[ TEST ] Astro Gaming A20 Wireless – Günstiges kabelloses Headset für PS4 & PS5

Mit dem Wandel zu den neuen Konsolen von PlayStation 5 und Xbox Series X setzen die Gamer vermehrt auf kabellose Headsets. Mit dem A40 und A50 konnte Astro Gaming sich in der Vergangenheit bei vielen Gamern an der PlayStation 4 und Xbox One beliebt machen. Doch leider bieten die neuen Konsolen nicht mehr, den in die Jahre gekommen, Toslink, sodass jene Headsets nur noch mit einem Adapter nutzbar sind, die einem dann keine Grafik in 4K bei 120 Frames ermöglichen. Wir haben uns daher bei Astro Gaming umgeschaut und für euch das Astro A20 Wireless-Headset in der 2. Generation für die PlayStation 4 & PlayStation 5 getestet. Mit einer UVP von 119,00 Euro ist das Astro A20 zudem sehr ansprechend – Damit können Gamer problemlos den 3D-Sound an der PlayStation 5 erleben.

Komfort & Verarbeitung

ordentlich aber nicht mehr zeitgemäß 

Astro präsentiert das A20 Wireless-Headset in seiner bekannten Manier, die uns neben einigen Bildern auch die Vorzüge und Features des Headsets näherbringen. Eingepackt in einer Plastikschale, wie wir es in diesen Tagen von unserem Lieferanten für schnelles Essen kennen, wurde das Headset eingebettet. In Tagen des Klimaschutzes ist das in unseren Augen leider nicht mehr angebracht und Astro sollte dringend nachhaltig seine Transportverpackungen gestalten – Letztendlich fliegt die Verpackung in den gelben Sack.

Packen wir das A20 Headset aus und halten es erstmalig in den Händen, so erkennen wir, dass sich im Design zu seinen zahlreichen Brüdern und Schwestern nur im farblichen Akzent Unterschiede zeigen. Das A20 wurde gezielt in Weiß, Schwarz und Hellblau gestaltet, um seine Zugehörigkeit zur PlayStation 5 zu demonstrieren. Leider offenbaren sich auch die einfach gehaltene Auswahl der Materialien, welche wir schon einst bei Astro A40 TR feststellen konnten. Die Auswahl der Materialien wird von viel Plastik geprägt, das zudem fast schon billig im Zuge der Leichtigkeit wirkt. Von Wertigkeit kann hier nicht die Rede sein, auch wenn alles sauber und ordentlich verarbeitet wurde. Das entspricht nicht mehr dem Zahn der Zeit, da Headsets der weiteren Anbieter sich deutlich besser anfühlen. Auch wenn das Design sehr ansprechend ist, schränkt der gesamte Aufbau mit seiner Materialauswahl die Flexibilität stark ein. Die Ohrmuscheln lassen sich nur in der Vertikalen leicht schwenken und sind in der Horizontalen steif. Die Kopfgrößenverstellung läuft zu fest und bietet kein spürbares Einrasten. Dafür punktet Astro bei der Polsterung der Ohrmuscheln, die in Stoff gehalten wurden und sich angenehm anfühlen – Leider lassen sich diese nicht austauschen und die Haltbarkeit wird sich erst im Laufe der Zeit zeigen.

Das Mikrofon wurde flexibel mit einem Gummiarm gestaltet, dessen Gummi wir auch am Kopfband vorfinden. Irgendwie fühlt sich diese Kopfpolsterung aber komisch an und erwirkt einen schmierigen Effekt, wenn wir mit den Fingern darüberfahren. Zudem erzeugt der Gummi am Kopfband auch einen Brems-Effekt und löst einen Moment aus, der auch als an den Haaren ziehen bekannt ist. Dennoch sitzt das komplette Headset sehr gut und verrutscht auch in hektischen Momenten nicht. Die Ohrpolster umschließen unsere Ohren komplett und können sogar eine passive Geräuschunterdrückung bieten.


Technische Daten, Bedienung

Wo ist der Lautstärkeregler? 

Beim A20 Wireless in der 2. Generation verbaute Astro Gaming 40 mm Neodym-Treiber, die uns einen Frequenzbereich von 20 Hz bis 20.000 Hz bieten, bei einem Impedanz-Nennwert von 32 Ohm und einer Empfindlichkeit von 100 dB SPL 1kHz. Damit reiht sich das A20 Wireless in die endlose Kette bekannter Spezifikationen von Headsets ein. Technische Angaben zu dem unidirektionalen Mikrofon macht Astro Gaming leider nicht, doch dessen Arm reicht bis an den Mundwinkel und lässt sich im Bedarfsfall einfach nach oben klappen.

Ungeklärt bleibt die Sound-Modi-Taste

Für die kabellose Übertragung nutzt das A20 Headset den beiliegenden Dongle, der eine Übertragung im 2,4 GHz-Netz ermöglicht. Leider setzt Astro hier auf USB 2.0, was uns nur eine maximale Datenübertragungsrate von 480 Mbit/s ermöglicht, statt auf den 2014 eingeführten USB 3.0 mit bis zu 5 Gbit/s. Hier lässt sich sicherlich keine hochwertige Klangqualität erzeugen, da die Datenübertragungsrate uns eindeutig zu gering erscheint – Noch haben wir den Klang aber nicht getestet. Leider ist die USB 2.0 Dongle-Verbindung auch die einzige Möglichkeit das Headset am PC und der PlayStation betreiben zu können. Eine zusätzliche Klinke-Kabel-Verbindung wird nicht geboten.

Für den Ladevorgang legt Astro ein 1,5 Meter langes USB-C/ USB-A Kabel bei, damit wir mit dessen Akku rund 15 Stunden kabellos den Klang genießen können.

Bedienung

Damit sich das Headset auch einschalten lässt, gibt es den Power-Button. Hier baute Astro eine nette Option ein, denn bei Nichtbenutzung schaltet sich das Headset automatisch aus. So wird der Akku vorm unerwünschten Leeren bewahrt. Neben dem Powerknopf finden wir noch einen Mod-Knopf für unterschiedliche Soundprofile und einen Drehregler, um die Lautstärke zwischen Spiel und Chat definieren zu können. Einen Regler zur Lautstärke haben wir leider nicht gefunden und dabei haben wir das Headset gründlich abgesucht.

Software

Laut der Webseite von Astro Gaming wird für das A20 Headset die Astro Command Center App angeboten, die wir uns natürlich heruntergeladen haben. Leider sind wir damit nicht weit gekommen. Obwohl Windows, in gewissen Bereichen, das Headset erkennt – Batterie Ladefunktion – und wir das Headset auch in den Soundeinstellungen am PC auswählen können, passiert nichts. Die App will, dass wir das Headset in den PC-Modus schalten. Das erfolgt mit einem langen Druck auf den Button des USB-Dongle, der von Blau nach Gelb umschwenkt – Nur dann kommt auch ein Ton aus dem A20 Wireless.  Die App schreit aber immer noch nach dem PC-Modus und wollte das Headset nicht erkennen.

So haben wir hin und her probiert, mit dem beiliegende Kabel, nochmal den USB-Dongle, bis dann letztendlich beim Dongle die blaue und gelbe LED hin und her wechselte und unser PC das Spinnen anfing. Es half nichts, die App wollte das Headset nicht erkennen und wird daher von uns als unbrauchbar abgestempelt. Solche Vorgänge sind uns bisher nicht untergekommen und der Geduldsfaden wurde arg beansprucht. Somit können wir das Headset nicht mit einer aktuellen Firmware bestücken, falls möglich, oder gar die Taste mit den Equalizer-Balken einstellen oder sonst noch was dazu sagen, was möglich wäre. Wir haben extra alles nochmal auf einem weiteren PC probiert, der leider auch nicht das gewünschte Ergebnis brachte. Wo der Fehler liegt, können wir so nicht sagen. Eins können wir aber sagen: Mit der fehlerhaften Software wird das A20 Wireless stark eingeschränkt und lässt einem nicht auf alle Feature zugreifen. Wir müssen sogar von einer Nutzung am PC abraten, da hier das System unkontrollierte Dinge tätigt – Zugriff auf Amazon Music App eingeschränkt, blinkende Cursor und ungewollte Ausführungen von Anwendungen beim Betrieb des USB-Dongle am PC.


Klang & Soundbild

gedrosselt & nicht direkt 

Nachdem der Sound am PC nur kurz bei uns zur Verfügung gestanden hatte, wir aber dennoch eine Klanganalyse durchführen konnten, bewahrheitete sich unsere erste Vermutung. Songs mit der Amazon-Musik-App werden in 24bit/ 48 kHz ausgegeben, die unser PC auch in dieser Qualität ausgeben kann. Leider erfolgt die Ausgabe aufgrund der geringen Datenrate  bei USB 2.0 mit 480 Mbit/s nur mit 16 bit/ 44,1 kHz, was unter dem Möglichen der PlayStation 5 mit 16 bit/ 48 kHz liegt. Das schadet dem allgemeinen klanglichen Eindruck nicht, denn dieser ist im ersten Moment doch sehr anständig. Die Höhen sind vorhanden und werden auch von Tiefen geprägt, welche leider die Mitten etwas erdrücken und in den Hintergrund stellen. Je intensiver die Sounds in Action-lastigen Szenen sind, desto mehr werden die Höhen von den Bässen erdrückt. Aufgrund der geringen Klangqualität kommt auch die Tempest 3D-Engine nicht so gut herüber, wie es vergleichbare Headsets aus anderen Lagern in dieser Preisklasse offenbaren.

Dynamik ist vorhanden, erweckt aber ein indirektes Klangbild, dass trotz unbekannter „Equalizer-Taste“ sich nicht verbessern lässt. Im Grunde schlägt sich das A20 Wireless Headset nicht schlecht, muss sich aber hinter der Konkurrenz anstellen, die deutlich mehr Features zur Klang-Personalisierung bieten – Für den gleichen Preis. Erschreckend ist aber, dass Astro hier auf Standards setzt, die bei Konsolen wie der PlayStation 3 hängen geblieben ist. Gerade in Zeiten, wo vermehrt 3D-Sound, Dolby Atmos und weitere sich etablieren, treffen solche Standards bei uns auf Unverständnis. Hier muss Astro endlich aufwachen und mit neuer Technik den Gamer in seine Bahnen ziehen. Da brauchen wir dann auch nicht weiter über das Mikrofon reden, das sich auch nicht garade als besonders hervorheben lässt.


Fazit

es gibt wesentlich besseres für das Geld 

Mit A20 Wireless-Headset in der 2. Generation liefert uns Astro Gaming ein Headset, das uns Nerven gekostet hat. Der augenscheinliche Eindruck und Preis für ein Wireless-Headset sind auch ganz in Ordnung. Leider haben wir mehr kritische und sogar nicht akzeptable Punkte gefunden, sodass wir letztendlich von einem Kauf des Headsets für die PlayStation 5 abraten müssen. Astro hat es immer noch nicht geschafft mit Wertigkeit zu trumpfen – Die Materialauswahl wirkt zu einfach und gar viel zu primitiv. Die angebotene Software zur Einstellung und Updates funktioniert nicht. Der Button mit den 3 Equalizer-Balken wird weder in der Bedienungsanleitung noch irgendwo anders beschrieben und erklärt. Der Drehregler für Chat-Audio und Game-Audio ist verwirrend und lässt den Regler der Lautstärke vermissen. Der alte USB 2.0 Standard ermöglicht nicht das volle Potenzial der Tempest 3D-Engine, um sie würdig auskosten zu können. Klanglich liegt das A20 Wireless leider auch nur im viel zu breiten Mittelfeld. Auch beim Support gibt es starke Einschränkungen, denn weder die Ohrpolster lassen sich austauschen, noch nachbestellen – Vom Dongle, falls ihn der Staubsauger verschlingt, ganz zu schweigen – In vielen Punkten ist die Konkurenz nicht nur einen Schritt weiter, sondern Astro hängt hier deutlich 2-3 Schritte zurück. Astro muss nicht nur mal aufwachen, sondern sich im Grunde neu erfinden – Hier steckt mehr Geld im Marketing, statt in den Produkten. Letztendlich, auch wenn es hart erscheinen mag, lasst die Finger von dem Headset!

 

Viktor Kaczmarek
Seit Anbeginn der Datasette von Computergames begeistert. Spielt alles was sich bewegt und für Atmosphäre sorgt. Nimmt gerne Peripherie unter die Lupe und auch auseinander, es bleiben immer Schrauben übrig. Germany 48.406558, 9.791973