Ein einzelner Samurai gegen eine Herscharr übermächtiger Feinde. Um zu überleben, muss Jin seinen eigenen Kodex verraten und zum Geist Tsushimas werden. Wir haben das letzte große PS4-Exklusivspiel für euch getestet.

Ersteindruck
Eine Invasion nie gekannten Ausmaßes

Im 13. Jahrhundert beginnt das große Zeitalter des Mongolischen Reiches. Dschingis Khan errichtete ein Weltreich, das in seiner Macht und Ausdehnung jedes andere Weltreich der Geschichte hinter sich ließ. Nach dessen Tod wurde dieses Riesenreich durch seine Nachfolger sogar noch weiter vergrößert, sodass es sich am Ende des Jahrhunderts über weite Teile der bekannten Welt erstreckte. Im Westen drang man tief in den europäischen Kontinent vor und im Osten bis ans andere Ende Asiens, dort wo sich heute Südkorea befindet.

Das Machtstreben der Mongolen ging noch weiter. Als nächstes großes Ziel hatte man Japan ins Auge gefasst. Im Jahr 1274 startet eine riesige Flotte von Schiffen auf direktem Befehl von Kothun Khan. Etwa 30.000 mongolische Krieger nehmen Kurs auf Tsushima, einer etwa 700 km² großen Insel im Japanischen Meer.  Diese Insel gilt es zu passieren, bevor man auf das Japanische Kaiserreich trifft.

Tsushima selbst ist ein idyllisches, aber verschlafenes Eiland. Es mag zwar geografisch zu Japan gehören, fristet aber jeher eine Außenseiterstellung, gerade weil man sich auf der überschaubaren Insel abgeschottet vom Rest des Landes befindet. Doch 1274, in diesem schicksalhaften Jahr, verwandelt sich Tsushima in eines der Hauptschauplätze des Invasionskrieges der Mongolen auf das Japanische Reich.

Gleich zu Beginn des Spiels zeigt die ausweglose Schlacht eindrucksvoll, welch unterschiedliche Welten aufeinanderprallen. Es ist nicht nur so, dass die Mongolen den Überraschungsmoment auf ihrer Seite haben und mit einer 30.000 Mann starken Armee auch zahlenmäßig weit überlegen sind, auch ihre Waffen sind moderner und ihre Kriegsführung ist eine, auf die die Samurai nicht vorbereitet sind.

Die Samurai verfolgen einen strengen Kodex, nachdem man sich Aug´ in Aug´ seinem Feind gegenübersteht und ein direkter Zweikampf zwischen Sieg und Tod entscheidet. Doch so kämpfen die Mongolen nicht. Deren Taktik beruht auf Brutalität und Terror. Man dünnt die Reihen der Feinde mit unüberwindbaren Pfeilhageln aus, brennt ihre Häuser nieder, vernichtet ihr Essen und lässt sie vor Hunger verzweifeln, man lässt den Feind vom ohrenbetäubenden Knall einer Bombe erschaudern, verbrennt sie mit heißem Öl und richtet sie vor den Augen ihrer Mitstreiter hin. Die Mongolen sind nicht gekommen, um ehrenvoll gegen die Samurai Tsushimas zu kämpfen, alles was sie antreibt ist der eigene Hunger nach Macht und dafür ist jedes Mittel recht.

80 Samurai stellen sich in einer ausweglosen Schlacht den anlandenden Truppen von Kothan Khan. Jin Sakai, der Protagonist in unserer Geschichte, ist einer dieser Samurai. Zusammen mit seinem Onkel, Fürst Shimura, reitet er dem Feind entgegen. Die 80 Samurai stürzen sich gegen tausende Mongolen in den Kampf und sterben noch am Strand. Jin ist einer der Wenigen, der dem Tod noch einmal von der Schippe springt. Schwer geschlagen und in tiefer Trauer um seinen Verlust, möchte er sich nicht kampflos ergeben und schmiedet neue Pläne.


Gameplay
Ein Samurai muss geduldig sein

Nach dieser wunderbar cineastischen Einleitung erschließt sich uns zum ersten Mal die offene Spielwelt von Ghost of Tsushima, die wir von nun an frei erkunden dürfen. Und sofort lädt die Insel zum Entdecken ein und besticht durch außergewöhnlich stimmige Welten. Ginkgobäume, die ihr goldenes Laub in die Landschaft regnen lassen, Schilfgräser, die sich zu tausenden im Wind wiegen, Nebel, der über die Wiesen wandert, Sonnenstrahlen, die durch die Baumwipfel hervorbrechen, Berge, die sich am Horizont aus der Landschaft erheben. All das im Einzelnen und als Gesamtheit erzeugt eine traumhafte Stimmung, wie sie in dieser Konsolengeneration nur von einer Handvoll Spiele auf diesem Niveau erzeugt wurde.

Praktisch alles befindet sich in einer ständigen Bewegung, als wäre der Wind die alles umfassende Kraft, die Tsushima Leben einhaucht. Der Wind ist es auch, der uns den Weg weist. Statt unseren Bildschirm mit zahlreichen HUD-Anzeigen zuzupflastern, verstehen es die Entwickler von Sucker Punch, dies sehr natürlich in die Umgebungen einzubinden. Ein Strich über unser Touch-Pad genügt, und der Wind weht in die Richtung unseres Ziels und weißt uns den Weg.

Tiere wie Vögel und Füchse führen uns zudem an interessante Orte, an denen sich beispielsweise Schreine, Schätze oder Nebenquests finden lassen. Die Natur innerhalb der Spielwelt so sehr ins Gameplay einzubinden, hilft dem Spielgefühl ungemein und lässt unser Abenteuer noch natürlicher und mystischer wirken.

Nicht nur die Natur, auch die Menschen auf der Insel haben jede Menge Geschichten zu erzählen, die wir durch das Annehmen der Nebenquests erleben können. Anders, als in vielen anderen Open-World-Spielen, sind das keine anspruchslosen Lückenfüller, die man einfach nur abarbeitet – vielmehr bestechen die Nebenquests durch viel Abwechslung. Sie erzählen interessante kleine Geschichten, in denen wir oft mit Wendungen überrascht werden. Auch die Charaktere geben sich facettenreich. So stellt sich innerhalb so einer kleinen Quest heraus, dass der aufopfernde Mönch in Wahrheit doch nicht so uneigennützig handelt, wie er allen glauben lassen will. Dass die Mongolen nicht abgrundtief böse sind und die Samurai längst nicht immer so ehrenhaft agieren, wie es ihr eigener Kodex verlangt, erfahren wir auch innerhalb der vielen interessanten Nebenquests.

Insgesamt schaffen es die Nebenquests damit, uns viele neue Perspektiven auf Tsushima zu geben. Wir tauchen stärker ein in die so fremd scheinende Welt der Samurai und lernen die zu jener Zeit sehr verschlossene Japanische Kultur besser kennen.

Mit der Zeit erarbeiten wir uns auf diese Weise den Ruhm der Bewohner Tsushimas. Mithilfe des Ruhms steigen wir Ränge auf und dürfen unsere verdienten Technikpunkte im Skillbaum ausgeben. Der ist unterteilt in die vier Kampfhaltungen und in die Fähigkeit der Ablenkung, die sich damit ebenso steigern lässt. Hiermit lassen sich etwa die Ausweichrolle erlernen, Konter oder das Abwehren von Pfeilen.

Das Kampfsystem ist aufgrund seiner intuitiven Steuerung leicht zu erlernen und dennoch anspruchsvoll zu meistern. Entwickler Sucker Punch hat hier viele authentische Kampftechniken der Samurai mit einfließen lassen. Anders als uns viele Actionfilme weiß machen wollen, geht es beim Umgang mit dem Katana eben nicht um wildes Herumfuchteln. Vielmehr setzten die Samurai voll auf Effizienz und zielgerichtete Attacken. Diese Philosophie spiegelt sich am ehesten in den Duellen wieder.

Nähern wir uns offen einen Gegner, lässt uns das Spiel in einem kurzen Zeitfenster die Wahl, ob wir unseren Kontrahenten zum Duell herausfordern. Der Standoff beginnt dann damit, dass sich beide direkt gegenüberstehen, während die Kamera in eine seitliche Position wechselt. Mit der Dreieck-Taste legen wir unsere Hand an den Griff unseres Schwertes. Wir halten die Taste gedrückt und halten ein, bis unser Gegner mit gezogener Waffe auf uns zustürmt. Wir passen den richtigen Zeitpunkt ab und nehmen unseren Finger von der Dreieck-Taste. Jin zieht sein Katana und streckt den Gegner mit einem Hieb nieder. Das Duell ist gewonnen.

Solche vernichtenden Schwerthiebe müssen immer wieder gut getimed sein, damit wir erfolgreich aus dem Kampf gehen. Leisten wir uns einen Fehler, erreicht uns die Klinge des Feindes und Jin büßt einen Großteil seiner Energie ein. Anfangs fällt uns das noch schwer. Oftmals bekommen wir dann den Game-Over-Bildschirm zu sehen, doch im Laufe der Zeit bekommen wir ein immer besseres Gefühl für den Kampf und können abschätzen, wann wir zum direkten Angriff übergehen, wann wir in die Defensive wechseln und wann es Zeit ist, einem Schlag auszuweichen. Mit dem Erlernen neuer Fähigkeiten, haben wir im späteren Spielverlauf die Chance bis zu drei Gegner nacheinander mit einem gut getimten Kombo niederzustrecken.

Das Kampfsystem ist eine der größten Stärken des Spiels und macht selbst nach vielen Stunden noch jede Menge Spaß, es bildet dabei eine gute Balance aus Anspruch und Arcade, ohne dabei je so schwierig zu werden, wie zum Beispiel Sekiro oder Tenchu. Die vier Kampfhaltungen, zwischen denen wir wechseln dürfen, verleiht den Konfrontationen noch mehr Tiefe. Die Mongolischen Streitkräfte machen sich viele Strategien zu eigen, auf die wir uns im Kampf einstellen müssen. Für einen Gegner, der sich mit einem Schild schützt, benötigen wir eine andere Kampfhaltung und für einen Speerkämpfer müssen wir wiederum die Kamphaltung ändern.

Daraus ergibt sich mit zunehmender Spielzeit immer mehr ein sehr spaßiger Flow, der dank der einfach gehaltenen Steuerung wunderbar von der Hand geht und gut getimte Angriffe mit mächtigen Angriffen belohnt und Fehler mit Jins Ableben bestraft. Sucker Punch ist es meisterhaft gut gelungen, uns Spielern ein glaubhaftes Gefühl dafür zu geben, wie es ist ein meisterhafter Samurai zu sein.

Doch Jin beruft sich nicht nur auf den ehrenhaften Kampftechniken der Samurai. Um gegen die Übermacht der Mongolen eine Chance zu sehen, muss er auch aus dem Verdeckten heraus handeln und schmutzige Taktiken anwenden. Und so lehren wir den Mongolen bald schon das Fürchten, in dem wir in der Nacht vom Samurai zum Ghost werden. Als Ghost setzt Jin voll auf heimtückische Techniken wie Schleichen und lautloses Töten. Als Samurai konfrontieren wir offen unsere Gegner, als Ghost agieren wir aus der Überraschung heraus. Besonders schön wird das übrigens auch in der Story selbst inszeniert. Jin zweifelt offen an den hinterhältigen Taktiken – sind sie doch aus Sicht eines Samurai unehrenhaft. Und auch im feindlichen Lager entflammt schnell die Legende vom Geist von Tsushima, der aus dem Schatten heraus agiert und keine Gnade kennt.

Die Geschichte dreht sich darum, dass wir die von den Mongolen belagerte Insel zurück in die Freiheit retten wollen. Doch Jin allein kann das niemals erreichen, weshalb wir auf unserer Reise ganz Tsushima erkunden und unseren Legendenstatus aufbauen, sodass wir von unseren Gegnern gefürchtet und von den Bewohnern bewundert werden. Wir symbolisieren den Hoffnungsträger der Japaner und sammeln den Zuspruch und die Unterstützung unter den Menschen, bis diese Bereit sind, sich gegen ihre Besatzer zu stellen.

Hierfür erledigen wir auch immer wieder Nebenquests. Andere Open-World-Titel füllen die eigene Spielwelt auch immer wieder mit Nebenquestst und meist sind es mehr kleine Lückenfüller, die man abarbeitet, um etwa mehr Erfahrungspunkte, besondere Gegenstände oder Geld zu bekommen. Wirklich spannend sind sie selten. In Ghost of Tsushima ist das anders. Hier treffen wir immer wieder auf Nebenquests, die sehr interessante kleine Geschichten erzählen und uns auf spannende Missionen schicken. Hier lernen wir die fremde Kultur Japans besser kennen und bekommen ganz neue Perspektiven aufgezeigt, die wendungsreich und unterhaltsam präsentiert sind. Mal untersuchen wir die Spuren nach einem Überfall und kommen den Tätern auf die Spur, mal infiltrieren wir ein Lager. Ein andermal müssen wir uns gegen einen Überfall wehren.

Geduld ist die größte Stärke der Samurai, das hat uns schon unser Onkel Shimura beigebracht und diese Weisheit sollten wir uns zu Herzen nehmen. Es bringt nichts, wenn wir blindlinks in ein von Mongolen besetztes Lager stürmen und versuchen, unsere Gegner niederzuschnetzeln. Zudem lernen auch unsere Gegner dazu. Im Laufe der Geschichte stellen sich die Mongolen darauf ein, dass sie es mit einem Samurai zu tun haben, der Tricks und Täuschungen anzuwenden weiß, um seine Gegner zur Strecke zu bringen. Die Mongolen nutzen ihre technische Überlegenheit und greifen uns irgendwann auch mit Donnerbüchsen an und rauben uns mit Blendgranaten die Sicht.

Doch die gegnerische KI hat auch ihre Probleme und verhält sich leider bei weitem nicht so raffiniert, wie etwa im kürzlich erschienenen PS4-Exklusivtitel The Last of Us Part II. Oft verhalten sich die Mongolen dumm, sie sehen uns viel zu spät, obwohl wir direkt vor ihren Augen herumschleichen. Sie laufen Stur ihre vorgegebenen Routen ab oder bleiben gleich gänzlich still an einer Stelle stehen. Manchmal verfügt ein Lager auch über einen besonders mächtigen Anführer, der von weiteren Gefolgsleuten unterstützt wird. Wenn wir das Lager infiltrieren, passiert es dann schon mal, dass wir alle Gegner komplett ins Jenseits schicken können, während der Anführer immer noch nichtsahnend in seinem Unterschlupft steht und nicht auf den Tod seiner eigenen Männer reagiert.

Und auch in Ghost of Tsushima lassen sich Rohstoffe wie Hölzer, Proviant und Tierfelle aus der Natur gewinnen, die wir bei Händlern und Schmieden etwa gegen neue Rüstungsteile eintauschen, uns einen besseren Bogen anfertigen lassen oder etwa die Farbe unseres Outfits anpassen lassen können. Das Sammel- und Craftingsystem ist simpel gestaltet als wir es aus anderen Rollenspielen kennen. Jin ist noch immer vordergründig ein Samurai, der auf sein Katana und seinen Bogen vertraut. Es wäre unglaubwürdig, wenn wir uns auf einmal mit einer Axt und einem Schild ausrüsten könnten. Dennoch ist das Weiterentwickeln unseres Charakters sehr motivierend und bodenständig gestaltet worden. Wir erlernen mit der Zeit immer neue Angriffe und Verteidigungsarten, bei denen wir unseren Gegnern sogar das Fürchten lehren uns sie manches Mal aus Angst die Flucht ergreifen.


Grafik & Sound
Dramatisch, Schön und stimmungsvoll

Grafisch setzten Sucker Punch ganz auf die dramatische Schönheit der Natur Tsushimas. Die Texturen wirken hier nicht ganz so scharf gezeichnet, wie etwa in Red Dead Redemption 2. Was für einen weicheren Grundton der Spielwelt sorgt. Der große Star des Spiels dürfte wohl der Wind sein, der alles auf dieser mystischen Insel in wogende Bewegungen setzt. Wenn sich die Baumkronen im Takt wiegen, unzählige Grashalme es ihnen gleichtun und selbst der Umhang von Jins Kimono im Wind tanzt, entsteht dabei eine unheimlich meditative Grundstimmung, die zusammen mit den Lichteffekten eine Atmosphäre erzeugt, die es schafft, uns sofort ins Japan des 13. Jahrhunderts hinüberzutragen.  Kaum eine offene Spielwelt schafft es, uns so sehr ins Träumen zu versetzen, wie das Ghost of Tsushima zu tun vermag.

Für weitere Immersion sorgt der weitgehende Verzicht auf HUD-Anzeigen. Es wird immer nur das angezeigt, was gerade in der Spielsituation wichtig ist. Die meiste Zeit über erleben wir die Spielwelt auf diese Weise komplett „unberührt“ von zig Anzeigen, Hinweisen oder Fragezeichen. Die Entwickler haben sich hier einige Dinge aus Zelda: Breath of the Wild abgeguckt, in dem die Spielwelt selbst alle relevanten Hinweise gibt und es uns als Spieler frei steht, die unzähligen kleinen und großen Geheimnisse zu ergründen. Wenn wir am Horizont einen Berg sehen, dann können wir dort hinreiten und nachsehen, was sich dort verbergen könnte. Wenn wir die weiße Rauchschwade eines frisch erloschenen Lagerfeuers sehen, dann können wir dem ebenso auf dem Grund gehen, oder eben auch nicht. Das steht uns frei. Die Natur erzählt überall kleine Geschichten und wir, als Spieler, sind jederzeit der Regisseur und entscheiden, worauf wir unseren Blick lenken wollen.

Die PS4- und die PS4-Pro Versionen unterscheiden sich mitunter recht deutlich voneinander. Die PS4-version gibt das Spielgeschehen mit einer 1080p-Auflösung und einer Bildwiederholungsrate von 30 Bildern pro Sekunde aus, die allerdings in einigen Situationen merklich schwanken und gegen 25 Bilder pro Sekunde tendieren. Auch wirken die Texturen wirken auf der PS4 noch ein wenig weicher und weniger Detailliert. Die PS4-Pro Version bietet zwei Optionen an: Der Grafikmodus zielt auf eine Auflösung von 1800p ab, die per Checkerboard-Rendering auf 4K hochgerechnet werden. Die Bildwiederholungsrate liegt auch hier bei 30, welche auch hin und wieder leicht unterschritten werden. Der Performance-Modus wirbt mit einer höheren Bildrate. Kurioserweise liegt auch hier die Bildwiederholungsrate bei lediglich 30 Bildern die Sekunde. Hier werden sie allerdings durchweg stabil aufrecht erhalten, während die Auflösung auf 1080p gedrosselt wird.

Als Bonus an Japan-Fans lässt sich das gesamte Abenteuer auch im sogenannten Kurosawa-Modus spielen, bei denen die Farben auf Schwarz-Weiß reduziert und besonders dramatisch-wirkende Wettereffekte hinzugefügt werden. Nun können wir uns ganz nach Machart des alten Samurai-Kinos von Regie-Legende Akira Kurosawa auf unsere begeben.

Auch ein Foto-Modus hat es ins Spiel geschafft, der mit einer riesigen Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten daherkommt. Hier lassen sich nicht nur Standfotos knipsen, sondern auch kleine Videos anfertigen, Kamerafahrten anpassen und sogar gifs erstellen.

Mit Shigeru Umebayashi und Ilan Eshkeri haben gleich zwei Star-Komponisten den dramatisch anmutenden Soundtrack von Ghost of Tsushima verfasst. Weiche Flötentöne vertonen die zerbrechliche Schönheit der vielseitigen Natur dieser Insel, während schwere Streicher und Schlaginstrumente die kriegerische Situation bebildern.

Die deutsche Vertonung der Protagonisten ist fantastisch gelungen und gehört mit zu den treffendsten und schönsten Vertonungen, die wir im bisherigen Jahr zu hören bekommen durften. Leider merkt man den Lippenbewegungen aber des Öfteren an, dass sie für die englischen Sprecher angefertigt wurden. Wer das Maximum an Authentizität haben möchte, kann das Spiel auch in der Japanischen Sprachausgabe genießen.


Umfang
Eine ganze Insel lädt zum Entdecken ein

Der Umfang von Ghost of Tsushima ist sehr ordentlich ausgefallen und lässt sich mit anderen PS4-Open-World-Abenteuern wie Horizon Zero Dawn und Days Gone vergleichen. Wer durchs Spiel hetzt und nur den Storyquests folgt, dürfte nach 30 Stunden die Credits zu sehen bekommen. Wer sämtliche Nebenaufgaben erleben möchte und auf Entdeckungstouren auf der Insel geht, sollte mit 50 bis 60 Stunden Spielzeit rechnen.


Fazit
Das letzte große Highlight der PS4-Ära

Herausragend Award

Ghost of Tsushima ist nach sechs Jahren Entwicklungszeit das große leidenschaftliche Projekt des Sony-Studios Sucker Punch, die in diesem Ambitionierten Abenteuer das feudale Japan wiederaufleben lassen und eine spannende und facettenreiche Geschichte vor einer historischen Kulisse erzählen. Die Spielwelt präsentiert die idyllische Schönheit der japanischen Natur und kitzelt den letzten Rest Grafikpower aus der scheidenden PS4-Hardware heraus. Die Kampfmechaniken sind auf fantastische Weise gelungen und bilden einen sehr angenehmen Kompromiss aus dem beinharten Gameplay eines Sekiro und dem etwas zu leichten Kämpfen aus Assassins Creed. Herausgekommen ist dabei ein wunderbarer Flow, den wir mit gut getimten Schlägen und geschickten Ausweichmanövern zu einer blutigen Kampf-Choreografie verbinden. Selbst noch nach vielen Stunden Spielzeit, macht das glorreiche Kämpfen als Samurai und das hinterlistige Täuschen als Geist jede Menge Spaß.

Die starke Story, die interessanten Charaktere und die abwechslungsreichen und vielschichtigen Nebenaufgaben lassen Ghost of Tsushima in seiner Gänze zu einem wahren Highlight des Spielejahres 2020 werden. Mit Ghost of Tsushima melden sich Sucker Punch mit einem beeindruckenden Herzensprojekt zurück und bescheren der alternden PS4-Generation ein letztes großes Highlight. Ganz großes Open-World-Kino!


Das Open-World-Epos ist seit dem 17. Juli 2020 in Deutschland, Österreich und der Schweiz ungeschnitten ab 18 Jahren exklusiv für PlayStation 4 erhältlich. Ghost of Tsushima kann im PlayStation Store digital als Standard und Digital Deluxe Edition sowie physisch bei Handelspartnern als Standard, Special und Collector’s Edition erworben werden. Zudem werden zwei Konsolen-Bundles angeboten, wahlweise mit einer PS4 1TB inkl. zwei DualShock 4 Wireless-Controllern oder einer PlayStation 4 Pro.

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  • Jin Sakai muss mit den Samuraitraditionen brechen, den Weg des Geisteseinschlagen und einen unkonventionellen Krieg um die Freiheit von Tsushima führen.
  • In diesem Open-World-Action-Adventure durchstreifst du riesige Landschaften und weites Gelände, um komplexe Charaktere zu treffen, auf alte Sehenswürdigkeiten zu stoßen und die verborgene Schönheit von Tsushima zu entdecken.