Ein Run-‘n‘-Gun-Actionspiel in 8-Bit-Grafik und -Sound? Das bieten Euch Entwickler und Publisher ESDigital Games mit Machine Gun Fury. Unser Nostalgie-Herz war nach den ersten Videos jedenfalls mehr als angetan, und nun dürfen wir uns das Gesamtwerk für Euch anschauen.
Mit Machine Gun Fury hat sich der Entwickler klar an den frühen klassischen Arcade-Militärshootern wie zum Beispiel Commando oder Ikari Warriors inspirieren lassen. Diese kamen in den 80er Jahren auf verschiedenen Systemen auf den Markt.
Und so wird uns auch dieses Spiel präsentiert, grafisch und soundtechnisch an die 8Bit-Systeme wie das NES angelehnt.
Ein Militär-Shooter – ohne Deckungssystem, ohne moralische Entscheidungen, nur schnelles, reaktionsbasiertes Action-Gameplay. Man stehst allein da, bewaffnet mit einem hoffentlich reaktionsschnellen Abzugsfinger und einem begrenzten Vorrat an Granaten, während einem ganze Armeen gegenüberstehen.
Wir haben Machine Gun Fury auf der PlayStation 5 in der Version 1.000.300 getestet. Das Spiel wurde außerdem auf PC, Xbox und Nintendo Switch veröffentlicht. Nach einem Download von 302 Megabyte der 340 Megabyte auf unserer PS5 in Anspruch nahm, konnte der Trip in die Spielenostalgie starten.
Ersteindruck
Ohne große Umschweife in die Action
Ganz im Stile der Nostalgie der damaligen Spiele dieser Art wird auch an großer Vorgeschichte gespart. Es gibt eine kurze Einführung des „bösen“ Gegenparts und schon sind wir im Auswahlmenü für einen der 3 Schwierigkeitsgrade und einen der 3 spielbaren Charaktere, die ihre eigenen „Vorzüge“ wie zum Beispiel Minigun oder Präzision haben.
Tempo, Chaos und Dauerfeuer. Ohne lange Einführung oder komplexe Systeme wirft das Spiel den Spieler direkt ins Gefecht und lässt ihn gegen ganze Wellen von Gegnern antreten.Visuell setzt der Titel, wie schon erwähnt, auf einen klaren Retro-Pixelstil, der bewusst an klassische Run-and-Gun-Arcade-Spiele erinnert. Explosionen, Projektilregen und schnelle Animationen dominieren das Geschehen und sorgen für eine durchgehend hektische, aber auch sehr direkte Action-Atmosphäre.

Gameplay
Ballern bis der Arzt kommt
Spielerisch ist das Konzept einfach gehalten: bewegen, schießen, überleben. Genau diese Reduktion auf das Wesentliche ist gleichzeitig Stärke und Grenze des Spiels. Während Fans klassischer Arcade-Action hier sofort abgeholt werden, könnte der geringe Tiefgang für Spieler, die moderne Shooter-Mechaniken erwarten, schnell zu wenig sein.
Im Kern geht es darum, sich durch lineare Level zu kämpfen, während ständig Gegnerwellen auf den Spieler zukommen. Man bewegt sich meist aus der Vogelperspektive oder seitlich durch die Spielwelt und muss gleichzeitig schießen, ausweichen und auf die Umgebung achten. Reflexe sind dabei wichtiger als Taktik – wer stehen bleibt, verliert schnell.
Außer unserer jeweiligen Standardwaffe, gibt es Zusatzwaffen wie zum Beispiel Maschinengewehr, Schrotgewehr und als Zweit“waffe“ Granaten, Flammenwerfer oder Raketen um den Gegerhorden Herr zu werden.
Die Gegner an sich gibt es natürlich auch in verschiedenen „Stärken“, vom einfachen Infanterie-Soldaten zu stationären Geschützen und Türmen und diversen Fahrzeugen wie Panzern, Helis und mehr sowie den obligatorischen Bosskämpfen, die in Form von schwer bewaffneten Fahrzeugen oder befestigten Kampfstationen daherkommen. Es wird nie langweilig.

Das Spiel setzt weniger auf Vielfalt im Sinne von komplexen KI-Typen, sondern eher auf Masse, Geschwindigkeit und Eskalation – immer mehr Gegner, immer mehr Feuer, immer weniger Raum zum Ausweichen.
Eines müssen wir dann noch bemängeln: Landete unsere Spielfigur in den 2D-Leveln an einer Kante einer Plattform oder ähnlichem, steckte sie dort regelrecht fest, und man konnte nicht mehr von dort „weg springen“, sondern sich nur noch fallen lassen, was so manchen unfreiwilligen Spieltot zur Folge hatte.
Umfang, Grafik und Sound
Wie früher, relativ kurz, aber gut
Machine Gun Fury ist klar als Arcade-Erlebnis mit kompaktem Umfang konzipiert. Statt einer langen Kampagne oder komplexer Nebeninhalte konzentriert sich das Spiel auf wenige, klar strukturierte Level, die dafür intensiv und wiederholbar gestaltet sind. Der Fokus liegt auf Score, Durchlaufzeit und dem Meistern der Gegnerwellen. Dadurch wirkt der Umfang auf den ersten Blick eher begrenzt, passt aber zum klassischen Arcade-Design, bei dem „Replayability“ wichtiger ist als Spielzeit. Insgesamt kann man sagen das man, je nach Schwierigkeitsgrad und Ausprobieren der verschiedenen Charaktere, auf eine Spielzeit von 1–3 Stunden kommen wird.

Visuell setzt das Spiel auf einen Retro-Pixelstil mit moderner Effektdichte. Explosionen, Partikeleffekte und Projektilmengen stehen klar im Vordergrund und sorgen für ein sehr lebendiges, teilweise chaotisches Bild. Die Umgebungen sind funktional gestaltet – Wüsten, Militärbasen und urbane Kampfzonen dominieren – und dienen vor allem als Bühne für die Action.
Der Soundtrack unterstützt konsequent die Arcade-Atmosphäre: treibende, actionlastige Musikstücke, die sich aber sehr gerne auch schnell wiederholen, begleiten das Gameplay und verstärken das Tempo der Gefechte. Dazu kommen klassische Soundeffekte wie intensive Schussgeräusche, Explosionen und Trefferfeedback, die klar und direkt abgemischt sind. Insgesamt steht der Sound weniger für Realismus als für Energie und Dauer-Action, was gut zum Spielgefühl passt.
Fazit
Dauerfeuer für Retro-Fans
Machine Gun Fury ist ein kompromissloser Retro-Shooter, der genau weiß, was er sein möchte: ein schnelles, chaotisches Arcade-Erlebnis alter Schule.
Das Spiel verzichtet bewusst auf moderne Komfortmechaniken und setzt stattdessen voll auf Reflexe, Dauerfeuer und Nostalgie. Wer klassische Run-’n’-Gun-Action liebt, bekommt hier kurzweilige Unterhaltung mit ordentlich Tempo und charmantem Pixel-Look.
Die geringe Spielzeit und kleinere technische Schwächen verhindern zwar den ganz großen Wurf, Fans klassischer Arcade-Shooter dürften dennoch ihren Spaß haben.






