Es geht den steilsten Abhang des Jahres hinab. Denn mit Descenders bieten das Entwicklerstudio RageSquid eine virtuelle Highspeed-Kost auf einen gemütlichen Drahtesel. In Zusammenarbeit mit dem Publisher No More Robots gibt es seit letzter Woche reichlich prozentual generierte Strecken zu befahren. Wie unterhaltsam es ist, die künstlichen Pfade zu beherrschen, erfahrt Ihr durch unseren kleinen Karriereverlauf. Dieser fand wie üblich auf der PlayStation Pro seinen Anfang.

Ersteindruck
Bikes und Backflips

Ein seichter Einstieg erwartet uns, in dem uns auf eine einfache Strecke die Grundlage eines jeden Bikers nähergebracht wird. Verschiedene Tricks wie der Backflip werden an simplen Sprungschanzen ausprobiert und die Ziellinie soll ohne einen Zwischenstopp erreicht werden. Kurz darauf befinden wir uns schon im HUB-Bereich wieder, dieser ist mit allerhand Schanzen, Halfpipes und Hügeln bepflastert. Hier können sich andere Spieler tummeln, vorzugsweise sind natürlich auch unsere Biker-Freunde anzutreffen. Um entweder gemeinsam oder getrennt die eigene Session zu beginnen.


Gameplay
Ab in die Natur

Die Session selbst ist auch schon der Kern den Descenders zu bieten hat. Jede kann sich von der davorliegenden unterscheiden, weil die einzelne Strecke immer aus verschiedenen Teilen zusammen generiert wird. Allzu stark fallen die optischen Unterschiede zwar nicht aus, allerdings wird hier auch in drei Werten kategorisiert. Zum einen kann eine Piste maximal Steil sein, oder die Kurvenlage ist bis ans äußerste ausgereizt. Andere Strecken bieten auch einen Stunt nach dem anderen, wieder andere verbinden alles in sich zusammen.

In vier zur Abwechslung beitragenden Naturzonen kann eine erfolgreiche Session durchfahren werden. Unter anderem durch starkbewachsende Wälder oder in den Höhen gewaltiger Berge. In den einzelnen Zonen ist es unser Ziel das Boss-Level zu erreichen. Dort wartet immer eine überproportionale Sprungschanze, die es für uns zu meistern gilt. Haben wir diese dreimal erfolgreich in dem jeweiligen Gebiet absolviert, haben wir einen permanenten Checkpoint erreicht. Am besten absolvieren wir diese vor Anbruch der Dunkelheit, denn die teilweise unübersichtlichen Strecken sind gerade schwer zu meistern, wenn nur noch die Fahrradleuchte den Weg weist.

Über jede Session hinweg sammeln wir Reputations-Punkte, die durch verschiedene Stunts und reibungslose Fahrten auf unser Konto wandern. Nach einer guten Fahrt, kann sich auch ein neues Crewmitglied uns anschließen. Diese sind für diesen Durchlauf als tatkräftige Unterstützung mit dabei. Gezielte Bereiche werden durch die gewählten Crewmitglieder verbessert. Wie zum Beispiel bietet jede Strecke mehr Checkpoints oder es befinden sich weniger Hindernisse auf den Pfaden selbst. Auch die Fahrweise unseres Bikes kann positiv davon profitieren, für diese Option haben wir uns eigentlich immer entschieden. Da vor allem die Instabilität des Fahrrads an vielen Stellen für Frust sorgen kann. Bei jedem Neustart einer Karriere gibt es vier Leben, die am besten nicht zum Einsatz kommen. Stürzen wir nämlich oder knallen in ein Hindernis verlieren wir mindestens eins davon, fallen diese auf null ist der Spaß auch schon vorbei. Nur durch gewisse Herausforderungen auf jeder der generierten Pisten können wir bei erfolgreichem Abschluss, ein weiteres Leben dazu erhalten.

Läuft die Session für uns erfolgreich, gewinnen wir auch immer mehr Accessoires die unser Drahtesel und Fahrer ein optisches Feintuning unterziehen. Durch den gesamten Ablauf begleitet uns eine bevorzugt elektronisch getriebene Musik, die den reibungslosen und gechillten Ablauf unterstützt. Die einzigen Frustmomente, die bei uns aufkommen, sind halt durch den instabilen Fahrer gegeben, viel zu schnell fällt dieser von seinem drahtigen Freund und zwingt uns zum abrupten Neustart.

Für diejenigen die nur über eine komplette Session lachen können, weil die Herausforderung fehlt, wurde auch noch gedacht. Wer schnell die 100000 Rep-Punkte erreicht hat. Darf sich an der noch schwereren Karriere-Plus Session versuchen. Dort erwartet die Herausforderer in vier neuen Welten eine noch unbarmherzigere Piste nach der anderen. Desweitern lassen die Bike Parks ihre Muskeln spielen. Hier sind uns unterschiedliche mit überallermaßen frustrierende Stunts vollgepackte Strecken vors Rad gesetzt worden. Wo wir zugeben müssen, nie nur in der Nähe der Ziellinie gelandet zu sein. Durch die sehr schnelle Rücksetzfunktion geht wenigstens keine Zeit durch wiederholten Misserfolg verloren.


Umfang
Generierte Level versprechen jede Menge Abwechslung

Über den Umfang und die Abwechslung der Pfade können wir uns als absolute Biker-Neulinge nicht beklagen. Da uns hier auch immer durch generierte Level eine andere Zusammensetzung erwartet, kommt so schnell keine Langeweile auf. Nur in Sachen grafischer Abwechslung, sind wir der Meinung, dass zumindest die Strecken in der jeweiligen Naturzone gleich ausfallen, dies ist aber auch nicht verwunderlich. Denn ein Wald kann nicht plötzlich nach einer Großstadt aussehen.


Fazit
Besonders im Multiplayer eine starke Nummer!

Empfehlenswert AwardMit Descenders haben die Entwickler RageSquid eine entspannte Abendunterhaltung geschaffen. Allerdings nur, wenn uns unser Unvermögen kein Strich durch die Rechnung macht. Haben wir einen guten Lauf und ein Pfad nach dem anderen bezwungen, können wir in einen richtigen Flow verfallen. Kommt es einmal zum Sturz, zog sich das oft wie ein roter Faden durch die verbliebene Strecke und das schnelle Scheitern war zu erwarten. Zusammen mit Freunden macht das Erklimmen des Berges oder besser gesagt die darauffolgende Talfahrt am meisten Spaß. Für nur rund 20 Euro können angehende virtuelle Adrenalinjunkies hier nicht sonderlich viel falsch machen. Also wenn Ihr auf herausfordernde Abhänge abfahrt, schnappt euch ein paar Freunde und bildet vielleicht die erfolgreichste Crew in Descenders.