Der französische Publisher Nacon hat am heutigen Mittwoch, den 25. Februar 2026 Insolvenz angemeldet und beim Handelsgericht Lille Métropole die Einleitung eines gerichtlichen Sanierungsverfahrens („redressement judiciaire“) beantragt. Das Unternehmen ist eine Tochter der Bigben Interactive.
Die Entscheidung folgt auf finanzielle Schwierigkeiten des Mehrheitsaktionärs Bigben, die sich zuletzt direkt auf die operative Situation von Nacon ausgewirkt hatten.
Zahlungsunfähigkeit festgestellt
Nach eigenen Angaben reichen die verfügbaren Mittel des Unternehmens derzeit nicht aus, um fällige Verbindlichkeiten zu bedienen. Aus diesem Grund wurde offiziell die Zahlungsunfähigkeit („déclaration de cessation des paiements“) erklärt.
Bereits am 20. Februar hatte Nacon auf eine angespannte Liquiditätslage hingewiesen und eine schnelle finanzielle Restrukturierung mit Gläubigern angekündigt. Hintergrund war unter anderem eine unerwartete und späte Ablehnung durch den Bankenpool von Bigben, wodurch eine teilweise Rückzahlung eines Anleihedarlehens nicht erfolgen konnte.
Ziel ist Fortführung des Geschäftsbetriebs
Mit dem beantragten Sanierungsverfahren will Nacon die Geschäftstätigkeit fortsetzen, bestehende Schulden neu verhandeln und einen tragfähigen Fortführungsplan entwickeln. Ziel sei es, die Nachhaltigkeit des Unternehmens zu sichern, Arbeitsplätze zu schützen und eine geordnete Restrukturierung unter gerichtlicher Aufsicht zu ermöglichen.
Das Verfahren sieht vor, bestehende Verbindlichkeiten während einer Beobachtungsphase – die bis zu 18 Monate dauern kann – einzufrieren. In diesem Zeitraum kann ein Sanierungsplan erarbeitet werden.
Die Mitarbeitervertretungen wurden am 24. Februar über den Schritt informiert. Eine gerichtliche Entscheidung über die Eröffnung des Verfahrens wird Anfang März erwartet.
Aktienhandel weiterhin ausgesetzt
Der Handel der Nacon-Aktie an der Euronext Paris bleibt bis auf Weiteres ausgesetzt. Die Aussetzung war bereits am 20. Februar bekannt gegeben worden und gilt angesichts der laufenden Unsicherheiten weiterhin.
Nacon erzielte im Geschäftsjahr 2024/2025 einen Umsatz von 167,9 Millionen Euro bei einem operativen Gewinn von 1,1 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 1.000 Mitarbeiter und ist mit 25 Tochtergesellschaften in über 100 Ländern aktiv.
Wie sich das Verfahren konkret auf laufende Projekte und Veröffentlichungen auswirken wird, ist derzeit noch offen. Das Unternehmen kündigte an, den Markt über weitere Entwicklungen zu informieren.






