Zwei Tage vor Release erreicht uns der Review-Key für Doom Eternal. Die Patronenhülsen sind also quasi noch warm, als wir diesen Text verfassen. Wie sich der neuste Spross der beliebten Shooter-Reihe spielt und was Doom Eternal zu etwas ganz Besonderem macht, erfahrt ihr hier in unserem Test.

id Software ist ein US-amerikanisches Entwicklerstudio mit Sitz in Richardson, Texas, das sich auf die Entwicklung von Computerspielen und Spiel-Engines spezialisiert hat. Der Name id (gesprochen als ein Wort) kommt von der lateinischen Bezeichnung für das Es aus der Psychoanalyse, stand aber ursprünglich für ideas from the deep. id Software prägte vor allem in den 1990er Jahren mit seinen Spielereihen Wolfenstein 3D, Doom und Quake das Genre der Ego-Shooter sowie über die Genregrenzen hinaus durch die maßgeblich von John Carmack entwickelten Spielengines die grafische Weiterentwicklung der 3D-Computerspiele. Seit Juni 2009 gehört das Unternehmen zum Computerspielhersteller ZeniMax Media und dessen Publisher Bethesda Softworks. Quelle: Wikipedia


Ersteindruck

Geht gut los und wird noch besser

Helmpflicht! Der Doom-Slayer macht sich startklar

Sobald wir Doom Eternal starten, begrüßt uns im Hauptmenü schon ein martialischer Soundtrack, in dem auch eine neuere Version der alten Doom-Theme nicht fehlt. Knallharte Metall-Sounds, gemischt mit elekronischen Klängen, ballern uns um die Ohren, während wir ganz in Ruhe, noch, unsere Einstellungen machen. Übrigens: Dank der neuen Vulkan API, einer neuartigen Grafik-Schnittstelle, wird Doom Eternal auch mit toller Optik auf etwas schwächeren System laufen. Sobald wir das Spiel starten, beginnt eine Filmsequenz in der wir, als Doom-Slayer, den Angriff der Dämonen auf die Erde erleben. Wir fliegen vorher noch ganz enspannt mit unserer Doom-Festung durchs Weltall, als wir die ersten Funksprüche auffangen, die uns schmerzzerissen um Hilfe rufen. Klar, dass wir uns da nicht lange bitten lassen. Der Doom-Slayer macht sich auf, um die drei Höllnepriester zu finden und ihrem Treiben ein Ende zu machen. Das erste Level des Spiels dient außerdem als Tutorial, in dem wir unsere ersten Waffen finden und lernen wie wir sie einsetzen. Dabei bietet Doom Eternal uns schon am Anfang eine interessante Vielseitigkeit. Wir können nicht nur mit diversen Waffen schießen, sondern auch eine Kettensäge einsetzen, die uns aus den zersägten Dämonen Items für Heilung, Rüstung und Munition freigibt. Damit können wir uns sicher oft aus brenzligen Situationen befreien. Wir beginnen unser Spiel auf einem sogenannten Binnenschiff der Hölle, ein von einem Titanen getragenen Priestertempel. Hier bekommen wir die Kreissäge, lernen den Glory-Punch und finden erste Geheimnisse.

Das Waffenarsenal kann erweitert und verbessert werden

Ja, im Spiel gibt es wie in alter Shooter-Manier versteckte Items, die es zu finden gilt. Der Glory-Punch ist ein Finishing-Schlag, mit dem wir angeschlagenen Gegnern den Rest geben. Dabei werden je nach Gegner unterschiedliche Animationen abgespielt, die für reichlich Spaß und Abwechslung sorgen. Nicht, dass man uns falsch versteht – Doom Eternal ist definitv brutal und ziemlich blutig. Definitiv ist es aber auch übertrieben und unrealistisch. Und es macht einen Heidenspaß sich durch die Gegnerhorden zu metzeln.


Gameplay und Story

Ballern und Rätseln und Hüpfen und Spingen

Die Fortress of Doom dient uns jederzeit als Basis

Das Gameplay in Doom Eternal bleibt natürlich der Serie treu. Ein Shooter wie er im Buche steht, könnte man sagen. Wenn da nicht auch einige Neuerungen wären, die dem Spiel ein gewisse Abwechslung und somit deutlich mehr als eine rein stumpfe Ballerei daraus machen. So gibt es zu den bisherigen Teilen der Serie einige Unterschiede im Gameplay, die wir natürlich sogleich aufzählen wollen. Um nicht zu spoilern werden wir natürlich nur wenige Einzelheiten der Story erzählen. Klar ist aber: Wir kämpfen gegen die Dämonen auf der Erde und auch an den Gegnertypen hat sich nicht viel verändert. Anfangs lernen wir die Fortress of Doom kennen, unsere neue Basis im Orbit um die Erde. Hier können wir Kraft tanken und unsere Waffen, Fähigkeiten und den Kampfanzug verbessern. Auch das sind Neuerungen, die es in diesem Ausmaß vorher nicht gab. Mit diesen und weiteren neuen Features setzen die Entwickler im neuen Teil der Serie noch einmal einen drauf. Direkt im ersten Level erhalten wir zum Beispiel einen am Anzug montierten Granatwerfer, der aber eben nicht nur Granaten spuckt, sondern auch Eisbomben wirft und als Flammenwerfer dient. Setzen wir damit Gegner in Brand, nimmt deren Rüstung Schaden, dessen Werte wir dann einsammeln, um wiederum unsere Rüstung aufzufüllen. In den teilweise sehr hektischen Kämpfen gegen mehrere Gegner kann uns das oftmals den Hintern retten. Zögert also nicht, davon Gebrauch zu machen. Die schon angesprochene Fortress of Doom ist unser neue Basis in der wir neben Verbesserungen und neue Waffen, sowie gefundene Gegenstände und Eastereggs sammeln. Besonders praktisch ist auch die Trainingsarena, in der wir uns im Kampf gegen Dämonen üben und neue Waffen an ihnen ausprobieren können. Zusätzlich können wir alte Missionen laden, um sie noch einmal zu spielen oder vergessene Geheimnisse und Gegenstände zu finden. Ganz besonders hat uns jedoch das verbesserte Bewegungssystem erfreut. Da Doom Eternal nämlich viele Sequenzen bietet, in denen wir Springen und Klettern müssen, benutzt man nicht nur den bekannten Doppelsprung um höhere Positionen zu erreichen, sondern kann mit dem „Dash“ auch schneller ausweichen oder größere Entfernungen überbrücken. Das geht soweit, dass man sogar in einer Spring- und Klettersession sogenannte Dash-Booster einsammelt um weiter zu kommen. Das fordert uns jederzeit neu heraus, denn hier muss das Timing stimmen. Durch die Kletterpartien erreichen wir neue Abschnitte in den Leveln, finden geheime Items und Eastereggs. So haben wir noch kein Doom gespielt. Neu im Gameplay von Doom Eternal sind auch die Schwachstellen der Gegner. Lernen wir einen neuen Gegnertyp kennen, erklärt uns das Spiel in einem Minitutorial, per Video, wie wir ihn am effektivsten bekämpfen. So haben einige Dämonen besondere Waffenteile oder Rüstungen, die sich mit speziellen Waffen zerstören lassen um ihnen dann erst wirklich dan Garaus machen zu können. In den Levels finden sich außerdem die „Geheimen Begegnungen“. Dies sind inszenierte Kämpfe gegen einen oder mehrere Dämonen, in denen wir es nochmal so richtig krachen lassen können, um Extrapunkte für Waffenupgrades zu erhalten. Auch neu sind die Masterlevels, die euch nach dem Durchspielen von Doom Eternal erwarten. In diesen Kampagnenmissionen trefft ihr auf neue Herausforderungen in Form von stärkeren Gegnern oder wahnsinnigen Schwierigkeitsgraden.

Haben Gegner Schwachpunkte, werden sie uns vor der ersten begegnung angezeigt und erklärt

Das Waffenarsenal in Doom Eternal ist großartig. Natürlich bekommen wir unsere Shootgun zurück, die nun aber mit einem Haken versehen ist, mit dem wir uns zu den Gegner ziehen. Es gibt ein Plasmagewehr und den Rocketlauncher, nur um einige weitere zu nennen. Zusätzlich haben die Waffen jeweils zwei Mod-Slots, in denen wir alternative Schuss-Modi installieren können. Die setzen der Knarre dann nochmal einen drauf. Das Gunplay ist unfassbar gut und man fühlt sich mit jeder Bewaffnung fast unschlagbar. Aber auch nur fast. Wo anfangs die Kämpfe noch einfach sind, werden sie im späteren Verlauf sehr knackig und bisweilen mehr als herausfordernd. Stillstand bedeutet in Doom Eternal den Tod. Ständig in Bewegung bleiben und ballern was das Zeug hält! Bei Mangel an Munition, Heilung und Rüstung hilft ein Hieb mit der Kettensäge, um uns das Leben zu retten. So fördert und fordert Doom Eternal euer Denken stehts neu. Statt nur stumpf zu ballern müsst ihr taktisch denken, um am Leben zu bleiben. Wo Doom 2016 euch an Grenzen brachte, fordert Doom Eternal von euch das Doppelte. In jeder Hinsicht. Zusätzlich zum nervenaufreibenden Singleplayer bietet Doom Eternal einen Multiplayer-Modus in neuem, asymmetrischen Stil. Wo man jetzt traditionelle Deathmatches erwarten würde, liefert der Battle-Modus ein neuartiges Gameplay. Hier treten zwei Spieler als Dämonen gegen einen Spieler im Gewand des Doom-Slayers an. Dabei sind die Matches, in denen man fünf Runden nacheinander spielt, deutlich kompetitiv angelegt und könnten auch für Turniere taugen. Wir sind gespannt wie dieser neue Multiplayer bei den Fans ankommen wird und ob weitere, auch klassische, Modi folgen werden. Zur Story sei nur wenig verraten. Immerhin wollen wir euch die Freude nicht nehmen, die Höllenpriester und Khan Maykr persönlich kennenzulernen. Klar ist, dass wir natürlich die Erde von allem Übel in Form der Dämonen befreien und uns dafür in umfassbar intensive Kämpfe begeben. Dennoch erzählt Doom Eternal eine interessante Geschichte rund um den Doom-Slayer. Das ist auch neu und überrascht uns sehr. So lernen wir viele Hintergründe der Geschichte der Serie, die bis in die 90er Jahre zurückreicht. Wer noch mehr als in den vielen Filmsquenzen erfahren will, kann sich die Datenbankeinträge durchlesen, in denen Personen, Dämonen und Hintergründe detailiert erklärt werden.

Die wunderschön-schaurigen Level laden nicht immer zum Verweilen ein

Grafik und Sound

Alles ziemlich krass…

Das Gameplay von Doom Eternal ist toll aber es lebt auch von der grandiosen Grafik, der unfassbaren Architektur der Levels und vor allem von den Sounds und dem grandiosen Soundtrack von Mick Gordon. Damit ist eigentlich schon alles gesagt… Fast! Übrigens: Nvidia und AMD haben zum Release von Doom Eternal extra neue Treiber herausgegeben.

Einige Schauplätze sind aber doch wunderschön gestaltet

Die Levels von Doom Eternal bieten grafisch viel Abwechslung. Ballern wir uns anfangs in einer brennenden, zerstörten Großstadt durch die Häuserschluchten und Ruinen, treffen wir später in überwucherten Tempelanlagen oder vor Blut und Gedärm strotzenden Titanenleichen auf unsere Gegner. Festungen, Tempelanlagen und Dämonenfabriken sind das Terrain auf dem sich der Doom-Slayer wohl fühlt. Dabei bietet die Grafik eine wirklich atemberaubende Pracht und faszinierende Schauplätze. Die Dämonen sind hoch detailliert gestaltet und duch die neuen Schwachstellen können wir ihnen brachial die Einzelteile vom Körper schießen. So erhalten wir also auch grafisch eine Rückmeldung über unsere Treffer. Das martialische Design der Level mit Schädeln, Feuer, Blut und Lava macht klar welches Spiel man hier spielt. Dabei sind durch die fein gesetzte Beleuchtung tolle Akzente gesetzt, was die düstere Atmophäre deutlich unterstreicht. Durch die neue Vulkan API lief das Spiel auf unserem Testsystem mit Ryzen 3700X und Nvidia RTX 2080Ti in Ultra-Settings mit 144 Frames in der Sekunde. Das Spiel sollte daher auf vielen schwächeren Systemen auch mit höheren Grafikeinstellungen hervorragende Werte liefern. Nicht nur grafisch liefert uns das Spiel Rückmeldungen über unsere Treffer. Schießen wir einem Gegner ein wichtiges Rüstungsteil oder die Waffe weg, bekommen wir das per Sound quittiert. Auch Schmerzen oder der nache Tod unseres Doom-Slayers werden uns zu Gehör gebracht.

Machen wir von der Säge Gebrauch, verlieren Dämonen wertwolle Dinge

Auch das grausige Kreischen von Gegnern denen wir den Rest gebe,n klingt an unser Ohr. Das macht das Spiel deutlich intensiver und sorgt für eine grandiose Klangkulisse. Was nicht fehlen darf ist natürlich der passende Soundtrack. Den liefert für Doom Eternal kein geringerer als Mick Gordon, der schon für diverse Soundtracks mit Publisher Bethesda zusammenarbeitete. So suchte er Gesangstalente für einen Chorgesang zum Spiel, die er wohl auch fand. Denn dieser Chor vermittelt die wohl krassesten Klänge im Soundtrack überhaupt. Im Video seht ihr ein „Behind The Scenes“ dazu. Der natürlich stark auf „Metall“ geprägte Soundtrack passt hervorragend zur Optik und dem Thema des Spiels. Für die intensiven Kämpfe können wir uns auch keine bessere Musikuntermalung vorstellen. Dennoch kommen auch klassische und elektronische Klänge zum Einsatz die etwas Variation in die Musikauswahl bringen.


Fazit

Das beste Doom ist Doom Eternal

Doom Eternal begeistert uns immens. Seit langem bietet uns ein Shooter endlich wieder mehr, als nur stumpfes Geballer durch bekloppte Gegnerwellen. Zu den unfassbar intensiven und herausfordernden Kämpfen gesellen sich taktische Elemente wie das Leveln von Waffen und Rüstung, diverse Kampfmechaniken und abwechslungsreiche Rätselelemente. Damit sind wir stehts gefordert und manches Mal sogar etwas überfordert. Die Sprung- und Dash-Sequenzen sind vielleicht nicht für jeden Spieler erfreulich, uns haben sie aber viel Spaß und Abwechslung geboten. Die neuen Schwachstellen der Gegner sorgen für zusätzliche Taktik und sorgen für gehörig Aktivität in unserem Gehirn während der Kämpfe. id Software hat mit Doom Eternal einen Shooter geliefert den so schnell kein Herausforderer vom Thron stößt. Wir fühlen uns etwas zurückversetzt, in die Zeit als Shooter noch nicht nur Einheitsbrei lieferten und stehts herausfordernd waren. Danke id und Bethesda für dieses grandiose Erlebnis in wunderschönen Leveln, in einer atemberaubender Atmosphäre, die von grandiosen Sounds und einem opulenten Soundtrack gekrönt wird. Manchmal wird es vielleicht etwas viel an Input, aber wir sind auch schon etwas älter. Jüngere Spieler verarbeiten soviele neue Dinge mit Sicherheit ganz locker. Neue Waffen, neue Perks und krasse Animationen. Einfach Fett – Das neue Doom Eternal. Von uns gibt es eine klare Empfehlung. Also: Gönnt euch!