Spiele Test

[ PREVIEW ] THE DIVISION 2 – nicht nur eine neue Stadt

Nach einem kurzen exklusiven Anspielen auf der Gamescom und einem Alpha-Test im Dezember, steht nun die Beta bereit. Klar, dass ich mir diese nicht entgehen lassen wollte, schließlich habe ich The Division auf der PlayStation 4 sehr gerne gespielt. Ob der zweite Teil nun seinen Ansprüchen gerecht werden kann, habe ich mir natürlich in Washington angesehen.

The Division 2 spielt diesmal in der Hauptstadt Washington, acht Monate nach The Division 1. Genauer gesagt am 4. Juli, dem großen amerikanischen Tag der Unabhängigkeit. Die eisigen Zeiten mit Schnee, Matsch und kräftigen Schneefällen sind vergessen, die Blumen wachsen aus jeder Strassenritze, die Wiesen erblühen und so zeigt sich Washington in einem wunderbaren Grün. Doch dazu komme ich noch später, denn das Wort Reizüberflutung wird wohl noch des Öfteren vorkommen.


Ersteindruck

Nachdem ich auf der Gamescom schon durch die National Mall laufen durfte, starte ich diesmal im President’s Park und kämpfe mich durch den Rosengarten, bis zum Weißen Haus durch. Dort angekommen, treffe ich auf das übelste Chaos und die erste Frage kommt auf: Was zum Henker haben die seit Weihnachten gemacht ? So scheint sich hier niemand verantwortlich zu fühlen, denn selbst die JTF düst durch die Flure und scheint mal gar keinen Plan zu haben. Nach einem kurzen Besuch im Oval Office und einen Blick auf den Resolute Desk, finde ich dann auch jemanden der mir etwas zur Lage der Nation sagen kann. Von der Story und Kampagne hält sich Ubisoft hier sehr bedeckt und spoilert so gut wie kaum etwas. Klar ist einem nur, Washington muss gerettet werden, denn der President und sein Gefolge haben sich komplett aus dem Staub gemacht.


Gameplay

The Divison 2 orientiert sich, im Bezug auf die Steuerung, sehr stark am ersten Teil und so bin ich, ohne mich umgewöhnen zu müssen, auch gleich mitten im Spiel . Sicherlich bleibt dabei die Frage offen: warum Massive Entertainment „das Klettern“ und „in Deckung gehen“ weiterhin ungünstig auf X und Kreis gelegt hat? Das „Schießen“ und „Interagieren“ bleibt im Groben das Selbe.  Schaue ich aber einmal ins Menü, so muss doch etwas mehr Zeit am Anfang investiert werden. Das Menü wurde zwar nicht grundlegend verändert aber mit einem gewissen, modernen Feinschliff versehen. Zu den auffallendsten Änderungen gehört die Charakterpersonalisierung. Hier geht es nun nicht mehr um Schusskraft, Zähigkeit und Elektronik, dies hat der Entwickler komplett über den Haufen geworfen. Dafür gibt es jetzt die Gear-Sets mit vielen Extras, welche mir gleich im 3er Pack weitere Vorteile bringen. Die Zeiten des Stürmers, Predators oder des Nomaden sind vorbei.

So ziehe ich, mit meinem ersten Ziel vor Augen, durch die Strassen von Washington bis ich am Grand Hyatt Washington Hotel angekommen bin. Auf dem Weg dahin und schon am Eingang, treffe ich immer wieder auf die erste Fraktion im Spiel. Die Hyenas sind in meinen Augen durchgedrehte grüne Stinker, die wohl Farbe mit Drogen mischen. Wie geistesgestörte Zombies, rennen sie mit ihren Gasmasken auf einen zu, um einen mit Pistolen, Schlagstöckchen und Messern zur Strecke zu bringen. Auffallend ist hier, dass diese Fraktion zum größten Teil aus weiblichen Charakteren besteht oder gar aus Diversen. Wer weiß, ganz bei Sinnen sind die auf keinen Fall. Die Fraktion der Hyenas wirkt in meinen Augen nicht mehr ganz so glaubwürdig und real. Hier wurde dann wohl doch etwas zu viel Mad Max geschaut. Die Outcasts und True Sons wirken da schon etwas glaubwürdiger und integrieren sich daher besser in das Spiel. Wer sich etwas Zeit nimmt, wird in der Beta auf sie treffen.

Grundlegend folgt der zweite Teil, dem Gameplay des ersten Teils. Es gibt Hauptmissionen und Nebenmissionen. Neu sind diesmal die Ausbauten der Siedlungen und weitere Kontrollpunkte. Hier bedienten sich die Entwickler ein wenig bei Ghost Recon Wildland, denn Nahrungsmittel-Konserven sowie Wasser sind nun eher Vorräte und können nicht mehr für den eigenen Bedarf verwendet werden. Diese Option der Müsliriegel wurde in The Division 1 sowieso kaum genutzt und daher bietet diese Änderung eine nette Ergänzung zur Unterhaltung an, um sich in Washington nicht eines Tages verloren vorzukommen. Die Frage, die hier aufgekommen ist: Wie nutze ich unterschiedliche Munitionsarten und gibt es nur einen Granatentyp ? Wie wechsle ich diese, da der Auswahl-Kreis über das Steuerkreuz einfach nicht zu existieren scheint? Mit den Endgame-Inhalten wird die Frage nach den Granaten dann auch geklärt, umständlich über das Menü können diese nur gewechselt werden.

…und keine Sorge, es gibt genügend Waffen, Waffen und noch mehr Waffen. Damit es nun im zweiten Teil von The Division nicht langweilig wird, hat Massive Entertainment das Angebot erhöht. So gibt es zahlreiche neue Waffen und natürlich auch Gadgets. Dabei verschwindet die beliebte „Heiler-Box“ und wird durch eine Drohne ersetzt. Aber auch über neue Spezialisierungen darf sich gefreut werden. So stehen einem jetzt neben der bekannten Kugel und dem Geschütz weitere Gadgets zur Auswahl. Diese standen zwar noch nicht alle in der Beta zur Verfügung, es reichte aber einen Überblick zu erhalten. Der schwedische Entwickler krempelte im Grunde das gesamte Angebot um und baute dies neu auf. So wird dem Spieler nicht nur ein neues Bild geboten, sondern auch neue Möglichkeiten und fördert somit insgeheim das Teamplay. Selbstverständlich wird es auch bei The Division 2 verschiedene Möglichkeiten geben , seinen Charakter optisch personalisieren zu können. Neben den schon angekündigten Extras an Paketen, werden durch eine Art „Lootbox“-System, verschiedene Klamotten, Brillen und mehr erspielbar und käuflich sein. Diese beschränken sich rein auf das optische Erscheinungsbild des Charakters und haben keinen Einfluss auf die Spielmechanik, Stärke oder andere spielrelevante Inhalte.


Grafik/ Sound

Bei The Division 2 kommt ebenfalls die hauseigene Snow Drop Engine zum Einsatz. Diese war im ersten Teil von einem schweren „Gendefekt“ geprägt und sorgte im Grunde nicht für eine einfache Fortsetzung, sondern für ein komplett neues Spiel. So zeigten sich in der Beta zwar hier und da noch einige grafische Missgeschicke aber im Großen und Ganzen erstrahlt The Division 2 in einem neuen Glanz. Auch wird den Spielern auf der PlayStation 4 nun ein 4K Bild samt HDR geboten. Sind wir aber ehrlich, so zeigt sich das wahre Bild als 1440p, mit der von Sony verwendeten Technologie schließlich in 2160p auf einem 4K Fernseher. The Division 2 kann sich aber mehr als nur sehen lassen. Es ist schicker und schon in der Beta wird deutlich, dass sich hier eine neue Engine zeigt, die auch gerne als Referenz für weitere Spiele gesehen werden kann. Washington wurde sehr glaubwürdig in Szene gesetzt und gleicht ein wenig einem Endzeit-Epos. Überflutete Kanäle, zugewachsene Strassen und zerstörte, mit Müll überhäufte Gewege prägen das Gesamtbild. Doch einige Dinge sind auch anders, z.B. begegnen uns kaum noch Passanten und Anwohner auf den Strassen. Ehrlich gesagt gibt es diese gar nicht mehr. So lassen sich von diesen auch kaum noch Leichensäcke oder Berge finden. Okay, mit der Beta erhält man sicherlich nur einen Bruchteil an Einblicken aber diese zwei Punkte sind mit doch prägend in The Division gewesen. Ein Spiel besteht nicht nur aus einem Bild und so zeigt Massive Entertainment, dass man in puncto Sound auch ordentlich eine Schippe obendrauf gelegt hat. Sicherlich wird hier auf eine interne Soundverbesserung wie sie z.B. in einem Battlefield mit dem Logitech G-Sound vorhanden ist, verzichtet, überzeugt aber mit einem ordentlichen Headset von der ersten Sekunde an. Es knallt, rattert und scheppert wie in einem Kiniosaal. Hören statt Sehen kann einen vor unliebsamen Überraschungen schützen.


Umfang

Im Vorfeld gab es viele Ankündigungen um den Spieler in The Division 2 bei Laune zu halten. So kommen alle weiteren DLCs kostenlos und ein Jahrespass ist geplant. Zudem möchte Massive Entertainment den Spielern Raids bieten, in diesen dann bis zu acht Spieler teilnehmen können. Bei der Kampagne sollen an die 40 Stunden bis zum Abschluss benötigt werden. Wer es hier etwas ruhiger angehen möchte, der braucht sicherlich wesentlich mehr Zeit dafür. Eines verdeutlichte die Beta aber jetzt schon, an Loot wird es Spiel kaum mangeln. Im Anschluß wartet auf einen dann das Endgame mit weiteren Herausforderungen. Wie diese sich im Detail zeigen werden, ist bisher leider nicht ganz offensichtlich. Ubisoft ist in letzter Zeit dafür bekannt geworden, ihre bestehenden Spiele mit jährlichen Season-Pässen auszustatten, statt neue oder weitere Spiele heraus zu bringen. So zieht sich ein Rainbow Six auch schon über Jahre hinweg. Ähnlich könnte es mit The Division 2 ebenfalls passieren. Was daraus aber letztendlich werden wird, weiß Ubisoft wohl selbst noch nicht.


Lohnt sich nun das Spiel ?

Mit dem Spiel The Division 2 setzen Massive Entertainment und Ubisoft einen aktuellen und modernen Maßstab in der Videospiele-Branche. Man erfindet The Division 2 nicht neu und das ist auch gut so. Die Schweden setzen in vielen Punkten nicht einfach nur den Schraubenschlüssel an um Feintuning zu betreiben. Nein, sie schreiben das Spiel gänzlich neu und gehen auf viele Kritikpunkte zum Vorgänger ein. Neueinsteigern  wird ein Besuch in Washington ebenso ermöglicht, wie dem eingefleischten SHD-Agenten. Wie es sich aber nun über die Dauer machen wird, hängt vom weiteren Content ab. Ubisoft hat viel versprochen, vielleicht sogar zuviel, denn die Sache mit den RAIDs und ihren acht teilnehmenden Gamern, zerbricht mir ein wenig den Kopf. Eine Empfehlung für alle New Yorker SHD-Agenten, oder jene die es gerne werden wollen. The Division 2 ist ein schönes Endzeit-Epos in der neuen Zeit. 

The Division 2 erscheint am 15. März. Durch eine Vorbestellung einiger Editionen ist ein früherer Zugang schon ab dem 12. März möglich.

 

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