Bild: SteelSeries & PE

Mäuse-Triell – SteelSeries Prime, Prime Mini und Prime Mini Wireless im Test

Gleich 17 Mäuse hat der dänische Gaming-Ausrüster SteelSeries aktuell im Sortiment, darunter fünf Modelle der Prime-Serie, die mit der Auszeichnung „BEST  ESPORTS MOUSE“ wirbt. Unter anderem sollen hier die verbauten Prestige-OM-Magnetschalter für einen entscheidenden Vorteil beim kompetitiven Zocken sorgen. Wir haben uns ein Trio aus Prime, Prime Mini und Prime Mini Wireless genauer angeschaut.

SteelSeries Prime – Wer braucht schon RGB?

Schlicht und schnörkellos kommt das Modell Prime (https://de.steelseries.com/gaming-mice/prime) daher: Auf den ersten Blick ein eher unauffällige Nager, der nahezu komplett auf die Weihnachtsbaumbeleuchtung so mancher Konkurrenzanbieter verzichtet. Bis auf eine dezente, softwareseitig einstellbare, Illuminierung des Mausrads und des SteelSeries-Logos werdet ihr weder durch hektisches Blinken oder Regenbogen-Farbwellen vom eigentlichen Zweck des Gaming-Instruments abgelenkt. Immerhin lautet der Claim des Hersteller „For Glory“ und nicht „For Bling-Bling“.

Das leichte Kunststoffgehäuse bringt die Prime auf ein Gesamtgewicht von gerade einmal 69g und die Abmaße von 12,5 x 6,8 x 4,2 cm, jeweils an der höchsten sowie breitesten Stelle gemessen, liegen für normal große Spielerhände gut im Griff. Ob ihr dabei die Handfläche auflegt oder lieber mit dem Fingerspitzen- oder Klauengriff arbeitet, spielt keine Rolle. Allerdings ist die nicht-symmetrische Formgebung klar auf Rechtshänder ausgelegt, eine Variante für Linkshänder würde die umfangreiche Prime-Serie abrunden.

Im Einsatz zeigt sich der verbaute, optische TrueMove Pro-Sensor als extrem genau in der Steuerung und eine Auflösung bis zu 18.000 CPI erlaubt extrem schnelle Reaktionszeiten. Diese werden durch eine weitere technische Besonderheit tatkräftig unterstützt. Die sechs Tasten sind nicht, wie bei anderen Modellen des Herstellers, mit mechanischen Schaltern versehen, sondern nutzen die als revolutionär beschriebenen Prestige OM-Magnetschalter. Diese registrieren den Klick optomechanisch mittels Infrarotunterstützung und sorgen so für einen deutlich merkbaren Geschwindigkeits-Boost. Zusätzlich sollen die Magnetschalter 100 Millionen Schaltzyklen klaglos durchhalten, immerhin gut 20% mehr Lebensdauer, als bei den herkömmlichen mechanischen Tastern.

Angeschlossen wird die Prime mit dem beiliegenden, 2 m langen, flexiblen und robust stoffummantelten, Micro-USB-Kabel. Klasse: Das Kabel könnt ihr abstecken, um so beim Transport ohne Sorgen vor Kabelbruch oder Verwindungen das Equipment bequem verstauen zu können.

SteelSeries Prime Mini – Innere Werte

Auch bei der vom Gehäuse her kleinsten Prime-Variante, der SteelSeries Prime Mini (https://de.steelseries.com/gaming-mice/prime-mini), setzen die Dänen komplett auf die Inneren Werte und verzichten auf optischen Schnickschnack. Wobei auf den ersten Blick das „Mini“ gar nicht so sehr ins Auge fällt. Mit 61g fallen gegenüber dem großen Bruder gerade einmal 8g weniger an Gewicht an und auch die geringeren Abmessungen sind zwar auffallend, aber nicht als eklatant zu bezeichnen. Spieler mit kleineren Händen werden die dezent geschrumpfte Variante aber definitiv zu schätzen wissen.

Auch wenn im Innern des Präzisionsinstruments die gleichen OM-Magnetschalter sowie TrueMove Pro-Sensoren arbeiten, gibt es ein paar spannenden Unterschiede zum Standard Prime-Modell. Hier wären zum Beispiel die Gleitfüße aus weißem PTFE an der Unterseite zu erwähnen, die für spürbare Verbesserung bei der  Bewegungskontrolle sorgen und sich die Prime Mini so noch eine Spur leichtgängiger bewegen lässt.

Auch beim Anschlusskabel gibt es eine für uns erfreuliche Änderung: Das abnehmbare, angenehm weiche Kabel mit hochwertiger Stoffummantelung ist mausseitig mit einem gängigen USB-C-Stecker ausgestattet, wie ihr es bei nahezu allen Smartphones und anderen technischen Geräten findet. Vergesst ihr mal das Anschlusskabel mitzunehmen, könnt ihr so zur Not einfach das Ladekabel eures Handys nutzen.

SteelSeries Prime Mini Wireless – Drahtlos glücklich

Ebenfalls in Zusammenarbeit mit E-Sport-Profis wurde die drahtlose Variante Prime Mini Wireless (https://de.steelseries.com/gaming-mice/prime-wireless) entwickelt. Diese ist technisch identisch mit den bereits vorgestellten Varianten und auch in ihrem Inneren sorgen Prestige OM-Schalter für Klickgenauigkeit, als Sensor wird  allerdings TrueMove Air ohne den Pro-Zusatz mit 400 IPS statt 450 IPS sowie 40G Beschleunigung verwendet. Im Test sind uns aber keine spürbaren Nachteile in der Genauigkeit gegenüber den Pro-Varianten aufgefallen.

Grundsätzlich könnt ihr die Wireless-Variante auch per USB-C-Kabel anschließen, der einzige Unterschied zur Prime Mini besteht in der optionalen Nutzung des USB-C-Dongle für drahtlosen Betrieb. Möchtet ihr die Maus als tägliches Surf- und Office-Arbeitstier sowie bei Bedarf bei Turnieren verwenden, eine durchaus gute Idee. Allerdings schlägt die Anschaffung auch mit einem doppelt so hohen Preis zu Buche. Ob die Wireless-Funktionalität rund 70 Euro Aufpreis wert sind, dass müsst ihr für euch entscheiden. Reicht euch die kabelgebundene Verbindung, bekommt ihr für 69 Euro ein technisch identisches Gerät.

SteelSeries GG-Softwarepaket

Egal, für welche Variante ihr euch letztendlich entscheidet, das kostenfreie SteelSeries GG-Softwarepaket solltet ihr euch definitiv sofort herunterladen und als Erstes ein Firmware-Update durchführen. Die Verfügbarkeit wird euch angezeigt und nach ein paar Sekunden ist eure Maus auf den neuesten Softwarestand.

Bestandteil des GG-Pakets ist die SteelSeries Engine, über die ihr bequem die Einstellungen individualisieren könnt. Zwar verfügen die Prime-Mäuse über einen mechanischen Taster an der Unterseite, mit der ihr die Sensorauflösung und Lift-off-Distance schnell und effizient im Spiel einstellt, über die Konfigurationsseiten der Software lassen sich die Empfindlichkeit sowie weitere Details, beispielsweise Tastenbelegungen oder Beleuchtung, bequem einrichten.

Fazit

Schnörkellose Gaming-Kompetenz

Allen drei Modellen können wir mit gutem Gewissen eine Empfehlung aussprechen. Die Mäuse sind konsequent auf Leistung getrimmt, verzichten auf optische Features wie RGB-Beleuchtung und einen Taten-Overkill. Das schnörkellose Design ist für Rechtshänder ideal und die sechs Tasten lassen sich in jeder Griffvariante bestens erreichen und bedienen. Im Inneren sorgen optomechanische Taster und TrueMove-Sensoren für Genauigkeit, die ihr im kompetitiven Einsatz wirklich benötigt. Müssten wir uns für ein Modell entscheiden,  fiele unsere Wahl auf die rein kabelgebundene Prime Mini mit USB-C-Anschlusskabel und TrueMove Pro-Sensor.  Den Aufpreis von 70 Euro auf das Prime Mini Wireless Modell würden wir uns unter E-Sport-Gesichtspunkten sparen.

Ulrich Wimmeroth
... wenn es einen Stecker hat, dann wird es getestet. Spielt aktuell die meiste Zeit Destiny 2 auf PS5 oder Gunhed auf der guten alten PC Engine.