Nicht mehr lange und die Playstation 5 kommt auf den Markt – und wie es scheint, gerade zur rechten Zeit. Aktuelle Zahlen zur Nachfrage nach Konsolen- und PC-Spielen zeigen, dass die Nintendo Switch der Playstation die Vormachtstellung langsam streitig macht. Dagegen scheint der PC als Gaming-Medium immer weiter verdrängt zu werden.

Nintendo Switch lässt PS4 im ersten Halbjahr 2020 hinter sich

Laut eines Artikels des Vergleichportals idealo zum Tag der Videospiele ist die Nachfrage nach Konsolenspielen in den letzten 5 Jahren insgesamt gestiegen. Eindeutiger Favorit waren dabei bis 2019 Spiele für die PS4. Als Nintendo im Jahr 2018 die Switch auf den Markt brachte, zeichnete sich allerdings bereits ein Machtwechsel ab: Die Nachfrage nach entsprechenden Spielen  entwickelte sich auf der Vergleichsplattform seit Beginn sehr schnell. Im ersten Halbjahr 2020 ließen sie dann erstmalig alle Konkurrenten – einschließlich Sony – hinter sich.

PC-Spiele: Kaum mehr gefragt?

Bei den PC-Spielen zeichnet sich laut idealo eher eine negative Entwicklung hinsichtlich der Nachfrage ab. Zwischen 2017 uns 2019 sank die Nachfrage um fast 30 Prozent. Verglichen mit PS4-Spielen verbuchten PC-Spiele über 70 Prozent weniger Nachfrage in den letzten fünf Jahren. Dieser Trend wird auch noch einmal bei einem Fünf-Jahres-Vergleich der beliebtesten Spiele, die sowohl für PC als auch für Konsole erhältlich sind, deutlich. Unter den Top 10 ist nicht ein Spiel dabei, dass häufiger in der PC-Version gefragt ist. Lediglich bei zwei Spielen – die SIMS und dem Landwirtschaftssimulator – ist das Verhältnis der Anteile einigermaßen ausgeglichen.

Spielt die Preispolitik bei der Nachfrage eine Rolle?

Man könnte vermuten, dass aufgrund der technischen und grafischen Weiterentwicklung der Spiele ein ebenso rasanter Anstieg der Preise stattfindet. Dem ist jedoch nicht unbedingt so. Stattdessen sind Spiele für die Klassiker Nintendo DS, PSP und die PS2  seit 2016 um bis zu 50 Prozent teurer geworden – die Preise von Spielen für die PS4, Xbox One und Nintendo 3DS sind hingegen in den letzten fünf Jahren durchschnittlich gefallen. Hier zahlt man heute bis zu 24 Prozent weniger. Bei den Preisen für PC-Spiele hat sich wiederum vergleichsweise wenig getan: Seit 2016 sind sie weitestgehend stabil geblieben. In konkreten Zahlen ausgedrückt, kosten sowohl PC- als auch ein Großteil der Konsolenspiele im Jahr 2020 durchschnittlich um die 30 Euro. Lediglich Spiele für Nintendo DS und PS2 fallen im Kostenvergleich aus dem Rahmen: Hier zahlt man durchschnittlich rund 60 bzw. 50 Euro für ein Spiel an. Das zeigt, dass der Preis offenbar keine Auswirkungen auf die Höhe der Nachfrage hat.

Zukunftstrend Streaming: Gefahr für die heimische Konsole?

Ob Konsolen auch in Zukunft noch zum beliebtesten Medium der Gamer zählen, bleibt fraglich: Laut Aussagen des Gameverbands wird das Cloud-Gaming einer der größten Trends in den nächsten Jahren sein. Die Giganten Sony, Microsoft und Google setzen dabei die entscheidenden Impulse. Der große Vorteil von Cloud-Gaming gegenüber der heimischen Konsole ist, dass auch anspruchsvolle Spiele auf alten Rechnern und Smart-TVs laufen. Mit der Einführung von 5G ist außerdem denkbar, dass die größten PC- und Konsolenspiele mobil auf dem Smartphone spielbar sind. Allerdings ist der Flaschenhals hier die Internetgeschwindigkeit, bei der es hierzulande nach wie vor viel zu häufig hapert.

Yasmine Moreau
Account-Managerin und Redakteurin, liebt die Schweizer Alpen und deren Schokolade, zockt auch gerne hin und wieder mal