Spiele Test

[ TEST ] ASTERIX UND OBELIX XXL 2 – Die spinnen doch, die …

Schon seit 1959 erleben die beiden Gallier Asterix und Obelix irre Abenteuer. Durch die ganze Welt ging es schon und wer kennt die beiden nicht? Jede sollte wenigstens ein Abenteuer als Film oder Comic erlebt haben. Schauen wir uns nun die interaktive Variante an.

Getestet wurde die Version für die PS4. Zum Einsatz kamen eine PS4 Pro, Sony TV und die Beschallung lief über eben den TV oder ein Plantronics RIG 800HS. Zum Testzeitpunkt lag die Version 1.02 mit einer schmalen Downloadgröße von 4,17 GB vor. Das Spiel ist verfügbar für PlayStation 4, Xbox One, PlayStation 2, Nintendo Switch, Microsoft Windows, PlayStation Portable, Nintendo DS (je nach Plattform Original oder Remaster)


Ersteindruck
Berühmte Lizenz die getragen werden muss?

Unsere Helden vor einer der vielen Referenzen zur Popkultur

Trotz das jeder die beiden Protagonisten und ihre Welt kennen sollte, fasse ich nochmal kurz zusammen. Wir befinden uns in einer Welt, in der nahezu ganz Gallien von Rom eingenommen wurde. Ganz Gallien? Nein. Ein kleines Dorf erwehrt sich seit jeher der Angriffe durch die Römer und dies gelingt durch einen Zaubertrank der jedem Superkräfte verleiht. In diesem Dorf leben halt auch Asterix und Obelix, sowie Idefix der kleine Hunde von Obelix und auch Miraculix. Wer ist Miraculix? Der Druide, der den Galliern den Zaubertrank braut. Jedem? Nein. Denn Obelix ist als Kind in den Topf voll Zaubertrank gefallen und hat so von Natur aus immer Superkräfte. Im Grunde haben wir alle wichtigen Figuren und kommen fix zur Story. Irgendwas stimmt mit Miraculix nicht. Er verrät seine Druidenkollegen an die Römer und somit sind diese und unser Miraculix nun verschwunden. Ratet wer sie retten darf?

Klar, wir ziehen also los und prügeln uns durch die Gegend. Diese ist dieses Mal: Las Vegum. Ein Freizeitpark im Herzen von Rom. Das Spiel macht es einem leicht. Wie in einem Tutorial werden über eine lange Zeit hinweg Tipps eingeblendet bzw. ein weiterer Trick verwendet um uns die Steuerung näher zu bringen. Es gibt Gegner, die Extra-Loot fallen lassen, wenn wir sie besonders bekämpfen. Dabei wird der Gegner unten links angezeigt. Sehen wir bereits einen Angriff können wir diesen Ausführen. Also z.B. Treten, Greifen, als Peitsche nutzen. Sehen wir das nicht, müssen wir den Charakter wechseln. Später wird hierbei dann auch eine Duo-Kombo gelehrt. Z. B. Asterix beginnt den Angriff und übergibt an Obelix der quasi den finalen Schlag setzt. Dazu aber später mehr. Das Spiel stellt einen erst einmal vor wenig Herausforderung. Aber das ist ja auch gut. Es muss ja nicht knallhart beginnen. Auf jeden Fall kommt man gut voran und im Grunde wird einem auch immer gezeigt, was man als nächstes tun muss. Ich kämpfe mich also gegen immer wieder gleiche Gegner und bewege mich kreuz und quer durch Las Vegum. Auf dem Weg von „Welt“ zu Welt gibt es viel zu entdecken. Und da begann es für mich komisch, im Sinne von eigenartig, zu werden. Überall hauen einem Verweise auf kultiges aus der Videospielgeschichte um die Ohren. Ich werde direkt persönlich.

Noch so eine Referenz und dazu ein Beispiel der grausigen Sequenzen

Alles wirkt ein bisschen, wie in einem Scary Movie Film. Aber einem der letzten. Wenn woanders Verweise auf solche Kultdinge auftauchen, wirkt es wie eine Verbeugung vor eben diesen Titeln. Dann tritt so etwas aber ausgewählt auf. Hier bei Asterix und Obelix wirkt das aber überladen, als müsse das Spiel von eben diesen Kultverweisen getragen werden. Nix gegen Asterix und Obelix. Ich bin mit den beiden aufgewachsen, fand das immer gut, liebte Asterix erobert Rom und den Ausflug nach Amerika. Es hörte bei mir erst passend zu den Realverfilmungen auf. Da war dann echt Ende. Aber wenn einem ein dicker Römer in der Kleidung von Lara Croft vor die Augen tritt und auch noch so ähnlich heißt, ist das weder lustig, noch ein gelungener Verweis auf eine Kultfigur. Da grenzt das innere Gefühl an Fremdscham.

Doch abgesehen davon, liegt hier ein grundsolides 3D Jump and Run vor. Aber auch nicht mehr. Die Ideen sind gut, manche kennt man schon, vieles wiederholt sich. Zu beachten hierbei ist aber, es handelt sich um ein Remaster eines PS2-Titels. Was war damals angesagt und möglich? Aber gerade Remaster müssen sich derzeit mit einer Vielzahl an Konkurrenzprodukten messen und es kommt nicht an ein Spyro ran. Diese selbst erschaffene Marke gewinnt leider schon des Spaßes wegen gegen die etablierten Helden und war noch eine Generation älter. Hier hat man aber die Sequenzen auch neu gemacht, bei den Galliern sparte man sich das.


Gameplay
Grundsolide oder mehr?

Teamwork ist alles, jedenfalls mit sich selber, ist ja ein SinglePlayer Game

Techniken lernen und ausbauen, einer der Neuerungen zur PS2 Version

Die Steuerung ist eingängig und einfach. Hüpfen, Schlagen, Treten, Greifen und anschließend Schleudern, Kloppen, Stampfen. Stampfen kann man auch alleine. Sprung und dann Treten lässt euch zu Boden sausen. Machen wir die Steuerung eben voll. Man kann außerdem Idefix auf den Gegner hetzen und zwischen Obelix und Asterix hin und her wechseln. Die Stunden, die ich in Rom verbrachte hatte ich keine Probleme. Die Kamera nervt manchmal, aber man bewegt sich gefühlt kontrolliert und genau durch die Welt. Der Vergleich zu früher fehlt mir leider, aber es wurde unter anderem an der Steuerung gearbeitet. Man hat auch an anderer Stelle gearbeitet. Für Grafik vertröste ich euch an den nächsten Punkt, aber man brachte eine moderne Idee in das alte Spiel. Es wurde ein InGame Shop eingebaut. In diesem erhalte ich Items zur Heilung und Schildpunkte. Aber auch Fähigkeiten. Und je nachdem in welcher Welt dieser Shop steht, stehen einem mehr Optionen zur Verfügung. So bauen wir unseren Schaden aus, verstärken unsere Verteidigung und erlangen mehr Angriffe. Auch Idefix lässt sich so upgraden. Die notwendige Währung (Helme) sammelt man problemlos nebenbei. Problemlos nebenbei wurden auch alle Rätsel gelöst, die mir bisher den Weg versperrten. Meist schiebt man einfach eine Kiste irgendwo hin, oder muss verschiedene Wellen an Gegnern nach und nach besiegen um dann in der richtigen Figur den richtigen Weg springen. Erwähnt werden muss auch, dass man bestimmte Arenen wiederholen kann um ein besseres Rating im Kampf zu erreichen.

Shoppen dürfen wir nun auch

Nach und nach kommt man weiter und landet wieder in einer Art Hubwelt, um von da aus den nächsten Schritt zu gehen. Doch man fühlt sich dort nicht wirklich heimisch. Auch hier laufen Gegner rum und rein storytechnisch handelt es sich ja auch nicht um das eigene Dorf. Schade. Doch wie in anderen Games auch, öffnen sich hier nach und nach neue Wege. Soweit so solide. Ganz wie angekündigt, nur die Gegner nerven einen irgendwann. Insbesondere die „Marios“ mit ihren Wasserspritzen nerven. Auch die Auswahl der Gegner ist erst einmal nett, aber irgendwann eintönig. Treten diese nicht wirklich im Setting der jeweiligen Welt auf. Französische Römer sollten anders aussehen als orientalische.


Grafik/Sound/Technik
getrübte Freude

Grafisch kein Highlight, aber auch nicht hässlich

Grafisch präsentiert das Spiel sich als erstes von seiner schlechtesten Seite. Meine Güte. In einem Rahmen laufen direkt zu Anfang Zwischensequenzen ab. Und die haben genau 0 Arbeit erfahren. Hässlich ist gar kein Ausdruck. Gefühlt hat das eigentliche Spiel danach eine schönere Optik. Wahrscheinlich nicht mal gefühlt. Denn das Remaster der Spielwelt, als auch der Protagonisten und Gegner ist gelungen. Natürlich befinden wir uns nicht in der AAA-HighClass, aber für ein Remaster echt gut. Texturen und Details wurden ausgetauscht und verbessert und das merkt man. Grafisch ein echt gelungenes Stück Arbeit, geschmälert aber durch die miesen Sequenzen.

Auch beim Sound macht Asterix und Obelix XXL2 nichts falsch, aber auch nichts besonders richtig. Normale Soundqualität, passende Musik und Effekte. Ende. Was soll man dazu noch mehr schreiben. Erwähnen muss man aber die komplette Synchronisation auf Deutsch und in Videosequenzen zuschaltbare deutsche Untertitel. Aber es bleibt dabei: Hervorheben wird der Sound dieses Spiel nicht.

Doch hier beim Punkt Technik ist man heutzutage ja schon fast herausragend, wenn man nichts schreibt. Ganz seltene Framedrops die zu vernachlässigen sind, mehr gibt es hier nicht zu erwähnen. Selbst diese sind eigentlich nicht erwähnenswert.


Umfang/Inhalt
alter Standard

Das Spiel umfasst in etwa eine Spieldauer von sechs bis zehn Stunden. Auch dies ist ein grundsolider Wert. Darüber hinaus gibt es für Sammler halt Postkarten in der Welt verteilt. Sammelfigürchen dürfen im InGame Shop gegen Helme gekauft werden. Fähigkeiten erlangt man automatisch irgendwann alle. Es gibt keinen Multiplayer, kein Coop. Einzig die Arenen, die zwischendurch in die Level eingebaut sind, könnte man wiederspielen wollen. Könnte.


FAZIT
Mehr als Mittelmaß ist nicht drin

Immer wieder taucht im Test „grundsolide“ auf. Aber grundsolide reicht normalerweise nicht um zu begeistern oder ein Remaster zu rechtfertigen. Schieben wir es also auf „günstig zu machen“ und „Werbung für Teil3 in 2019“. Wer das Spiel schon zu PS2 Zeiten hatte, würde überrascht werden, kauft es aber nicht unbedingt. Neulinge dürfen einen Blick riskieren. Gerade auch das jüngere Publikum. Die stören dann auch die ganzen Verweise auf die Popkultur nicht, kennen die wahrscheinlich nicht alles, und haben ein brutal-unbrutales Jump and Run vor sich. Hoffen wir das die Entwickler für den dritten Teil mehr Zaubertrank nehmen um ein richtig gutes Game abzuliefern.


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