Hardware Test

[ TEST ] BenQ EX3501R – Breites Display für Rennfahrer und Filmfans

Wer einen Monitor für Filme und Spiele sucht, überlegt vielleicht den Kauf eines Ultra-Wide-Monitors. Wir haben den BenQ EX3501R für euch getestet und unsere ersten Berührungsängste mit dem noch ungewohnten Format von 21:9 schnell vergessen. Mittlerweile wird es unserem Redakteur Uwe wirklich schwer fallen, dieses prächtige Display wieder herzugeben.

BenQ wurde im April 1984 als Tochter des Computerherstellers Multitech (später Acer) gegründet und hieß ursprünglich Acer Peripherals. Den Namen BenQ erhielt es 2001, um das Unternehmensmotto stärker zu betonen: „Bringing Enjoyment and Quality to Life“. Bereits vor Einführung des Markennamens BenQ eröffneten die Taiwaner im August 2000 eine deutsche Niederlassung in Hamburg. 2007 arbeiten in dem Team ca. 33 Mitarbeiter. Zum 1. Januar 2010 verlagerte BenQ seine deutsche Unternehmenszentrale nach Oberhausen. (Quelle Wikipedia)


Ausstattung und Verarbeitung

Eine schicke, breite Leinwand

Der EX3501R glänzt nicht nur mit seinem Design

Der EX3501R steckt in einem bebilderten Umkarton, der die groben Maße des Monitors schon erahnen lässt. Auch unser Postbote machte große Augen, sodass wir ihm freundlich beim Tragen halfen. Beschützt in Styropor eingepackt, finden sich neben dem gebogenen 35 Zoll großen Panel, ein externes Netzteil mit Netzkabel und eine Kurzanleitung, der auch eine CD mit Treibern beiliegt. Damit nicht genug, liefert man uns, wie oft üblich, auch ein 1,8 Meter langes Kabel zum Anschluss an den Displayport unserer Grafikkarte und ein ebenso langes HDMI Kabel. Außerdem findet sich ein recht kurz geratenes Kabel mit USB-C Stecker, um das im Panel verbaute USB-Hub zu versorgen. Das zusätzliche gebogene, etwa 30 Zentimeter lange Kunststoffteil, dient später als Abdeckung für die Kabelanschlüsse am Monitor. Zu unserer Überraschung sind Panel und Standfuss schon miteinander verbunden. So spart der Hersteller Verpackung und wir uns den Aufbau. Ein Display mit diesen Maßen lässt sich allerdings auch nicht ohne Umstände und vor alle Platz händeln. Mit einem reinen Anzeigenbereich von knapp 82 x 35 Zentimetern, stellt dieses Display, auch gebogen, die bisher von unserem Redakteur bespielten Monitore in den Schatten. Nun kommt die Frage auf: Was spielen wir zuerst? Bevor wir diese Frage klären, kommen wir aber zur Verarbeitung.

Der stabile Standfuß bietet eine Öffnung zur Durchführung aller Kabel

Das VA-Display des Benq EX3501R steckt in einem zweifarbigen Kunststoffgehäuse. Der Rahmen, sowie das Anschlusspanel sind in schwarzen Kunststoff eingefasst. Die Rückseite ist grau-satiniert gehalten, welcher dem Display eine gewisse Eleganz verleiht. Der stählerne Kern des Standfusses ist mit dem gleichen Material ummantelt und mit einer großen Öffnung zur Kabeldurchführung versehen. Ein V-förmiger Sockel in Chromeoptik sorgt für festen Stand. Am Aufhängepunkt des Fusses befindet sich außerdem eine Möglichkeit das Display zwischen -5 und 15 Grad nach oben oder unten zu schwenken und es um 60 Millimeter in der Höhe zu verschieben. Ein seitlicher Schwenkmechanismus ist leider nicht vorhanden. Der Fuss lässt sich nach dem Öffnen einer kleinen Abdeckung mit wenigen Handgriffen und einem Schraubendreher gut entfernen, um den Monitor mit der leider nur zusätzlich erhältlichen Montageplatte an die Wand oder einen Arm zu hängen. Die Bedienelemente des EX3501R sind, wie oft üblich, unten am Rahmen des Displays eingefasst. Ganze sieben Druckknöpfe laden hier zum fröhlichen Ertasten ein. Glücklicherweise hebt sich der dicke beleuchtete Hauptschalter gut von seinen Kollegen ab. Sobald wir diese betätigen, wird das überraschend übersichtliche OSD Menü eingeblendet, durch das wir dank intuitiver Symbolik, navigieren. Zu den Einstellungen kommen wir allerdings erst im nächsten Abschnitt. Das Anschlusspanel für die gesamte Kabelei liegt ebenfalls an der Unterseite des Monitors und ist etwas umständlich zu erreichen. Eine Montage bei liegendem Monitor ist daher ratsam. Neben dem Anschluss für das externe Netzteil warten eine 3,5 Milimeter Klinkenbuchse mit Audio-Out, zwei HDMI 2.0-Anschlüsse und ein Displayport 1.4 auf Verbindung. Die zwei USB 3.0 Ports des integrierten Hubs bieten Anschluss für externe Geräte, wenn wir sie per USB-3.1-Typ-C-Stecker mit unserem Rechner verbinden. Leider ist das Kabel viel zu kurz und auch nicht jeder Rechner verfügt schon über USB-C Anschlüsse. Das mitgelieferte Kabel ist allerdings nicht nur für den Anschluss von modernen Notebooks gedacht, sondern überträgt ebenso Video- und Audiodaten. Damit bietet der EX3501R eine moderne Multimediaschnittstelle auch für zukünftige Anwendungen. Für das Verbergen der Anschlüsse, liefert BenQ die schon erwähnte Kunststoffabdeckung mit. Diese passt aber erst mit etwas Nachdruck in die vorgesehenen Öffnungen. Nach Öffnungen für Lautsprecher sucht man beim EX3501R übrigens vergeblich. Auf integrierte und damit halbgar klingende Lautsprecher hat man verzichtet.

Liegt gut in der Kurve – BenQ EX3501R


Installation und Technik

Stecker rein – Rennfahrer sein!

Im OSD-Menü lassen sich umfangreiche Einstellungen vornehmen

Angeschlossen ist der BenQ EX3501R in wenigen Sekunden. Wir verbinden die Displayports an Grafikkarte und Monitor per beiliegendem Kabel und sorgen mit dem externen Netzteil für die nötige Energie. Wer zum Betrieb des Monitors mögliche Treiber installieren möchte oder eine umfassende Bedienungsanleitung studieren will, findet diese auf der beiliegenden CD oder auf der Support-Seite des Herstellers. Leider funktionierte Letzteres bei uns nicht. Die Unterseiten zum Monitor für Treiber und Bedienungsanleitung waren ohne Inhalt. Wir hoffen, dass sich das noch ändert. Wir verzichten somit auf eine Treiberinstallation und setzen unseren Monitor in Betrieb. Das ultra-breite Fenster zur Welt erstrahlt in seiner ganzen Pracht. Direkt checken wir das OSD-Menü nach allen möglichen Einstellungen. Ganz links im Menü wählen wir unter „Picture Mode“, vordefinierte Bild- und Farbeinstellungen. Neben diversen Presets für Gaming und Grafikbearbeitung im sRGB Farbraum, stehen noch zwei selbst definierbare Slots und eine Einstellung für den Betrieb von MacBooks bereit. Bei allen Presets ist es aber möglich, selbst weitere Einstellungen an Helligkeit, Kontrast vorzunehmen. Farbtemperatur, Gamma oder Schärfe lassen sich nur in den beiden Custom-Slots verändern. Ein weiterer Menüpunkt ist der HDR-Modus, dessen Funktion für Spiele und Filme unter Windows10 aktiviert werden muss um sie voll zu nutzen, andernfalls wird dies nur emuliert. Hier sind alle weiteren Einstellungen gesperrt, da der im Frontrahmen integrierte B.I.+ Sensor (Brightness Intelligence Plus-Technologie) die Anpassung von Helligkeit und Farbtemperatur steuert, um das Seherlebnis zu optimieren. Weitere Punkte im OSD-Menü sind die Anzeigemöglichkeiten von unterschiedlichen Quellen, wie Zweitrechnern, per Bild-in-Bild oder Bild-bei-Bild. So können wir problemlos zwei Rechner oder andere Zweit-Quellen bedienen. In diesen Modi, lassen sich die Größen der dargestellten Fenster variieren. Außerdem finden sich Einstellungen für die Lebendigkeit der Farben, die Reduzierung von blauem Licht, sowie Super-Resolution, welche allerdings nur eine weitere Schärfeanhebung bewirkt.

Alle Anschlüsse sind an der Unterseite des EX3501R zu finden

Kommen wir aber nun zu den technischen Details. Der EX3501R ist laut BenQ, mit einem Seitenverhältnis von 21:9 oder auch 2,35:1, auf ein Format ausgerichtet, das hauptsächlich für Cinemascope-Filme verwendet wird. Da aber auch immer mehr Spiele auf die Darstellung von prachtvollen Panaoramagrafiken setzen, sind wir gespannt womit uns diese Leinwand noch entzücken kann. Beschrieben und beworben wird der EX3501R als UWQHD-Monitor mit einer Auflösung von 3340×1440 Pixeln bei 100Hz. UWQHD ist die Ultrawide-Variante der normalen WQHD-Auflösung, die auch als 1440p bekannt ist. Damit ist das Bild um den 1,77 mal schärfer als unter Full-HD. Allerdings lässt sich der Monitor bei einer Bildwiederholfrequenz von nur 60 Hz bis zu einer Auflösung von 3840×2160 , also auch in 4K betreiben. Geliefert wird uns diese prächtige Auflösung von einem VA-Panel in LED-Backlight Technologie. Die Helligkeit wird laut Hersteller mit 300 cd/m², der Kontrast mit 2500:1 und das dynamische Kontrastverhältnis mit 20.000.000 : 1 angegeben. Außerdem bietet der EX3501R bei einem Wölbungsradius von 1800R einen Blickwinkel von 178°/178° bei 8 Bit Farbtiefe und einer Reaktionsgeschwindigkeit von 4 Millisekunden. Als HDR-Typ wird HDR 10 angegeben. Zusätzlich unterstützt der EX3501R, AMDs FreeSync 2 für verbesserte Details, eine optimierte HDR Unterstützung, sowie eine gesamte bessere Performance in Spielen. Eine Kompatiblität zu Nvidias G-Sync gibt es leider nicht.


Alltagstauglichkeit und Technikcheck

Mit Alles und Scharf?!

Wir haben den BenQ EX3501R nun seit genau zwei Monaten im Testbetrieb und haben ihn mit allen gängigen Anwendungen konfrontiert. Hier werden nicht nur unterschiedlichste Spiele getestet und natürlich an Berichten geschrieben, sondern auch vertont und vor allem an Videos geschnitten. Anfangs war unser Autor etwas unschlüssig, wie sich ein Ultra-Wide-Monitor in all diesen Anwendungen nutzen lässt. Heute jedoch, ist diese tolle Leinwand kaum noch wegzudenken. Allein im Bereich der Video- oder Bildbearbeitung bietet ein Screen in diesen Ausmaßen einige Vorteile. Vorher war stehts ein zweiter Monitor nötig, um etwa das Vorschaubild aus dem Arbeitsbereich zu ziehen. Mit dem EX3501R ist hier nun viel mehr Fläche verfügbar und durch die Größe und die Auflösung, lässt es sich wunderbar in Anwendungen wie Photoshop und Premiere Pro arbeiten. Natürlich haben wir auch gespielt und waren überrascht wie viele Spiele mittlerweile dieses Format unterstützen. Es gab nämlich auch Ausreißer. Wer zum Beispiel Renn- oder Simulationsspiele wie Forza Horizon 4, F1 2019 oder Star Citizen spielt, wird stets ein breites Grinsen im Gesicht haben, wenn er auf einem Panel wie dem EX3501R spielt. Zumindest war es bei unserem Autor so. Auch Strategiespiele, wie das von uns kürzlich getestete Sudden Strike 4, machen auf einem Ultra-Wide-Screen eine gute Figur. Endlich hat man mal übersichtliche Schlachtfelder. Einzig beim Streamen von Spielen auf Plattformen wie Twitch wird das Bildformat von 21:9 etwas problematisch, da die meisten Zuschauer im herkömmlichen 16:9 Format zusehen. Hier helfen entweder nur eine Reduzierung der Auflösung oder Zuschauer denen die schwarze Letterbox egal ist.

Wer den Überblick behalten will, stellt sich drei EX3501R in Reihe

Auch im technischen Test hat der EX3501R uns in vielen Punkten überzeugen können. Im Graustufentest wirkt die Darstellung des breiten Panels sehr ausgewogen und auch die Farbtemperatur stellt sich als hervorragend ausbalanciert heraus. Bei speziellen Testbildern, etwa im Eizo-Monitor-Tool, wurden allerdings feine Grau- und Farbverläufe nicht sehr gleichmäßig dargestellt und flimmerten etwas. In der täglichen Benutzung konnten wir derartige Unregelmäßigkeiten nicht feststellen. Etwas unregelmäßig ist allerdings die Ausleuchtung des Panels, welche allerdings erst bei kompletter Dunkelheit und einem komplett schwarzen Bild zu sehen ist und sich nur zu den Rändern verteilt. Hier kann man aber noch mit den Gammawerten etwas spielen und für Verbesserung sorgen. In Sachen Blickwinkelstabilität schneidet der EX3501R recht gut ab, ist aber mit modernen IPS-Panels nicht zu vergleichen. Stärkere Aufhellungen und Farbverschiebungen werden bei hohen Blickwinkeln, auch schon unterhalb der Herstellerangabe von 175 Grad, sichtbar. Da wir keine optischen Messverfahren nutzen, können wir Kontrast- und Helligkeitswerte nur auf Sicht beurteilen. Hier sind wir mit voreingestellten Werten und ihren Variationsmöglichkeiten zufrieden. Der von uns ermittelte Gammawert liegt bei 2,2. Die Schärfequalität liefert in der Voreinstellung, bei der Darstellung von Texten in unterschiedlichen Auflösungen, eine sehr gute Qualität und auch die Farbwiedergabe im sRGB Farbraum ist mit den Werkseinstellungen wirklich ausgezeichnet. Die angegebene Reaktionszeit von 4 Millisekunden konnte der EX3501R in den Werkseinstellungen nicht ganz erreichen. Hier waren einige Ausreißer zu bemerken, die aber einen Wert von 5,2 Millisekunden nicht überschritten. Wir empfehlen daher im OSD-Menü die AMA Overdrive Funktion auf „Premium“ oder „Hoch“ zu stellen. So kommt man sogar deutlich unter den Wert des Herstellers. Wie weit die Werte durch AMDs FreeSync reduzierbar sind, können wir aus Mangel einer aktuellen Radeon-Grafikkarte nicht ermitteln. Ein relevantes Inputlag konnten wir im Testbetrieb mit diversen unterschiedlichen Spielen nicht feststellen. Ein Messverfahren steht uns dafür leider nicht zur Verfügung.


Fazit

Ein starker Allrounder mit nur wenigen Schwächen

BenQ liefert mit dem EX3501R eine schicke breite und vor allem gebogene Leinwand, die Film- und Spielefans gleichermaßen begeistern kann. Auch bei Office-Arbeiten kann das 35-Zoll-Display überzeugen und bietet mit einer Auflösung von 3440 x 1440 Pixeln genug Fläche für jede Anwendung. Als Monitor für Video-Enjoyment angespriesen, kann der EX3501R seine Stärken in der Wiedergabe von Filmen, aber auch in der Darstellung von Spielen hervorragend ausspielen und mit einer tollen Tiefenwirkung und guten Reaktionszeiten punkten. Gerade bei Spielen im Rennsport- oder Simulations-Genre ist ein Panel in dieser Größe ein absoluter Traum. Toll sind die zukunftssichere Integration von USB-3.1-Typ-C und Displayport 1.4. Stärkere Aufhellungen und Farbverschiebungen werden bei hohen Blickwinkeln sichtbar, aber immerhin ist ein Monitor im Curved Design nicht wirklich dafür ausgelegt von der Seite betrachtet zu werden. Auch die gute Verarbeitung und das Design haben uns sehr gefallen und lediglich das, bei einem Preis von knapp 700,00 Euro, im Lieferumfang fehlende Adapterblech für die Montage an Wand oder Monitorarm, stießen uns etwas auf. Insgesamt ist der Benq EX3501R als sehr guter Allround-Monitor zu bewerten, der zwar ideal für Filme und Spiele geschaffen ist, aber auch in allen Office-Anwendungen überzeugen konnte. 

Der Abschied wird weh tun… Übrigens gibt es den BenQ EX3501R momentan bei Amazon für 559,00 Euro.


 

 

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