Nach dem großen Erfolg des geistigen Vorgängers wagt sich das Entwicklerstudio erneut in die gnadenlose Welt der Roguelite-Shooter. Das brandneue Abenteuer entführt uns auf einen feindseligen Alien-Planeten voller kosmischem Horror und extrem fordernder Mechaniken.
Wir zeigen in unserem ausführlichen Erlebnisbericht auf, warum dieses fesselnde Meisterwerk schlichtweg in jede Spielesammlung gehört.
Ersteindruck
Die schaurige Faszination von Carcosa
Schon in den ersten Minuten auf dem unwirtlichen Himmelskörper spüren wir eine beklemmende und zugleich faszinierende Atmosphäre. Wir schlüpfen in die Rolle von Arjun Devraj, einem hartgesottenen Enforcer der Megacorporation Soltari, der den Spuren dreier verschollener Expeditionen folgt.
Carcosa ist eine mysteriöse Welt, auf der der begehrte Rohstoff Lucenite abgebaut werden soll. Doch anstatt auf einfache Bodenschätze stoßen wir auf eine Einöde voller finsterer Geheimnisse und albtraumhafter Kreaturen. Der tief verwurzelte Kosmik-Horror, der sich an den Werken von H.P. Lovecraft sowie dem Buch „Der König in Gelb orientiert, zieht uns sofort bedingungslos in seinen Bann. Jeder Schritt fühlt sich an wie ein schmaler Balanceakt am Abgrund des Wahnsinns.
Im direkten Vergleich zum Vorgängerspiel fällt uns auf, dass die Handlung deutlich greifbarer präsentiert wird. Arjun ist nicht isoliert unterwegs. Er steht im ständigen Kontakt mit den Überlebenden der Echelon-IV-Crew, welche sich in einer rudimentären Basis namens The Passage verschanzen.

Diese zwischenmenschlichen Interaktionen geben der ohnehin packenden Prämisse eine weitaus tiefere Verankerung. Jeder Charakter kämpft mit dem langsamen Abstieg in den Irrsinn, was die dichte Stimmung wunderbar unterstreicht. Wir leiden mit der Besatzung und verzweifeln an der scheinbaren Ausweglosigkeit der Situation.
Trotz dieser durchweg fesselnden Erzählweise sticht uns direkt ein kleiner Kritikpunkt unangenehm ins Auge. Während die vorgerenderten Zwischensequenzen fantastisch aussehen, wirken die Gesichtsanimationen in den Echtzeit-Dialogen auffällig steif. Den tiefgründigen Emotionen, welche durch die ansonsten hervorragende Vertonung transportiert werden, werden die hölzernen Mimiken leider nicht ganz gerecht.
Dieser optische Makel stört das exzellente Gesamtbild nur minimal, ist aber dennoch spürbar. Abgesehen davon fühlen wir uns direkt wohl und verspüren den unbändigen Drang, tiefer in diese Alien-Welt einzutauchen, um all ihre Rätsel zu lüften.
Gameplay
im Angesicht der Finsternis
Sobald wir die ersten unsicheren Schritte durch die verschiedenen Biome machen, entfaltet Saros seine volle spielerische Brillanz. Wir steuern unseren Protagonisten aus der Verfolgerperspektive und merken sofort, wie präzise sämtliche Bewegungen vonstattengehen. Das rasante Spielgefühl stellt eine konsequente Weiterentwicklung dessen dar, was das Studio bereits erfolgreich etabliert hat. Wir sprinten, springen über tiefe Abgründe und dashen pfeilschnell durch große Areale, während uns unzählige Projektile unaufhörlich um die Ohren fliegen. Das Spiel verlangt eine ständige Bewegung, denn Stillstand wird in dieser kompromisslosen Bullet-Hell unweigerlich mit dem sicheren Tod bestraft.
Ein zentrales Element unserer Ausrüstung ist der brandneue Soltari-Schild. Anstatt feindlichem Feuer immer nur stur auszuweichen, können wir durch das Aktivieren dieser Barriere blaue Energiegeschosse absorbieren. Diese aufgenommene Energie leiten wir anschließend als verheerenden Gegenangriff auf unsere Widersacher zurück. Dieses clevere Risiko-Belohnungs-Prinzip motiviert uns dazu, sehr aggressiv vorzugehen.

Rote Angriffe erfordern hingegen perfektes Timing für weite Ausweichrollen. Die größte Gefahr geht jedoch von den gelben Projektilen aus, die uns bei Treffern mit einer tückischen Korruption belegen. Diese Mechanik reduziert unsere maximale Lebensenergie permanent für den jeweiligen Durchlauf, was jeden unachtsamen Fehler empfindlich bestraft.
Ein weiteres herausragendes System ist die Finsternis. Sobald ein Eclipse-Ereignis ausgelöst wird, verwandelt sich die gesamte Umgebung dramatisch. Die Gegner agieren plötzlich aggressiver, stecken mehr Treffer ein und richten massiven Schaden an. Gleichzeitig erhalten wir in dieser Phase jedoch die lukrative Chance auf wertvollere Beute und erhöhte Lucenite-Mengen. Das Adrenalin pumpt jedes Mal förmlich durch unsere Adern, wenn der Himmel sich verdunkelt und der Überlebenskampf seinen Höhepunkt erreicht. Wir wägen stets penibel ab, ob sich das enorme Risiko lohnt.
Sterben wir letztendlich doch, kehren wir in unsere Basis zurück. Der Bildschirmtod bedeutet erfreulicherweise keinen totalen Verlust, sondern dient als essenzieller Teil des stetigen Fortschritts. Mit gesammelten Ressourcen verbessern wir in der Rüstungsmatrix dauerhaft Werte wie Gesundheit oder Schildkapazität. Dieser spürbare Fortschritt nimmt dem Roguelite-Genre die oft bemängelte Härte und macht den Titel wesentlich zugänglicher.
Ein kompletter Durchlauf durch ein Biom dauert zudem angenehm fokussierte dreißig Minuten. Dank eines speziellen Weltenschalters reisen wir gezielt in bereits entdeckte Gebiete, ohne den gesamten Weg neu bestreiten zu müssen. Das Gunplay fühlt sich dabei unglaublich befriedigend an. Egal ob schnelle Maschinenpistole oder exotischer Klingenwerfer, jede Waffe hat ihre Daseinsberechtigung. Wir experimentieren andauernd mit neuen Kombinationen aus Primärfeuer und ultimativen Fähigkeiten.
Grafik & Sound
Ein bombastisches Fest für alle Sinne
Auf rein technischer Ebene präsentiert sich das Action-Feuerwerk als wahres audiovisuelles Spektakel, das die Stärken der aktuellen Hardware eindrucksvoll demonstriert. Wir sind immer wieder erstaunt über die unglaubliche Detailverliebtheit der fremdartigen Landschaften. Verlassene Städte, düstere Sumpfgebiete und gigantische unterirdische Anlagen wirken durch die dynamische Beleuchtung sowie die knackscharfen Texturen greifbar real. Das brilliante Art-Design verbindet organische und mechanische Elemente auf eine einzigartige Weise, die uns sofort an grandiose Sci-Fi-Klassiker erinnert. Wenn das gefürchtete Eclipse-Ereignis eintritt, taucht das Spiel die Umgebung in tiefe, blutrote Farbtöne und erschafft eine bedrohliche Höllenlandschaft, die uns visuell den Atem raubt.

Wir erleben das Spektakel bei wunderbar flüssigen sechzig Bildern pro Sekunde. Trotz der schier endlosen Flut an Partikeleffekten und riesigen Gegnerhorden bleibt die Bildrate auf der PS5 stets absolut stabil. Störende Ruckler oder Performance-Einbrüche suchen wir erfreulicherweise vergeblich, was bei einem derart geschwindigkeitsbasierten Titel von überlebenswichtiger Bedeutung ist.
Ladezeiten existieren aufgrund der verbauten Speichermedien der PS5 quasi überhaupt nicht, sodass wir nach jedem Ableben direkt wieder in die Action eintauchen dürfen.
Auch die brachiale akustische Untermalung treibt uns unaufhörlich an. Der pulsierende Soundtrack untermalt die hitzigen Feuergefechte perfekt und schwillt bei den fordernden Bosskämpfen zu epischen Höhepunkten an.
Dank der fantastischen dreidimensionalen Audio-Technologie hören wir exakt, aus welcher Richtung ein Feind sich nähert, was uns spielerisch einen handfesten Vorteil verschafft.
Ganz besonders heben wir die exzellente Integration des DualSense-Controllers hervor. Das präzise haptische Feedback lässt uns jeden Regentropfen auf unserem Visier und jeden schmerzhaft kassierten Treffer physisch an den Händen spüren. Die adaptiven Trigger werden zudem clever für den sekundären Feuermodus genutzt, indem wir die Taste für eine alternative Attacke lediglich bis zu einem spürbaren Widerstand halb durchdrücken. Solche Details verstärken die allgemeine Immersion spürbar.

Fazit
Der neue Genre-König unter den Bullet-Hell

Saros ist zweifellos sehr viel mehr als nur ein simpler Nachfolger bekannter Mechaniken. Es handelt sich hierbei um eine meisterhafte Symbiose aus forderndem Bullet-Hell-Shooter, motivierendem Roguelite-Fortschrittssystem und einer fesselnden Geschichte.
Wir haben uns regelrecht in der unheilvollen Welt von Carcosa verloren, stets angetrieben von dem Drang, noch tiefer in die dunklen Geheimnisse dieser verlassenen Kolonie vorzudringen. Das actionreiche Kampfsystem ist durch kluge Neuerungen wie den mächtigen Energieschild absolut brillant geraten. Es belohnt mutiges Vorgehen und hohe Aggressivität, während es uns zwingt, in chaotischen Gefechten stets einen kühlen Kopf zu bewahren.
Die bewusste Entscheidung der Entwickler, den allgemeinen Fortschritt durch dauerhafte Upgrades sowie wählbare Schwierigkeitsmodifikatoren deutlich zugänglicher zu gestalten, erweist sich als guter Schachzug. So bleiben garantiert auch jene Personen am Ball, die sich sonst von der unbarmherzigen Härte vergleichbarer Titel abschrecken lassen.
Das einzige kleine Manko stellen die leider etwas hölzernen Gesichtsmimiken während der ansonsten tollen Dialogszenen dar. Dieser Aspekt wird jedoch von der atemberaubenden Optik, dem makellosen Spieldesign und der perfekten Soundkulisse dermaßen spielend in den Schatten gestellt, dass er schlussendlich kaum ins Gewicht fällt.Wir können am Ende unseres Tests mit voller Überzeugung festhalten, dass dieser Action-Kracher ein absoluter Pflichtkauf für alle Besitzer der aktuellen Sony-Konsole darstellt. Es vereint spielerische Tiefe mit technischer Perfektion auf einem Niveau, das in der aktuellen Generation bisher nur sehr selten erreicht wird. Jeder Lauf bringt neue Erkenntnisse, jede Niederlage macht uns stärker, und jeder Sieg belohnt uns mit einem unvergleichlichen Gefühl der reinen Genugtuung.
Saros ist ab sofort exklusiv für PS5 verfügbar.






