Bild: Wired Productions

[ TEST ] ARCADE PARADISE – Kommt Zeit, kommt (Spiel)Spaß

Mit Arcade Paradise von Entwickler Nosebleed Interactive und Publisher Wired Productions wird uns ein „Retro-Arcade-Abenteuerspiel der 90er Jahre mit einem Hauch von Management“ angepriesen, dem wir als Zocker der alten Schule nur schwer widerstehen konnten. Ob uns dieser Ausflug in die gute alte Gamerzeit eine positive oder negative Gänsehaut beschert hat, verrät Euch unser Test.

Der aus dem schönen England, besser gesagt in Newcastle beheimatete Entwickler Nosebleed Interactive präsentiert uns hier einen kleinen Trip in die gute alte Zeit, in der man zum Zocken noch in die Spielhalle gegangen ist. Spielhallen gab es, vor allem im Ausland, gefühlt in jeder Stadt und jedem größeren Einkaufszentrum. Und nun kann man seine eigene Spielhalle führen? Wir sind gespannt wie ein Flitzebogen.

Das Spiel ist seit dem 11. August 2022 für Konsole und PC erhältlich. Wir haben das Spiel auf der PlayStation 5 in der digitalen Version mit der Versionsnummer 1.2 getestet. Nach einem Download von 2,92 Gigabyte und dem gleichen Festplattenverbrauch konnte es losgehen.

Ersteindruck
Aller Anfang ist zäh wie ein alter Kaugummi

Wir verkörpern in dem Spiel den Charakter Ashley und müssen uns um den Waschsalon unseres Vaters Gerald kümmern, der lieber an der Riviera sein Leben genießt, aber trotzdem immer noch die Kontrolle über die Businesstransaktionen hat. Kurzer Funfact: Spielt ihr mit englischer Syncro, so erwartet Euch als die Stimme des Vaters der Syncronsprecher von Geralt von Riva aus The Witcher. Durch Anrufe auf den Anrufbeantworter bekommen wir die ersten Informationen, um was wir uns im Waschsalon zu kümmern haben. Unsere Arbeitszeit im Salon startet um 8 Uhr Morgens und geht bis spätestens 23 Uhr, dabei bedeutet eine Stunde im Spiel eine Minute Real-Zeit, also geht ein Arbeitstag nach 15 Minuten Realzeit zu Ende. Überzieht man diese Zeit kann es sein, dass unsere Spielfigur ohnmächtig wird und dadurch am nächsten Tag nicht zur Arbeit kommen kann.

So betreten wir also den Waschsalon unseres Vaters, mit dem wohlklingenden Namen King Wash, und machen uns an Arbeiten, die uns die ersten 2 Stunden Spielzeit immer und immer wieder begegnen. Zuerst muss der Waschsalon von Müll und Kaugummiresten entfernt werden, Toiletten wollen gereinigt und natürlich Wäsche gewaschen, getrocknet und für die Kunden bereitgestellt werden. All dies wird jeweils in Minispielen präsentiert, die im 90er Jahre Retro Stil verpackt wurden, für die wir, wenn wir sie ordentlich und schnell erledigen, mit mehr oder weniger harten Dollars belohnt werden.
Schnell haben wir auch den hinteren Teil des Waschsalons gefunden, in dem wir einige Spielautomaten vorfinden. Da diese natürlich mehr Geld abwerfen, arbeiten wir daran, Geld zu verdienen, um neue Automaten zu kaufen und insgesamt zu expandieren.

Gameplay
Und täglich grüßt der Einheitsbrei ?

Wir hatten es ja schon angedeutet, in den ersten 2 Stunden kommt man sich fast vor wie in einer Zeitschleife, denn man hat immer und immer wieder dieselben Aufgaben zu bewältigen. Waschsalon saubermachen, Wäsche waschen und trocknen, das Geld aus den Automaten und den Waschautomaten einsammeln und im Tresor verstauen.
Das macht die erste halbe Stunde vielleicht noch Spaß, aber wird auch relativ schnell eintönig, da man, wenn man die Aufgaben (gerade das Erledigen der Wäsche) pünktlich erledigt, immer so um die 20-30 $ sammelt, und da die Spielautomaten im günstigsten Fall bei 500 $ vom Kaufpreis anfangen, muss man schon einen langen Atem haben.

Natürlich kann man die Spielautomaten auch selber bespielen und muß dies auch, um Geld für diverse Upgrades zu bekommen, aber gerade in den besagten ersten Stunden fehlt einem einfach die Zeit, da man das meiste Geld noch mit dem Waschsalon verdient. Aufgelockert wird der Spielablauf von unserem „Büro“, denn dort steht nicht nur unser Tresor, in dem alle Einnahmen ruhen, auch ein PC mit angedeuteter Win 95 Oberfläche kann genutzt werden, um Updates und Automaten und anderes zu erwerben und via Chat mit der Verwandtschaft oder potentiellen Kunden zu kommunizieren.

Aber es ist Licht am Ende des Tunnels, denn nach ca. 3 Stunden Spielzeit und vielen weiteren Spielautomaten entfaltet sich der positive Kern des Spiels. Man muss sich nicht mehr vorrangig um den Waschsalon kümmern, die Spielautomaten bringen gutes Geld ein, und man kann sich auch um Updates für unsere Spielfigur kümmern, wie zum Beispiel bessere Schuhe, damit man schneller unterwegs ist oder eine Radiowerbung starten, um mehr Kunden anzulocken. Diese Updates bezahlen wir aber nicht mit den Dollars aus den Automaten, sondern mit Pfund Sterling, die wir aber nur durch das Erledigen von täglichen Aufgaben, die wir in unserem Retro-Handy finden, verdienen. In diesem Handy können wir auch minimalistisch die Automaten „bearbeiten“, damit man mehr Geld verdient und allgemein findet man dort auch die Statistiken der einzelnen Automaten.

Umfang
Gut ausbalanciert

Insgesamt kann man 35 Spielautomaten in seiner, natürlich immer größer werdenden Spielhalle unterbringen. Diese sind zwar wegen fehlender Lizenzen keine Automaten, die man vom Namen her kennt, sie orientieren sich aber an den großen Vorbildern und machen fast alle sehr viel Spaß, zumal man so manches Spiel sogar im lokalen Zweispieler-Modus mit Freunden zu Hause anspielen kann.

Eine globale Topliste gibt es auch, die Euch motiviert den ein oder anderen Highscore knacken zu wollen. Sozusagen gibt es eigentlich kein wirkliches Ende in diesem Spiel, bis Ihr Euer Geschäft im Griff und alle Automaten mal ausprobiert habt, werden einige Stunden vergehen.

Grafik / Sound
Retro-Feeling vom Feinsten

Die Grafik in Arcade Paradise ist gut gemacht, der Waschsalon sieht gut aus, die Minispiele sprühen den 90er-Retro-Charme nur so raus. Die Spielautomaten wurden allesamt mit viel Liebe zum Detail umgesetzt, von Vektor bis zu den ersten Spielen in 3D ist alles dabei und man erkennt bei jedem Spiel irgendwie das Original an das erinnert werden sollte.

Bei der Hintergrundmusik des Spiels hat man sich leider erstmal nicht soviel Mühe gegeben, denn diese ist in den ersten 2 Stunden auf Dauer eintönig und nervt, dies ändert sich aber schlagartig, wenn man sich für seine Spielhalle eine Jukebox kauft, denn dann bekommt man eine ganze Palette an Musik, die uns an die „gute alte Zeit“ erinnert. Natürlich hat auch jeder Spielautomat seinen eigenen Soundtrack, bei denen man auch die Liebe zum Detail der Entwickler spürt.

Fazit
Zähe Retro-Spiele-Sammlung

Entwickler Nosebleed Interactive präsentiert uns mit Arcade Paradise einen schönen Ausflug in die gute alte Retro-Games-Zeit. Bedauerlicherweise muss man sich erst einmal in den ersten Stunden durch immer wiederkehrende Miniaufgaben quälen, hat man diese aber hinter sich gebracht, kann man sich nach und nach den zahlreichen Spielautomaten und mehr widmen und dies teilweise sogar zu zweit. Wer also nicht vor einem zähen und langweiligen (und mehrstündigen) Spielstart schon im vorne herein kapituliert, wird später seinen Spaß mit Airhockey,Pool und jede Menge Arcade Games haben.

# Vorschau Produkt Bewertung Preis
1 Arcade Paradise - PS5 Arcade Paradise - PS5 Aktuell keine Bewertungen 24,99 €
2 Arcade Paradise - Switch Arcade Paradise - Switch Aktuell keine Bewertungen 29,99 €
3 Arcade Paradise - PS4 Arcade Paradise - PS4 Aktuell keine Bewertungen 24,99 €