Spiele Test

[ TEST ] JUMP FORCE – Wenn Anime-Welten verschmelzen

Wir haben uns Jump Force auf der Xbox One für euch angesehen und in diesem Test erfahrt ihr, was wir von dem Titel halten.

Ersteindruck

Aberwitzige Anime-Action!

Das Spiel startet mit einer Sequenz in Yew York, aus der Ego-Ansicht des eigenen Charakters. Die Stadt wird von Freezer (Dragon Ball Z) angegriffen. Son Goku greift jedoch ein und nimmt den Kampf gegen ihn auf. Er weicht seinem, aus dem Anime bekannten, Todesstrahl aus, der mich natürlich trifft und fast umbringt. Aber schnell ist Trunks zur Stelle und rettet mich mit dem Allspark!…äh Umbra-Kubus, um aus mir einen „Helden“ zu machen. Von da aus geht es direkt weiter zum Charakter-Editor, der ziemlich viele Möglichkeiten bietet. Theoretisch ist es sogar möglich, sich seinen Lieblings-Anime-Charakter nachzubauen, sofern die Elemente im Spiel vorhanden sind. Ein Son Goku-Klon lief mir online schon über den Weg. Wie ihr sehen könnt, wollte ich jedoch mal etwas anderes. Nach drei Tutorials, die dem Spieler das Kampfsystem beibringen, geht es direkt los mit Storymissionen.  Mit diesen können verschiedenen Charaktere für weitere Missionen freigeschaltet werden. Dabei kann man nebenbei noch die bekannten Moves der vertretenen Charaktere erlernen. Von Son Gokus „Kame-Hame-Ha“ (Dragon Ball), über den „1080-Sinnesphoenix“ von Zorro (One Piece) bis zu Ichigo Kurosakis „Getsuga Tenshou“ (Bleach), ist echt einiges dabei. Jump Force wirkt daher wie der reinste Fanservice für Animefans, vor allem weil alle Charaktere auf japanisch originalvertont sind. Naruto und Sasuke (Naruto Shippuuden) sind natürlich auch dabei.


Gameplay

Attacken spammen!

Das Kampfsystem ist leicht zu lernen, da es nicht sonderlich aufwendig gehalten ist und die Tutorials alles gut erklären. Im großen und ganzen ist Jump Force ziemlich ausgeglichen, lädt jedoch leicht zum Buttonbashing ein. Die Einfachheit des Kampfsystems macht das Spiel besonders einsteigerfreundlich und außerdem bekommt man die Moves seiner Lieblingscharaktere oft zu sehen. Das Tutorial ist in drei Teile unterteilt: Schlagtechniten, Griffe und Abwehrtechniken und Spezialangriffe.

Spaß macht es alle Male, jedoch ist anzumerken, dass der Schwierigkeitsgrad eher aufgesetzt wirkt, als tatsächlich schwierig. So kommt es in einigen Kämpfen dazu, dass man 40% seiner Energie durch einen Angriff des Gegners verliert, man selbst allerdings gefühlt für den selben Schaden 10 starke Angriffe ausführen darf. Dazu kommt, dass die CPU Gegner oft durchgehend blocken,  wobei nichts anderes übrig bleibt, als ständig zu greifen, was die Kämpfe leicht monoton machen kann.


Grafik und Sound

Coole Effekte und passende Musik

Im Grunde genommen werden hier sehr viele Grafik-Stile vereint und dennoch im einzelnen erhalten. Dragon-Ball-Charaktere sehen zum Beispiel so aus, wie wir sie aus den Animes und Dragon Ball-Spielen kennen, wirken jedoch neu. Das gilt auch für Yugi, aus Yu-Gi-Oh! (ja, der ist tatsächlich auch drin) und natürlich auch für alle anderen (insgesamt 40) Charaktere.
In Kämpfen besticht Jump Force mit wunderbaren Effekten und Animationen. Außerhalb von Kämpfen, also in der Umbra-Basis, dem Haupthub des Spiels, sieht das jedoch etwas anders aus. Die Laufanimationen des eigenen Charakters und der NPCs sehen extrem merkwürdig aus. Es gibt nicht einmal einen Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Charakteren. Hierauf lag also offensichtlich kein Fokus seitens der Entwickler.

Was mir unter anderem positiv auffiel, ist zum Beispiel die Tatsache, dass die Kleidung der Kämpfer immer weiter zerrissen und dreckiger wird, umso mehr sie abkriegen. In die Spielwelt integriert sind auch immer wieder Sehenswürdigkeiten von der Erde, jedoch etwas wirr. So fand ich zum Beispiel bei diversen Kampfarenen die Große Pyramide im Hintergrund, die ziemlich akkurat eingebaut wurde, oder einfach mal die Freiheitsstatue von New York, halb versunken in der Erde von Namek, Piccolos (Dragon Ball) Heimatplaneten. Erwähnt werden sollte übrigens, dass auch Jump Force wie alle aktuellen Releases 4K-fähig ist.

Die Musik in den Kämpfen ist recht passend gewählt, was auch wieder, wie bereits bei der Grafik und den Animationen, im krassen Gegensatz zur Umbra-Basis steht. Die Hintergrundmusik dort ist eher auf dem Niveau von Fahrstuhlmusik, was mich mit der Zeit ein wenig nervte.


Umfang

Viel zu tun…extrem viel…

Mit seinen über 40 verfügbaren Kämpfern aus den Animes Dragon Ball, One Piece, Naruto, Boruto, Saint Seiya, Fist of the North Star, Bleach, HUNTERxHUNTER, YU Yu Hakusho (JoJo’s Bizzare Adventure), Kenshin, Yu-Gi-Oh!, My Hero Academia, Black Clover und Dragon Quest: Das große Abenteuer, dürfte für einige etwas dabei sein.
Ich würde aufgrund der vielen Items, Level(caps) und Missionen minimal 40 bis 50 Stunden für das Spiel ansetzen, wenn nicht sogar noch um einiges mehr, falls man alle Trophäen freischalten möchte. Ich habe hier für euch noch eine Liste mit den Charakteren zusammengestellt, deren Fähigkeiten ihr für euren eigenen Helden freispielen könnt um euch eine Ahnung dessen zu geben, was allein hier für ein Umfang vorhanden ist. Jeder dieser Charaktere bietet fünf Fähigkeiten, die man einzeln mit Missionen freischalten muss um sie nutzen zu können.


Fazit

Spaßige Anime-Klopperei

Jump Force ist ein Spiel, welches man vom Kampfsystem her mit Spielen wie Dragon Ball Z Tenkaichi, der Naruto Storm Reihe oder One Piece: Burning Blood vergleichen kann. Wenn dir diese Spiele gefallen haben, ist Jump Force definitiv etwas für dich. Wer sich an Spezialtechniken von Anime-Kämpfern aus dem Shōnen-Genre erfreuen kann, wird hier auch auf seine Kosten kommen. Der Schwierigkeitsgrad ist mitunter etwas aufgesetzt, da die CPU ohne Ende blockt und man in manchen Kämpfen gesteigerten Schaden von der CPU nimmt, selbst aber weniger austeilen kann. Das ist jedoch, was man fairer Weise sagen muss, mit einem derart simpel gehaltenem Kampfsystem kaum anders umzusetzen.
Der Umfang des Spiels rechtfertigt seinen Vollpreis für knapp 70€ jedenfalls voll und ganz.Wir vergeben hier als Endwertung vier Sterne, da Jump Force ein solider Brawler mit vielen Inhalten und passender Grafik ist. Für sein Geld bekommt man hier, im Gegensatz zu anderen aktuellen Titeln, eine menge Spielzeit geboten.

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