancelling bewegen sich auf einem hohen Niveau, während die Klangqualität zu den größten Stärken des Geräts gehört.
Besonders gefällt die Vielseitigkeit. Der Tour One M3 begleitet problemlos durch den Alltag, liefert auf Reisen hervorragende Dienste und macht auch bei Filmen oder einer entspannten Gaming-Session am PC eine überzeugende Figur. Wer keinen Bedarf an einem dedizierten Gaming-Headset hat, findet hier einen Kopfhörer, der viele Einsatzbereiche unter einen Hut bringt.
Der Preis bleibt allerdings ein wichtiger Faktor. Rund 349 Euro UVP (bei amazon schon für 270 Euro) sind eine spürbare Investition. Dafür erhält man jedoch ein rundes Premium-Paket, das sich vor der Konkurrenz keineswegs verstecken muss.






