Planet of Lana 2 führt uns zurück in eine faszinierende Welt voller Gefahren und visueller Wunder.
Auf der PS5 erleben wir ein beeindruckendes Abenteuer mit altbekannten Stärken und leichten Schwächen im Rhythmus. Unser Test verrät detailliert, ob die Fortsetzung des gefeierten Indie-Hits auf ganzer Linie überzeugt.
Ersteindruck
Eine emotionale Rückkehr auf einen vertrauten Himmelskörper
Zwei Jahre nach den Ereignissen des Vorgängers betreten wir in Planet of Lana 2 erneut den malerischen Planeten Novo. Die anfängliche Idylle trügt jedoch schnell, denn ein geheimnisvolles, toxisches Erz fällt aus dem All herab und versetzt ein kleines Kind (die Nichte unserer Protagonistin) in einen tiefen, unnatürlichen Schlaf. Um ein rettendes Heilmittel zu finden, brechen wir gemeinsam mit unserem treuen Begleiter Mui zu einer gefahrvollen Reise auf.

Wir spüren rasch, dass die kreativen Köpfe hinter dem Werk die erzählerische Tiefe massiv erweitern. Anstatt einfach nur vor anonymen Maschinen zu fliehen, tauchen wir tief in die komplexen gesellschaftlichen Strukturen dieser Zivilisation ein. Wir begegnen verschiedenen Fraktionen wie den naturverbundenen Wemari oder den rücksichtslosen Dijinghala, die ohne Rücksicht auf Verluste wertvolle Ressourcen abbauen.
Uns zueht diese dicht gewobene Erzählweise vom ersten Moment an in ihren Bann. Das Spiel nimmt sich ausreichend Zeit, um die veränderten Lebensumstände der Figuren zu etablieren.
Positiv fällt auf, dass die Umgebungen unheimlich lebendig wirken, weil wir in den Siedlungen ständig kleine Alltagsbeobachtungen machen. Weniger erfreulich empfinden wir allerdings den etwas zähen Einstieg. Die zahlreichen Zwischensequenzen zu Beginn bremsen unseren spielerischen Entdeckerdrang aus. Dennoch überwiegt die Neugier, denn die filmische Inszenierung baut eine enorme atmosphärische Dichte auf, die uns sofort wieder an den Bildschirm fesselt.

Gameplay
Rätselhafter Überlebenskampf mit tierischer Unterstützung
Im Kern bleibt Planet of Lana 2 ein klassischer Puzzle-Plattformer, der stark auf die Kooperation zwischen den beiden Hauptfiguren setzt. Lana agiert nun spürbar agiler als früher. Wir gleiten elegant unter Hindernissen hindurch, klettern rasanter an Klippen empor und schwimmen durch ausgedehnte Unterwasserpassagen.
Mui erweist sich ebenfalls als nützlicher denn je. Das winzige Wesen verfügt jetzt über die faszinierende Fähigkeit, bestimmte Kreaturen in der Wildnis zu hypnotisieren. Diese frische Mechanik bereichert das Rätseldesign ungemein. In einer besonders cleveren Passage steuern wir eine fremde Lebensform, um klebrige Fäden zu spinnen, die wir anschließend als begehbare Brücken nutzen oder gezielt entzünden, um uns lästige Wachtürme vom Hals zu schaffen. Solche Momente erfordern nicht nur logisches Denken, sondern auch präzises Timing, was uns ein ungemein befriedigendes Erfolgsgefühl beschert.
Es gibt sogar spezielle Abschnitte, in denen wir die direkte Kontrolle über den tierischen Begleiter übernehmen, was für eine willkommene Abwechslung sorgt.
Trotz dieser gelungenen Neuerungen stolpern wir beim Testen hin und wieder über strukturelle Hürden. Die schiere Masse an Kopfnüssen wirkt streckenweise schlichtweg überladen. Manchmal reiht sich eine Knobelei so dicht an die nächste, dass der eigentliche narrative Spielfluss ins Stocken gerät. Zudem fehlt es dem Abenteuer ein wenig an Mut zu völlig bahnbrechenden Innovationen. Viele Spielmechaniken erinnern uns unvermeidlich an Genre-Kollegen oder den direkten Vorgänger.

Dennoch bleibt der Überlebenskampf hochgradig motivierend, da die Mischung aus kniffligen Maschinen-Begegnungen, spannenden Schleichpassagen und fordernden Kletterpartien handwerklich makellos funktioniert. Die Rücksetzpunkte sind fair verteilt, sodass auch bei fehlerhaften Sprüngen niemals echter Frust aufkommt. Wir verbringen zudem gerne Zeit damit, die Areale nach versteckten Geheimnissen abzusuchen, die einen zusätzlichen Anreiz bieten, abseits des vorgegebenen Pfades zu wandeln.
Grafik & Sound
Wie gemalt
Wenn wir über Planet of Lana 2 sprechen, müssen wir zwingend die beeindruckende Präsentation hervorheben. Die handgezeichneten Kulissen entfalten auf der PS5 eine wahrhaftige optische Brillanz.
Wir reisen durch dichte, farbenfrohe Dschungelgebiete, erklimmen eisige Berggipfel und durchqueren staubige Wüstenlandschaften. Jedes dieser Biome besticht durch eine völlig unverwechselbare Identität.
Besonders beeindruckt uns der exzellente Einsatz von Parallax-Scrolling, wodurch die malerischen Hintergründe eine bemerkenswerte räumliche Tiefe erhalten. Der Titel wirkt oft wie ein interaktiver Animationsfilm. Die geschmeidigen Bewegungen der Charaktere und die liebevollen Details in der Levelarchitektur suchen aktuell ihresgleichen.
?Akustisch liefert das Werk ebenfalls auf dem höchsten Niveau ab. Der talentierte Komponist Takeshi Furukawa steuert einen orchestralen Soundtrack bei, der unsere Exkursion perfekt untermalt.
Die Melodien schwellen in dramatischen Gefahrensituationen gewaltig an und ziehen sich in melancholischen Augenblicken ganz sanft zurück. Obwohl die Figuren lediglich in einem fiktiven Dialekt kommunizieren, transportieren die hervorragenden Stimmen jede noch so winzige Emotion absolut glaubhaft in unser Wohnzimmer.
Auf der Contra-Seite müssen wir jedoch anmerken, dass die ästhetische Inspiration extrem offenkundig ausfällt. Die starken Anleihen an die weltberühmten Filme von Studio Ghibli oder an bekannte Science-Fiction-Universen springen uns förmlich ins Auge. Manchmal büßt der Titel dadurch ein kleines Stück seiner kreativen Eigenständigkeit ein.
Wir haben beim Erkunden hin und wieder das Gefühl, durch eine wunderschöne Hommage an die Popkultur zu spazieren, anstatt eine völlig autarke Welt zu erleben. Das ist zweifellos Kritik auf extrem hohem Niveau, aber ein Hauch mehr visuelle Originalität stünde dem ohnehin grandiosen Gesamteindruck sicherlich gut zu Gesicht.

Fazit
Ein fesselndes, aber streckenweise traditionelles Abenteuer
Planet of Lana 2 liefert uns im Grunde exakt das, was wir uns von einer hochwertigen Fortsetzung erhoffen, geht dabei allerdings nur wenige echte Risiken ein.

Wir genießen fast jede Minute in dieser wunderschön illustrierten Welt und erfreuen uns an der tiefgründigen Geschichte rund um Familie, Naturverbundenheit und technologischen Fortschritt.
Die PS5 stellt die farbenprächtigen Landschaften durchgehend flüssig sowie gestochen scharf dar, während die orchestralen Klänge für permanente Gänsehautmomente sorgen. Spielerisch überzeugen die frischen Talente der beiden Hauptfiguren vollauf, wenngleich das ununterbrochene Lösen von Umgebungsrätseln ab und zu den erzählerischen Motor leicht abwürgt.
Wir empfehlen diesen Titel wärmstens allen Liebhabern von atmosphärischen Plattformern, die extremen Wert auf eine makellose audiovisuelle Gestaltung legen. Wer hingegen auf bahnbrechende spielerische Revolutionen hofft, findet hier vermutlich nicht die Erfüllung all seiner Träume. Das Entwicklerteam verlässt sich spürbar auf das bewährte Erfolgsrezept und vermeidet drastische Experimente konsequent.
Trotz dieser marginalen Kritikpunkte bleibt am Ende ein großartiges Erlebnis stehen, das uns bis zur letzten Sekunde fest vor dem Bildschirm verankert. Die emotionale Odyssee beweist eindrucksvoll, dass moderne Videospiele wahre Kunstwerke darstellen.
Planet of Lana 2 ist ab sofort für Nintendo Switch · Nintendo Switch 2 · PlayStation 4 · PlayStation 5 · Windows · Xbox Series X/S erhältlich.







