Mit Spider-Man Miles Morales schwingt sich der allseits beliebte Marvel-Held auf die ganz frisch erschienene PS5. Wir haben das Launch-Spektakel für euch getestet.

Ersteindruck
Superheld in Ausbildung

Vor rund zwei Jahren erschien mit Marvel´s Spider-Man eines der größten Hits der PS4-Generation. Als Peter Parker sich sein Kostüm überstreifte und sich als Superheld durch die Häuserschluchten Manhattans schwang, hatte uns sofort das Fieber gepackt. Neben der Batman Arkham-Serie ist es noch keinem Superhelden-Spiel zuvor gelungen, uns auf so hohem Niveau zu unterhalten. Pünktlich zum Start der PlayStation 5 erscheint mit Spider-Man Miles Morales ein vielversprechendes Spin-Of.

Peter Parker ist nicht das einzige Opfer eines Spinnenbisses, auch Miles Morales hat es erwischt. Der Teenager mit afro-lateinamerikanischem Hintergrund wurde in einem unachtsamen Moment von einer genmanipulierten Spinne gebissen. In der folgenden Zeit entwickelte er ähnliche Kräfte wie Spider-Man, den Miles sehr verehrt und ihn als großes Vorbild sieht.

Peter Parker ist bereits Anfang zwanzig und gibt sich deutlich reifer und erfahrener, sowohl als normaler Bürger New Yorks als auch als Superheld. Er nimmt den jungen Miles unter seine Fittiche und lehrt ihn, wie man den eigenen jugendlichen Leichtsinn im Zaum hält und seine inneren Kräfte entfesselt.

Miles wird sich seiner Rolle als Spider-Man immer mehr bewusst

Peter Parker verlässt New York und unternimmt einen Trip nach Europa. Die Zeit ist gekommen, dass wir als Miles in die Haut des zweiten Spider-Man schlüpfen. Und wie es der Zufall will, lassen die Widersacher nicht lange auf sich warten. Der zwielichtige Energiekonzern Roxxon möchte New York mit einer neuartigen Energiequelle mit Strom versorgen und ruft mit den „Underground“ gleich noch eine weitere Verbrecherbande auf den Plan. Bald darauf findet sich Miles zwischen den Fronten wieder und muss beweisen, dass er das Zeug zum Spider-Man hat.

Falls der Vorgänger aus dem Jahr 2018 an euch vorbeigegangen ist, stellt das gar kein Problem dar. Um die eigenen Wissenslücken zu füllen, existieren zwei Möglichkeiten. Entweder wir investieren rund 20 Euro mehr und erwerben die Ultimate Edition. Diese beinhaltet zusätzlich mit Marvel´s Spider-Man Remastered eine aufpolierte Fassung für die PS5. Wer kein Interesse daran hat, darf sich als zweite Option eine Rückblende anschauen, in der die Ereignisse aus dem Vorgänger in Kurzfassung gezeigt und geklärt wird, warum es neben Peter plötzlich einen zweiten Spider-Man gibt. Ohnehin verhält sich der Einstieg in Spider-Man Miles Morales sehr zugänglich.


Gameplay
(fast) alles beim alten

Das Gameplay hat sich zum vorangegangenen Hauptspiel nicht wesentlich geändert. Noch immer kloppen wir uns in schnellen Kämpfen und geschickten Moves durch die Gegnermeute. Die Steuerung geht dabei ziemlich flüssig und intuitiv von der Hand und wurde leicht verfeinert. Im Vergleich zu Peter besitzt Miles sogar noch zwei weitere Fähigkeiten. Die erste ist die sogenannte Venom-Attacke, die wir mit der Zeit aufladen und daraufhin unsere Feinde mit vernichtender Wucht einen Schlag verpassen, der selbst den hünenhaften Rhyno aus den Latschen kippen lässt.

Energiekonzern Roxxon scheint mehr im Schilde zu führen
Energiekonzern Roxxon scheint mehr im Schilde zu führen

Als zweites Ass im Ärmel besitzen wir zudem die Fähigkeit, uns kurzzeitig unsichtbar machen zu können. Auf diese Weise verschaffen wir uns in der Übermacht der Feinde etwas Luft oder schleichen unbemerkt an ihnen vorbei. Schleich-Abschnitte sind auch in Miles´ Abenteuer wieder enthalten. Aufgelockert wird das actionlastige Gameplay zudem immer wieder von kleinen Rätseln, in der wir meistens die Umgebung und unsere Venom-Fähigkeit benutzen sollen. Etwa, um einen Generator wieder mit Strom zu versorgen.

Die neun Distrikte Manhattans warten auch wieder mit allerlei Nebenmissionen auf uns, die sich Miles diesmal sogar per Spider-App direkt auf sein Smartphone senden lässt. Neben zufälligen Verbrechen lassen sich auch wieder die Herausforderungen finden, die quer über die ganze Stadt verteilt sind.

Fleißig zu sein lohnt sich, in drei Talentbäumen – eingeteilt in Kampf, Venom und Unsichtbar, lassen sich unsere Fähigkeiten mit jedem Levelaufstieg Stück für Stück verbessern. Und auch die Spider-Man Anzüge feiern ihr Comeback. Mit Miles lassen sich 20 verschiedene Anzüge freischalten, die wir mit zahlreichen Fähigkeiten-Skills weiter anpassen und auf unseren Spielstil ausrichten dürfen.


Grafik & Sound
Audiohaptisches Next-Gen Erlebnis

Getestet haben wir Spider-Man Miles Morales auf einer PS5-Konsole. Die Hardware der neuen Generation vermag das Großstadtleben im New Yorker Manhattan so überzeugend abzubilden, wie noch nie zuvor. Die verschneiten Straßen wirken deutlich lebhafter als im PS4-Vorgänger. Selbst feine Texturen wie Hautpartien, Haare und die verwebten Textilien des Spider-Man Anzugs sind verblüffend klar zu erkennen. Die PS5-Version bietet zudem zwei Grafik-Modi. Im ersten erleben wir das Spiel mit bestmöglicher Grafikqualität samt Raytracing bei 30 fps. Raytracing ist dabei ein neuartiges und rechenintensives Verfahren, um Licht, Lichtquellen und deren Reflexionen in Echtzeit zu berechnen. Dadurch entsteht der Eindruck einer besonders natürlichen Lichtstimmung.

Die Charaktermodelle sind unheimlich detailreich gelungen

Der zweite Grafik-Modus schaltet das Raytracing aus und ermöglicht es, dass wir das Spielgeschehen in 60 fps erleben dürfen. Im Pausenmenü lässt sich jederzeit zwischen beiden Modi hin und her schalten.

Auch der DualSense-Controller wird mit seinen haptischen Funktionen immer wieder geschickt eingesetzt und greift dem Audio-Erlebnis unter die Arme, wodurch sich ein überzeugendes „Mittendrin-Gefühl“ einstellt. Wenn wir durch die Häuserschluchten schwingen, spüren wir bei jedem Faden, den wir verschießen, einen leichten Widerstand und wenn wir beispielsweise knapp an fahrenden Autos vorbeischwingen, hören wir den Windzug nicht nur in unseren Ohren, wir spüren ihn auch über den Controller in den Händen. So verhält es sich auch mit der Venom-Fähigkeit, die wir deutlich in unseren Händen spüren, wenn Miles die Attacke entlädt.


Fazit
Der kleine Spider-Man brauch sich vorm großen nicht zu verstecken

Spider-Man Miles Morales ist ein tolles neues Abenteuer aus dem Spider-Man Universum. Besonders mit Miles bekommen wir einen sympathischen Helden geliefert, der uns auf gleiche Weise ans Herz wächst wie Peter. Die Stärken des Hauptspiels wurden konsequent weitergesponnen und leisten sich kleine Neuerungen. Dennoch fühlt sich das Spiel insgesamt mehr wie ein Add-On an als mehr als ein eigenständiges Spiel.

Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Mit Spider-Man Miles Morales feiert die PS5 einen fantastischen Einstieg und die Sony-Studios zeigen einmal mehr, dass sie nicht müde werden uns mit tollen Spielen zu beliefern.

Marvel's Spider-Man: Miles Morales - [PlayStation 5]
798 Bewertungen
Marvel's Spider-Man: Miles Morales - [PlayStation 5]
  • Erlebe den Aufstieg von Miles Morales
  • Das neueste Abenteuer im Spider-Man-Universum weiß mit einer brandneuen Story aufzuwarten
  • Detaillierte Charaktermodelle und verbesserte Grafik im Spiel lassen die Abenteuer von Miles Morales als Spider-Man noch realistischer erscheinen