Sony Interactive Entertainment sorgt kurz vor dem Frühjahr 2026 für wenig Begeisterung in der Gaming-Community: Ab dem 2. April steigen weltweit die Preise für die PlayStation 5, die PlayStation 5 Pro sowie den PlayStation Portal Remote Player. Besonders in Europa wird der Aufschlag deutlich spürbar – und markiert eine Entwicklung, die es so in der Konsolengeschichte nur selten gab.
Statt wie üblich im Laufe ihres Lebenszyklus günstiger zu werden, entfernt sich die PS5 preislich immer weiter von ihrem ursprünglichen Einstiegspunkt. Zum Launch im Jahr 2020 lag die Standard-Version noch bei 499,99 Euro, die Digital Edition sogar bei 399,99 Euro. Nach einer ersten Anpassung im Jahr 2022 kletterten die Preise bereits auf rund 549,99 Euro beziehungsweise 449,99 Euro. Mit der neuen Erhöhung liegt die klassische PS5 nun bei 649,99 Euro, während die Digital Edition 599,99 Euro kostet. Die PS5 Pro durchbricht mit 899,99 Euro endgültig die Grenze zur High-End-Hardware.
Damit ist die Konsole heute rund 150 Euro teurer als zum Marktstart – ein ungewöhnlicher Kurs in einer Branche, die traditionell auf sinkende Preise setzt, um möglichst viele Spieler ins Ökosystem zu holen.

Sony selbst verweist auf die angespannte globale Wirtschaftslage. Inflation, volatile Wechselkurse und steigende Produktionskosten würden den gesamten Elektroniksektor belasten. Tatsächlich zeigt sich dieser Trend nicht nur bei Konsolen, sondern auch bei Grafikkarten, Smartphones und anderen Hardware-Komponenten. Besonders entscheidend sind dabei die Kosten für Halbleiter – und hier kommt ein Faktor ins Spiel, der für Gamer oft unsichtbar bleibt: der Arbeitsspeicher.
Moderne Konsolen wie die PS5 setzen auf schnellen GDDR6-Speicher, dessen Preisentwicklung in den letzten Jahren stark schwankte. Während zwischen 2023 und 2024 noch ein Überangebot für sinkende Preise sorgte, hat sich der Markt inzwischen gedreht. Große Hersteller haben ihre Produktion gedrosselt, gleichzeitig steigt die Nachfrage – nicht zuletzt durch den Boom rund um KI-Hardware und Rechenzentren. Das Ergebnis: Die RAM-Preise ziehen wieder deutlich an.
Für Unternehmen wie Sony bedeutet das steigende Stückkosten bei einer der zentralen Komponenten jeder Konsole. Zusammen mit höheren Energie- und Logistikkosten ergibt sich ein Gesamtbild, das Preiserhöhungen aus Herstellersicht zunehmend plausibel macht – auch wenn sie für Endkunden schmerzhaft sind.
Neben den Konsolen selbst betrifft die Anpassung auch Zubehör. Der PlayStation Portal Remote Player steigt in Europa auf 249,99 Euro und unterstreicht, dass selbst Peripheriegeräte nicht mehr von der Kostenentwicklung verschont bleiben.
Für Gamer hat das konkrete Folgen: Der Einstieg in die aktuelle Konsolengeneration wird teurer, spontane Hardware-Upgrades weniger attraktiv. Gleichzeitig nähert sich das Preisniveau immer stärker dem PC-Gaming an – insbesondere mit Blick auf die PS5 Pro, die sich klar im Premiumsegment positioniert.
Die aktuelle Entwicklung deutet auf einen strukturellen Wandel hin. Konsolen waren lange Zeit vergleichsweise günstige Einstiegsgeräte, die über Softwareverkäufe querfinanziert wurden. Doch steigende Komponentenpreise – insbesondere bei RAM und Chips – könnten dieses Modell zunehmend unter Druck setzen.
Ob sich dieser Trend fortsetzt, dürfte stark von der weiteren Entwicklung der globalen Wirtschaft und des Halbleitermarktes abhängen. Für den Moment gilt jedoch: Wer auf fallende Preise gehofft hat, muss seine Erwartungen wohl neu justieren.







