Spiele Test

[ TEST ] Bus Simulator for Console – mehr als nur „Bus fahren“

Ein Gamer am PC kommt sehr häufig in den Genuss von außergewöhnlichen Spielen, während die Spieler an den Konsolen eher mit Shootern oder Adventures vorlieb nehmen müssen. Nun ist es aber soweit – Astragon veröffentlichte nach langer Wartezeit den Bus Simulator für die Konsolen. Wir haben uns hinter das Lenkrad geklemmt und Fahrgäste durch die Stadt chauffiert.

Den Bus Simulator gibt es seit dem Frühjahr 2016 und fand im Sommer 2018 mit Bus Simulator 18 einen Nachfolger. Mit dem Release am 17. September können nun auch Gamer an der PlayStation 4 und Xbox One zum Busfahrer werden. Der Bus Simulator For Console kommt ganz ohne Jahreszahl aus, da es das erste Spiel seiner Art für die Konsolen ist. Kann uns diese Simulation ebenso begeistern wie ein Farming Simulator?

Wir haben das Spiel Bus Simulator auf der PlayStation 4 Pro samt Samsung 4K/ HDR TV getestet. Das Spiel stand uns als Download-Version zur Verfügung und braucht 3,2 GB in der Version 2.01 auf unserer SSD-Festplatte. Für die Soundausgabe standen uns einige Headsets und eine Heimkinoanlage zur Seite.

Ersteindruck

wir gründen eine Bus-Firma

unsere erste Fahrt beginnt am Bahnhof von Seaside Valley

Das Spiel ist durch seine geringe Größe schnell installiert und bringt uns auch zugleich mitten in das Geschehen. Doch bevor es richtig losgeht, müssen wir ein Unternehmen gründen. Dabei werden uns verschiedene Optionen geboten: Sandbox, Bankrott Ein/ Aus, Name der Firma und einige andere Kleinigkeiten. Hier steht uns vorab nur die Map „Seaside Valley“ zur Auswahl. Wir können aber davon ausgehen, dass uns später noch weitere Maps und DLC geboten werden.

Nach unserer „Firmen-Gründung“ können wir noch unseren Busfahrer ankleiden und finden uns im Anschluss auf dem Busbahnhof wieder. Dort erzählt uns eine nette Dame den Umgang mit unserem neuen Gefährt – einem Mercedes Benz Citaro Linienbus. Mit satten 20.000 Euro auf dem Konto starten wir unsere erste Rundreise und machen uns mit der Steuerung vertraut. Dabei assistiert uns die nette Dame und erklärt den ein oder anderen Handgriff. Das Fahren selber wurde der bekannten Steuerung aus diversen Rennspielen entnommen. Doch als Busfahrer müssen wir noch mehr machen.


Gameplay

mehr Fahrschule statt Raserei 

die Cockpits wurde liebevoll nachgestaltet

Haben wir einmal auf unserm Fahrersitz Platz genommen, wird uns die grundlegende Bedienung des Buses durch die nette Dame näher gebracht. Dabei können wir die Cockpitperspektive auswählen, aber auch eine Außenansicht nutzen. Es gibt viele Knöpfe und Schalter, welche per einfachen Klick betätigt werden können. Türen schließen, Motor starten, Licht einschalten oder gar den Fahrscheinautomaten bedienen. Mittels dem Steuerkreuz steht uns auch ein „Action-Menü“ zur Auswahl, indem wir alles nochmal einfach und schnell handhaben können. Zahlreiche Tasten und Schalter wurden aber der Bequemlichkeit halber auf den Controller gelegt. Das geht manchmal schneller und benötigt weniger Blicke, wo was auf dem Amaturenbrett angebracht wurde.

So können wir endlich das Gaspedal durchdrücken. Doch aufgepasst: Wer sachte anfährt, den Blinker sauber setzt und auch die Geschwindigkeit einhält bekommt hier extra Punkte und Geld. Wir fühlen uns ein wenig an unsere Zeit in der Fahrschule erinnert – Schulterblick, Blick in den Spiegel und mehr sind relevante Spielelemente. Eine Unfall oder gar Raserei wirken sich sehr negativ auf unser Bus-Unternehmen aus.

wir können auch frei durch Seaside Valley laufen

Die Steuerung mit dem Controller geht auf unserer Jungfernfahrt sehr gut von der Hand. Sicherlich fehlt uns dabei das gewisse Feedback von unserem Gefährt, denn hier wird entweder gefahren oder angehalten. Wir sind aber auch nicht auf einer Rennstrecke um Bestzeit erzielen zu wollen. Bummeln dürfen wir dabei auch nicht, denn der Fahrplan muss und sollte eingehalten werden. Wer schon mal einen virtuellen Boliden auf der Konsole bewegt hat, wird auch hier diesen Bus von Haltestelle zu Haltestelle bewegen können. Aber wie gesagt: Das hier ist weder die Formel 1 noch ein Wreckfest.


Grafik/ Sound/ Technik

verliebt, lebendig aber nicht aktuell 

Für den Bus Simulator kommt die Epic Games Unreal Engine zum Einsatz. Diese zeigt uns detaillierte Fahrzeuge und bringt uns damit die lizenzierten Busse näher. Leider können wir das von unserem Umfeld, mit all unseren Verkehrsteilnehmern, nicht sagen. Diese haben eher alle eine Statistenrolle erhalten und sind nur nettes Beiwerk. Die Stadt wirkt sehr lebhaft und so fahren auch zahlreiche Bewohner mit uns. Das ist für die heutige Zeit akzeptabel aber nicht mehr zeitgemäß. Die Kulisse ist schick, reicht aber niemals an ein GTA 5 heran. So wird der grafische Eindruck etwas getrübt, während die authentischen Geräusche dem Erlebnis wieder neuen Schwung geben.

So erschleicht sich bei uns der Eindruck: Das StillAlive Studios nicht ganz die grafische Qualität auf die PlayStation 4 Pro übertragen konnten. Dafür wirken selbst die liebevollen Details an unserem Bus zu verschwommen oder gar unscharf. Das ist sehr schade – Astragon hat mit dem Farming Simulator bewiesen, dass alle Details bei Fahrzeugen zu jeder Zeit klar und deutlich erkennbar sind.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Vielleicht zeichnet sich nun das Ende der aktuellen Konsolengeneration ab, denn an die Schärfe und detailreiche Grafik vom PC schafft es die Konsolenversion leider nicht. Hochauflösendes 4K oder HDR haben wir jetzt nicht verfolgt, ist wohl bei diesem Spiel weniger relevant – hätte aber sicherlich nicht geschadet.

Das Rundum-Paket passt aber soweit und bringt uns die Welt als Busfahrer auf die heimische Couch. Die Ladezeiten zeigen sich nur anfänglich etwas träge, während neben dem Controller auch ein Lenkrad genutzt werden kann. Tipp: Das Logitech FarmSim Lenkrad für den PC funktioniert auch an der PlayStation 4, dies wurde uns von Logitech und Astragon auf der gamescom bestätigt. 


Umfang/ Langzeitmotivation

alles Schwarzfahrer

unsere Statistiken im Menü

Das Prinzip vom Bus Simulator besteht in erster Linie darin, einen Linienbus von Haltestelle zu Haltestelle zu fahren. Dabei müssen wir uns den Verkehrsregeln entsprechend durch die Stadt bewegen und Fahrgäste zu ihren Haltestellen bringen. So mancher möchte eine Fahrkarte kaufen, aber viele von ihnen sind grobe Schwarzfahrer und steigen einfach in den Bus ein. Türen schließen und zur nächsten Haltestelle. Durch unsere Fahrweise verdienen wir nicht nur Geld, sondern auch Zufriedenheitspunkte. Diese lassen uns im Level steigen damit wir den Kauf neuer Busse tätigen können. Das Angebot ist hier auf 8 Busse beschränkt, während weitere als DLC geboten werden. Die Zukunft könnte uns auch neue Städte und Busse bringen.

Langeweile könnte durch das stupide Pendeln aufkommen, wären da nicht die zusätzlichen Features. So können wir unsere Busse lackieren, mit Aufklebern versehen, Werbung draufhauen oder uns mit anderen optischen Optionen den Bus verschönern. Mit dem reinen Einkommen an Fahrkarten ist Bus Simulator eine mühselige Angelegenheit, aber es gibt ja noch das wöchentliche Einkommen. Dieses stockt unser Konto kräftig auf und wir können mit der Zeit auch weitere Busfahrer einstellen. Nachdem unsere Flotte kräftig angewachsen ist und wir mehrere Routen abfahren können, ist ein wahrer Geldsegen vorhergesagt. Alleine macht das viel Spass, im Multiplayer mit bis zu 4 Freunden umso mehr.

eine Möglichkeit um uns optisch am Bus austoben zu können

Hin und wieder erhält der Spielspaß aber einen Dämpfer, denn die KI unserer Umwelt scheint nicht gerade die hellste zu sein. So laufen Fußgänger schnell mal auf dem Fußgängerüberweg hin und her und damit Gefahr vor den Bus zu kommen. Das kostet uns nicht nur Punkte, sondern wird auch mit einer saftigen Strafe auf unserem Konto belastet. Ebenso ein zu schnelles Fahren, rote Ampeln, Schlaglöcher, Bordsteinkanten oder lange Staus, welche unseren Fahrplan in Verzug geraten lassen.

So zieht sich der Bus Simulator im Grunde etwas durch seine Eintönigkeit in die Länge und man muss schon Durchhaltevermögen zeigen. Gemeinsam im Multiplayer lässt sich das aber bewältigen.


Fazit

eigentlich nur fahren und leveln 

Mit dem Bus Simulator lässt StillAlive Studios und Astragon den Kindheitstraum als Busfahrer wahr werden. Wir rangieren allerhand Busse bekannter Marken durch den Verkehr und bauen dabei unser Bus-Unternehmen weiter aus. Der Anfang gestaltet sich mühsam und es braucht etwas Zeit, bis wir unsere Flotte erweitern können. Mit einer einfachen Steuerung und weiteren optischen Möglichkeiten können wir uns in einer Bus-Firma austoben. Leider wirkt die Grafik auf der PlayStation 4 etwas schlicht und die Musik ist sicherlich auch nicht jedermanns Geschmack. Wem die Landwirtschaft etwas zu anstengend war und man eher mal einige ruhige Spielstunden als Busfahrer erleben möchte, erhält mit dem Bus Simulator die perfekte Fahrschule samt kleinen Management-Funktionen. Wären da nicht so viele Schwarzfahrer, würden wir noch mehr verdienen. 

 

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