Hardware Test

[ TEST ] Creative Sound BlasterX G6 – was kann der Nachfolger der G5?

Nachdem wir euch Anfang 2018 die Sound BlasterX G5 in einem Review vorgestellt und Ende 2018 mit dem 600 Ohm Headset von Beyerdynamic verbunden haben, schauen wir uns nun den Nachfolger an: Sound BlasterX G6. Was ist neu, was ist anders – lohnt sich der Umstieg von der G5 zur G6 oder gar die Anschaffung?

Externe Soundkarten, Mix-Amps oder GameDACs werden bei Gamern immer beliebter, da uns Sony, Microsoft oder gar Nintendo mit ihren Konsolen nicht auf eine audiophile Ebene heben können. Sicherlich kann Microsoft mittlerweile mit Dolby Atmos auftrumpfen, doch reicht es noch lange nicht für das ultimative Klangerlebnis, wie wir es von Heimkinoanlagen kennen. Aber auch an PC oder Laptop wird in vielen Fällen nur eine einfache Soundkarte verbaut. Diese verrichtet zwar ihren Dienst – Hi-Res Sound bleibt aber wohl eher ein Traum. Dabei ist es doch gerade im eSports-Bereich enorm wichtig, dass uns nichts an den Ohren vorbeigeht. Zudem bieten uns die Konsolen nur mit Headsets in niedriger Ohmzahl guten Klang, während im Musikbereich Kopfhörer bis 600 Ohm genutzt werden können. Eine höhere Ohmzahl bietet deutlich mehr Nuancen und damit ein wesentlich besseres Klangbild. Das haben wir euch mit dem Beyerdynamic MMX 300 in der 600 Ohm Version schon zeigen können. Um in diesen audiophilen Genuss kommen zu können, wird entweder ein Verstärker oder eine verbesserte Soundkarte benötigt, denn mehr als 80 Ohm können die Konsolen und Laptops aktuell nicht bedienen.

Die neue G6 im Vergleich zur G5 – Eine Soundkarte gemacht, um High-End Headsets und Kopfhörer bis 600 Ohm zu befeuern

Creative ist der weltweite Anbieter von digitalen Unterhaltungsprodukten. Creative wurde 1981 in Singapur gegründet und begann mit der Vision, dass Multimedia die Art und Weise revolutionieren würde, wie Menschen mit ihren PCs interagieren. Creative ist für seine Sound Blaster-Soundkarten und die Einführung der Multimedia-Revolution bekannt und treibt die digitale Unterhaltung jetzt mit modernsten Audiolösungen, erstklassigen drahtlosen Lautsprechern, leistungsstarken Kopfhörern und tragbaren Mediengeräten voran. Die innovative Hardware, proprietäre Technologie, Anwendungen und Dienste des Unternehmens, ermöglichen es Verbrauchern, jederzeit und überall hochwertige digitale Unterhaltung zu erleben.

Ausstattung & Optik

im Vergleich zur G5

Auf den ersten Blick präsentiert uns Creative die G6 in einem handlich Karton, der uns die G6 Soundkarte mit einigen Bilder näher bringt. In mehreren Sprachen werden uns die Vorzüge und Features näher gebracht. So funktioniert die G6 an der PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch und an jedem PC mit USB-A Anschluss. Aber auch ein optischer Toslink steht zur Verfügung, mit dem das Signal sogar zu weiteren Geräten durchgeschleift werden kann. So bietet uns Creative mit der G6 eine technische Aufwertung: Im Vergleich zur G5 bietet die G6 jetzt Hi-Res Sound von bis zu 32 bit bei 384 kHz. Die G5 liefert „nur“ 24 bit bei 192 kHz High Resolution Sound. Zusätzlich spendierte Creative der G6 nun einen Dolby Digital Decoder, der das unkomprimierte Signal in analoge Signale wandelt. Die G5 konnte uns nur mit einem PCM-Tonformat bedienen, auch wenn es zugleich keine Rolle spielte, welche Einstellungen wir z.B. an der PlayStation 4 vorgenommen haben.

Die G5 (links, schwarz) im optischen vergleich mit der G6 (rechts, silber)

Packen wir die G6 aus und halten die Soundkarte in den Händen, so ist sie in Größe und Erscheinung mit der G5 Soundkarte identisch. Nur das silberne/ anthrazite Kleid, das nun geriffelte Stellrad für die Lautstärke, sowie der fehlende USB-A Anschluss machen den Unterschied. Alles andere bleibt wie gehabt. Ein Micro-USB Port, ein optischer Ein- und Ausgang, die gleichzeitig als 3,5 mm Klinken-Line funktionieren, Wahlschalter für den Scout-Modus, wählbare SBX-Soundmodi mit optischer LED-Unterstützung sowie der Gain-Schalter für hochohmige Kopfhörer. Zwei getrennte 3,5 mm Ports für die Ausgabe der Audiosignale sowie der Mikrofoneingang verstehen sich von selbst – hier wird zu Nutzung eines Headsets ein Y-Kabel benötigt.

Damit wir die Sound Blaster X G6 auch gleich in Betrieb nehmen können, liegen ein passendes USB-Kabel sowie ein spezielles Toslink-Kabel bei. Die umfangreich bebilderte und in mehreren Sprachen vorliegende Anleitung, hilft auch Neulingen sich mit der G6 vertraut machen zu können. Die restlichen „Zettel“ mit den asiatischen Schriftzeichen haben wir einfach links liegen gelassen.


Installation & Anschluss

alles neu, alles schick? 

Bevor wir der Sound BlasterX G6 die ersten Klänge entlocken können, schließen wir diese an einen PC an – die Sound Blaster Connect Software findet ihr unter: blasterX.com\software (etwa 140 MB groß) – die Firmware findet ihr unter: blasterX.com\FirmwareG6 (etwa 940 Kb groß). Eine Aktualisierung der Firmware hat vorab nicht geklappt und so starten wir die Sound Blaster Connect Software. Nach einem Neustart des Computers wird uns die Software offenbart. Jetzt wird uns auch klar, warum ein Update der Firmware nicht geklappt hat: Diese Funktion wurde in die Sound Blaster Connect Software integriert.

*Sound Blaster Connect Software

Optisch kommt uns die Software sehr bekannt vor, denn schon in unserem Test zur Sound Blaster X AE-7 erhielten wir einen ersten Einblick in die Sound Blaster Command Software. Die Unterschiede sind kaum nennenswert, den alle wichtigen Funktionen finden wir vor und können auch eine ganze Menge einstellen.

Hinweis: Damit am PC/ Laptop auch der High Resolution Sound mit 32 bit/ 384 kHz „ausgespuckt“ wird, müssen unter Windows in den Einstellungen von Sound/ Ausgabe/ Lautsprecher die Abtastrate und Bittiefe auswählt und aktiviert werden. Es kann sonst sein, ihr bleibt bei eurer vorherigen Einstellungen hängen. Gleiches gilt für die Eingabe beim Mikrofon: auch hier können wir 32 bit / 384 kHz auswählen. 

Mit Hilfe der amazon music HD App auf unserem Laptop, können wir nun überprüfen in welcher Qualität uns die Musik wiedergegeben wird. Dabei lässt sich auch erkennen, dass wir trotz Ultra HD maximal 24 bit/ 48 kHz erhalten. Das ist aber immerhin besser als 16 bit/ 44,1 kHz.

Die Einstellungen bieten uns zahlreiche vorgegebene Soundprofile – für so allerhand bekannte Spiele, Film, Musik oder allgemein Gaming. Mit Hilfe eines 10-Band- Equalizer können wir uns den Sound ganz nach dem persönlichen Geschmack anpassen. In der neuen Software zur G6 können wir aber immer nur ein Soundprofil auf der Soundkarte speichern, während uns die G5 noch die Möglichkeit gab, gleich drei Profile abspeichern, mitnehmen und nutzen zu können. So sind die drei seitlichen LED diesmal etwas verwirrend. Sie informieren uns bei der G6 über die Mikrofonaktivität, ob wir direkt Dolby Digital anliegen haben und ob wir Sound erhalten – mehr nicht. Dafür bietet uns die Sound BlasterX G6 einen direkten Modus (Pure Audio), also doch zwei Soundprofile – das kann gerne gesehen werden, wie jeder möchte. Kurzum: Neben dem bekannten Scout-Modus, verfügen wir über den Direct-Mode (2 sek. die Scout-Mode-Taste gedrückt halten) und über den SBX-Mode. Damit beraubt uns Creative der Möglichkeit an den Konsolen zwischen drei von uns eingestellten Soundprofilen wählen zu können – bei der G5 war das kein Problem. Ob dies nun als Kritikpunkt gesehen werden kann ist fraglich – ein Rückschritt ist es aber in jedem Fall.

Nachdem wir am PC unsere Einstellungen vorgenommen haben, nehmen wir die Sound BlasterX G6 und schließen diese an die PlayStation 4 an. Wie in der Anleitung beschrieben, nutzen wir neben dem USB-Kabel das mitgelieferte spezielle Toslink-Kabel. Die G6 wird zur Soundwiedergabe mit dem optischen Ausgang verbunden und per USB, zur Stromversorgung, angeschlossen. So erhalten wir dann auch die Möglichkeit der Kommunikation. Es gilt zu beachten: Nur an der PlayStation 4 ist per USB das Mikrofon nutzbar, während die Xbox One und Nintendo Switch dieses Feature leider nicht unterstützen. Die Einstellungen auf der PlayStation 4 sollten folgendermaßen aussehen:

Unter Audiogeräte wählen wir für das Eingabegerät an der PlayStation 4 das USB-Headset (Sound BlasterX G6) und als Ausgabegerät TV oder AV-Verstärker. Aufpassen: Die PlayStation 4 erkennt die G6 Soundkarte automatisch und weist sie als USB-Ausgabegerät zu – diese Wahl wirkt sich negativ auf das Klangbild aus.  Unter Audioeinstellungen weisen wir den optischen Digital Out dem primären Ausgabeport zu. Damit die Sound BlasterX das Dolby Digital Signal decodieren kann, wählen wir hier Bitstream Dolby (die LED in der Mitte der G6 leuchtet nun auf). Schwenken wir in diesem Fall auf DTS um, bleibt die Soundkarte stumm. Eine Soundausgabe über das HDMI-Kabel zum Fernseher bleibt aber erhalten. Als primärer Ausgabeport kann auch HDMI-Out gewählt werden, dann erfolgt aber keine Decodierung des Audiosignals von der G6. Wir gehen davon aus, dass dann die PlayStation 4 das decodierte Dolby Digital Signal aussendet. 


Sound- & Klangergebnis

für mehr Dampf auf den Ohren

Wer zum ersten Mal in den Genuss einer solchen Soundkarte kommt, der wird sicherlich den Sound bewundern. Es macht sich ein Staunen breit und das vielseitige Angebot in der Sound Blaster Connect Software bietet uns auch zahlreiche Möglichkeiten unseren Geschmack zu personalisieren. Egal ob wir uns nun mehr in den eSports-Bereich bewegen oder gar für ein kraftvolles Kino entscheiden, es ist allemal mehr als uns eine Konsole oder der On-Board-Chip eines Laptops oder PC bieten kann. Wer hingegen schon die G5 sein Eigen nennen kann, der wird kaum audiophile Unterschiede bemerken können. Das liegt in erster Linie auch daran, dass uns alle Konsolen maximal 24 bit/ 48 kHz an Soundqualität liefern – ähnlich ist es auf dem PC oder gar an der heimischen Musikanlage. Bei einer entsprechenden Audioquelle können wir das Level von Hi-Res Audio übersteigen. Kleine Unterschiede zeigen sich im hochohmigen Bereich, den die Sound BlasterX G6 sehr gut befeuern kann. Die Nuancen zwischen einem 32 Ohm-Headset und einem 600 Ohm-Headset, wie dem Beyerdynamic MMX300, sind für trainierte Ohren schon deutlich.

Das mittlere Stellrad dient zur Lautstärke und Stummschaltung. Seitlich finden wir weitere Knöpfe für den Scout/ Pure Audio Modus, die SBX und den Wahlschalter für die Ohmzahl des Headsets.

Dennoch haben wir keine gravierenden klanglichen Unterschiede zwischen der G5 und G6 feststellen können. 32 bit bei 384 kHz klingen ausgesprochen interessant, aber um das ausgiebig ausreizen zu können, wird auch eine entsprechende Quelle benötigt. Diese gerade im Bereich Gaming zu finden ist – unmöglich. Hier können wir uns gerne mit dem Hi-Res der G5 zufrieden geben. Eine Aufwertung des Sounds wird auf jeden Fall hörbar geboten, so dass nun endlich auch qualitativ hochwertige Kopfhörer und Headsets ihr ganzes Potenzial ausspielen können. Zudem bietet die neue Software zahlreiche Spielereien im Sound an, lässt aber leider die Einstellungen für das Mikrofon fast unter den Tisch fallen. Hier hätten wir uns mehr gewünscht.


Fazit 

High-End Sound ohne Vollgas fahren zu können

Mit der neuen G6 liefert Creative Sound Blaster uns eine Weiterentwicklung der bekannten G5 Soundkarte und schraubt zudem das „Machbare“ kräftig nach oben. Leider lässt sich das ganze Potenzial der Sound BlasterX G6 an den Konsolen nicht ausspielen, bietet aber einen wesentlichen Mehrwert für unseren Sound, um auch 600 Ohm-Headsets nutzen zu können. An einem hochwertigen Gaming-Laptop wird die G6 Soundkarte wohl eher seine Freunde finden, da zwar die PlayStation 4 komplett unterstützt wird, wir aber bei der Xbox One und Nintendo Switch nur den Sound nutzen können, Zur Kommunikation kommt es dort leider nicht. Wer sich schon immer vollwertigen und  deutlich besseren Sound für seinen Laptop und Konsole gewünscht hat, dem können wir die Creative Sound BlasterX G6 wärmsten s empfehlen. Ob sich ein Umstieg von der G5 zur G6 lohnt – dazu raten wir eher nicht – würden eher mal die nächste Konsolengeneration abwarten oder einen Blick auf die neue X3 werfen. 

 

 

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