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QNAP TS-233 im Test: Der einfache Einstieg ins eigene NAS-Universum

Kennt ihr das auch? Man sucht Fotos oder Dokumente und ist sich absolut sicher, die Dateien abgespeichert zu haben – auf dem Laufwerk des heimischen PCs ist aber erst mal nichts zu finden. Dann geht es los, die Schublade mit losen USB-Sticks und externen Festplatten zu durchwühlen. Eine zeitraubende Arbeit, bei denen die Datenträger nacheinander angeschlossen und durchsucht werden müssen. An dieser Stelle für alle Daten-Chaoten unser Tipp für das kostenfreie und mächtige Suchtool EVERYTHING, das ihr bei allen gängigen Downloadportalen bekommt.

Spätestens wenn mehrere Geräte im Haushalt auf dieselben Daten zugreifen sollen, zuverlässige Backups unverzichtbar sind oder auch von unterwegs Zugriff auf die eigenen Dateien möglich sein soll, ohne auf einen kostenpflichtigen Cloud-Service zurückgreifen zu müssen, wird ein NAS interessant. Genau hier setzt das QNAP TS-233 an. Das kompakte 2-Bay-System richtet sich klar an Einsteiger und Heimanwender, will aber gleichzeitig genug Funktionen mitbringen, um nicht schon nach wenigen Wochen an Grenzen zu stoßen.

Unter der Haube arbeitet ein 64-Bit-ARM-Quad-Core-Prozessor vom Typ Cortex-A55 mit 2,0 GHz, dazu kommen 2 GB Arbeitsspeicher, die allerdings nicht erweiterbar sind. Das TS-233 ist damit kein Leistungsmonster für große Business-Cases, will aber ein sehr ordentlich ausgestattetes NAS für Backups, Medienverwaltung, Dateifreigaben und den privaten Cloud-Einsatz sein. Wie sich der kompakte und preisbewusste Netzwerkspeicher im Alltag schlägt, verraten wir euch jetzt in unserem ausführlichen Test.

Unser Testmodell in Weiß hält sich optisch angenehm zurück. Das TS-233 ist kompakt gebaut und nimmt auf dem Schreibtisch oder im Regal nicht viel Platz weg. Die rechteckige Bauform erlaubt einen aufrechten Stand oder das Legen auf eine Seite, die zahlreichen USB-Anschlüsse bleiben immer gut erreichbar, wenn zusätzliche Geräte wie externe Datenträger oder Kameras verbunden werden sollen.  Der Lieferumfang ist übersichtlich: Neben dem TS-233 sind das Netzteil, ein Netzwerkkabel, eine gedruckte und sehr sinnvoll aufgebaute Schnellanleitung sowie ein Satz Schrauben zur Installation der internen Festplatten dabei. Das ist ausreichend, um sofort loslegen zu können. Zur Einrichtung kommen wir aber gleich noch mal explizit.

Technisch ist das System grundsolide aufgestellt. Der Quad-Core-ARM-Prozessor bringt genug Leistung für typische Alltagsaufgaben mit, während QTS als Betriebssystem den eigentlichen und beachtlich hohen Funktionsumfang liefert. RAID 0, RAID 1, JBOD und Einzelvolumes erlauben es, das System entweder auf Tempo, Datensicherheit oder mit einem zusammengelegten Volume maximale Flexibilität auszulegen. Dazu kommt AES-256-Bit-Verschlüsselung, was vor allem dann interessant ist, wenn auf dem NAS nicht nur eine Fülle an Urlaubsfotos und Videos, sondern auch sensible Dokumente oder persönliche Arbeitsdaten landen. Was uns noch positiv aufgefallen ist: Der verbaute Lüfter der beim Dauerbetrieb auch im Hochsommer für kühle Temperaturen im Innern sorgt, ist tatsächlich Flüsterleise –  auch unter Last.

Die Grenzen des Systems müsst ihr aber realistisch einschätzen: Mit nur 2 GB RAM und ohne eine Erweiterungsmöglichkeit des Arbeitsspeichers ist das TS-233 nicht für besonders große Multiuser-Szenarien oder komplexe Serverrollen gedacht. Für typische Heimanwendungen aber mehr als nur ausreichend und ein sinnvoller Kompromiss aus Preis, Stromverbrauch und Bedienbarkeit. Der aktuelle Straßenpreis liegt bei ca. 250 Euro, das ist unserer Meinung nach eine überschaubare Investition. Aber ihr dürft nicht vergessen, dass ihr mindestens eine, besser noch zwei, Datenträger braucht, um das NAS in Betrieb zu nehmen.

Installation und Einrichtung

Besonders positiv fällt auf, dass QNAP den Einstieg sehr zugänglich gestaltet: Festplatten einsetzen, NAS mit Strom und Netzwerk verbinden, Gerät hochfahren und anschließend über das lokale Netzwerk einbinden. QNAP bietet dafür mit einer  Cloud-Installation über myQNAPcloud einen Weg an, bei dem das Gerät über den Cloud Key erkannt und schrittweise eingerichtet wird. Dabei wird automatisch die am besten geeignete Verbindungsmethode ermittelt, LAN wird bevorzugt, und im weiteren Verlauf meldet ihr euch mit einer QNAP-ID an, die ihr vorher anlegt.

Die erste Hürde, die Installation von Datenträgern und Einbindung ins heimische Netzwerk, ist extrem benutzerfreundlich aufgebaut und für uns ein echter Pluspunkt. Das weiße Plastikgehäuse wird nur von einer zentralen Schraube verschlossen und der Deckel lässt sich einfach abnehmen. In den beiden Einschüben können 3,5 Zoll oder 2,5 Zoll Datenträger genutzt werden. Sind diese einmal fest verschraubt, lassen sich diese jederzeit mit einem Handgriff ein- und ausstecken. Zu unserem Test haben wir zwei 2,5 Zoll SSD-Platten mit je 1 TB Kapazität genutzt. Für durchschnittliche Datenmengen mehr als genug, um die eigenen Dateien an einem zentralen Ort abzulegen.

Soll das NAS hauptsächlich zur Verteilung von Medien, wie Filme oder großen Musiksammlungen mit niedriger Komprimierung dienen, verbaut man am besten gleich HDDs mit hoher TB-Speicherkapazität. Natürlich bleibt das TS-233 immer noch etwas technischer als eine einfache USB-Festplatte, aber QNAP nimmt einem bei der Ersteinrichtung viel von der Hürde ab.

Wer schon einmal einen Router eingerichtet, ein Benutzerkonto angelegt oder eine App installiert hat, wird sich hier in der Regel gut zurechtfinden. Nach dem Einbau der Festplatte(n) und dem Anschluss an eine Steckdose sowie der Verbindung mit eurem Router oder einem Switch, startet ihr den Download des praktischen Tools Qfinder Pro. Die Hardware wird direkt erkannt und ein Assistent führt euch Schritt für Schritt durch die Einbindung ins Heimnetzwerk, der Einrichtung eines Hauptnutzers sowie die Formatierung der Festplatten. Achtung: Seht zu, dass sich keine wichtigen Daten mehr darauf befinden.

Alltag und Nutzen

Der größte Vorteil eines NAS wie dem TS-233 ist aber nicht die nackte Hardware, sondern der praktische Nutzen im Alltag. Zentrale Backups, Dateien liegen an einem festen Ort und die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass wichtige Daten nur noch auf einem alten Laptop oder einer fast vollen Smartphone-Speicherkarte existieren. Das klingt jetzt erst einmal unspektakulär, ist aber genau die Art von Technik, die erst dann richtig geschätzt wird, wenn sie still und zuverlässig ihren Dienst verrichtet.

Hinzu kommt, dass QNAP mit QTS und myQNAPcloud den Blick über das reine Speichern hinaus öffnet. Wer möchte, kann das TS-233 nicht nur als Datengrab, sondern als persönliche Cloud, Backup-Zentrale oder Netzwerkablage für den gesamten Haushalt nutzen. Für Power-User mag es stärkere Modelle im QNAP-Portfolio geben, doch gerade für Einsteiger ist das TS-233 oft die vernünftigere Wahl, weil es nicht mit unnötiger Komplexität erschlägt.

Bevor jetzt aber der Eindruck erweckt wird, das NAS ist kaum mehr als ein Cloud-Ersatz, um Dateien zu lagern und bei Bedarf aufzurufen: Ein richtiger Mehrwert steckt im umfangreichen Qnap-APP-Bereich. Hier habt ihr eine sehr große Auswahl an Dienstprogrammen, mit denen sich der Funktionsumfang erheblich erweitern lässt. So lassen sich nicht nur Backup-Lösungen automatisieren oder externe Datenträger einbinden, sondern beispielsweise auch USB-Kameras angeschlossen und so eine Videoüberwachung eingerichtet werden.

Fazit

Bild: Genesis

Im Praxistest zeigt sich, wie sinnvoll ein Gerät wie das TS-233 für private Nutzer sein kann. Statt Dateien zwischen Notebook, Smartphone, externer SSD und Cloud-Diensten zu verteilen, bekommt man einen zentralen Ort für Daten, auf den mehrere Geräte zugreifen können. Fotosicherung, Dokumentenablage, Familienarchiv oder Medienserver lassen sich damit strukturiert organisieren und gegen Verlust sichern.

Das QNAP TS-233 ist kein High-End-NAS für Spezialisten, sondern eine angenehm bodenständige Lösung für Heimanwender, Familien und Einsteiger, die ihre Daten sauber, sicher und zentral organisieren möchten. Die Hardware reicht für typische Alltagsaufgaben völlig aus, die Installation ist erfreulich zugänglich und das System bringt eine Fülle von Funktionen mit, die ein modernes NAS im privaten Umfeld wirklich sinnvoll machen. Wer also genug davon hat, Fotos, Dokumente und Backups auf zu vielen Geräten und Datenträgern zu verteilen, bekommt mit dem TS-233 einen kompakten, praktischen und anwenderfreundlichen Einstieg in die NAS-Welt.

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