Mit der zunehmenden Beliebtheit von sozialen Netzwerken hat sich auch eine neue Form von Online-Games entwickelt. Rund zehn Jahre ist es her, dass mit FarmVille, Mafia Wars oder Candy Crush die ersten Spiele auf Facebook viral gingen. Auch wenn es große Unterschiede zwischen diesen Titeln gibt, haben sie einige wichtige Gemeinsamkeiten. Sie lassen sich sowohl auf Smartphones als auch auf Computern gut spielen, sind nicht übermäßig kompliziert und haben außerdem eine soziale Komponente. Diese kann beispielsweise darin bestehen, dass gegen andere Spieler konkurriert wird oder das Spielerfolge auf Facebook geteilt werden. Schnell fanden die Entwickler der Social Games innovative Wege, um ihren Erfolg in bare Münze umzuwandeln. Spieler erhielten die Möglichkeit, Geld für allerlei virtuelle Artikel in der Spielwelt auszugeben. Mit der Zeit wurde aber der Vorwurf laut, dass einige dieser Möglichkeiten stark an Glücksspiel erinnerten. Und tatsächlich scheinen sich die Spieleentwickler den einen oder anderen Kniff aus der Glücksspielbranche abgeschaut zu haben.

Die Lootbox-Kontroverse

Bei vielen Social Games erfolgt der Kauf von In-Game-Artikeln direkt und hat mit Glücksspiel nichts zu tun. Wer im Shop des Spiels einen Kauf tätigt, erhält meist einen festen Betrag einer virtuellen Währung und kann damit – ebenfalls zu festen Preisen – Upgrades, Ausrüstungsgegenstände oder Erfahrungspunkte kaufen. Einige Spieleentwickler haben dieses Prinzip aber mit der Lootbox abgewandelt. Dabei handelt es sich um eine virtuelle Kiste, die einen unbekannten Gegenstand enthält. Mit einer geringen Wahrscheinlichkeit ist darin ein besonderer Gegenstand, der im Spiel einen herausragenden Vorteil verschafft. Deutlich öfter gibt es allerdings einen „Trostpreis“: einen mittelmäßigen Gegenstand, der im besten Fall gerade so den Kaufpreis der Lootbox rechtfertigt. Im Grunde genommen funktionieren Lootboxen also so ähnlich wie ein Losspiel. Brisant ist dabei, dass einige Spieler hunderte oder gar tausende von Euros ausgeben, in der Hoffnung, ein besonders begehrtes virtuelles Objekt zu ergattern. Die Parallelen zum Glücksspiel sind unübersehbar. Auch wenn das Gesetz in vielen Ländern Lootboxen noch nicht als Glücksspiel einstuft, haben erste Regierungen bereits reagiert. Besonders im Hinblick auf den Jugendschutz möchten sie den Einsatz von Lootboxen stark begrenzen. Belgien und die Niederlande haben den Einsatz von Lootboxen sogar ganz verboten. Es gibt aber noch eine weitere Art des Social Gaming, die stark an klassisches Glücksspiel erinnert.

Social Casino Gaming

Dabei handelt es sich um Social Gaming Casinospiele. Auf den ersten Blick funktionieren diese wie ganz gewöhnliche Casinospiele, wie sie auch im Online Casino zu finden sind. Am beliebtesten sind wohl Slot-Spiele, aber auch Roulette- oder Pokervarianten finden sich unter den Social Games. Allerdings müssen die Spiele an die besonderen Regeln von Social-Media-Plattformen angepasst werden. Wer zum ersten Mal spielt, entdeckt daher schnell die erste Besonderheit beim Social Casino: Zum Spielen muss kein Geld eingezahlt werden. Das allein macht natürlich noch kein neues Spielgenre aus. Denn auch die Online Casinos auf Vergleichsplattformen wie Vergleichsplattformen wie NoDepositFriend bieten oftmals Freispiele für neue Nutzer an. Der entscheidende Unterschied wird erst deutlich, wenn der Spieler die erste Gewinnkombination getroffen hat. Dann erhält er nämlich im Online Casino Guthaben, das er sich als echtes Geld auszahlen lassen kann. Im Social Casino ist die ganze Sache etwas komplizierter. Dort erhält er zunächst nur Spielgeld, das er nutzen kann, um weiterzuspielen. Trotzdem gibt es auch hier die Möglichkeit, Geld- oder Sachpreise zu gewinnen. Häufig finden beispielsweise Turniere statt, bei denen der erfolgreichste Slot-Spieler ein Preisgeld mit nach Hause nimmt. Wer seine Gewinnchancen bei einem solchen Turnier verbessern möchte, kann etwas nachhelfen. Dazu muss der Spieler auch im Social Casino Geld locker machen und erhält dafür In-Game-Vorteile. Theoretisch ist es aber auch möglich, große Preise zu gewinnen, ohne jemals einen Cent einzuzahlen.

Ist Social Gaming Glücksspiel?

Die Frage ob Social Gaming eine Form des Glücksspiels darstellt, ist also gar nicht so einfach zu beantworten. In jedem Fall gibt es viele Social Games, die nicht in diese Kategorie fallen. So gibt es zahlreiche Spiele, die völlig umsonst sind und bei denen die Spieler überhaupt kein Geld ausgeben können. Und auch Spiele, bei denen Artikel direkt zu festgelegten Preisen gekauft werden können, sind nicht mit Glücksspiel zu verwechseln. Bei Spielen mit Lootboxen und Social Casino Spielen sieht die Sache aber anders aus. Dort gibt es einige Parallelen zum Glücksspiel, die sich nicht leugnen lassen. In beiden Fällen setzen die Spieler Geld ein, um ihre Gewinnchancen zu erhöhen. Lootboxen können zwar nicht zum Gewinn von Geld oder von echten Gegenständen führen. Für viele Gamer hat der Sieg in ihrem Lieblingsspiel aber vielleicht einen ähnlichen Wert wie ein Sachpreis. Noch eindeutiger ist die Lage im Social Casino, wo teilweise durchaus reale Gegenstände zu gewinnen sind. Insgesamt kann also durchaus davon gesprochen werden, dass manche Social Games eine neue Form des Glücksspiels darstellen. Allerdings handelt es sich dabei nur um einen kleinen Teil aller Social Games. Auch wer Bedenken wegen der Glücksspiel-Elemente hat, muss also keinen Bogen um dieses Genre machen. Letztendlich liegt es am Gesetzgeber, zu entscheiden, ob einige Arten von Social Games möglicherweise einer besonderen Regelung bedürfen.

Yasmine Moreau
Account-Managerin und Redakteurin, liebt die Schweizer Alpen und deren Schokolade, zockt auch gerne hin und wieder mal