Anfang des Jahres stellte der amerikanische Hersteller von Lautsprechern seine „Sound-Maschine“ ProMedia 2.1 BT für das Home-Office vor, welches sich auch wunderbar für Gamer eignet. Das Klipsch ProMedia Soundsystem ist, wie der Name schon sagt, ein 2.1 Boxensystem, welches aus 2 Lautsprechern und einem separaten Subwoofer besteht. Wir haben uns das Klipsch ProMedia 2.1 BT angeschaut. Aktuell ist das Lautsprechersystem für eine UVP von 249,00 Euro erhältlich und kann zu diesem Preis auch bei amazon.de bestellt werden.

Das Unternehmen wurde 1946 von Paul Klipsch in Hope, Arkansas als Klipsch and Associates gegründet. Die Firma stellt sowohl Lautsprecher für den Heimgebrauch als auch professionelle PA-Beschallungsanlagen her, zudem gibt es Kopfhörer und Bluetooth-Lautsprecher von Klipsch. Zu Bekanntheit gelangte das Unternehmen vor allem durch seine verschiedenen Hornlautsprecher.  Im Januar 2010 wurde Klipsch von Audiovox gekauft, ist als eigenständiges Unternehmen in der Firmengruppe aber weiter aktiv. (Quelle: Wikipedia)

Ausstattung und Verarbeitung

Umfangreich und hochwertig

Ausgeliefert wird das ProMedia 2.1 Sytem in einem gut bebilderten Karton, der mit seinen Lifestyle-Fotos die Aufmerksamkeit erregt. Neben diesen erhalten wir zahlreiche Informationen über dessen Features und Ausstattung. Packen wir das Boxensystem aus, so müssen wir hier anmerken, dass der Aspekt der Klimaneutralität noch nicht bedacht wurde, denn Styropor gehört hier noch zur tragenden Polsterung der Ware, die das Produkt beim Transport vor Schäden schützt. Daran muss und sollte Klipsch dringend arbeiten!

Der Eine von Zweien

Haben wir das Soundsystem aus seiner Verpackung befreit, so erhalten wir einen Subwoofer, 2 Lautsprecher und eine kurze Bedienungsanleitung für eine schnelle Installation. Hier müssen wir gleich vorab anmerken, dass die Bedienungsanleitung im Grunde nur den Aufbau schildert, aber dessen spezielle Bedienung des Systems nicht gut genug offenbart.

Das umfangreiche System bringt an die 5 Kilogramm auf die Waage, denn alleine der Subwoofer misst hier schon 25 x 25 x 28 cm und ist kein Leichtgewicht. Optisch präsentiert sich der MDF-Subwoofer in einen schwarz-matten Farbton, der mit einem Bassreflexsystem ausgestattet wurde. Im Inneren hat Klipsch einen 6,5 Zoll (ca. 17 cm) großen Treiber verbaut und ihn hinter einen leicht gewölbten Abdeckung platziert. Bei den Stereo-Lautsprechern setzte Klipsch auf ein leichtes ABS-System, welches sich durch seine Krähenfüße in Szene setzen kann. Die Abmessungen betragen 11 x 15 x 22 cm, was sich als dezenten Auftritt beschreiben lässt. Die Satelliten des Sets können auf 3-Zoll-Mitteltieftöner und MicroTractrix Hornlautsprecher zurückgreifen, die auf dem legendären Klipschorn basieren. Hier darf zudem zwischen dem neutralen Erscheinungsbild mit einer Lautsprecherabdeckung und dem typischen Klipsch-Auftritt gewählt, der uns das bekannte Klischhorn ins Auge springen lässt. Die Stereo-Lautsprecher wurden in einem Kunststoff gefasst, die uns leider das bekannte in Indian-Kupfer gehaltene Erscheinungsbild vermissen lassen – Hier ist alles einfach und schlicht in Schwarz gefertigt worden. Dieser Auftritt präsentiert sich sehr zurückhaltend und macht sich selbst neben einem Laptop sehr gut ohne gleich erschlagen zu werden.

Technischer Aufbau

Kabelsalat der auf Unverständnis trifft

Die RS 323-Schnittstelle ist unmodern!

Wer heute seinen Laptop oder PC mit einem Soundsystem ausstattet, der setzt auch auf eine einfache Installation, um unkompliziert starten zu können. Bei dem Klipsch ProMedia 2.1 BT System kam schon beim Auspacken einige Fragezeichen auf, denn es zeigten sich viele Kabel an dem linken Satelliten-Lautsprecher, der für die allgemeine Bedienung an der Frontseite neben einer LED auch zwei Drehregler für die Lautstärke und Intensität des Subwoofers beherbergt. Hier befinden sich zudem zwei weitere Klinke-Anschlüsse, die uns einen Betrieb von Kopfhörern und externer Musikquelle ermöglichen. Da wir das ProMedia-System per TRS-Klinke (3-poliger 3,5 mm Anschluss) direkt mit unserem Computer verbunden haben, wäre eigentlich ein Mikrofonanschluss wünschenswerter gewesen, als ein externer Line-In-Eingang. Dafür fehlt dem Soundsystem dann aber der TRRS-Stecker (4-poliger 3,5 mm Anschluss).

Viel zu viele Kabel, gerade beim Betrieb an einem Laptop sieht es sehr unsauber aus.

Wie bei allen bekannten Lautsprechersystem für Computer verbinden wir die beiden Satelliten-Lautsprecher direkt mit dem Subwoofer. Zusätzlich kann mit dem fest verbundenen 3,5 mm Kabel der Sound direkt von einer Quelle wiedergegeben werden. Damit wir das System auch am Lautsprecher steuern können, muss zusätzlich noch ein Kabel mit dem Subwoofer verbunden werden – Hier griff Klipsch leider in die angestaubte Schublade und setzte auf eine RS-232-Schnittstelle. Die ältere Generation wird diesen Anschluss noch aus den Tagen vor dem USB-Zeitalter kennen, wo Mäuse und Tastaturen noch auf diese Art mit dem Rechner verbunden wurden. Heutzutage tritt diese Schnittstelle eigentlich gar nicht mehr in Erscheinung und landete eher im Museum. Warum Klipsch auf einen derartigen Kabelsalat setzt, immerhin verfügt das System über Bluetooth, bleibt uns ein Rätsel. Wünschenswert wäre auch ein Schalter zur Auswahl der einzelnen Quellen, denn sobald Bluetooth in Verbindung gesetzt wird, muss sich der Rest hinten anstellen. Warum auch das Kabel mit dem Klinkestecker sich nicht abnehmen lässt, trifft ebenso auf Unverständnis. Klipsch spricht hier von einfach und praktisch damit gleich losgelegt werden kann. Wir empfinden hier eher lästigen Kabelsalat, der alles unsauber auf unserem Tisch aussehen lässt. Man verbindet niemals Kabel fest am System, sondern lässt dem Nutzer die Wahl!

Tritt mit seiner Blende auch dezent in Erscheinung

Sound & Klangqualität

Überragend und legendär

Nachdem wir Herr über den „Kabelsalat“ geworden sind, warfen wir das Klipsch ProMedia 2.1 BT-System an und spielten die ersten Klänge in unsere Ohren. Dabei sahen wir den 3,5 mm Klinke-Anschluss nur als Option, denn heute steht die kabellose Bluetooth-Verbindung mehr im Vordergrund – Leider kommt hier nur Bluetooth 2.0 zum Einsatz. Das Soundsystem liefert mit einer Systemleistung von 200 Watt ordentlich Power und kann selbst große Räume gut beschallen. Dabei tragen auch die Klipsch MicroTractrix Hornlautsprecher einen großen Teil zu der erstaunlichen Leistungsfähigkeit des kompakten Systems bei. So schafft es das durchdachte, hocheffiziente Design mehr Sound aus jedem Watt Leistung zu generieren. Dabei ist es Klipsch auch gelungen, für eine klare Wiedergabe zu sorgen, die bei PC- und Multimedia-Lautsprechern ihresgleichen sucht. Dank der Bluetooth-Verbindung lassen sich hier Klangqualitäten jenseits von 24 bit/ 48 kHz erreichen – Das entspricht UltraHD.

Das Klangbild zeigt sich sehr ehrlich, fair und neutral. Wer mag, kann zudem die Stärke des Subwoofers regeln, sollte diesen aber niemals außen Acht lassen. Erst in Kombination mit dem Subwoofer offenbart das ProMedia-System seine wahre Leistung und kann somit dem legendären Klipsch-Sound gerecht werden. Ganz alleine klingen die Satelliten-Lautsprecher etwas verloren oder gar hohl. Rein am PC betrieben, wirken die 4K Trailer und Video jetzt wesentlich intensiver und ansprechender, während wir bei Musik über Amazon Music HD oder Spotify hier fast Disko-Feeling zu spüren bekommen. Durch seine Vielfältigkeit ist ein Betrieb an Fernseher möglich und lässt und so auch den Sound der Spiele immersiver erleben. Klang vom Feinsten, der einer Musikanlage oder Soundbar locker das Wasser reichen kann.

Fazit

Guter Sound macht noch kein gutes System

Mit dem ProMedia 2.1 BT Soundsystem liefert Klipsch uns eine kleine und feine Multimedia-Anlage, die uns den legendären Klipsch-Sound liefert. Hier kommt wahre audiophile Kraft zum Tragen und das trotz kleiner Abmessung. Mit seinen vielfältigen Anschlussmöglichkeiten lässt sich das ProMedia-System an und mit zahlreichen Geräten betreiben. Leider wurde das alles nicht zu Ende gedacht, denn gerade der Kabelsalat und die Bedienung machen dem Nutzer einen dicken Strich durch die Rechnung. Es fehlt hier an einem Mikrofonanschluss, einem Wahlschalter der Eingangsquelle und einem Powerknopf, um das System stromsparend im Offline-Modus an der Steckdose halten zu können. Trotz des überzeugenden Sounds können wir dem Klipsch ProMedia 2.1 BT keine Empfehlung aussprechen, da uns moderne Aktiv-Lautsprecher eher überzeugen und wesentlich unkomplizierter zu betreiben sind. Wer darüber hinwegsehen kann, bekommt imposanten Sound am PC und Laptop geboten.

Viktor Kaczmarek
Seit Anbeginn der Datasette von Computergames begeistert. Spielt alles was sich bewegt und für Atmosphäre sorgt. Nimmt gerne Peripherie unter die Lupe und auch auseinander, es bleiben immer Schrauben übrig. Germany 48.406558, 9.791973
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