Bild: GIANTS SOFTWARE

Project Motor Racing im Test – Wenn zwei Welten aufeinandertreffen

Giants Software ist ein Name, der untrennbar mit dem Farming Simulator verbunden ist. Seit über 15 Jahren begeistert das Schweizer Studio Millionen Spieler mit authentischen Simulationen rund um Landwirtschaft, Maschinen und Management. Ein verlässlicher Dauerbrenner, kontinuierlich weiterentwickelt und getragen von einer der engagiertesten Modding-Communities der Branche.

Dass ausgerechnet dieses Studio nun ein Rennspiel veröffentlicht, hätte vor wenigen Jahren wohl niemand erwartet. Doch mit Project Motor Racing eröffnet Giants ein völlig neues Kapitel – und zwar nicht allein. Für dieses Projekt haben sie sich erfahrene Rennspiel-Entwickler ins Boot geholt, darunter Ian Bell und Teile des Teams, das zuvor bei den Slightly Mad Studios (2019 von Codemasters übernommen) gearbeitet hat. Eine Schmiede, die mit Titeln wie GTR, Need for Speed Shift und vor allem Project CARS die moderne Sim-Racing-Landschaft maßgeblich geprägt hat. Heute bekannt als Straight4 Studios.

Diese Mischung aus landwirtschaftlicher Simulationsexpertise und Rennsport-Pioniergeist sorgte bereits auf der Gamescom 2025 für Aufsehen. Der Project-Motor-Racing-Stand war einer der am stärksten besuchten der Messe. Farming-Fans, Sim-Racer und neugierige Gaming-Besucher standen gemeinsam an, um einen ersten Blick auf das überraschende Projekt zu werfen. Man spürte sofort diese besondere Spannung, die entsteht, wenn etwas wirklich Neues entsteht – und gleichzeitig ein Hauch von Rennsport-Nostalgie in der Luft liegt.

Business-Stand auf der Gamescom – Entertainment-Arena bei uns auf Instagram.

Ersteindruck

Von der ersten Sekunde an wird deutlich, dass Project Motor Racing kein Nebenprojekt ist. Die Präsentation ist klar, modern und angenehm zurückhaltend – ohne unnötige Effekthascherei. Stattdessen herrscht eine Ästhetik vor, die an traditionelle Motorsport-Dokumentationen erinnert: aufgeräumt, fokussiert, technisch.

Die ersten Runden auf der Strecke bestätigen den positiven Eindruck. Das Fahrgefühl präsentiert sich überraschend ausgereift, ausgewogen und authentisch. Man merkt dem Spiel an, dass Entwickler mit echter Rennspielhistorie ihre Finger im Spiel hatten. Dennoch bleibt der Einstieg zugänglich. Kein überfordernder Simulationsschock, aber auch kein seichtes Arcade-Fahrverhalten: Project Motor Racing trifft eine Balance, die für viele Spieler genau richtig sein dürfte.

Startmenü – Unverspielt, gut aufgeräumt

Gameplay

Mit Controller

Schon mit einem einfachen Gamepad vermittelt Project Motor Racing ein sauberes, intuitives Handling. Beschleunigen, Bremsen, Einlenken – alles reagiert direkt, glaubwürdig und ohne künstliche Eingriffe. Fahrhilfen unterstützen behutsam, statt sich aufzudrängen. Wer mit Forza vertraut ist, findet sich sofort zurecht. Wer neu einsteigt, hat das Gefühl, das Spiel an die Hand zu bekommen, ohne bevormundet zu werden.

Mit Lenkrad

Mit einem Lenkrad erwacht das Spiel endgültig zum Leben. Das Force Feedback überträgt Unebenheiten, Lastwechsel und Traktionsverluste differenziert, aber nie überzogen. Es wirkt präzise, ehrlich und gut kalibriert. Sim-Racing-Erfahrene werden die Tiefe sofort spüren, Einsteiger gleichzeitig nicht abgeschreckt. Diese Balance haben schon große Rennspielserien versucht – und Project Motor Racing gelingt sie bemerkenswert gut.

Die Cockpitansicht ist nur eine von möglichen Ansichten

Grafik und Sound

Optisch präsentiert sich Project Motor Racing hochwertig, aber nicht überambitioniert. Die Fahrzeuge wirken detailliert, die Lacke reflektieren Licht glaubwürdig, und die Strecken sind voller kleiner Momente: Zuschauer, Banner, Boxenteams, die im Hintergrund arbeiten. Es ist kein überstilisiertes Hochglanz-Rennspiel – eher eines, das Wert auf Glaubwürdigkeit legt.

Der Sound ist ein echtes Highlight. Motoren klingen kräftig und charakteristisch, jedes Auto besitzt seine eigene akustische Identität. Reifen quietschen glaubwürdig, das Getriebe knarzt unter Last, Aerodynamikgeräusche entstehen bei hohen Geschwindigkeiten. Besonders mit Headset oder Lautsprechern mit guter Räumlichkeit entsteht eine fesselnde Soundkulisse, die die Rennatmosphäre perfekt ergänzt.

Langzeitmotivation

Project Motor Racing ist nicht nur als Rennspiel konzipiert, sondern als Plattform, die wachsen soll. Schon zum Start bietet es eine solide Auswahl an Fahrzeugklassen, internationalen Rennstrecken, einem klassischen Karriereaufbau und packenden Online-Wettkämpfen. Doch das Herzstück der Zukunft liegt eindeutig in der Modding-Fähigkeit.

Noch lassen sich Strecken udn Fahrzeuge an einer Hand abzählen, für den Anfang steht aber eine breite Auswahl an Klassen zur Verfügung

Die Engine von Giants Software ist modfreundlich – ein essenzieller Grund, warum der Farming Simulator seit Jahren ein Dauererfolg ist. Dieses Prinzip soll nun auf den Motorsport übertragen werden. Neue Fahrzeuge, zusätzliche Strecken, veränderte Physik, neue Wettbewerbsstrukturen, eigene Ligen – all das kann die Community nach und nach erschaffen.

Und man darf nicht vergessen: Ian Bell und Teile seines Teams kommen aus einer Zeit, in der Sim-Racing mit Community-Beteiligung lebte. Schon die Anfänge der Slightly Mad Studios waren von diesem Geist geprägt. Die Idee, ein Rennspiel gemeinsam mit der Community über Jahre weiterzuentwickeln, ist tief in ihrer DNA verankert. Genau hier trifft sie auf Giants, die seit Jahren beweisen, wie nachhaltig Community-Support funktionieren kann.

Die Wiederholungen dürfen natürlich nicht fehlen

Wenn Project Motor Racing sein Potenzial entfaltet, könnte es sich zu einem Rennspiel entwickeln, das nicht nach zwei Jahren wieder aus dem Fokus verschwindet – sondern über lange Zeit lebt, wächst und sich verändert.

Fazit

Project Motor Racing ist mehr als nur ein Rennspiel-Debüt von Giants Software. Es ist die Begegnung zweier Welten: die präzise, communitygetriebene Simulationskultur von Giants trifft auf die traditionsreiche Sim-Racing-Expertise ehemaliger Slightly-Mad-Studios-Entwickler.

Das Ergebnis ist ein Rennspiel, das gleichermaßen Einsteiger abholt, Sim-Racer herausfordert und Forza- oder Gran-Turismo-Fans neugierig macht. Es bietet ein ausgewogenes Fahrgefühl, eine stimmige Präsentation und einen Zukunftsplan, der dank Modding enormes Potenzial besitzt.

Project Motor Racing fühlt sich an wie der Anfang von etwas Großem. Ein Rennspiel, das nicht einfach „erscheint“, sondern wachsen will – zusammen mit der Community. Wenn Giants Software diesen Weg konsequent weitergeht, könnte der Titel zu einem langfristigen Fixpunkt im Rennspiel-Genre werden.

Ein echtes Highlight für alle, die Rennspiele lieben oder lieben lernen wollen.

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Seit Anbeginn der Datasette von Computergames begeistert. Spielt alles was sich bewegt und für Atmosphäre sorgt. Nimmt gerne Peripherie unter die Lupe und auch auseinander, es bleiben immer Schrauben übrig.