Kaum zu glauben: Im Geschäft klang der hochwertige Over-Ear-Kopfhörer noch super. Online wird er von allen Experten als Referenz angepriesen. Doch wenn du das vermeintliche Klangwunder an dein Smartphone anschließt, hörst du statt sattem Sound nur ein leises Säuseln. Ist dein neuer Kopfhörer etwa schon kaputt oder gibt dein Smartphone bald den Geist auf? Die wahrscheinlichere Erklärung: Vielleicht ist die Impedanz des Kopfhörers zu hoch für die gewählte Musikquelle. Kann durchaus vorkommen – und viele Nutzer sind sich der Auswirkungen beim Kauf nicht bewusst.

Jetzt wird’s technisch: Die Impedanz (angegeben in Ohm Ω) ist ein Begriff aus der Elektrotechnik und beziffert bei kabelgebundenen Kopfhörern den elektrischen Widerstand der Schwingspulen im Schallwandler. Sie wird in der Fertigung mit einem normierten Tonsignal geprüft, damit der Kopfhörer die für ihn angestrebte „Nennimpedanz“ erreicht.

Um das zu verstehen, müssen wir uns die Bauweise eines Kopfhörers näher ansehen. Ein Kopfhörer erzeugt Schallwellen mithilfe von Membranen, die die Luftmoleküle in Schwingung versetzen. Diese Membranen im sogenannten Schallwandler werden durch einen Elektromagneten bewegt. Entscheidend ist hierbei die dazu notwendige Kupferspule (Schwingspule), die mit der Membran verbunden ist. Je leichter diese Spule ist (je dünner also der Draht), desto klarer und präziser kann der Schallwandler klingen.

Eine leichtere Spule geht allerdings einher mit einem höheren Widerstand, also einer höheren Impedanz. Darum ist es wichtig, an welches Gerät ein Kopfhörer angeschlossen wird: Nicht jede Quelle bringt die erforderliche Spannung mit, um diesen Widerstand des Kopfhörers zu überwinden und seine Membranen ordentlich in Schwingung zu versetzen.

Einfach ausgedrückt: Je höher die Impedanz, desto mehr Spannung ist nötig, damit der Kopfhörer laut genug klingt. Ein Smartphone oder Notebook bringt meist nicht so viel „Power“ mit wie ein moderner Hi-Res-Player oder eine Stereoanlage. Kopfhörer unter 100 Ω sind darum eher für den mobilen Einsatz gedacht. Kopfhörer über 100 Ω eignen sich hingegen gut für stationäre Systeme mit Kopfhörerverstärker oder werden im Profi-Bereich genutzt.

Eine hohe Impedanz macht an einer gut ausgestatteten Stereoanlage oder im Studiobereich nichts aus, da die Geräte hier meistens genug Spannung liefern. Aber an einem Mobiltelefon oder an einem Tablet sieht die Sache anders aus: Da klingt ein Kopfhörer mit hoher Impedanz oft zu leise. Ein mobiler Kopfhörerverstärker wie der beyerdynamic Impacto universal oder eben ein speziell für den mobilen Einsatz vorgesehener Kopfhörer wie der beyerdynamic Soul BYRD sorgen hier für satten Sound – auch unterwegs.
Als Faustregel gilt also: Kopfhörer mit höherer Impedanz bieten oft einen feiner aufgelösten Klang. Kopfhörer mit niedriger Impedanz kommen dafür besser mit Mobilgeräten wie Smartphones und Tablets zurecht.
Grob kannst du zwischen hoher und niedriger Impedanz unterscheiden. Üblich sind hier die Abstufungen 18 Ω, 32 Ω und 80 Ω im niedrigen Bereich. Im hohen Bereich sind 250 Ω üblich. Wenn du das Maximum aus deiner Anlage herausholen möchtest (und sie die entsprechende Leistung mitbringt), greifst du zu einem Modell mit 600 Ω.

Neben Trageart (Over-Ear, On-Ear, In-Ear) und Bauweise (geschlossen, halboffen, offen) oder Features wie Bluetooth und Active Noise Cancelling (ANC) sind auch die technischen Werte auf dem Datenblatt eines Kopfhörers wichtig. Überlege dir vor dem Kauf also, an welchen Geräten du den Kopfhörer hauptsächlich nutzt.

Und wenn deine Musik-Abspielgeräte zu Hause nicht die gewünschte Leistung bringen, kann ein zusätzlicher Kopfhörerverstärker wie der A 20 oder A 2 den Klang gehörig aufwerten. Unterwegs könnte ein mobiler DAC (Digital-Analog-Wandler) mit eingebautem Kopfhörerverstärker wie der Impacto universal für dich interessant sein. Wenn du diese Dinge beachtest, steht dem ungetrübten Musikgenuss mit deinem Kopfhörer nichts mehr im Wege.