Heimkino

[ PREPARE FOR NEXT-GEN ] Welcher Fernseher sollte angeschafft werden?

Mit der Ankündigung einer Xbox Series X und der PlayStation 5 erwarten uns innovative Spieleerlebnisse, die regelrecht nach neuen Geräten für Bild und Ton schreien. Allen voran dürfte bei vielen Konsolengamer der Fernseher stehen. Nachdem uns das Zeitalter der Xbox 360 und PlayStation 3 den Flachbildfernseher nach Hause brachte, dürften sich wohl nur noch wenige an die klobigen Glotzen erinnern. Mit dem Lauf der aktuellen Konsolen gehören Full-HD-Auflösungen (1920 x 1080p) zum Alltag und die ersten Schritte mit einer Auflösung in 4K (3840 x 2160p) wurden getätigt. Hier fangen schon die ersten Probleme mit den Fachbegriffen an, denn 4K ist nicht gleich 4K und eher als UHD bekannt. So fassen wir alles mal grob zusammen ohne gleich mit Fachchinesisch um uns zu werfen. Hin und wieder hilft ein kleiner verständlicher Überblick.

Der Unterschied zwischen UHD und 4K

In den vergangenen Jahren preisten viele Fernsehhersteller ihre Geräte mit einer Auflösung in UHD an. UHD entspricht einer Auflösung von 3840 x 2160 Bildpunkten bei einem Verhältnis von 16:9. Dies entspricht 2 mal Full-HD mit 1920 x 1080 Pixeln und stellt kein wahres 4K dar, da eine Auflösung in 4K über 4.000 Pixel entsprechen muss. Diese Norm wurde einst vom amerikanischen Dachverband der Filmstudios festgelegt. Ein Fernseher mit echtem 4K bietet eine Bildschirmauflösung von 4096 x 2304 Pixeln. Letztendlich hat sich aber die UHD-Auflösung auf dem Markt mit 4K durchgesetzt. Bei Monitoren lassen sich noch die Auflösungen QHD und WQHD finden, die im Grunde die vierfache Auflösung von 720 Pixeln bieten (2.560 x 1.440p). Die heutige PlayStation 4 Pro bietet bei vielen Spielen diese Auflösung und es wird nur selten eine wahre UHD-Auflösung geboten. Schon seit der CES 2019 rückte vermehrt eine Auflösung von 8K in den Blickpunkt der TV-Hersteller. Hier können wir aber schon mal sagen: 8K steckt noch als Innovation in den Kinderschuhen und ist bisher nur für gut betuchte Käufer interessant. Auch wenn Sony und Microsoft bei der Next-Gen uns Spiele in 8K bieten wollen, werden noch viele Jahre und Spiele ins Land vergehen. Selbst auf dem Film-Heimkino-Markt gibt es noch keine 8K Filme zu kaufen. Auch hier sollte die Norm für 8K beachtet werden, die mindestens 8.000 Pixel verlangt. Aktuelle 8K-Geräte erreichen eine Auflösung von 7.680 x 4.320 Bildpunkten.

Was ist HDR, HDR10, HDR10+, dynamisches HDR und Dolby Vision ?

Mit dem Upgrade der PlayStation 4 als Slim und Pro oder der Xbox One mit den Kürzeln S & X, kam ein neuer Begriff auf die Gamer zu. Die Rede ist von HDR, High Dynamic Range. Auch hier ist HDR nicht gleich HDR! Es gibt Unterschiede, welche im ersten Moment nur schwer zuerkennen sind. HDR erzeugt einen hohen Dynamikumfang, der uns wesentlich besser beleuchtete Bilder bietet. HDR wird einem nur mit einer Fernseher geboten, der mindestens eine UHD-Auflösung bietet. Es gibt keine HD-Ready oder Full-HD Bildschirme auf dem Markt mit HDR. Um HDR auf einem Fernseher wiedergeben zu können, wird auch eine HDR-Quelle benötigt. So bieten Netflix und Prime Video vereinzelt Filme und Serien in HDR. Um von einer externen Quelle HDR nutzen zu können, muss das Gerät über einen HDMI-Standard HDMI 2.0a verfügen. Das gilt auch für das HDMI-Kabel. Hier bitte in den Spezifikationen genauer nachschauen, da viele Kabel sich als Ultra-HD bezeichnen und nur HDMI 2.0 bieten.

Bei HDR-fähigen Fernsehern werden das Kontrastverhältnis und der Farbraum erweitern, um ein realistischeres und natürlicheres Bild zu erhalten. Dabei bietet das einfache HDR einen 8-bit Farbraum und HDR10 einen 10-bit Farbraum, wobei den statischen Metadaten eine feste Tonwert-Mapping-Kurve zugeordnet wird und den kompletten Zeitraum eines Films oder Videospiels mit dem Dynamikumfang festlegen. Hier wird anhand einer Szene die höchsten Luminanz angewendet und nicht mehr verändert. Bei HDR10+, auch als dynamisches HDR bekannt, wird Szene für Szene angepasst, um die optimale visuelle Wiedergabe für jede Szene zu ermöglichen. Es ist somit besser auf ein 10-bit Panel/ Display mit HDR+ zu setzen. Viele Hersteller liefern zudem eine Helligkeitsinformation zu ihrem HDR. Das zeigt sich in den technischen Daten als Q-HDR, HDR 1000, HDR 1500 und mehr. Diese Angaben berufen sich auf den nit-Wert der Helligkeit und einige Hersteller machen leider keine Angaben dazu.

Bei Dolby Vision kommen viele schnell ins grübeln und verwechseln diese Norm zu gerne mit einem Audioformat. Dabei hat Dolby diese dynamische HDR Norm entwickelt um gemeinsam mit ihrem Dolby Atmos das Dolby Cinema zu schaffen. Das lässt sich ähnlich mit dem THX-Zertifikat vergleichen. Es müssen gewisse Normen erreicht werden: Es werden bis zu 12-bit Farbinformationen geboten, was praktisch ein HDR 10.000 ermöglicht. Bisher wird das aber von keinem Display erreicht. Gegenüber HDR10+ ist Dolby Vision keine offene, lizenzgebührenfreie dynamische Metadatenplattform und Hersteller müssen dafür bezahlen, was sich letztendlich im Kaufpreis auswirkt. Nach anfänglichen Standard sind viele Hersteller wieder davon abgekommen, ihre Geräte mit Dolby Vision zu zertifizieren. Da sich Dolby Vision nicht so richtig durchgesetzt hat, kann beim Kauf auch locker darauf verzichtet werden.

In den technischen Spezifikationen lässt sich beim HDR noch ein Begriff finden: HLG, Hybrid Log Gamma. Hybrid Log Gamma ist ein HDR-Format, das im Broadcast-Bereich Einsatz findet. Es kombiniert Videos mit Standarddynamikumfang und hohem Dynamikumfang in einem Feed, den HLG-kompatible Fernseher dekodieren und anzeigen können, während nicht kompatible Geräte ein Standard-Dynamik-Bild (SDR) zeigen. Theoretisch nicht wild, wenn es nicht dabei ist. Wer weiß ob unser deutsches Fernsehen vielleicht doch mal aufwacht, dann ist es gut es mit an Board zu haben.

LED, OLED, QLED, Full-Array-LED, Micro LED – welches Display ?

moderne OLED und QLED bietet die besten Werte und das beste Bild

Viele Hersteller machen zusätzliche Angaben zu ihren verbauten Displays und deren Technologie. Im Grunde basiert aber jeder Falchbildfernseher auf Basis der LCD-Technologie und wird durch unterschiedliche LED-Technologien im Hintergrund in der Helligkeit und den Schwarzwerten unterstützt. Obwohl es unterschiedliche Marken bei den Fernsehern gibt, so greifen alle nur auf den Massenmarkt von Displays zu. Zu den größten Display-Herstellern gehören eigentlich nur drei Firmen: LG, Samsung und Innolux. So zählt LG zu den größten Displayherstellern und beliefert Kunden wie Apple, HP, Dell, Sony, Toshiba, Philips, Lenovo, Acer und andere erstklassige Hersteller. Samsung beliefert sich selbst und kann auch einige erstklassige Hersteller als Kunden vorweisen, während Innolux ein Foxconn-Unternehmen ist und eher im Bereich Smartphones, Monitore und Tablets unterwegs ist aber auch chinesische TV-Hersteller beliefert. Zu dem weiteren Display-Produzenten gehören AU Optronics, BOE, Sharp, CPT, Toshiba, Tianma Microelectronics, Kyocera Corporation und Topfoison. Wer sich zum Beispiel für einen Sony, Panasonic oder Philips entscheidet, sollte zweimal hinschauen.

So kommen wir mal zur Technik: Ein OLED-TV ist aus heutiger Sicht die aktuellste Displaytechnik und leitet sich von der organischen Leuchtdiode ab. Durch ihre kostengünstige Herstellungsweise lassen sich OLED-Displays in zahlreichen Fernsehern finden. OLED ist aber auch die modernste Technologie und daher wesentlich teurer als ein LED-Fernseher. Ihnen wird nachgesagt, dass ihre Lebensdauer und Lichtausbeute jedoch noch geringer als die herkömmlicher Leuchtdiode ist. Neben dem OLED gibt es noch die Quantenpunkt-Leuchtdioden, auch als QLED bekannt. QLED-TVs werden nur noch von Samsung angeboten, was auch verständlich ist, da es eine Samsung-Technik ist. Ihnen wird der Punkt des Einbrennens nachgesagt. Obwohl nun OLED und QLED einiges nachgesagt wird, entwickeln sich bei Technologien weiter und daher fallen diese negativen Punkte weniger ins Gewicht. Das ist somit nicht abschreckend, da heute kein Fernseher mehr 20 Jahre durchhalten muss. Das liegt in erster Linie auch an der schnellen und wachsenden Technologie, die immer neue Standards und Normen hervorbringt. Hier sollte jeder selber entscheiden, da sowohl OLED als auch QLED mitunter in der Größe sehr teuer werden können. Alles unter 55 Zoll dürfte aber noch als bezahlbar bezeichnet werden. Neben den beiden gesellt sich noch Full-Array-LED hinzu. Viele OLED und QLED Fernseher bieten diese Hintergundbeleuchtung, während andere rein auf diese Technologie setzen. Der Unterschied eines reinen Full-Array-Displays zeigt sich in erster Linie beim Preis, da hier in der Größenordnung über 55 Zoll viel Geld gespart werden kann. Dafür müssen aber auch einige Abstriche gemacht werden, denn reine Full-Array-Fernseher erreichen nicht die Werte im Kontrast, Farbe, Helligkeit und Schwarzwerte wie ein OLED oder QLED. Als gute Alternative kann aber bedenkenlos zugegriffen werden. Ganz neu hingegen ist die Micro-LED Technik. Diese wird wohl in den kommenden Jahren die OLED und QLED Technik ablösen, ist aber heute noch nicht bezahlbar. Von einem reinen LED-Fernseher würden wir für die Next-Gen abraten, diese Technik ist ausreichend für Schlafzimmer und Hotels aber nicht um die Zukunft der Videospiele erleben zu können.

Für welche Display-Technologie man sich selber entscheidet, liegt wie immer im Auge des Betrachters da Markenliebe, Größe und Preis immer mit ins Gewicht fallen.

Größe und Preis

Wer sich einen neuen Fernseher anschaffen will, dem kann er sicherlich auch nicht groß genug werden. Dabei empfehlen wir eine Faustformel die sich aus der Diagonalen, Zoll-Angabe, eines Fernsehers zusammensetzt. So sollte der Sitzabstand sich im einfachen oder doppelten Wert der Diagonalen befinden. Beliebt sind derzeit die 55 Zoll Fernseher, welche sich mit LED-Technik schon für unter 500 Euro anbieten. Wer gerne einen modernen OLED oder QLED sich anschaffen will, sollte in der Größenordnung von 1000 Euro rechnen. Je nach Ausstattung mit HDR+ gibt es gute Geräte von namhaften Hersteller aber schon weit unter 1500 Euro. Besser ist es aber mit einem Budget von 2000 Euro in das Rennen zu gehen, da hier schon Geräte mit 65 Zoll erhältlich sind, wobei Samsung mit der QxxR-Serie als günstig bezeichnet werden kann. Alle anderen bieten ihre 65 Zoll Fernseher eher im Bereich von über 2000 Euro an und erreichen dabei die 3000er Marke ganz ohne Probleme.

die Marke und die Liebe

Bei der Marke eines TV-Herstellers füllt sich jeder bestimmt irgendwo zu Hause und so entscheidet neben der gemachten Erfahrung auch das eigene Herz mit. Wer schon einen Samsung gehabt hat und gute Erfahrung sammeln konnte, der wird wohl schwer an einem neuen Samsung vorbei kommen. Aktuell führt LG Displays ein wenig das Feld der gewonnen Preise und Auszeichnungen an, wird aber wegen des günstigeren Preises seiner Geräte von Samsung verfolgt. Danach ordnen sich Marken wie Sony und Panasonic ein, die sich auch nicht schämen müssen und für ihre Modelle Preise einheimsen konnten. Freunde von Panasonic müssen aber eindeutig mehr auf den Tisch legen als die Anhänger von Sony. Philips scheint zwar auch bekannt zu sein, kämpft aber gerade mit seiner Kundenzufriedenheit, da hier die Software die Kunden ihre Geräte zurück in den Laden tragen lässt. Es gibt sicherlich noch mehr Marken wie Grundig, Telefunken, Hisense, Medion oder Xiaomi, welche aber alle nur als nette preisliche Option in Betracht gezogen werden können. Die Entscheidung sollte im Fachhandel getroffen werden, wo auch eine Vielzahl an Geräten in den Vergleich gezogen werden können. Das Herz und das Auge des Betrachters entscheidet. Hier findet ihr die Links zu einigen Herstellern.

Sound und was sonst noch so dabei sein sollte

Sind wir doch mal ehrlich: Der Sound eines Fernsehers kann trotz tollen Lizenzen in keinster Weise einem Heimkino oder Soundbar das Wasser reichen. Obwohl viele Geräte schon das neuste Tonformat Dolby Atmos inbegriffen haben, kann darauf locker verzichtet werden. Es sollte eher darauf geachtet werden, dass der HDMI Audiorückkanal ein Dolby Atmos an einen AV-Receiver ausgeben kann, denn Dolby Atmos ist ein Tonformat mit Höhenlautsprechern und rückseitigen Surround. Ein Fernseher steht mit seinen Boxen vor uns und nicht über oder hinter unseren Ohren. Der Sound wird einfach wie er ist mitgenommen, denn im Laden kann er nicht als ausschlaggebendes Element gesehen werde. Daheim klingt es wieder anders! Zudem sollte Bluetooth mit dabei sein, da wir hier ganz kabellos Soundbars und mehr koppeln können. Ausreichend Anschlüsse an HDMI, ein Toslink sowie ein CI-Slot zum entschlüsseln schaden ebenso nicht, wie genügend Tuner für Satellit, Kabel und wer noch hat, Antenne.  Der Rest liegt im eigenen Ermessen, denn Smart-TV mit seinen zahlreichen Apps sind heute schon eine Selbstverständlichkeit.

Was ist nun wichtig für die Xbox und PS5 ?

HDR10+ !!!

Solltet ihr Fragen, Anliegen oder Tipps benötigen, schreibt es uns in die Kommentare. Wir geben gerne eine Antwort, können euch aber auch nur hilfreich zur Seite stehen. Euer Herz und Geld gehört euch und der Wille zur Entscheidung ist euch überlassen. 

 

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