Neues Jugendschutzgesetz nimmt Lootboxen ins Visier – FIFA bald ab 18?

Die Entwicklung des Internets schreitet unaufhörlich voran und statt physischen Medien etablieren sich immer mehr digitale Inhalte. So werden Filme und Games mehr und mehr digital im Netz erworben, was wiederum auch ungeahnte Gefahren mit sich bringt. Die Rede ist dabei nicht nur von jugendgefährdenden Bildern und Videos, sondern auch von versteckten Kosten – Kurzum rücken die Lootboxen mit ins Visier, da das aktuelle Jugendschutzgesetz nur sogenannte Trägermedien wie CDs, Videokassetten und Bildschirmspielgeräten umschreibt. In dem neuen Jugendschutzgesetz sollen auch die neuen Medien, digitale Inhalte, und deren Anbieter mit einbezogen werden. Das neue Jugendschutzgesetz soll einen umfangreichen Schutz bieten, wie es aktuell für analoge Medien gilt.

Mit ins Visier geraten dabei die Lootboxen, welche schon länger im Fokus der Behörden stehen, da hier Inhalte erworben werden können, dessen Inhalt dem Glücksspiel sehr nahekommen. Bekanntestes Beispiel ist hier sicherlich die Fußball-Simulation FIFA aus dem Hause Electronic Arts, da hier sogenannte FUT-Pakete erworben werden können, dessen Inhalt vor dem Kauf nicht ersichtlich ist. Diese Möglichkeit führte in der Vergangenheit schon des Öfteren für ungeahnte Kosten, die zum Teil nicht kontrolliert werden können.

Einen Einblick in den zweiten Gesetzesentwurf erhaltet ihr hier.

Mit dem neuen Gesetz wollen die Behörden für mehr Schutz für Kinder und Jugendliche im Internet sorgen und dabei die Anbieter von neuen digitalen Inhalten mit in die Pflicht nehmen. Das würde auch endlich in Deutschland das Thema Lootboxen auf die gleiche Stufe wie das Glücksspiel setzen und damit als jugendgefährdend einstufen. Das neue Gesetz würde auch für ein Verbot von Spielen mit dem Angebot von Lootboxen sorgen und dürfen nicht mehr für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren angeboten werden. Bisher halten sich Publisher wie Electronic Arts noch sehr bedeckt, denn immerhin bescheren ihnen die FUT-Lootboxen mehr als das Dreifache an Einnahmen gegenüber dem eigentlichen Verkauf von FIFA selber. Lootboxen müssen in Zukunft damit ersichtlich werden, was dem Käufer für Inhalte mit dem Erwerb geboten werden. Ob das neue Gesetz tatsächlich den gewünschten Schutz der Kinder und Jugend vermittelt, wird im Vorfeld schon heftig diskutiert. Wann das Gesetz in Kraft treten wird, ist bisher nicht bekannt.

Weitere Informationen zu dem Thema erhaltet bei WILDE BEUGER SOLMECKE.