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[ TEST ] BORDERLANDS 3 – Pandora, wir haben dich vermisst

Als Borderlands 3 von Gearbox Software angekündigt wurde, waren die Fans völlig aus dem Häuschen. Fast so, als würde die lang erwartete Pizza endlich doch geliefert werden. Der Release am 13. September verlief reibungslos und das Spiel verkaufte sich wie warme Semmeln…ähm Pizzen. Ob sich Borderlands 3 aber nicht nur für Publisher und Studio lohnt, erklären wir euch in unserem Test.

Gearbox Software ist ein US-amerikanisches Computerspiel-Entwicklungsunternehmen mit Sitz in Plano, Texas. Es wurde im Januar 1999 von mehreren erfahrenen Spieledesignern in Dallas gegründet. Nach der Gründung entwickelte das Unternehmen zuerst Spiele für Valve (Half-Life: Opposing Force, Half-Life: Blue Shift). Später übernahmen sie auch Portierungen für andere Unternehmen. Ende Oktober 2009 wurde das Spiel Borderlands veröffentlicht, das im Auftrag von 2K Games entwickelt wurde. Dabei handelt es sich um einen postapokalyptischen Shooter, der mit zahlreichen RPG-Elementen versehen wurde. Borderlands ist im Cel-Shading-Look gehalten und konnte Kritiker und Spieler überzeugen. Mit Borderlands 2, dem Pre-Sequel und Borderlands 3 setzt man diese erfolgreiche Geschichte fort. Quelle: Wikipedia


Ersteindruck

Neue Helden braucht Pandora

Noch vor wenigen Wochen spielte unser Autor des zweiten Teil der beliebten Loot-Shooter Serie Borderlands mit Freunden im Koop nochmals durch. Besser noch war der jüngst von Developer Gearbox herausgebrachte DLC, der Geschmack auf den Nachfolger machte. So war der Einstieg in Borderlands 3 genauso wie erwartet – Fließend geht es weiter. In einer bebilderten Zusammenfassung von Waffenhändler Marcus erfahren wir was nach dem Tod von Handsome Jack passiert ist. Dann folgt auch schon das opulente Intro an dessen Ende wir uns für einen der vier neuen Charaktere entscheiden und zu Marcus in den Bus steigen.

Die Protagonisten in Borderlands 3 bieten uns verschiedene Fähigkeiten die wir skillen können

Statt Axton, Maya, Salvador und Zero zu spielen, stehen uns dieses Mal neue Helden, oder welche die es werden wollen, zur Verfügung.  Wir können wählen ob wir Moze, die Schützin spielen wollen. Sie verfügt über einen Mech, genannt „Iron Bear“ den sie bemannt/befraut und mit variablen Waffen das Schlachtfeld aufräumt. Interessant ist daran außerdem, das ein Teamkamerad auf dem Mech ein zusätzliches Geschütz bedienen kann. Ein weiterer Charakter ist Amara, sie ist eine Sirene und ihre Spezialfähigkeit sind ihre Astralarme, die sie beschwören und skillen kann. Sie ist damit auch für den Nahkampf gerüstet. Sie kann zu ihren Startskills noch weitere Fähigkeiten freischalten. Fl4k ist der Beastmaster im Team und damit der Jäger unter den neuen Charakteren. Er hat die Fähigkeit drei unterschiedliche Tiere zu beschwören und zu befehligen. Zu guter Letzt können wir Zane, den Operator auswählen. Er hat gleich zwei Skills, die allerdings seine Fähigkeit Granaten zu werfen verhindern. So kann er Attrappen platzieren die Gegner ablenken oder aber eine von drei Augmentierungen nutzen, um Schilde zu stellen, eine Drohne auszusenden oder ein Hologramm zu erschaffen. Alle Skills können mit Erfahrungspunkten verbessert werden.

Ja, auch die Nervensäge Claptrap labert uns wieder voll

Nachdem wir uns also für einen der vier Charaktere entschieden haben, steigen wir direkt in Spiel auf dem altbekannten Planeten Pandora ein. Wer begrüßt uns? Natürlich unser alter nerviger Roboterkumpel Claptrap. Ja den gibt’s noch. Leider. Und er ist genauso nervig wie immer.  Optisch hat sich auch einiges getan, worauf wir aber im Absatz zu Grafik und Sound näher eingehen. Allgemein fühlen wir uns wie zuhause, hier auf Pandora.


Gameplay und Story

Im All wird krass geballert

Natürlich werden wir für die Leser, die das Spiel noch nicht kennen, keine relevanten Teile der Story spoilern, dennoch werden wir nicht umhin kommen zumindest einiges davon zu erwähnen.

Die Calypso Twins gehören zu unseren Gegnern in Borderlands 3

Wie wir bereits in der Zusammenfassung der Ereignisse und im Intro erfahren konnten warten neue Gefahren auf uns. Auf Pandora hat ich eine Gruppe von Verbrechern breit gemacht, die sich „Children of the Vault“ nennen. Diese Kinder der Kammer werden von einem brutalen Geschwisterpaar angeführt, das langsam aber sicher den gesamten miesen Abschaum Pandoras um sich schart. Nachdem wir kurz mit der uns schon bekannten Sirene Lilith gesprochen haben und ihrem Team beitgetreten sind, bekommen wir ein Minitutorial vom nervigen Roboter Claptrap, der sich übrigens immer noch als Herrscher aufspielt. Größenwahnsinnig wie immer. Auf uns wartet bereits die erste Mission und so folgen wir Claptrap zu einem Zentrum der Children, um dieses zu übernehmen und als Basis zu nutzen. Auf dem Weg dorthin, entdecken wir den neuen Skin-Automaten, an dem wir unser Äußeres anpassen können, sobald wir Skins im Spiel oder über die Insider-Webseite freischalten. Auch das neue „Rutschen“ fällt sofort auf, denn sobald wir aus dem Laufen in die Hocke gehen schlittern wir auf dem Boden entlang. So kann man übrigens auch Gegner aus den Schuhen hebeln. Nachdem wir unsere erste Waffe erhalten geht es auch schon los mit der spaßigen Ballerei. Übrigens haben viele Waffen in Borderlands 3 nun zwei  Schussmodi. So feuern Pistolen zum Beispiel statt Kugeln auch Granaten und Raketen ab oder wir können zwischen Brand- und Säuremunition auswählen. Unser erster Kampf endet im Intermezzo mit dem ersten Boss Shiv, der aber leicht zu besiegen ist. Außerdem geht es wie in Teil zwei direkt mit dem Sammeln von Loot weiter. Auch der derbe Humor mit jeder Menge witziger und krasser Sprüche ist dabei. Alles ist genauso wie immer. Borderlands ist eben Borderlands – So wie es immer war und immer sein muss. So wie es die Fans lieben, nur mit einer neuen Aufgabe, die uns diesmal sogar zu anderen Planeten führt. Haben wir die ersten Missionen auf Pandora abgeschlossen, starten wir auf der Suche nach den verstreuten Elementen eines Kammerschlüssels mit unserem Raumschiff ins All. Unser Schiff trägt dabei den einzig sinnvollen Namen für eine fliegende Basis in Borderlands. Na wer kommt drauf? Auf der Suche nach den Teilen des Schlüssels besuchen wir unterschiedliche Planeten und so kommt es sogar zu einem komplett unvorhersehbaren Handlungsstrang in dem wir noch ganz andere Gegner bekommen.

Auf den unterschiedlichen Planeten bekommen wir es mit jeder Menge neuer Gegner und Kreaturen zu tun

So bietet Borderlands 3 eine enorme Abwechslung und wird definitiv auch nach Stunden Geballer und Looten nicht langweilig. Teilweise haben wir nur kurz pausiert um schnell zu erfahren wie es weitergeht. Dabei bietet uns jeder Handlungsstrang auf den unterschiedlichen Planeten diverse Endbosse, die teilweise wirklich schwer zu besiegen sind. Wie immer gilt aber auch hier: Wer die Schwachstellen erkannt hat, meistert das mit Links. Oder mit Rechts. Es empfielt sich übirgens nicht nur die Missionen der Story zu spielen. Das Leveln und das Loot der Nebenmissionen ist wichtig für die Kämpfe gegen spätere Bosse. Lasst ihr diese aus wird es irgendwann zum Frust und ihr beisst euch die Zähne aus. Natürlich gibt es in Borderlands 3 neben jeder Menge Loot auch goldene Schlüssel und VIP-Boni die ihr entweder auf der Shift Seite einlösen könnt oder aber im Spiel selbst findet. Auf unserem Schiff könnt ihr dann die Spezialkiste damit öffnen und ganz besondere Items abstauben.

Das Gunplay ist gewohnt einfach und sorgt für jede Menge Spaß und Abwechslung

Das Gunplay ist, wie gewohnt, simpel und mehr als spaßig. Wenn wir neue Waffen finden suchen wir die nächste Gelegenheit um sie mit den bisher genutzten Wummen zu vergleichen und gegebenenfalls zu ersetzen. Auch Borderlands 3 bietet uns wieder eine immense Auswahl von „bazilionen“ Waffen, die in Sturmgewehre, Mps, Pistolen, Raketenwerfer und Scharfschützengewehre unterteilt sind. Die möglichen Kombinationen von Skills sind dabei unbeschreiblich.  Dies gilt natürlich auch für Granaten und Schilde. Zusätzlich gibt es auch wieder Klassen-Mods, die bestimmte Fähigkeiten unseres Charakters pushen. Diese Skills werden allerdings innerhalb der Story durch die Vergabe von Punkten, die wir bei Levelaufstieg erhalten, nur auf die Spezialfähigkeiten vergeben. Das bedeutet im Fall von Moze, dass wir nicht den Charakter skillen, sondern ihren Mech. Erst nach Abschluss der Story können wir an Moze selbst etwas verändern. Wie auch in Borderlands 2 finden sich überall Kisten mit Munition, Waffen und natürlich auch die bekannten Automaten, die uns nicht nur Nachschub sondern auch Waffen, Schilde oder Granaten bieten. Auch finden sich immer wieder Verstecke, die wir durch kleine Rätsel freischalten. Auch Fahrzeuge gehören nun zu den Sammelobjekten und so bietet sich alsbald ein enormer Fuhrpark mit diversen Waffen für die unterschiedlichsten Vehikel. Wir werden nicht mehr verraten. Solltet ihr darüber nachdenken Borderlands zu erwerben, dann gilt die simple Regel: Magst du Boderlands 2, das Geballer und die derben Sprüche? Hast du ein paar Kumpels die es mit dir im Koop spielen wollen? DANN GREIF ZU!


Grafik, Sound und Technik

Prächtige Explosionen und furioses Geballer

In Sachen Grafik und Sound legt Borderlands 3 noch eine gehörige Schippe drauf

In Punkto Grafik und Sound bleibt sich Borderlands 3 natürlich auch treu. Die bekannte Cell-Shading-Optik bleibt uns auch im dritten Teil der Serie erhalten. Immerhin macht sie einen großen Teil des Charmes aus. Genau darum fühlt man sich auch so wie zuhause, wirkt alles so bekannt für uns. Dennoch muss man zugeben hat sich dennoch vieles getan. Die Modelle wirken detailreicher und die Texturen sind sichtbar hochauflösend. Man merkt dem Spiel an dass es die aktuellste Unreal-Engine benutzt, auch wenn Borderlands 3 aktuell kein Raytracing unterstützt. Immerhin können interessierte Spieler aber per Modifikation nachhelfen. Die Performance ist nach einigen Patches kurz nach dem Release auch deutlich besser geworden. Gerade anfangs hatte man al PC-Spieler da so einige Probleme. Auch im Menü der Grafikeinstellungen merkt man den Unterschied zum Vorgänger. Hier sind deutlich mehr Werte einstellbar um die Performance an das eigene System anzupassen. Wir warnen allerdings vor dem aktivieren der DX-12 Grafik, da diese weiterhin für starke Einbußen in der Leistung mit sich bringt. Optisch bietet Borderlands 3 allerdings ein wundervolles Effektfeuerwerk. Prächtige Explosionen und Partikeleffekte sorgen für einen wahren Augenschmauß. Einfach nochmal ne krasse Schippe drauf gelegt. Na, sagen wir eine Baggerschaufel trifft es eher.

Auch Lilith aus dem zweiten Teil ist mit dabei und führt unsere Gruppe in den Kampf

Auch der Sound darf sich hören lassen. Wer Borderlands 3 in Dolby Surround genießen kann, sollte es tun. Der Soundtrack wurde unter anderem vom Komponisten der Vorgänger Jesper Kyd gestaltet. Auch andere bekannte Musiker trugen ihren Teil dazu bei. Herausgekommen ist ein wilder Mix der auch von alten bekannten Hits durchbrochen wird. So haben wir teilweise absichtlich niedliche Musik in einem harten Boss-Kampf, die uns den Stress dabei völlig vergessen lässt und uns mehr als nur einmal schmunzeln lässt. Auch die Sounds der Waffen sind massiv aufgewertet worden. So besitzt Borderlands 3 mit über 7500 Waffensound die wohl größte Audiobibliothek im Genre. Hier ballerts, im wahrsten Sinne des Wortes. Die gesamte Soundkulisse unterstreicht die gewaltige Optik und jeder Kampf wird zu einer spaßigen Party mit Happy-End für uns. Auch die Sprecher sind markante Größen und zum größten Teil auch aus dem Vorgänger bekannt. Hier bemerkt man die hervorragende Dialogregie und die grandiose Übersetzungsarbeit. So stimmt in Borderlands 3 alles und das Spiel macht auch mit den deutschen Sprechern einen Riesenspaß.


Fazit

Borderlands Hoch Drei!

Eines wird sofort klar – Borderlands 3 ist um einiges Größer als seine Vorgänger, in allen Bereichen. Was das Spiel in Punkto Story und Gameplay bietet hat es in sich. Allein die unterschiedlichen Umgebungen der Planeten bringen eine Menge Abwechslung ins Spiel. Dennoch fühlt man sich direkt wie zuhause, was der nicht wegzudenkenden Cell-Shading-Grafik und dem grundsätzlichen Look zu verdanken ist. Auch wenn die Level immer schlauchartig bleiben, ist die Freiheit in der Spielwelt deutlich größer als bisher. Die neuen Protagonisten haben allesamt ihre Stärken und Schwächen, wir raten aber eh zu einem Koop-Spiel mit Freunden, denn dafür ist das Spiel deutlich ausgelegt. So ergänzen sich die Klassen am besten. Der Koop-Modus ist die Stärke des Spiels. Die Kampagne kann mit 35 bis 40 Spielstunden begeistern und bietet enorm viel Abwechslung mit einer wirklich schönen Geschichte, die einige Wendungen bietet. Grafik, Sound und Umfang übertreiben es gemeinsam, denn Borderlands 3 bietet die perfekte Fortsetzung zum zweiten Teil, allerdings hätte der Titel eher den Zusatz „Hoch 3“ verdient. Lediglich das Grindig im Endgame ist nicht für jeden etwas. Wer Borderlands aber als Serie mag und auch Teil 2 gerne spielte, der kann den dritten Teil nicht links liegen lassen. Wer noch keine Erfahrungen damit hatte und auf krasses Geballer mit mächtigen Knarren und immens viel schwarzem Humor steht, sollte auch zugreifen. Borderlands 3 ist ein grandioses Spiel und ein würdiger Nachfolger.

Die Kämpfe in Borderlands 3 sind jedesmal ein Event und werden auch so zelebriert

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