[ TEST ] AMERICA’S ARMY PROVING GROUNDS – In the Army now

Auch im amerikanischen PlayStation Store findet man ab und zu das ein oder andere nette Spiel. Ich bin im US-Store über das US-Exklusive Free2Play-Spiel America’s Army Proving Grounds gestolpert und habe mir das offizielle Spiel der US-Army für euch mal etwas genauer angeschaut.


Ersteindruck

Bevor es los geht, ist eine Info zum Spiel noch ganz wichtig. America’s Army Proving Grounds ist ausschließlich im amerikanischen PlayStation Store verfügbar und da es US-Exklusiv ist, kann es auch NUR mit dem US-Account gespielt werden. Account-Sharing wird vom Spiel nicht unterstützt. Runterladen und mit nem anderen Nutzerprofil spiele, wird also nicht funktionieren.

In den ersten Runden wird vor allem eins klar: Kennt man die Maps nicht, ist man das Kanonenfutter der erfahreneren Gegner. Wenn man Glück hat, kennen diese die Map vielleicht auch nicht und sehen genau so alt aus wie man selbst.
Nach ein paar Runden weiß man aber schon, worauf man ein wenig achten muss und wie man in etwa vorgehen muss, um nicht direkt ins Gras zu beißen. Die Lernkurve steigt in den ersten Stunden angenehm an und motiviert für weitere Matches.

3 von 5 Sterne

Gameplay

Erfahrene Shooter-Spieler sollten mit der grundlegenden Steuerung keine größeren Probleme haben. Aber im Gegensatz zum gängigen Ego-Shooter a lá Call of Duty oder Battlefield fordert America’s Army Prooving Grounds noch etwas mehr als einfach nur gute Reflexe und Skills. Die besten Ergebnisse wird man nur dann erzielen, wenn man auf Teamplay und ein wenig taktisches und strategisches Vorgehen setzt. Eingespielte Teams dürften gegenüber zufällig zusammengewürfelte Gruppen also eindeutig im Vorteil sein.

Während der Ladezeiten bekommt ihr Werbevideos der US Army zu sehen. / Ameriaca's Army Proving Grounds
Während der Ladezeiten bekommt ihr Werbevideos der US Army zu sehen. / Ameriaca’s Army Proving Grounds

Aber auch als Random kann man durchaus Spaß haben, wenn man einige Punkte beachtet. Einfach drauf losrennen und im Stile eines mexikanischen Revolutionskriegers um sich ballern endet mit dem sicheren Bildschirmtot. Da es keinen Respawn gibt, solltet ihr offene Gefechte möglichst vermeiden. Zwar gibt es die Möglichkeit, einen gefallenen Kameraden wiederzubeleben, aber das geht pro Runde nur ein einziges Mal. Wird er nochmal erledigt, war’s das. Auch wenn der Gegner den soeben erledigten Kumpel mit Kabelstrapsen sichert, ist die Runde für ihn vorbei. So viel erstmal zum Grundsätzlichen Spielprinzip.

Vor jedem Match gilt es die Klasse zu wählen und die richtige Ausrüstung mitzunehmen. Welche Zusammenstellung die Richtige ist, hängt hierbei nicht nur von euren Vorlieben ab, sondern auch von der gespielten Map. Nicht jede Karte ist für das selbe Setup geeignet. Auf einigen Maps macht es z.B. mehr Sinn Blend- anstatt Splittergranaten einzupacken. Auf anderen sind wiederum Rauchgranaten besser. Sobald ihr die Maps ein wenig kennengelernt habt, wisst ihr aber schon instinktiv, welche Ausrüstung die beste ist. Bis dahin gilt allerdings: Probieren geht über Studieren.
Auch die Wahl der Schusswaffe sollte je nach Map getroffen werden. Auf engeren Karten hat sich die Schrotflinte z.B. sehr gut bewehrt. Auf weitläufigeren macht sie natürlich keinen Sinn.

Vor jeder Runde gilt es das bestmögliche Setup für euren Soldaten einzustellen. / America's Army Proving Grounds
Vor jeder Runde gilt es das bestmögliche Setup für euren Soldaten einzustellen. / America’s Army Proving Grounds

Auch stehen nicht alle Spielmodi für jede Karte zur Verfügung. Der Modus richtig sich immer nach der Map. Diese wird nach jedem Match per Abstimmung neu gewählt. In welchem Spielmodus man also landet, entscheidet sich erst vor dem Start. Diese Rotation sorgt für gute Abwechslung und lässt keine Langeweile aufkommen. Außerdem „zwingt“ dieses Prinzip den Spieler dazu, sich jedes mal neu anzupassen. Spezialisierung auf eine bestimmte Karte oder einen Modus ist also nur schwer möglich. Das kann z.B. dazu führen, dass man in einem Match mit wehenden Fahnen untergeht und den Gegner im nächsten nach allen Regeln der Kunst rasiert.

4 von 5 Sterne

Grafik/Sound/Technik

Von einem Free2Play-Spiel sollte man optisch natürlich nicht zu viel erwarten. America’s Army Proving Grounds sieht allerdings erstaunlich gut aus. Die einzelnen Maps sehen klasse aus. Ob nun in den Gängen eines Krankenhauses, den Ruinen einer Vorstadt oder im Jungeldorf … alles sieht (für Free2Play-Verhältnisse) echt gut aus. Einziges Manko ist die Tatsache, dass es keine zerstörbare Umgebung gibt. Wacklige Holzzäune haben für Handgranaten und Co. nur ein müdes Lächeln übrig. Schade eigentlich. Durch Zerstörung veränderbare Karten hätten für noch mehr Taktische Tiefe sorgen können.

Das Platzieren der Bombe bringt ordentlich Punkte, dauert aber auch ein paar Sekunden. / America's Army Proving Grounds
Das Platzieren der Bombe bringt ordentlich Punkte, dauert aber auch ein paar Sekunden. / America’s Army Proving Grounds

Den Sound kann man weder großartig loben, noch kritisieren. Die Waffensounds sind knackig, die Explosionen klingen wie solche und auch die Musik ist passend gewählt. Ich empfehle das Spielen mit einem möglichst guten Headset, da man so am besten die Richtung ausmachen kann, aus der Geräusche kommen. Das vereinfacht die Orientierung im Gefecht und kann schonmal über Sieg und Niederlage entscheiden. Um’s kurz zu machen: Soundtechnisch macht das Spiel seine Sache gut.

Technisch gab es keine Probleme im Spiel. Keine Abstürze, Bugs oder Glitches, die als solche zu erkennen gewesen wären.

4 von 5 Sterne

Umfang/Inhalt

Da wir es hier mit einem reinen Online-Shooter zu tun haben, beschränkt sich der Inhalt natürlich auf eine Hand voll Spielmodi, die an reale Szenarien der US-Army angelehnt sind. Im VIP-Modus gilt es z.B. den VIP zum Zielpunkt zu eskortieren, bzw. den Gegner genau davon abzuhalten. Bei Modi wie z.B. Bombenentschärfung gibt es sogar 2 Wege, um das Match zu beenden. Entweder ihr platziert die Bombe erfolgreich (bzw. entschärft sie), oder ihr schaltet das komplette Gegnerteam aus. Hier gilt es sich zu überlegen und ein wenig zu testen, welche Methode beim aktuellen Gegner am besten funktioniert.

Die Map entschiedet über den Spielmodus. Vor dem Match wird darüber abgestimmt. / America's Army Proving Grounds
Die Map entschiedet über den Spielmodus. Vor dem Match wird darüber abgestimmt. / America’s Army Proving Grounds

Der Ablauf der Gefechte ist im Grunde immer gleich. Ein komplettes Match besteht aus bis zu 11 Runden, das erste Team mit 6 Siegen gewinnt und nach 5 Runden werden die Seiten getauscht. Dieser Ablauf ist in allen Spielmodi gleich. Je nach Qualität des Teams können die Matches dabei völlig unterschiedlich verlaufen und auch unterschiedlich lang sein. Nach maximal 4 Minuten ist allerdings immer Schluss. So richtig spannend wird es, wenn beide Teams in etwa gleich stark sind und es tatsächlich in eine entscheidende 11. Runde geht. Inhaltlich ist das Spiel also eher überschaubar, aber durch die starke taktische Komponente wird es trotzdem nie wirklich langweilig.

3 von 5 Sterne

Fazit

Wer Taktik-Shooter mag, der sollte auf jeden Fall mal einen Blick auf America’s Army Proving Grounds werfen. Es ist zwar nicht so flott wie Counter Strike und auch nicht so umfangreich wie Call of Duty oder Battlefield und erstrecht nicht so komplex wie ein Rainbow Six, bietet aber genug Abwechslung und Möglichkeiten um vielleicht die ersten Schritte in diesem Genre zu machen. Für Einsteiger, aber auch Erfahrene Spieler, ist es auf jeden Fall einen Blick wert. Vor allem, da es, bis auf ein wenig Zeit, nichts kostet.

Getestet wurde Version 1.23 auf der PlayStation 4 Pro.


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Christian Genschow
Gottgleicher Web- & Videoredakteuer für Games und so nen Kram