Razer Kiyo V2 im Test – Starke Bildqualität für Streamer und Creator

Content Creators und Streamer benötigen gute Kameras aber Webcams waren lange eher weniger gut dafür geeignet, vor allem weil sie oft weniger lichtstarke Sensoren und eine geringe Abbildungqualität hatten. Langsam erkennen viele Hersteller aber den Markt und bieten bedeutend hochwertigere Technik an. So stellen wir heute mit der Razer Kiyo V2 ein wahres Prachtexpemlar vor.

Lieferumfang und Verarbeitung
Schwer in der Hand, stark im Auftritt

Der Karton kommt in den typischen Razer Farben daher. Die Kiyo V2 liegt uns in der White Edition vor. Im Lieferumfang befinden sich die Kamera, ein etwa 1,5 Meter langes, angenehm dickes USB-C-Kabel sowie eine Kurzanleitung. Die Kamera wirkt insgesamt recht wuchtig, sowohl in den Abmessungen als auch beim Gewicht. Die Haptik beim Auspacken ist direkt überzeugend und vermittelt eine hohe Wertigkeit.

Der runde Rahmen der Ultraweitwinkel-Linse misst etwa 5,5 cm im Durchmesser und orientiert sich optisch klar an klassischen Kameraobjektiven. Auf dem äußeren Ring sind technische Daten aufgedruckt: eine Blende von f/2.0 sowie eine Brennweite von 3,0 mm, was in etwa 20 mm im Vollformat entspricht. Besonders praktisch ist der gerändelte Drehring am Rand des Objektivs, mit dem sich die Linse mechanisch verschließen lässt. Das Hauptgehäuse besteht aus Metall und misst etwa 11,5 cm in der Länge sowie rund 2,5 cm in Breite und Höhe. Montiert ist die Kamera auf einer Universalhalterung mit Dreh- und Kippgelenk. Sie lässt sich problemlos an Monitoren befestigen oder über das integrierte ¼-Zoll-Gewinde auf Stativen und Halterungen montieren. Alle Auflageflächen sind gummiert und sorgen für einen sicheren Halt.

Technische Details und Software-Features
Moderne Technik trifft smarte Automatik

Die Razer Kiyo V2 richtet sich klar an Streamer und Content Creator und kombiniert klassische Kameratechnik mit modernen KI-Funktionen. Herzstück ist ein 8,3 Megapixel Sony STARVIS Sensor, der Aufnahmen in bis zu 3840 x 2160 Pixeln bei 30 Bildern pro Sekunde ermöglicht. Alternativ stehen 1920 x 1080 Pixel mit bis zu 60 FPS für flüssigere Bewegungsdarstellung zur Verfügung. Unterstützt werden gängige Videoformate wie MJPEG, YUY2 und NV12, was eine breite Kompatibilität mit Streaming- und Recording-Software gewährleistet. Das integrierte Ultraweitwinkelobjektiv bietet ein Sichtfeld von rund 93 Grad und eignet sich damit auch für größere Bildausschnitte. Trotz des großen Sichtfeldes hält sich die typische Randverzerrung vieler Ultraweitwinkel-Webcams erfreulich in Grenzen. Ein kontinuierlich arbeitender Autofokus sowie HDR-Unterstützung bei 30 FPS sorgen für eine bessere Bilddynamik. Ergänzt wird die Ausstattung durch zwei omnidirektionale Mikrofone mit 16 Bit und 48 kHz, die für grundlegende Sprachübertragung ausgelegt sind. Vor unserem Test gab es zudem ein Firmware-Update, da Razer bereits mehrere Optimierungen für Stabilität und Kompatibilität bereitstellt.

Ein zentraler Bestandteil der Razer Kiyo V2sind die KI-Features. Das Auto Framing nutzt digitales Tracking, um das Gesicht automatisch zu erkennen und im Bild zu halten. Hinzu kommen automatische Anpassungen von Belichtung, Weißabgleich und Rauschreduzierung. Funktionen wie Hintergrundunschärfe, Hintergrundersatz und Segmentierung ermöglichen zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten. Über Software wie Razer Synapse oder Camo Studio lassen sich neben den Automatikfunktionen auch manuelle Parameter wie ISO, Verschlusszeit und Weißabgleich einstellen. Die Verbindung erfolgt über USB Typ C mit USB 3.0 Unterstützung. Die Kamera kann zudem softwareseitig virtuelle Kamerapositionen speichern und per Hotkey wechseln. Ein feature dass für Streamer sicher interessant ist. Für Camo Studio liegt sogar ein dauerhafter Lizenzschlüssel bei. Insgesamt bietet die Kamera eine starke Kombination aus Auflösung, automatisierter Bildverarbeitung und flexibler Softwaresteuerung. Allerdings sind viele dieser Funktionen inzwischen auch bei anderen Herstellern zu finden.

Videoqualität und Mikrofon
Scharfes Bild bei gutem Licht

Die Videoqualität der Razer Kiyo V2 überzeugt. Im Vergleich zu anderen Modellen in einer ähnlichen Preisklasse liefert sie in vielen Situationen ein sichtbar besseres Bild. Der Sony STARVIS Sensor zeigt seine Stärke vor allem bei guter Ausleuchtung, wo ein scharfes und detailreiches Bild entsteht. Auch die Farbgebung ist sehr natürlich und liefert natürliche Hauttöne und ein hervorragendes Gesamtbild. Der Autofokus arbeitet zuverlässig und hält das Gesicht stabil im Fokus. Bei schlechteren Lichtverhältnissen fängt er jeodhc merklich stärker an zu pumpen und es zeigt sich die typische Schwäche kleiner Sensoren. Das Bildrauschen nimmt zu und feine Details gehen verloren. Auch im 4K-Modus ist dies unvermeidlich. Dennoch bleibt die Qualität größtenteils absolut brauchbar. Für Streaming empfiehlt sich jedoch klar der Einsatz eines zusätzlichen Face Lights. Bei den Frameraten ergibt sich ein gemischtes Bild. 60 FPS sorgen zwar für eine flüssigere Darstellung, gleichzeitig wirken schnelle Bewegungen leicht weichgezeichnet. Ein klarer Vorteil gegenüber 30 FPS ergibt sich dadurch nicht in jeder Situation. Im Test kam es zudem zu kleineren Softwareproblemen. Während die Kamera im 4K-Modus in Razer Synapse erkannt wurde, ließ sie sich im Camo Studio zeitweise nicht auswählen. Später trat das Problem umgekehrt auf. Erst ein Neustart beider Programme sorgte für eine stabile Verbindung. Der HDR-Modus verbessert den Dynamikumfang sichtbar, ohne die Bildqualität negativ zu beeinflussen. Helle Bereiche wirken kontrollierter, während Details in dunklen Bildbereichen besser erhalten bleiben. Im direkten Vergleich kann sich die Kiyo V2 gegen Modelle wie die Obsbot Meet SE und die AverMedia PW315 behaupten. Besonders die bessere Lichtverarbeitung und die natürlichere Farbwiedergabe sprechen für die Razer Kiyo V2.

Camo Studio Pro bietet uns neben vielen manuellen Anpassungen auch Filter und diverse Effekte

Die integrierten Mikrofone liefern eine sehr gute Grundqualität. Stimmen werden klar übertragen, allerdings wird auch einiges Raumklang mit aufgenommen. Für integrierte Webcam-Mikrofone liefern die beiden Kapseln sogar überraschend gute Ergebnisse und gehören klanglich zu den besseren Lösungen, die wir bisher getestet haben.In etwa 80 Zentimeter Entfernung wir die Stimme deutlich auch gut aufgenommen Mit zunehmender Entfernung wirkt die Stimme dann entsprechend räumlicher und weniger direkt. Für Meetings ist das vollkommen ausreichend, für Streaming und Aufnahmen greifen die meisten Nutzer ohnehin zu separaten Mikrofonen.

Hier eine Testaufnahme mit den Mikrofonen der Razer Kiyo V2:

Unser Fazit
Nicht einfach nur eine Webcam

Mit der Razer Kiyo V2 liefert Razer eine Webcam ab, die deutlich zeigt, wie weit sich dieses Segment inzwischen entwickelt hat. Die Zeiten, in denen Webcams nur als Notlösung galten, sind mit der Kiyo V2 endgültig vorbei. Vor allem bei guter Ausleuchtung spielt die Kamera ihre Stärken aus und liefert ein scharfes, klares und farblich angenehm natürliches Bild, das sich klar von vielen Konkurrenten in dieser Preisklasse abhebt. Die Verarbeitung ist hochwertig, das Design durchdacht und mit Features wie dem mechanischen Linsenverschluss auch im Alltag sinnvoll ergänzt. Technisch überzeugt die Kamera mit einer soliden Kombination aus 4K-Auflösung, zuverlässigem Autofokus und sinnvollen KI-Funktionen, die das Bild automatisch optimieren, ohne es künstlich wirken zu lassen. Gleichzeitig bleibt genügend Spielraum für manuelle Anpassungen, insbesondere in Verbindung mit Software wie Camo Studio. Allerdings zeigt die Kiyo V2 auch typische Grenzen einer Webcam. Bei schwachem Licht nimmt die Bildqualität sichtbar ab, und die 60 FPS bieten nicht in jeder Situation einen echten Mehrwert. Auch kleinere Softwareprobleme im Zusammenspiel mit Razer Synapse und Camo Studio trüben den ansonsten sehr positiven Gesamteindruck leicht. Unterm Strich richtet sich die Kamera klar an Streamer, Content Creator und anspruchsvolle Nutzer, die mehr wollen als eine einfache Standard-Webcam, aber noch nicht in dedizierte Kameralösungen investieren möchten. Wer bereit ist, für gutes Licht zu sorgen, bekommt mit der Kiyo V2 ein starkes Gesamtpaket mit überzeugender Bildqualität und hoher Flexibilität zu einen fairen Preis von aktuell etwa 150 Euro.

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