Bild: Koch Media

[ TEST ] CHIVALRY 2 – Willkommen im blutigen Mittelalter

Mit dem Mittelalter-Multiplayer Spiel Chivalry 2 von Entwickler Torn Banner Studios kann man sich seit dem 8. Juni in blutige Schlachten auf Xbox, Xbox Series X , PC und PlayStation 4 & 5 stürzen, und dank Crossplay-Funktion wird es euch (hoffentlich) nie an Mitspielern mangeln. Wie uns der Titel gefallen hat, verrät euch unser Test.

Es war im Jahr 2012 als der erste Teil des Multiplayer-Actionspieles mit dem Namen Chivalry: Medieval Warfare das Licht der Welt auf dem PC erblickte, die Konsolenversionen für PS4 und Xbox One erschienen 2015. Schon damals ging es um die fiktive, mittelalterliche Welt „Agatha“, in der sich zwei Fraktionen im Bürgerkrieg befanden. Bis zu 32 Spieler konnten sich auf diversen Karten bekriegen, es gab 4 Klassen, 2013 wurden für den PC neue Klassen und Karten veröffentlicht.Im Juni 2019 wurde dann der direkte Nachfolger Chivalry 2 für 2020 angekündigt, diverse Umstände verhinderten dies, aber nun, am 8.6.2021 war es endlich so weit und man kann sich wieder in mittelalterliche Schlachten stürzen.

Ersteindruck
Viel zu bieten, auch ohne Einzelspieler-Kampagne

Wie schon im Vorgänger erwartet Euch mit Chivalry 2 ein reiner Multiplayer-Titel, dieser wurde aber gehörig aufgestockt. Es gibt gemischte Online Modi für 64 Spieler, wem das zu viel ist, der kann sich auch erstmal gemischte Modi für 40 Spieler anschauen.

Euch erwarten 4 Klassen, die alle nochmal in Untergruppen unterteilt sind. Kämpft ihr lieber aus der Ferne, so solltet Ihr Euch den Bogenschützen näher anschauen, diese haben aber eine geringere Lebensenergieleiste. Die 2. Klasse, die Ihr Euch aussuchen, könnt wäre die Vorhut, diese kann man gern unter „stürmen und sterben“ einteilen, man kann gut Schaden verteilen, aber muss auch viel einstecken. Der Mann für alle Fälle verbirgt sich hinter dem Fußsoldaten, er bewegt sich schnell, hat eine heilende Spezialfähigkeit und seine Waffenauswahl kann eine hohe Reichweite abdecken. Zu guter Letzt gibt es noch den Ritter, dieser eignet sich am besten für Neulinge in Chivalry 2, er besitzt eine große Energieleiste und kann viel Schaden anrichten, auch dank der vielen Untergruppen.

Um aber erstmal Herr über Schwert, Schild, Pfeil und Bogen und weitere Waffen zu werden, solltet Ihr erstmal das Tutorial besuchen. In diesem werdet von einem übellaunigen Lehrer, jedenfalls der Stimme nach, durch die einzelnen Segmente der Kampfkunst in Chivalry 2 geleitet. Euer Lehrer gibt seine markigen Sprüche nur in Englisch von sich, eine Untertitelung gibt es nicht, aber ein Begleittext zeigt Euch immer an was Ihr wann, wo und wie zu tun habt. Nach erfolgtem Tutorial könnt Ihr erst einmal ein wenig im Offline-Modus (24vs24) mit und gegen KI-Gegner kämpfen. Eine gute Möglichkeit die Karten, Waffen und Spielmodi kennenzulernen.
Apropos Karten, von diesen gibt es Acht Stück, die je nach Spielmodi relativ groß ausfallen können, an Spielmodi erwarten Euch das klassische Team-Deathmatch bzw. Deathmatch, oder der Team-Ziel-Modus in dem Ihr diverse Aufgaben erfüllen müsst, zum Beispiel verteidigen von Barrieren, Erstürmung einer Burg, oder Befreiungsaktionen und einiges mehr.

Die letzten Punkte, die man im Hauptmenü noch auswählen kann, wäre zum einen die „Kampfinfo“, hier bekommen wir Erklärungen und Tipps zum (Über)leben in Chivalry 2. Auch der Menüpunkt „Anpassung“ soll nicht unerwähnt bleiben, wie der Name schon erahnen lässt, kann man hier seinen Kämpfer, je nach Klasse mit diversen Hautfarben, Kopf- & Körperbehaarungen, Fehlbildungen, Gesichtsbemalungen, Nicknamen, Wappen, Helme, Rüstungen, Waffen und mehr für unzählige Kombinationsmöglichkeiten zusammenstellen.

Gameplay
Das Mittelalter war kein Zuckerschlecken

Wer kennt Sie nicht, die Schlachten im Mittelalter, vorzugsweise aus dem Kino oder TV oder vielleicht auch aus diversen Mittelaltermärkten die es, das Jahr über verteilt, in ganz Deutschland gibt. Nun haben wir die Möglichkeit diese, wenn auch nur virtuell, selbst zu erleben, und man kann schon vorab sagen, wie gut das diese Zeit vorbei ist denn das war eine „etwas“ heftigere Art von Kriegskunst.
Bevor man sich in die Online-Schlachten stürzt, sollte man, wie schon erwähnt, auf jeden Fall ein paar Offline-Matches gegen Bots gespielt haben, denn es gibt so viel zu lernen, was das mittelalterliche Kämpfen angeht, da sollte man gut vorbereitet sein bevor man es gegen 63 menschliche Mitspieler krachen lassen möchte. Sei es das richtige Abstimmen der Entfernung die man zum Beispiel mit der Streitaxt benötigt, um den Gegner zu treffen, ohne selbst verwundet zu werden, oder das Anwenden von Tritten und Stößen die, gerade gegen die Ritter in ihren schweren Rüstungen, sehr effektiv sind.

Wir haben die Möglichkeit 3 Schlagarten mit Äxten, Schwertern und mehr zu nutzen, Überkopf, Stich oder ein horizontaler Schlag, je länger wir den Knopf gedrückt lassen, umso gewaltiger ist die Ausführung. Aber auch diverse Spezialangriffe wie ein Angriff aus einem Sprint heraus oder einen Tritt zum Brechen von Schildblockaden kann angewendet werden. Wir können Angriffe kontern oder blocken oder sogar Vortäuschen, und sogar unsere Waffe dem Gegner entgegenwerfen. Gerade die letzte Variante ist sehr effektiv gegen Bogenschützen die uns aus relativ sicherer Entfernung den Gar ausmachen wollen.
Sollte unsere Gesundheit doch einmal schwer gelitten haben, gibt es die Möglichkeit uns mit Verbänden wieder zu heilen, diese hat man aber nur 1x zu Beginn und werden auch schnell aufgebraucht. Aber selbst verwundet und am Boden liegend muss man nicht aufgeben, denn wenn man in dieser fast ausweglosen Situation es noch schafft einen Gegner zu besiegen, so bekommt man die Möglichkeit wieder aufzustehen und weiter zu kämpfen, aber natürlich können uns auch Mitspieler wiederbeleben. Sollte wir doch mal sterben kann man nach einer kleinen Spawnzeit wieder in den Kampf mit eingreifen. In Chivalry 2 ist zwar stürmen und sterben an der Tagesordnung aber trotzdem muss man viel Geschick mitbringen und sich auf den Gegner einlassen und ihn beobachten, was leider nicht immer möglich ist denn im Getümmel ist es sehr oft an der Tagesordnung das man alleine auch mal mehreren Feinden gegenüber steht. Aber das ist auch so gewollt und sehr schnell kann sich das Ganze auch drehen und man bekommt auf einmal Hilfe von Mitspielern.

Haben wir das Offline spielen hinter uns gebracht und fühlen uns fit genug für die, so stürzen wir uns in die Online-Matches. Hier wird direkt nach Anwählen von einem der 3 Modi die Matchsuche begonnen. Diese dauert, Crossplay sei Dank, nicht sehr lang. Man besitzt primäre sowie sekundäre Waffen, die mit gewonnen Punkten und dem daraus resultierenden Levelaufstieg ausgebaut und erweitert werden können. Außerdem besitzt man je nach Klasse noch einen Gegenstand, zum Beispiel die Möglichkeit eine Sperre zu bauen.

Die Maps die gerade im Team-Ziel-Modus doch recht groß ausfallen können, erwarten Euch mit unterschiedlichen Abschnitte und diversen Aufgaben und Schwerpunkten wie zum Beispiel Transporte schützen, Katapulte bemannen und vielem mehr. Die Gewaltdarstellung, die sich in den Optionen regulieren lässt, ist, wenn man alles zulässt, schon sehr heftig. Blutige Schlachtfelder, abgetrennte Köpfe, Arme und Beine sind schon fast normal. Aber auch der Einsatz von brennenden Flüssigkeiten lässt die Gegner sehr realistisch zu Tode kommen. Das Kämpfen im Mittelalter war halt kein Zucker schlecken….
Zu guter Letzt noch ein Hinweis auf die Möglichkeit Sprachbefehle zu geben, die aber eigentlich nur dazu da sind unseren Feind zu beleidigen oder typisch britischen schwarzen Humor à la Monty Python zu verteilen.

Grafik / Sound
Detailliert und passend

Die Schlachtfelder werden mit kurzen Sequenzen präsentiert und sehen sowohl bei Tag als auch in der Nacht sehr gut aus, Effekte wie Funkenflug oder anderes lockern die Szenerie immer wieder auf. Unsere Kämpfer sind sehr detailliert dargestellt, Rüstungen und Waffen verändern sich grafisch im Laufe des Kampfes. Man merkt das sich Entwickler Torn Banner Studios „einige“Tage um die Ohren geschlagen hat um das mittelalterliche Setting umzusetzen.

Musikalisch werden wir nur im Hauptmenü mit orchestralen Klängen begleitet. Im Spiel selbst sind diese natürlich fehl am Platz. Hier dominieren sehr gut umgesetzte Kampfgeräusche und Geschrei, sowie das metallische Klirren von Schwertern und all den anderen Waffen. Aber auch an so kleine Hintergrundgeräusche wie Meeresrauschen, oder Vogelgezwitscher wurde gedacht.

Umfang
(Blutiger) Multiplayer-Spaß ohne Ende

Auch wenn der ein oder andere eine Singleplayer-Kampagne vermisst (die es schon beim Vorgänger nicht gab) so wird man, hat man mal Taktik, die Schlachtfelder und die Dynamik dieses Online-Multiplayers verinnerlicht, zahllose Stunden auf den diversen Maps verbringen. Gerade, weil Crossplay integriert wurde,wird es auch auf Dauer nicht an Mitspielern mangeln.
Und da man vorhat Chivalry 2 mit kostenlosen Post-Launch-Inhalte zu erweitern und das Spiel laut Aussage des Ceo, Steve Piggott, so mindestens zu verdoppeln wird auch in Monaten das Spiel noch seinen Reiz haben.

Fazit
Ein sehr guter und fordernder Multiplayer-Spaß

Mit Chivalry 2 haben die Jungs von Entwickler Torn Banner Studios ihren Vorgänger von 2012 konsequent weiter entwickelt und an den richtigen Stellen ausgebaut und verbessert. Es bedarf schon einiger Einarbeitungszeit bis man alle Taktiken, Kniffe, Waffen und die Vor- und Nachteile einer Map kennengelernt hat, aber das ist auch gut so. Das Spiel will es uns nicht einfach machen denn das würde dem Spiel und Setting nicht gerecht. Das Leben und vor allen Dingen kämpfen im Mittelalter war ein hartes Stück Arbeit und das lernen wir durch Chivalry 2 kennen und lieben.

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