Gut 2,5 Jahre nach der Consolen Edition, des zweiten Teils des Bau-Simulators, aus dem Hause astragon, wurde nun die Umsetzung des Bau-Simulator 3 auf PS4, Xbox One und Nintendo Switch veröffentlicht. Was uns im Gegensatz zum zweiten Teil und überhaupt erwartet, verrät euch unser Test. Die Bau Simulator Reihe fand mit dem ersten Teil im Herbst 2014 ihren Anfang, der zweite Teil wurde dann schon auf Mobile und Konsolen erweitert und konnte damit auch einen weiteren Bekanntheits- und Fankreis aufbauen. Im April 2019 erwartete uns dann der Bau-Simulator 3 auf iOS und Android, mit mehr als 50 offiziell lizenzierten Baumaschinen und Fahrzeugen bekannter Marken wie MAN oder Palfinger, um nur einige zu nennen. Ein gutes Jahr später gibt es nun auch die Console Edition für günstige 15€ .

Wir haben den Bau-Simulator 3 auf der Standard-Playstation 4 in der Version 1.02 getestet. Das Spiel kostet im Playstation Store schmale 14,99€ und belastet eure Festplatte mit ertragbaren 2,93 Gigabyte. Das Spiel hat deutsche Texte und Sprachausgabe: Das Spiel ist ebenfalls für Xbox One und Nintendo Switch erschienen.


Ersteindruck
es gibt viel zu tun…

Im Bau-Simulator 3 erwarten euch die schon erwähnten 50+ lizenzierten (Bau)Fahrzeuge, in mehr als 70 Missionen. Ihr arbeitet im fiktiven Städtchen Peckling am See, könnt außerdem in einem Industriegebiet, sowie der Hauptstadt Neustin, in einer frei befahrbaren Spielwelt Aufträge annehmen. Im Laufe des Spieles werden noch weitere Gebiete freigeschaltet. Im Gegensatz zu der schon erschienenen Mobile Version, wurde nun natürlich die Grafik verbessert, funktionsfähige Rückspiegel implementiert, sowie weitere Missionen eingebaut.
Nach dem Erstellen unseres Profils, und davon können wir insgesamt drei erstellen die getrennt voneinander gestartet werden können ,sowie dem bearbeiten von diversen Einstellungen, wie zum Beispiel Firmenname und Art der Steuerung, werden wir von unserem Partner/Vorarbeiter begrüßt. Diese Unterhaltungen sind auf den ersten Blick etwas, ich nenne es mal merkwürdig , sind sie doch alle sehr überspitzt und lesen sich manchmal sehr sarkastisch.
Aber gut, wir wollen uns ja nicht unterhalten sondern im Baugewerbe einen Namen machen, denn wir haben eine bankrotte Baufirma übernommen . Man kann schon behaupten, dass man gerade in den ersten Stunden des Spiels an der Hand genommen wird und einem alles gut erklärt wird, was wie zu tun ist – und das ist auch bitter nötig. Hat man nicht schon einen der Vorgänger gespielt, wird man mit Menüs und Tastenkombinationen erstmal überrumpelt. Die Steuerung wird einem gut erklärt braucht aber gerade für Neulinge einiges an Einarbeitungszeit. Aber es ist ja auch ein Simulator Spiel, es wird auf vieles geachtet und wurde so umgesetzt, dass an alles gedacht werden muss, auf das auch ein „echter“ Bauherr achten müsste. So zum Beispiel das Warenlager, der Fuhrpark oder auch die Finanzen und das sind nur ein paar der vielen Punkte. Alles muss und sollte immer im Auge behalten werden, damit man sich nicht in der Ruin „baut“.


Gameplay
wir steigern das Bruttosozialprodukt

In der ersten Mission machen wir uns, natürlich unter Anleitung, mit einem Pritschen-LKW, inklusive Kran und seiner Steuerung, bekannt. Wir fahren ihn auf unserem Firmengelände, passen auf, dass wir im Ort nicht geblitzt werden oder über eine rote Ampel fahren und vieles mehr, denn all diese Vergehen kosten Strafen, die von unserem Konto abgehen. Auf unserem Gelände angekommen, müssen erst einmal diverse Instandhaltungsaufgaben wie Dachlatten verladen oder Rohre auf unserem etwas heruntergekommenen Baufirmengelände verlegt und erledigt werden. Durch diese „Missionen“ bekommen wir Geld und Erfahrungspunkte, um höhere Level zu erreichen und weitere Missionen und Spielabschnitte/Fahrzeuge frei zu schalten.

Ist das reine Fahren noch einfach, so müssen wir beim Bedienen von Kränen, Schaufeln etc. schon sehr aufpassen und schauen, was wir wie zu bedienen haben. Aber auch hier haben wir jederzeit eine Hilfe auf dem Bildschirm, auch wenn diese, jedenfalls für einen Neuling, nicht wirklich einfach umzusetzen ist. Als Missionen erwarten uns zum Beispiel einfache Sachen wie Transportmissionen aber auch arbeiten an Brücken, Häusern oder Straßen und diese können sich unter Umständen über mehrere Stunden hin ziehen.  Für jede Mission braucht man dann natürlich das richtige Fahrzeug.
Apropo Fahrzeuge, hier trumpft die Simulation natürlich auf. Kenner des Bau-Simulator 2 werden sich relativ schnell im dritten Teil heimisch fühlen, denn vieles wurde übernommen aber natürlich auch verbessert. Man kann bis auf Blinker oder Scheibenwischer so ziemlich alles bewegen und simulieren. Als Neuling wird man auch hier eine ganze zeitlang benötigen, um sich durch die Steuerung durch zu arbeiten, auch wenn einem mit begleitende Anweisungen und farbliche Markierungen sehr geholfen wird.
Je nach Mission, benötigt man mehrere Fahrzeuge die entweder gemietet oder gekauft werden können. Dies entscheidet euer Bankkonto. Auf Dauer sollte man aber die Fahrzeuge sein Eigentum nennen, denn wie auch im wahren Leben, ist das Mieten natürlich teurer. Manche Missionen „verlangen“ auch bestimmte Fahrzeuge. Wenn ihr diese nicht im Inventar habt, könnt ihr die Mission auch nicht starten, was natürlich wiederum eurem Konto nicht gut tut.


Grafik / Sound /Technik
wo viel Licht, da auch viel Schatten

In grafischer Hinsicht liegt der Bau-Simulator 3 auf den Konsolen leider nur im Mittelmaß. Ok, unsere Fahrzeuge schauen gut aus, sind detailverliebt und jedes Fahrzeug steuert sich anders. Aber schauen wir uns den Rest der Spiellandschaft an, so wird hier doch ein ziemliches Manko deutlich. Aufploppende Gebäude, nachladende Grafiken, schlechte KI-Fahrzeuge, Licht-und Schatteneffekte die ihre besten Jahre schon lange hinter sich haben und verschwindende Passanten und KI-Fahrzeuge. Die Kameraführung und wechseln der Ansicht ist Nervenaufreibend und das meinen wir nicht im positiven Sinne. All diese Dinge können wohl nur Fans des Bausimulator Franchise mit einem Augenzwinkern hinter sich lassen.Die Soundkulisse geht in Ordnung und ist zweckmäßig, die musikalische Untermalung bleibt uns nur für die Dauer des Spiels im Ohr und wiederholt sich viel zu oft.


Umfang
jede Menge zu tun!

Wie schon erwähnt, erwarten uns über 70 Missionen von denen uns viele für mehrerer Stunden beschäftigen. Allein das beherrschen der Menüs, das immerwährende Umschalten der Ansichten und richtige nutzen der Fahrzeuge und ihrer Technik, erfordert auch ihren Tribut und Zeit. Bis zu Level 20 geht es im Bau-Simulator 3 und bis ihr dieses erreicht, werdet ihr jede Menge Zeit investieren dürfen. Es müssen Geld und Erfahrungspunkte zum freischalten erspielt werden und nicht zu vergessen, auch sogenannte Skillpunkte, mit denen ihr eure Fahrzeuge noch erweitern könnt und müsst, um diverse Missionen erfolgreich abzuschließen.


Fazit
für Fans fast schon ein Muss!

Der Bau-Simulator 3 von astragon ist ein gutes Spiel für Fans, von solch einer Art an Simulationen. Detaillierte und zahlreiche Fahrzeuge, anpassbare Steuerungsarten und jede Menge Missionen, lassen das Fanherz höher schlagen. Leider enttäuscht die optische und technische Seite. Wer aber darüber hinwegsehen kann und schon immer mal Bauherr spielen wollte oder sowieso Fan des Franchise ist, wird mit dem Gameplay und den abwechslungsreichen Aufträgen eine lange Zeit Spaß haben. Um es kurz auszudrücken: Für Neulinge eine Herausforderung, für Fans ein weiterer Meilenstein!