Der Überraschungshit des Jahres 2022, PowerWash Simulator, bewies, dass die banalste Aufgabe – Reinigen mit Hochdruck – zu einem therapeutischen und tief befriedigenden Spielerlebnis werden kann.
Mit PowerWash Simulator 2 wagt Entwickler FuturLab Limited nun den zweiten Waschgang. Die gute Nachricht: Das Kerngefühl – das Ablösen von Schmutzschichten, bleibt erhalten. Die Fortsetzung ist, wie die Entwickler selbst andeuteten, mehr Evolution als Revolution und das ist genau richtig so.
Gameplay
Mehr Dreck, mehr Abwechslung
Der Kernreiz von Powerwash Simulator, nämlich das methodische Säubern und die Befriedigung des visuellen Fortschritts, bleibt in der Fortsetzung vollständig erhalten. Das Grundprinzip funktioniert nach wie vor fantastisch und vermittelt das geliebte Gefühl der Entspannung. FuturLab hat es geschafft, dieses bewährte Fundament zu nehmen und durch gezielte Ergänzungen zu vertiefen.
Die fiktive Kleinstadt Muckingham ist wieder dreckig, und zwar so richtig. Die neue Kampagne führt uns durch 38 Aufträge an noch skurrileren und komplexeren Orten als zuvor. Ein schmutzverkrusteter Zeppelin, ein verdrecktes Theater, ein sehr unhygenisches öffentliches WC oder gleich mehrere Parade-Wagen versprechen nicht nur größere, sondern auch vertikalere Herausforderungen.

Hier kommen die entscheidenden Neuerungen ins Spiel: das Abseil-Werkzeug und die Hebebühne. Endlich müssen wir nicht mehr mühsam auf Gerüsten balancieren, sondern können Wände elegant von oben nach unten reinigen oder uns in die Höhe befördern, um Dächer und schwer zugängliche Ecken zu erreichen. Diese Werkzeuge klingen nach kleinen Details, dürften aber im Spielverlauf einen signifikanten Unterschied in Sachen Komfort und Spielfluss ausmachen.
Ein weiteres cleveres Feature sind die mehrstufigen Aufträge. Einige Jobs enden nicht mehr, sobald das letzte Teilchen Schmutz entfernt ist. Stattdessen können sich Aufträge dynamisch erweitern, was die narrative Struktur der Kampagne noch dichter und überraschender gestaltet.
Die Fortsetzung hat erneut charmante und humorvolle kleine Hintergrundgeschichten zu bieten, die den ansonsten minimalistischen Putz-Alltag auflockern.
Schon beim ersten Blick auf das Spiel bemerken wir die tiefgreifende Verschiebung im Designfokus hin zur Verstärkung des „Cosy“-Faktors, der entspannten und heimeligen Atmosphäre, die das Spiel so beliebt gemacht hat.
Die Navigationsstruktur des Vorgängers, die stark auf simple Menüs setzte, weicht nun einer physischen „Home Base“. Hierbei handelt es sich um einen zentralen Hub, den wir zu Beginn unserer Karriere erwerben und anschließend durch das Abschließen von Aufträgen sukzessive mit Möbeln und Items personalisieren können.

Multiplayer
Komfort und Koop im Fokus
Der erste Teil glänzte bereits im Koop-Modus mit bis zu vier Online-Spielern, doch die Fortsetzung legt nach. Besonders hervorzuheben ist der neue lokale Split-Screen. Endlich können Couch-Koop-Fans gemeinsam mit einem Freund oder Partner die Hochdruckreiniger schwingen, ohne separate Konsolen oder PCs zu benötigen.
Auch online wurde der Koop-Modus verbessert: Der Fortschritt kann nun geteilt werden und ist nicht mehr nur auf den Host beschränkt, was das gemeinsame Abarbeiten der Karriere motivierender macht.

Grafik & Sound
Ein sehr ruhiges Erlebnis! Zu ruhig?
Technisch gesehen bietet die PS5-Version eine deutliche visuelle Aufwertung gegenüber dem Vorgänger, was sich in feineren Texturen und Objektdarstellungen manifestiert. Das Spiel läuft weitgehend stabil und strebt eine Bildrate von 60 FPS an.
In Sachen Sound steckt der wohl größte Kritikpunkt. Denn das Spiel bietet praktisch keinen Soundtrack. Die Abschluss-Credits sind der einzige Moment des gesamten Spiels, in der unsere Reise musikalisch begleitet wird. Bei den langen Wasch-Sessions herrscht hingegen absolute Stille. Alles was wir hören ist das gleichförmige Sprühgeräusch unseres Hochdruckreinigers und ein schrilles „Pling“ wenn wir ein Objekt komplett sauber bekommen haben.
Ich persönlich hätte mir mehr Abwechslung im Sound-Design gewünscht und einen richtigen Soundtrack in Form von musikalischer Untermalung. Als jemand mit Tinnitus-Geräusch im Ohr, wirkte das monotone Sprühgeräusch des Hochdruckreinigers nach einiger Zeit sehr unangenehm, weshalb ich mich gezwungen sah, meine Spielsitzungen mit meiner Spotify-App zu ergänzen.

Fazit
Ein Glanzstück für Fans von Cosy-Games
PowerWash Simulator 2 erfindet das Rad nicht neu, sondern poliert das Spielerlebnis nun noch etwas mehr. Die neuen Mechaniken (Abseilen, Hebebühne, mehrstufige Aufträge) sind sinnvolle Ergänzungen, die das Gameplay-Erlebnis des entspannenden Waschvorgangs vertiefen und komfortabler gestalten.

Das neue Seifen-System und die verbesserte Partikelphysik bieten zudem eine noch befriedigendere visuelle Rückmeldung.
Für Fans des Originals ist der zweite Teil ein Pflichtkauf, zumal der Preis von 24,99 € sehr fair und identisch mit dem Vorgänger ist. Aber auch Neueinsteiger, die eine meditative und entspannte Abwechslung vom stressigen Alltag suchen, finden in diesem Putz-Simulator wahrscheinlich den perfekten Ort, um Dampf abzulassen – im wahrsten Sinne des Wortes.
Wer sich nach der perfekten digitalen Entspannung sehnt und die pure Befriedigung des Vorher-Nachher-Effekts liebt, sollte den 23. Oktober 2025 fest im Kalender ankreuzen. PowerWash Simulator 2 scheint bereit, den Titel als König der Cosy-Games zu verteidigen.
PowerWash Simulator 2 erscheint am 23. Oktober 2025 für PC, PS5, Xbox Series S/X und Nintendo Switch 2.






