Bild: Bethesda

[ TEST ] DEATHLOOP – Kannst du den Loop brechen?

Den täglichen Ablauf durchbrechen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und kann schon in einen immer wiederkehrenden Trott fallen. Die Entwickler aus den Arkane Studios haben mit dem Publisher Bethesda Softworks, das Ganze in Deathloop auf die Spitze getrieben.

Ersteindruck
Die and die and repeat

Nachdem sich rund 29 Gigabyte auf unser durch den Sommer eingestaubten PlayStation 5 eingenistet haben, fingen wir an die chaotische Welt von Blackreef zu erkunden. Dies passiert in einem feinen Zeitschleifen-Ego-Shooter gewandt und geht rasant von Hand. Ohne unnötig lange Ladezeit sehen wir unseren noch namenlosen Helden das erste Mal sterben und bekommen einen kleinen Vorgeschmack, was uns in den knapp 20 weiteren Spielstunden erwarten kann. Oder trügt der Schein und treiben wir vielleicht durch den fehlenden Schwierigkeitsgrad, den Killcounter in die Höhe?

Der Name Deathloop verspricht in unseren Augen ein alptraumhaft schweres Vorankommen, was ohne die nötige Ausrüstung nie ein positives Ende findet. Jedoch ist der neue PlayStation-Exklusivtitel besonders handzahm und überschüttet uns mit detaillierten Schritt-für-Schrittanweisungen. Hier wird auch der letzte Unbeholfene auf den aktuellsten Stand gebracht, damit der nächste Tag ein guter Tag wird.

Gameplay
Gefangen in der Schleife

Es geht um Colt, der Anfangs seinen Namen nicht mehr auf den Lippen hatte und nun genauso verplant wie wir nach einer Antwort sucht. Wir sind in einem immer wieder kehrenden Tag gefangen, vermutlich handelt es sich um einen Montag. Unsere Aufgabe, die uns niemand gegeben hat, klingt relativ simple. Ein Tag und acht Attentate. Schaffen wir dies, soll der Loop gebrochen werden und alle die es überlebt haben, können in die Zukunft blicken. Jedoch ist es nicht ganz so einfach, den die acht Visionäre kennen ihre Bedeutung und versuchen nie zusammen an einem Ort zu verweilen. Deswegen liegt es an uns möglichst viele Informationen zu sammeln, so viele Informationen das wir quasi Wissen was unser Ziel denkt und wie es sich fühlt. Dieses Wissen hilft uns einen perfekten Plan auszutüfteln, um an dem einen Tag, der uns immer wieder zur Verfügung steht, optimal zu agieren.

Der Tag ist wie wir es kennen in vier Tageszeiten unterteilt. Morgens, mittags, nachmittags und abends, dazu gibt es vier Schauplätze wo sich je bis zu zwei Ziele aufhalten können. Jede Tageszeit bieten unterschiedliche Wege und Feindaufstellungen, die immer für eine andere Herangehensweise sorgen können. Mit den richtigen Informationen, können die Visionäre, die den Loop aufrechterhalten, effektiv ausgemerzt werden, denn eine wirkliche Bedrohung stellen diese im eigentlichen Gefecht nicht dar.

Da wir jedoch der Einzige sind, der keine Lust hat in einem Looping gefangen zu sein, stellen sich uns eine Menge von Maskentragenden Schießfiguren, als Kanonenfutter in den Weg. Diese besitzen fast keine künstliche Intelligenz und lassen sich alle beliebig massakrieren. Egal wie wild wir vorgehen, eine wirkliche Gefahr tut sich für unser Leben nie auf, selbst unsere acht wertvollen Ziele, sind das ein oder andere Mal einfach so unserer Flinte zum Opfer gefallen. Sollten wir doch einmal unser Leben lassen, wird eins unser drei Leben verbraucht und lässt uns in einem friedlichen Gebiet wieder auferstehen. Tut es mal weh, stehen auch auf den reinlich voll gestellten Karten, genug Heilungsitems zur Verfügung. In vielen Spielen ist das Hacken eine gern gesehene Mechanik, in Deathloop geht es hier besonders einfach, ein Knopf für knapp fünf Sekunden gedrückt halten und alle Sicherheitssysteme können für die gerechte Sache kämpfen. Mit wenigen Kugeln kann aber auch das System gänzlich den Dienst einstellen. Wie einem beliebt, ist natürlich jedem selbst überlassen.

Ein besonderer starker Feind, der uns ans Leben möchte, ist jedoch gezielt auf der Jagd nach uns. Den Julianna kennt keine Gnade und will uns zurück zum Strand schicken. In der Form wo der Computer von Ihr Besitz ergreift, stellt sie eine mittlere Herausforderung dar. Lassen wir allerdings das Internet mitspielen, kann ein anderer Spieler von Ihr besitzt ergreifen und wischt je nach Ausrüstungsqualität in Sekunden den Boden mit uns auf. Hier haben wir bei unseren ersten zwei Konfrontationen, dreimal so schnell ins Grass gebissen, dass wir gar nicht richtig wussten was eigentlich passiert sei. Ohne die Onlinestreitmacht, ist Deathloop jedoch ein entspannter Feierabendshooter, der mit seiner perfekten Steuerung, ein Kill nach dem anderen generieren lässt.

Haben wir mal unsere drei Leben für eine Tageszeit aufgebraucht oder alle vier davon überstanden, begrüßt das Murmeltier uns wieder zu einem neuen Loop-Tag. Das angesammelte Wissen ist das einzige was wir aus den letzten Spielstunden mitnehmen. Jedoch gibt es ab einem gewissen Spielfortschritt, mit dem sogenannten Residuum die Möglichkeit uns liebgewonnenes Equipment anzureichern, damit es uns wieder am nächsten Morgen zur Seite steht. Von der schimmernden Währung ist jedoch in einer Mission so viel vorhanden, dass eigentlich jedes Objekt permanent in unseren Besitz bleiben kann.

Es gibt eine Handvoll Waffen, die sowohl für einen Attentäter oder einen Rambo geeignet sind. Hier wie heutzutage üblich in verschieden Seltenheitsstufen, je seltener, desto besser und umso mehr Slots weist die jeweilige Waffe auf, um bestimmte Waffentafeln einzusetzen. Diese Verbesserungen gibt es auch für Colt selbst und können alle zu Residuum umgewandelt oder damit angereichert werden, um nicht mehr aus dem Inventar zu verschwinden. Die besonderen Fähigkeiten kosten natürlich am meisten und können nur von unseren Attentatszielen erbeutet werden. Darunter findet sich unter anderen die Macht sich unsichtbar zu machen oder mehrere Feinde zu verbinden, damit alle das gleiche Schicksal teilen. Im gesamten lässt hier Deathloop seine wohlgeformten Muskeln spielen, allerdings gibt es nichts was nicht schon in anderen Shooter verbaut wurde. Der größte Pluspunkt ist da die sehr einfache Handhabung und den somit verbunden flüssigen Spielfluss.

Grafik & Sound
Wie in einem 60er Jahre Actionfilm von Quentin Tarantino

Die grafische Aufmachung kommt mit einem gewissen Comiclook daher, unterstreicht damit auch die lockere Art wie die Geschichte vorangetrieben wird. Wir haben hauptsächlich im Leistungsmodus gespielt, um die 60fps und die alternativen 4K zu erleben. Hier hatten wir keine wahrnehmbaren Frameeinbrüche oder Ruckler erleben müssen und konnten dem Spielgeschehen zu jeder Zeit ohne Ablenkungen folgen. Das Raytracing wird nur im Grafikmodus unterstützt, was natürlich zum besten Bild führt, der Einbruch auf 30fps ist jedoch im Spielablauf deutlich spürbar. Für einen Exklusivtitel ist die Grafik jetzt nichts was einem vom Glauben abkommen lässt, jedoch sind die schön gestaltenden Level mit ausreichend Leben gefühlt. Hier gibt es keinen Grund seine Zeit mit einem schönen Panoramablick zu verschwenden.

Den einzigen technischen Fehler, den wir feststellen mussten, war in unserem Informationsmenü, das uns nicht mehr zurück in die Mission lassen wollte und so einen Neustart erzwungen hat, natürlich führt das zum aktuellen Fortschrittsverlust der jeweiligen Mission. Der Sony DualSense wurde seicht ins Spielgeschehen mit eingeflochten, sodass nach einer Spielpartie jetzt nicht genau gesagt werden kann, ob die Option überhaupt aktiviert war.

Bei der Soundkulisse wurde hervorragende Arbeit geleistet, kommt es zu einem Gefecht wird die Szenerie mit einem stimmungsvollen Soundtrack hinterlegt, sobald dieser verstummt ist das Spektakel auch vorbei und hinterlässt nur noch die leisen Umgebungsgeräusche. Hier kann mit den kraftvoll klingenden Waffensounds, etwas mehr Pep eingebracht werden, was schnell wieder zum nächsten musikalischen Aufwind führen kann. Die Synchronisation der einzelnen Charaktere gibt es in verschieden Sprachen, wir haben hier die englische und deutsche Sprachausgabe ausprobiert und können sagen, dass die Synchronisationssprecher sich gut in ihrer Rolle eingefunden haben. Teilweise wenn mehre Figuren zeitgleich sprechen und eins der zahlreichen Audiobänder im Hintergrund läuft, hilft auch der Untertitel nicht mehr viel, aber im gesamten wurde eine stimmungsvolle Arbeit geleistet.

Fazit
Innovativer Ego-Shooter, der richtig kracht und knallt

Dem Loop brechen, das ist unsere bescheidene Aufgabe, die wir uns selbst aufgelegt haben. Um die 59 Euro werden für diese Unterfangen benötigt und stellen uns vor nur kleine Herausforderungen. Die Größte dabei ist dann schon das Finden der richtigen Informationen, um einen noch nie dagewesenen Morgen zu erreichen. Die Steuerung in Deathloop ist sehr schnell verinnerlicht, geht somit sehr flüssig von der Hand und lässt vielleicht deswegen das Aufeinandertreffen mit einzelnen Gegnern sehr einfach wirken. Die Rambo-Methode hat uns hier den besten Dienst geleistet, aber natürlich ist der eigene Spielgeschmack entscheidet, ob die zahlreichen Schleichwege und Hackeroption ihren Gebrauch finden, sollte die aktuelle Lust wohl entscheiden lassen. Jedes Level bietet zu einer anderen Tageszeit einen anderen Ablauf, sodass nicht die Methode, die am Morgen noch wunderbar geklappt hat, am Abend dasselbe Ergebnis erzielt. Hier kann die Ausrüstung den entscheiden Vorteil bringen, obwohl auch der einfache Weg immer zum Ziel führt. Reicht es alle acht Visionäre zur Strecke zu bringen, um aus dem Loop zu entkommen, sollte jeder neugierige Ego-Shooter Fan selbst ausprobieren.

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