Hardware Test

[ TEST ] Cambridge Audio SE1 In-Ear-Monitors – The HiFi „Kingsman“ !

Ob nun In-Ear, On-Ear oder gar Over-Ear, das Angebot an Kopfhörern darf gerne als vielfältig bezeichnet werden. Diesmal schaue und höre ich mir die In-Ear SE1 Berylium Kopfhörer von Cambridge Audio an. Die SE1 In-Ear Kopfhörer stellen in erster Linie den klassischen Kopfhörer zur Nutzung an einem Smartphone dar, weil neben dem Kopfhörer auch ein Mikrofon samt Remote-Control am Kabel vorhanden ist. Damit lässt sich die Playliste starten und pausieren, sowie ein Anruf annehmen und wieder auflegen.

Cambridge Audio fand seinen Ursprung, wie der Name schon verrät, an der berühmten Cambridge Universität in Großbritannien. 1968 begannen junge Technologie-Talente, nach ihrem Studium in einer Garage, die Hightech-Firma für Forschung und Entwicklung, sowie zur Prototypenfertigung aufzubauen. Mit dabei die große britische Musik, welche mit den Beatles und den Rolling Stones weltweit einen Siegeszug feierte.  Im selben Jahr kam der erste Stereoverstärker auf den Markt und im Laufe der Zeit wurde das Angebot durch Vorverstärker, CD-Player, Kassettendecks, Boxen bis hin zur heutigen Produktpalette erweitert. Heute umfasst Cambridge Audio alles was das Ohr begeistert. Im Jahr 2018 feiert das britische Unternehmen sein 50-jähriges Bestehen und lässt weiterhin dem Klang seinen treuen und natürlichen Lauf, was im heutigen Massenmarkt keine Selbstverständlichkeit mehr ist. 

Verarbeitung/ Qualität

ein Nadelstreifen & Manschettenknöpfe 

So präsentiert Cambridge Audio die SE1 ganz auf ihre Art. Alleine diese runde „Schachtel“ zeigt sich wie eine Verpackung eines geschätzten Krawattenhändlers. Im Zentrum leuchtet uns ein Visier eines Scharfschützen entgegen, dass hier gezielt mit dem Fokus auf einen Standort fixiert ist. N 51° 30` 0.1467 W 0° 5` 20.0369 erkenne ich und sobald ich einmal näher hinschaue, offenbart sich dies als zentraler Punkt in der Londoner City. Hier am Gallery Court, Hankey-Platz sitzt Cambridge Audio und die Damen und Herren machen daraus auch kein Geheimnis.

So öffnet sich die Verpackung und zeigt mir eine wahre übersichtliche Gestaltung mit allem was mein Herz begehrt. Hier hat Cambridge Audio sich etwas einfallen lassen. Alle Größen von S, M und L stehen zur Auswahl und dabei darf sich sogar zwischen dem einfachen Silicon auch für Comply Schaum Ohr-Stöpsel entschieden werden. Gleich vorweg stechen einem das zarte und ansprechende Kabel, sowie weitere Details ins Auge. Dieses Kabel scheinen die Briten wohl einem Nadelstreifen-Anzug entnommen zu haben, während die Ohr-Stöpsel den Manschetten-Knöpfen eines wahren „Kingsman“ Anzug sehr nahe kommen. Dabei spiegelt die kleine Remote-Control-Einheit das graziöse Verständnis für Mode und Zeitgeschehen der Briten wieder. Zart und fast schon wie ein Schmuckstück lässt sich damit meine Playliste starten und pausieren oder gar ein Anruf entgegen nehmen. Die Ohr-Stöpsel reflektieren nicht nur das Logo gekonnt im Design, sondern lassen auch den Charakter von Cambridge Audio aufleben, wie ich ihn bisher nur in der Edge-Serie finden konnte. Diese wurden mit einem Aluminium-Gehäuse versehen, dass laut Cambridge Audio sich bisher nur im Flugzeugbau wiederfinden lässt. In diesem Nadelstreifen von Kabel kommt, trotz dessen Feinheit, nur feinstes Sauerstoff-freies Kupfer zum Einsatz.

Die SE1 In-Ear-Kopfhörer sind pures britisches Flair und wer einmal den Film „The Kingsman“ gesehen hat, der wird mir bei diesem Punkt beipflichten. Cambridge Audio hat mit den SE1 ein wahren adeligen Gentleman für meine Ohren geschaffen. So muss ich ehrlich zugeben, In-Ear-Kopfhörer waren bisher nicht so mein Ding. Aber qualitativ sind die SE1 In-Ear-Kopfhörer ein wahrer Kingsman von königlichem Haus und damit diese auch immer sauber aufbewahrt werden können, gibt es ein nettes Etui dazu.


Sound & Klangbild

elegant & klar wie frisches Schmelzwasser 

Beim SE1 In-Ear-Kopfhörer wurden 8 mm Beryllium-Treiber verbaut, die einen Frequenzbereich von 19Hz bis 20kHz bieten und das bei 22 Ohm. Damit ist der SE1 ein idealer Begleiter an allen mobilen Geräten und kann dank seines 3,5 mm (4-polig) Klinkensteckers auch an weiteren Geräten ohne Probleme betrieben werden.

Die Philosophie die Cambridge Audio vertritt ist mir bestens bekannt, denn neben diesem SE1 Kopfhörer konnten mich schon der Bluetooth-Lautsprecher YOYO (S) sowie der AV-Receiver CXR200 von deren Leidenschaft für Technik überzeugen. Daher habe ich diesmal beim SE1 In-Ear- Kopfhörer unterschiedliche Musik an meinem Handy abgespielt, um deren Klangbreite besser wahrnehmen zu können. Hierbei standen mir ein Samsung S8 und die Amazon-Music-App hilfreich zur Seite. Auf den Hi-Res Bereich möchte ich weniger eingehen, da der SE1 diese speziellen Frequenzen nicht abdeckt, was sicherlich auch nicht Sinn und Zweck von Cambridge Audio war.

Oxygene Pt. 4, Jean-Michael Jarre

1975 schrieb Jean-Michael Jarre mit dem Album Oxygen Geschichte und der Part 4 dürfte jedem Musikliebhaber wohlwollend in den Ohren klingen. Der SE1 kann hier das volle Spektrum der Musik sehr klar und ehrlich wiedergeben. So zeigt der In_Ear-Kopfhörer, dass mit dem Beginn der „Computer-Musik“, jedes einzelne Bit hörbar ist und auch authentisch wie im Jahre 1975 herüberkommt. Schöne Höhen, wunderbare Mitten mit gezielten Anspielungen auf die Tiefen. Hier habe ich das Gefühl eine Vinyl aufgelegt zu haben.


Africa, Toto

Die US-Amerikanische Band schrieb 1982 einen bis heute unvergesslichen Song, Africa. In den 80er Jahren erlebte der Synthie-Pop seinen wahren Höhepunkt. Der Titel Africa auf dem SE1 zieht einem mitten in dieses Zeitalter von Stirnbändern und Miami Vice. Die Stimme ist sehr klar und lädt zum Mitsingen ein, während jedes einzelne Instrument sich hier in einem guten Stereo heraushören lässt. Selbst der Beat und damit die Tiefen schlagen gut auf und alle zusammen bilden die gesamte ehrliche Dynamik wie ich sie aus den 80er Jahren kenne, als das Tape mal wieder mehr Bandsalat als Musik verursachte. Da drehe ich doch gerne mal volle Pulle auf und der SE1 macht das locker mit, ob es meinen Ohren gut tut oder nicht….


Redemption, RMB

Die 90er sind prägend für das Streben bekannter Musiker und Bands aus den 70er & 80er, aber auch für den schrillen British-Pop sowie dem entstandenen neuen Techno-Sound. Beim letzteren legten DJ´s einfach nur Platten auf, untermalten diesen mit massiven Beat´s und eine Bewegung wie die Love-Parade entstand. Die Band RMB kann beim SE1 sämtliche Music-Genre wie House, Techno, Rave oder gar Dance abdecken und lässt diese, Schlag um Schlag mit den typischen Bässen der 90er wieder erleben. Diese Beat´s kann mir der SE1 kompromisslos um die Ohren hauen ohne dabei nur den Hauch von Schwäche zu zeigen, selbst dann nicht, wenn diese mit rund 130 BpM auf einen einhageln. Der SE1 bleibt konstant stark bei den Tiefen, während unterdessen die Mitten und Höhen weiterhin klar wie frisches Schmelzwasser im Frühjahr bleiben. Einfach herrlich die authentischen Vocals, da schwelge ich gerne mal in Erinnerungen.


Back To Black, Amy Winehouse

Mit dem Millennium wurde Musik endlich auch wieder rockiger und die Stimme eines Künstlers rückte dabei mehr in den Vordergrund. Einer der unvergessenen Songs aus den 2000ern ist dabei Back To Black, welcher sich über 20 Millionen mal verkaufte. Diese Stimme… entfacht ein Gefühl mit zahlreichen Emotionen in meinem Kopf und dabei leistet der SE1 seinen würdigen Beitrag. Der Song kommt so vertraut aber ehrfürchtig herüber, dass mir jedes Mal ein positiver Schauer über den Rücken fährt. Es herrscht zwischen den Mitten, Höhen und Tiefen eine qualitativ hochwertige Ausgeglichenheit, denn dieser Song spielt im Kopf und nicht nur in den Ohren. Je ehrlicher und besser die Musik wird, umso dynamischer präsentiert sich der SE1-In-Ear-Kopfhörer.


Diamond Heart, Alan Walker & Sophie Somajo 

Zum Abschluss suchte ich mir einen Song mit kräftigen Bässen, prägender Stimme, einem dynamischen Sound und Klängen um dem SE1 alles abzuverlangen. Diamond Heart ist erst im Dezember 2018 erschienen, kann aber dem heutigen Techno & Dance Genre klang-technisch die Stirn bieten. Der SE1 zeigt hier seine breite Dynamik, seine Performance, seine Leistung, die hohe Auflösung in allen Bereichen und ist überhaupt nicht bereit, nur eine einzige Schwäche zu zeigen. Perfekte Tiefen, die besten Höhen, schöne Mitten und das alles auch bei maximaler Lautstärke. Selbst wenn es mal ruhiger sein soll, es entgeht mir keine einzige Note oder gar Gesang aus dem Song.


…zum Schluss noch an den Game-Controller  

So wagte ich, dank der Kompatibilität, den Anschluss an den PS4-Controller um den SE1 Kopfhörer ein wenig als Headset nutzen zu können. Hier muss ich aber anmerken, dass der SE1 In-Ear-Kopfhörer zwar die Schwächen des Sounds über den Controller offenbart, ohne mich jedoch sehr zu enttäuschen. Der SE1 zeigt seine volle Stärke in Shootern und lässt mich jeden Gegner sofort mit seinen Schritten wahrnehmen, die Motoren in Gran Turismo Sport lassen mich schon am Klang erkennen, welches Auto ich gerade fahre, während mir bei meinem Lieblingsspiel The Division der Wind in den Häuserschluchten sprichwörtlich um die Ohren fegt. Einzig und alleine das Mikrofon ist sicherlich nicht für den Einsatz am Controller gemacht, kann aber mit einer klaren verständlichen Kommunikation aufwarten. Ideal ist es sicher eher für das eine oder andere Telefonat, wenn ich unterwegs bin.


Fazit

The HiFi-Kingsman 

In bin eigentlich kein Freund von In-Ear-Kopfhörern, aber mit dem SE1 brachte Cambridge Audio schon 2016 einen sehr ansprechenden Kopfhörer für den mobilen Bereich, der auch noch heute durch sein ehrliches und authentisches Klangbild, eine so gute Auflösung der Musik unterschiedlichen Genres wiedergeben kann. So bleibt er mir definitiv ein treuer Begleiter. Mit dem SE1 bietet sich ein Sound, der  sich ein wenig als Hommage an all die großartigen Titel und Künstler richtet, um ihre Musik bestmöglichst ihren Fans und Zuhörern weiterzureichen. Dieses glasklare Klangbild kenne ich eigentlich nur von der Vinyl und weniger von den modernen Medien. Für einen Preis von rund 80 Euro, bei diesem gekonnten edlen Design und adeligen Auftreten, ist er zu wahr – mein Hifi-Kingsman. Da wünsche ich mir, dass Cambridge Audio dieses Know-How nutzt und eines Tages einen schönen Studio-Kopfhörer auf den Markt bringen wird. 

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