RENNSPORT im Test – Simulations-Hoffnung oder technische Enttäuschung? 

Als einer der wenigen ernstzunehmenden Simulations-Titel auf der PS5 tritt Rennsport mit großen Ambitionen an. Doch die Realität des Starts zeigt, dass das Spiel auf der Konsole noch weit von einem fertigen Produkt entfernt ist. 

Der Sim-Racer mit deutschem Namen liefert in seinem Startzustand nur eine unvollständige Erfahrung. Die technische Umsetzung auf der PS5 ist enttäuschend, während der Multiplayer-Kern mit Cross-Play und solidem Netcode begeistert. Wir hoffen auf schnelle und tiefgreifende Optimierungen.

Als wir Rennsport auf der PS5 starteten, wurden wir von einem aufgeräumten und funktionalen Hauptmenü begrüßt. Die Benutzeroberfläche ist übersichtlich, gut strukturiert und erlaubt uns, schnell auf Rennserien, Einstellungen oder den Multiplayer zuzugreifen. Auch die Ladezeiten sind erfreulich kurz und tragen zu einem flüssigen Workflow bei. Zudem funktioniert die erstmalige Einrichtung unseres Lenkrads reibungslos, und das Spiel erkennt die wichtigsten Peripheriegeräte zuverlässig, was wir als positiven Aspekt hervorheben möchten.

Doch dieser positive Ersteindruck wird schlagartig von der technischen Realität auf der Konsole überschattet, die uns schlichtweg ratlos zurücklässt. Die visuelle Darbietung ist für ein Spiel, das auf der modernen Unreal Engine 5 basiert und 2025 erscheint, kaum akzeptabel. Wir erleben massive Pop-ups, bei denen Vegetation, Zäune und sogar ganze Gebäude erst unmittelbar vor unserem Fahrzeug in Erscheinung treten. Die Bildqualität leidet unter starkem Kantenflimmern und einer generellen Unschärfe, die das gesamte Rennerlebnis visuell unattraktiv macht. Anstatt eines Next-Gen-Titels, fühlen wir uns optisch in die Ära älterer Konsolengenerationen zurückversetzt.

Besonders störend ist die Darstellung des virtuellen Rückspiegels. Die Auflösung des dort gezeigten Bildes ist extrem niedrig und verpixelt, wodurch die Immersion sofort zerstört wird. Auch im Inneren der detaillierten Cockpits bemerken wir, dass Texturen stellenweise verwaschen wirken. Es scheint, als sei diese Konsolenfassung verfrüht veröffentlicht worden, ohne die notwendige Optimierungszeit zu erhalten, um die Grafikleistung der PS5 auch nur ansatzweise auszunutzen. 

Dieser technische Zustand ist angesichts des Vollpreises kaum zu entschuldigen. Wir erwarten von einem derart anspruchsvollen Simulationsspiel eine optisch einwandfreie Leistung, die derzeit schmerzlich vermisst wird.

Dieser Kontrast zwischen dem sauberen Menüdesign und der mangelhaften In-Game-Grafik macht den Einstieg frustrierend und verlangt den Spielern auf der PS5 eine große Leidensfähigkeit ab.

Das Herzstück einer Simulation, die Fahrdynamik, liefert ein extrem gespaltenes Bild. Schließen wir unser Lenkrad an, ist das Force Feedback (FFB) funktional und vermittelt uns ein Gefühl für das Limit der Reifen. Wir spüren, wann das Auto Grip verliert oder wieder aufbaut. Allerdings ist die Qualität dieser Physik stark vom gewählten Fahrzeug abhängig.

Mit den GT3-Fahrzeugen und dem elektrischen Porsche Mission R erleben wir ein überzeugendes und spaßiges Fahrgefühl. Diese Boliden reagieren präzise auf unsere Eingaben und fühlen sich schnell und dynamisch an. Die Rundenzeiten lassen sich hier dank des gut abgestimmten FFB konstant reproduzieren.

Doch wechseln wir beispielsweise in den BMW M2 CS Racing oder den Porsche 911 GT3 Cup, kippt das Erlebnis ins Negative. Die Fahrphysik fühlt sich hier unvorhersehbar, träge und in den Kurven übersteuernd an. Zudem sind die Autos in ihrer Charakteristik zu wenig differenziert, die spezifischen Eigenheiten der jeweiligen Rennwagen-Konzepte gehen verloren, wodurch sich viele Fahrzeuge ähnlicher anfühlen, als es in einer echten Simulation der Fall sein sollte. Der Porsche Cup verlangt beispielsweise in schnellen Kurven viel zu große Lenkeinschläge, was im Vergleich zu realen Vorbildern unauthentisch wirkt.

Für Spieler, die den Controller nutzen, ist die Steuerung zwar solide, verlangt aber nach feinfühligeren Anpassungen. Die Eingaben wirken noch zu direkt und benötigen eine bessere Glättung, um das Rennsport-Erlebnis mit dem Gamepad komfortabler zu gestalten. Wir müssen hier mit einem sehr feinen Finger agieren, um eine saubere Linie zu halten.

Die größte Enttäuschung stellt jedoch der Einzelspielermodus dar. Der Championship-Modus ist inhaltlich rudimentär und bietet kaum Langzeitmotivation oder Progression, da die meisten Fahrzeuge von Anfang an freigeschaltet sind. Wir schalten lediglich Erfahrungspunkte frei. 

Weitaus gravierender ist das Verhalten der künstlichen Intelligenz, die in ihrem aktuellen Zustand schlichtweg unbrauchbar ist. Die KI-Gegner können keine konstanten Ideallinien halten, weichen uns in absurden Manövern aus oder führen rücksichtslose Kollisionen herbei, insbesondere beim Herausfahren aus der Boxengasse oder in engen Kurven. Die Qualifikationszeiten der KI sind oft falsch, und wir können die Konkurrenz im Rennen mühelos überholen, was dem Wettbewerb jeglichen Reiz nimmt. 

Da wir den Schwierigkeitsgrad der KI auf der Konsole nicht selbst bestimmen können, ist der gesamte Einzelspieler-Part zum aktuellen Zeitpunkt ansolut kein Spaß. Die Entwickler haben hier dringend Nachbesserungen zu leisten.

Die grafischen und akustischen Unsauberkeiten sind auf der PS5 besonders auffällig. Wie bereits erwähnt, sind die Pop-ups, das Flimmern und die unscharfe Darstellung konstante Begleiter auf den Strecken. Dies führt oft zu Situationen, in denen visuelle Details plötzlich in unser Sichtfeld springen. Die Reflexionen in den Rückspiegeln sehen so aus, als kämen sie aus einem Spiel vor zwei Jahrzehnten – ein massiver Bruch in der Immersion, da wir das Spiel aus der Cockpit-Perspektive fahren. Auf längeren Geraden können wir sogar leichte Nachzieheffekte bemerken, die das Geschwindigkeitsgefühl trüben.

Die Akustik trägt ebenfalls zur inkonsistenten Spielerfahrung bei. Während einige Motorgeräusche, wie die des AMG GT3, druckvoll und dynamisch klingen, wirken andere Aggregate, beispielsweise die des BMW M2, flach und blutleer. In einer Simulation, in der wir auf das akustische Feedback angewiesen sind, um Grenzbereiche zu erkennen, ist eine derart ungleichmäßige Soundkulisse ein deutlicher Kritikpunkt. Besonders in Multiplayer-Rennen fällt auf, dass die Lautstärke mancher Kontrahenten unnatürlich schnell abfällt oder ansteigt.

Trotz der visuellen Mängel funktioniert das Schadensmodell vergleichsweise gut. Die visuelle Deformation an den Fahrzeugen ist detaillierter als bei vielen Konkurrenzprodukten, wenngleich die Darstellung manchmal etwas übertrieben wirkt, mit schwarzen Rauchschwaden, die bei leichten Kontakten entstehen.

Ein weiteres Manko, das den Umfang des Spiels stark reduziert, ist das Fehlen elementarer Simulationsmerkmale. Das Spiel bietet aktuell lediglich eine einzige Reifenmischung zur Auswahl. Strategische Überlegungen während längerer Rennen entfallen somit komplett, auch wenn das Benzin- und Reifenverschleißsystem im Hintergrund bereits implementiert zu sein scheint. 

Zudem fehlt die Möglichkeit, bei Regen oder nassen Streckenbedingungen zu fahren, wodurch Rennsport momentan eine reine Schönwettersimulation bleibt, was die mögliche Rennvariation stark einschränkt. Die angekündigten DLC-Pakete, wie die Endurance Classics, werden zwar neuen Inhalt liefern, das Kernproblem des geringen Umfangs zum Start beheben sie jedoch nicht.

Rennsport liefert auf der PS5 ein extrem gespaltenes Bild ab. Die Mängel im technischen Bereich und im Einzelspieler-Modus sind so gravierend, dass wir das Spiel in seinem aktuellen Zustand nicht als fertig bezeichnen können.

Die Stärken des Titels liegen jedoch im Mehrspieler-Kern, der auf der Konsole besonders hervorsticht. Rennsport bietet das, was Konsolen-Sim-Racer lange vermisst haben: einen organisierten, auf einem E-Sport-Gedanken basierenden Mehrspielermodus. Das funktionierende Cross-Play-System erweitert die Konkurrenzbasis enorm und sorgt für volle Server und spannende Duelle. Der Netcode ist stabil, und enge Positionskämpfe sind möglich, ohne dass es zu störenden Verzögerungen kommt. Das integrierte Ranking-System, das ein Sicherheits- und ein Leistungs-Rating beinhaltet, schafft die Grundlage für fairen Wettbewerb. 

Die kurzen Ladezeiten auf der PS5 tragen ebenfalls dazu bei, dass wir schnell wieder in die Online-Action einsteigen können.

Dennoch können diese Stärken die massiven technischen Probleme und den mangelnden Inhalt nicht aufwiegen. Mit nur 19 Autos und 14 Strecken ist der Umfang gering, insbesondere wenn elementare Features wie unterschiedliche Reifenmischungen und dynamisches Wetter noch fehlen.

Das größte Problem ist die Entscheidung, ein derart unfertiges Produkt zum vollen Preis zu veröffentlichen. Die Entwickler haben versprochen, die Probleme – insbesondere die katastrophale KI – schnellstmöglich mit Patches zu beheben. Ein erster Patch zur Korrektur der gröbsten Fehler wurde bereits kurz nach dem Launch angekündigt. Doch die Notwendigkeit dieser sofortigen Korrekturen zeugt von einem verfrühten Release. 

Rennsport hat das Potenzial, die Konsolen-Sim-Racing-Szene zu beleben, aber der aktuelle Zustand erfordert von den Spielern große Toleranz und die Bereitschaft, auf zukünftige Verbesserungen zu warten. Aktuell ist das Spiel auf der PS5 eine ambitionierte, aber unvollendete Vision, die noch einen langen Weg vor sich hat, um zur echten Konkurrenz für etablierte Titel zu werden. 

Wir hoffen inständig, dass die Entwickler die versprochenen Optimierungen schnell nachliefern, denn das Fundament für ein großartiges Simulationserlebnis ist im Multiplayer bereits vorhanden.

Rennsport ist ab sofort für die PS5, PC und Xbox Series S/X erhältlich.

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